Fachdidaktik Französisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2010

19 Seiten


Leseprobe

Gliederung Praktikumsbericht

1. Bedingungsfeldanalyse
1.1. Schulprofil
1.2. Französischunterricht am Gymnasium „X“
1.3. Aufgaben während des Praktikums

2. Darstellung eines fachdidaktischen Sachverhalts am Beispiel der Wortschatzarbeit
2.1. Einleitung und Grundlagen
2.2. Die Rolle der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht
2.3. Kriterien für die Auswahl des Wortschatzes
2.4. Die Rolle des Lehrers bei der Wortschatzarbeit
2.5. Lerntechniken zum Wortschatzerwerb im Fremdsprachenunterricht

3. Dokumentation eines eigenen Unterrichtsversuchs
3.1. Bedingungsfeldanalyse
3.2. Sachanalyse
3.3. Didaktisch- methodischer Begründungszusammenhang
3.4. Methodische Überlegungen
3.5. Verlaufsplanung der Stunde
3.6. Tatsächlicher Stundenverlauf und Vergleich mit geplantem Verlauf

4. Bibliographie

5. Anhang

1. Bedingungsfeldanalyse

1.1. Schulprofil

Das Gymnasium „X“ befindet sich heute in der Stadt „A“ an zwei verschiedenen Standorten. Dies resultierte aus der 2004 durchgeführten Fusion des Gymnasiums „X“ mit dem Gymnasium „Y“ zum Gymnasium „X“ unter Beibehaltung der Gebäude. Die Fusion bewirkte, dass Schüler der 5. bis 9. Klasse in dem einen Gebäude unterrichtet werden, wohingegen die Klassen 10 bis 12 im anderen Gebäude untergebracht sind. Für die Lehrer bedeutet das ein Pendeln zwischen zwei Gebäuden. Das Gymnasium ist eine öffentliche Schule und erfordert keinen Aufnahmetest.

Wichtige Ziele sieht das Gymnasium darin, eine grundlegende Allgemeinbildung zu gewährleisten um sich für ein Studium zu qualifizieren und das soziale Verhalten der Lernenden zu fördern, das sich gegen jedwede Form der Gewalt richtet. So ist die Schule Mitglied im Projekt ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ von und für Schüler, „die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen“[1]. Es gilt diesen Titel jährlich zu verteidigen. Weiterhin versteht sich das Gymnasium als eine Ganztagsschule. So gibt es von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr diverse Freizeitmöglichkeiten und Schulprojekte. Die Schüler können die so genannten Clubräume nutzen, wie die Bibliothek; sie können Billard spielen oder Kreativarbeiten machen, sowie sich an Projekten wie „Jugend forscht“, „Denkmal aktiv“, Unihockey oder dem Internet-Café beteiligen. Das Modell der Ganztagsbetreuung sieht z.B. in Klasse 5 Stütz- und Förderkurse in Mathematik, Deutsch und Englisch vor, sowie ein Training in Lernmethoden. In Klasse 6 gibt es Stützkurse in Mathematik und Englisch, weiterhin den Schnupperkurs Französisch oder den Kurs „biologische Experimente“. In beiden Klassenstufen wird eine Hausaufgabenbetreuung in der Zeit von 12:15 Uhr bis 13:15 Uhr angeboten. Die Schule bietet allerdings auch klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaften an, wie den Chor, Badminton, Aquafitness, Fußball, Kochen & Backen oder auch Jazz Dance.

