Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zweier Benimmbücher bezüglich des Verhaltens bei Tisch; und zwar zum einen mit einem deutschen Knigge und zum anderen mit einem italienischen Galateo. Sie soll zeigen wie beide Bücher mit dem Thema Tischsitten umgehen und worauf besonders Wert gelegt wird. Tischsitten sind etwas, dass es schon seit geraumer Zeit gibt. Jede Kultur hat hierbei ihre eigenen Vorschriften und Gebote, jedoch ist es allen Kulturen eigen „in dem gemeinsamen Verzehr einer Mahlzeit nicht nur die Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme zu sehen, sondern dem eine darüber hinausgehende metaphysische Bedeutung beizumessen“ . Man spricht demnach sogar von einer Tischkultur, was bedeutet, dass entsprechende Manieren genauso dazu gehören wie der hübsch gedeckte Tisch, sauberes Geschirr, Blumen und ähnliches; kurz um: es geht darum beim Essen eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Und um dies zu gewährleisten wurden gewisse Regeln aufgestellt.
In dieser Hausarbeit wird dargelegt wie sich diese Regeln bei Tisch in zwei verschiedenen Ländern, nämlich Deutschland und Italien, unterscheiden bzw. inwiefern sie allgemeingültig sind. Dazu werden in den folgenden Kapiteln Aufbau und Inhalt beider Werke näher beleuchtet um am Ende ein Resümee zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau beider Werke
3. Inhalt beider Werke
3.1. Der Tisch
3.1.1. Das Gedeck
3.1.2. Das Besteck
3.1.3. Die Serviette
3.2. Die Tischordnung
3.3. Das Benehmen
3.3.1. als Gast
3.3.2. als Gastgeber
3.3.3. im Restaurant
3.4. Unterhaltung bei Tisch
3.5. Tabus
3.6. Tischsitten von „damals“
4. Auswertung beider Werke
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht deutsche und italienische Tischsitten anhand der Werke "Ess- und Tisch- Knigge" und "Galateo a tavola". Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und kulturelle Unterschiede im Umgang mit Tischkultur aufzuzeigen, die Rolle von Gast und Gastgeber zu beleuchten und festzustellen, inwieweit moderne Benimmregeln allgemeingültig sind.
- Vergleich der Aufbau- und Vermittlungsweise beider Ratgeber
- Analyse der Etikette bezüglich Gedeck, Besteck und Tischordnung
- Verhaltensweisen für Gäste und Gastgeber in verschiedenen Kontexten
- Kulturelle Nuancen und moderne Tabus bei Tisch
- Historische Entwicklung von Tischsitten im europäischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Das Besteck
Beim Besteck sind sich beide Autorinnen einig. Jeder Gang hat ein eigenes Besteck; bei einem mehrgängigem Menü sollte es von außen nach innen benutzt werden. Wurde das Besteck einmal benutzt, kommt es nicht zurück auf den Tisch; es wird stattdessen auf dem Teller abgelegt. Kreuzt man Messer und Gabel, bedeutet man dem Gastgeber bzw. Kellner, dass man noch nicht fertig ist, sondern lediglich eine kleine Pause macht. Legt man es dagegen parallel, hat der Gast sein Mahl beendet, es kann abgeräumt werden (siehe Abbildung 5). In beiden Ländern sollte möglichst geräuschlos mit dem Besteck umgegangen werden, sei es beim Schneiden einer Speise oder beim Umrühren mit dem Löffel in der Kaffeetasse. Außerdem wird Wert darauf gelegt zu erwähnen, dass das Messer in keinem Fall abgeleckt bzw. in den Mund genommen werden darf. Der deutschen Autorin ist zudem noch wichtig zu erwähnen, dass Linkshänder heutzutage ihr Besteck umlegen dürfen; allerdings nur Gang für Gang. Die Gläser sollten an ihrem Platz bleiben. Aus anderen Quellen lässt sich auch für Italien dieselbe Aussage treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Vergleich zweier Benimmbücher ein und definiert Tischkultur als Ausdruck kultureller Werte und gegenseitigen Respekts.
2. Aufbau beider Werke: Hier werden die äußere Gestaltung, Struktur und Zielgruppen der beiden Ratgeber gegenübergestellt und verglichen.
3. Inhalt beider Werke: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte der Tischsitten, von der Tischdekoration bis hin zu speziellen Verhaltensregeln.
4. Auswertung beider Werke: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse ihres Vergleichs und stellt fest, dass beide Werke trotz unterschiedlicher Herangehensweise dasselbe Ziel einer erfolgreichen Tischkultur verfolgen.
5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass sich Tischsitten stetig wandeln müssen, um das Wohlbefinden aller Beteiligten in einem interkulturellen Kontext zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Tischsitten, Etikette, Knigge, Galateo, Tischkultur, Benehmen, Gast, Gastgeber, Gedeck, Besteck, Kulturvergleich, Tischordnung, Unterhaltung, Restaurant, Umgangsformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Tischsitten in Deutschland und Italien anhand der zwei Benimmratgeber "Ess- und Tisch- Knigge" und "Galateo a tavola".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Aufbau von Gedecken, der korrekte Gebrauch von Besteck, die Tischordnung, das Verhalten von Gast und Gastgeber sowie Kommunikationsregeln und Tabus bei Tisch.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich Regeln bei Tisch in den zwei Ländern unterscheiden, wo Gemeinsamkeiten liegen und worauf die Werke jeweils ihren Fokus legen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des komparativen Literaturvergleichs, ergänzt durch Sekundärliteratur zur Einordnung der kulturellen Hintergründe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Unterkapitel, die den Tisch, das Benehmen, die Unterhaltung bei Tisch, Tabus und die historische Entwicklung der Tischsitten beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Tischkultur, Etikette, interkultureller Vergleich sowie die spezifischen Verhaltensnormen für Gast und Gastgeber stehen im Fokus.
Welche Rolle spielt das "Galateo a tavola" in Bezug auf das Personal?
Das Werk enthält einen erstaunlich großen Abschnitt über die Kleidung und Aufgaben von Personal, was die Arbeit als eher konservativ oder für die "High-Society" konzipiert einordnet.
Wie unterscheiden sich deutsche und italienische Gäste hinsichtlich der Tischordnung laut Text?
Obwohl die Regeln für die Gästeplatzierung in beiden Kulturen ähnlich sind, wird die Einhaltung der strengen Regeln in der deutschen Ausgabe kaum thematisiert, da sie heute als weniger verpflichtend angesehen werden.
Warum wird im Buch von der Nutzung von Zahnstochern am Tisch abgeraten?
Beide Werke sind sich einig, dass die Nutzung von Zahnstochern in Anwesenheit anderer unangebracht ist und bei Bedarf diskret in der Toilette erfolgen sollte.
- Citation du texte
- Alida Ziehm (Auteur), 2009, Deutsche und italienische Tischsitten – ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172583