Das Gymnasium „X“ trägt seit 2008 als erste Schule den Titel „Gesunde Schule[2] “. Erfolgreich bewältigte Kriterien zur Zertifizierung waren hierbei die Ausbildung von so genannten Auditoren, die Bildung von entsprechenden Arbeitsgruppen und die Bewertung durch eine externe Kommission, die z.B. Unterrichtshospitationen und eine Schulbesichtigung durchführte. Ebenso von Bedeutung ist die Einbeziehung der Eltern in das Schulgeschehen; diese haben die Möglichkeit im Elternrat oder im Förderverein aktiv zu werden. Unterricht haben die Schüler in so genannten Blöcken. Das heißt konkret, dass die Schüler ab der 5. Klasse Doppelstunden haben; also 90 Minuten am Stück. Nach jedem „Block“ gibt es 30 Minuten Pause (die auch notwendig sind, da, wie bereits erwähnt, manche Lehrer zwischen den Gebäuden pendeln müssen). Im aktuellen Schuljahr unterrichten dort 63 Lehrer etwa 700 Schüler.

1.2. Französischunterricht am Gymnasium „X“

Am Gymnasium „X“ stehen derzeit drei Französisch-Lehrerinnen zur Verfügung; ein männlicher Lehrer befindet sich derzeit im Elternjahr. Wenn dieser jedoch im nächsten Schuljahr seinen Dienst wieder antritt, geht eine Französisch-Lehrerin in Rente. Eine dieser drei Französisch-Lehrerinnen wurde von einer anderen Schule geordert, um den Unterricht in allen Klassenstufen gewährleisten zu können. Das Fach Französisch kann als zweite Fremdsprache ab der 7. Klasse bis hin zum Abitur belegt werden. Es steht in Konkurrenz zum Russischen, das ebenfalls ab Klasse 7 gewählt werden kann. Die Klassen werden in den Fremdsprachen gemischt, um eine ausgeglichene Schüleranzahl in den Kursen zu gewährleisten. Im aktuellen Schuljahr kamen im Gegensatz zu einer Russisch-Klasse drei Französisch-Klassen der Jahrgangsstufe 7 zustande. Auch in Klasse 8 und 9 gibt es drei Französischkurse, in Klasse 10 sind es zwei Kurse und in der Sekundarstufe II ein Kurs. Demnach lässt sich (vor allem in Konkurrenz zum Russischen) sagen, dass sich der Trend zum Französischen fortsetzt, wobei dennoch Englisch die stärkste Fremdsprache bleibt, da z.B. im vergangenen Schuljahr kein Schüler das Abitur in Französisch ablegte. Im Französischunterricht werden die Lehrbücher Découvertes (neu) und Nouveaux Horizons, beide aus dem Klett Verlag, genutzt. Hierbei verwendet Klasse 7 bis 10 die Bücher der neuen Découvertes - Reihe, Klasse 11 die neue Edition der Nouveaux Horizons 1, während in Klasse 12 kein bestimmtes Lehrbuch präferiert wird.

Es gibt, wie oben erwähnt, bereits in der 6. Klasse die Möglichkeit einen Schnupperkurs in Französisch zu belegen. Dieser richtet sich an alle Schüler, die der französischen Sprache gegenüber aufgeschlossen sind und mehr über Frankreich und seine Kultur erfahren möchten. In diesem Kurs wird ein geringer Basiswortschatz erarbeitet; außerdem erfahren die Schüler einiges über Land und Leute. Sie sehen dazu beispielsweise kurze Filme, wie aus Carambolage. Die Schüler der 8. und 9. Klasse haben zudem die Möglichkeit an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Bei diesem Austausch in Begleitung von zwei Lehrern fahren die Schüler nach Frankreich, wo sie bei ihren jeweiligen Gasteltern wohnen und mit deren Kindern zusammen den regulären Schulunterricht besuchen. Im Gegenzug kommen im Jahr darauf Schülerinnen und Schüler aus Frankreich nach Deutschland, wo sie ihrerseits bei den Austauschpartnern wohnen. Die deutschen Schüler fahren demnach im Zweijahresrhythmus nach Frankreich.

1.3. Aufgaben während des Praktikums

Während meines fünfwöchigen Praktikums habe ich versucht in möglichst unterschiedlichen Klassenstufen zu hospitieren, um mir erst einmal einen Gesamteindruck zu verschaffen. Ich habe zum größten Teil bei meiner Mentorin hospitiert, durfte jedoch auch bei den beiden anderen Fachlehrerinnen hospitieren, was ich als wichtig erachtete, um zu sehen wie die einzelnen Lehrer mit ihren Klassen interagieren. Insgesamt habe ich in jeder Klassenstufe, angefangen mit Klasse 7, mindestens einmal hospitiert. Dabei konnte ich sehen wie sehr sich der Lehrer an den Wissenstand und das Sprachniveau der verschiedenen Klassenstufen anpassen muss, damit er seinen Unterricht erfolgreich gestalten kann. Um den unterschiedlichen Umgang mit den Schülern im Unterricht selbst zu erfahren, entschied ich mich auch in allen Klassenstufen, ab Klasse 7, zu unterrichten. Dabei übernahm ich vorzugsweise den Unterricht meiner Mentorin, da sie jedoch im aktuellen Schuljahr weder eine 9. noch eine 11. Klasse hatte, unterrichtete ich diese beiden Klassen bei einer der beiden anderen Lehrerinnen. Neu war mir der schon erwähnte „Blockunterricht“, doch da die Schüler daran gewöhnt waren, ergab sich kein Problem, was die Konzentration betraf. Ich habe im Fach Französisch insgesamt 38 Stunden hospitiert (entspricht 19 „Blöcken“) und 18 Stunden unterrichtet (entspricht 9 „Blöcken“). Die erhöhte Stundenanzahl ergab sich durch mein zweites Fach Italienisch, welches nur drei Stunden pro Woche unterrichtet wurde, sodass ich die dort fehlenden Stunden mit Französisch ausglich. In den fünf Wochen habe ich in Klasse 7 vier Stunden unterrichtet, in Klasse 8 sechs Stunden, in Klasse 9 zwei Stunden, sowie in den Klassen 10 – 12 auch jeweils zwei Stunden. Im Allgemeinen wurde ich von den Schülern stets freundlich aufgenommen. Sie waren mir gegenüber aufgeschlossen und haben sich aktiv am Unterricht beteiligt, wobei die 8. Klasse durch ihre Mitarbeitsbereitschaft hervorzuheben ist. In Absprache mit der Lehrerin habe ich in der 7. Klasse eine schriftliche Leistungskontrolle durchgeführt und selbst korrigiert, sowie in der 11. Klasse eine Mitarbeitsnote vergeben. Es stellte sich heraus, dass es Einiges an Arbeit bedurfte den Test für die 7. Klasse gemäß ihrem Sprachniveau zu konzipieren; bestehend aus einer Vokabelabfrage und der Bildung von kurzen Sätzen. Ich fand vor allem die Arbeit mit der 7. Klasse einerseits aufwendig in der Vorbereitung des Unterrichts, andererseits spannend, da die Schüler so begeisterungsfähig und lernbereit waren. Da das Schuljahr erst begonnen hatte, konnte ich an keinen außerschulischen Aktivitäten teilnehmen.

2. Darstellung eines fachdidaktischen Sachverhalts am Beispiel der Wortschatzarbeit

2.1. Einleitung und Grundlagen

Im folgenden Theorieteil meines Praktikumsberichtes möchte ich auf eine wichtige Komponente des Fremdsprachenunterrichts eingehen, die der Wortschatzvermittlung. Natürlich ist es nicht Sinn und Zweck dieses Aufgabenbereichs lediglich den unbekannten Wortschatz zu nennen und eine deutsche Übersetzung zu geben. Vielmehr ist der Lehrer gefordert, diesen auf anschauliche Art und Weise darzustellen, Erschließungsstrategien zu geben sowie zur direkten Anwendung zu motivieren.

Als Wortschatzarbeit wird zunächst einmal „jeglicher Umgang mit lexikalischen Einheiten der Zielsprache innerhalb und außerhalb des Unterrichts […], welcher der Verbesserung der fremdsprachlichen Kompetenz dienen kann“[3] bezeichnet (wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um fremd- oder selbstbestimmtes Lernen handelt). Sie ist in drei Phasen unterteilt: die der Sprachaufnahme, der Sprachverarbeitung und die der Sprachanwendung.[4] Zu Beginn kommt es zu einer Erstbegegnung mit dem entsprechenden Vokabular, welches erschlossen werden muss. In der Sprachverarbeitungsphase gilt es den neuen Wortschatz zu festigen, so dass er sich möglichst schnell im Gedächtnis manifestiert. Bei der schließlich letzten Phase, die der Sprachanwendung, steht das Abrufen und Einsetzen des neu erlernten Vokabulars für die entsprechende Kommunikationssituation im Vordergrund.

Im Folgenden geht es vor allem um mögliche Methoden der kreativen und ansprechenden Wortschatzvermittlung durch den Lehrer. Die Frage nach der „richtigen“ Art und Weise Schülern den neuen Wortschatz bezüglich eines bestimmten Themengebietes näher zu bringen und gleichzeitig für eine angebrachte, effiziente Übung und Verwendung zu sorgen, erweist sich oftmals als Problem. Bevor ich dies näher beleuchte, möchte ich zunächst auf die Bedeutung des Wortschatzes im Fremdsprachenunterricht eingehen.

2.2. Die Rolle der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht

Seit der Zeit der so genannten kommunikativen Wende in den 70er Jahren hat der Wortschatz eine überaus bedeutende Position im Fremdsprachenerwerb eingenommen. So ist ein umfangreiches Vokabular von elementarer Bedeutung in Kommunikationssituationen. Auch ist mehrfach erwiesen, „dass die Wortschatzarbeit nicht von den übrigen Lernbereichen isoliert werden kann. Der Wortschatzerwerb ist notwendigerweise immer mit der Entwicklung der sprachlichen Fertigkeiten Lesen, Hörverstehen, Sprechen und Schreiben verbunden und ohne grammatische, phonetische und orthografische Kenntnisse nicht „funktionstüchtig“.[5] Die Vermittlung und das Lernen des Wortschatzes stellen im Fremdsprachenunterricht ein durchaus großes Problem dar, denn ohne das notwendige Vokabular kann eine Kommunikation nicht funktionieren. Als Standard gilt im Französischunterricht das bewusste Einprägen von Wörtern mithilfe des Schriftbildes. Doch können Wörter auch durch den reinen Sprachgebrauch gelernt werden. ‚Vor allem in der Primarstufe handelt es sich zunächst um einen überwiegend rezeptiven Wortschatz, der dann durch regelmäßige Wiederholungen zu einem aktiven Wortschatz führen kann. Außerdem existiert noch eine dritte Kategorie, nämlich der potentielle Wortschatz; hierbei werden die unbekannten Wörter von den Lernenden eigenständig erschlossen, sodass sich der Lernaufwand deutlich verringert.’[6] Es ist wichtig die Schüler über diese drei Kategorien zu informieren, denn nicht jedes zu lernende Wort hat denselben Anspruch.

[...]


[1] http://www.schule-ohne-rassismus.org/das-projekt.html

[2] Das Audit Gesunde Schule der LVG Sachsen-Anhalt ist eine unabhängige Qualitätsbestimmung für schulische Gesundheitsförderung.

[3] Jung, Udo: Praktische Handreichung für den Fremdsprachenlehrer,2006.

[4] Vgl.: Ebd.

[5] Bohn, Rainer: Probleme der Wortschatzarbeit, 2008.

[6] Vgl.: Nieweler, Andreas: Fachdidaktik Französisch, 2006.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Fachdidaktik Französisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V172577
ISBN (eBook)
9783640926312
ISBN (Buch)
9783640926473
Dateigröße
697 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fachdidaktik, französisch, bericht, praktikum, gymnasium
Arbeit zitieren
Alida Ziehm (Autor), 2010, Fachdidaktik Französisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172577

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