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Textvergleich Clifford, James "Writing Culture“ " ./. Behar, Ruth "Translated Woman"

Title: Textvergleich Clifford, James "Writing Culture“ " ./. Behar, Ruth "Translated Woman"

Elaboration , 2008 , 8 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Eder (Author)

English Language and Literature Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Clifford´s Werk „Writing Culture“ basiert auf dem Hintergrund, dass literarische Zugänge und deren Reflexion in den letzten Jahren in den Human-und Sozialwissenschaften zunehmend „beliebter“, und die Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst zunehmend geringer wird. Ethnographie ist zwischen mächtigen Bedeutungssystemen eingebettet und paradoxerweise selbst Teil der Prozesse die sie beschreibt. Die Hauptaussage von Clifford besteht in der vorerst scheinbar paradoxen Aussage, dass ethnographische Wahrheiten Fiktionen sind, die sich als inhärent partiell und unvollständig erweisen. Interessant dabei ist die Tatsache, dass „Wahrheit als Fiktion“ für Clifford nicht negativ behaftet ist, wie vorerst vermutet werden könnte. Vielmehr sieht er in einer Darstellung von Ethnographie als „partielle Wahrheit“ eine Art Liberation der Dargestellten aus einer Abbildung als abgeschottete, statische und in sich geschlossene „Objekte“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretischer Hintergrund

2. James Clifford: Partial Truths

3. Die Krise der Anthropologie und die Frage der Repräsentation

4. Teilnehmende Beobachtung und selbstreflexive Schreibweise

5. Ruth Behar: The Talking Serpent

6. Machtgefüge und narrative Verantwortung

7. Fazit: Ethnographie als Schreibprozess

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Grundlagen ethnographischen Schreibens durch einen vergleichenden Textvergleich der Werke von James Clifford und Ruth Behar. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit ethnographische Texte als "partielle Wahrheiten" oder "Fiktionen" zu verstehen sind und welche Rolle Machtbeziehungen sowie die Selbstreflexivität des Forschenden dabei einnehmen.

  • Konstruktion von ethnographischen Wahrheiten und Fiktionen
  • Einfluss von Macht, Politik und Geschichte auf den Schreibprozess
  • Die Rolle der Selbstreflexivität und "Vielstimmigkeit" in der Forschung
  • Textualität und literarische Aspekte der ethnographischen Praxis
  • Herausforderungen in der Repräsentation fremder Lebenserfahrungen

Auszug aus dem Buch

James Clifford: Partial Truths

James Clifford verbalisiert in „Partial Truths“ sechs Faktoren von denen ethnographisches Schreiben bestimmt und stets beeinflusst wird: Kontextualität , Rhetorik (Ethnographie benutzt und wird gleichermaßen benutzt von expressiven Konventionen), Institutionen (man schreibt stets innerhalb oder gegen gewisse Tradition oder ein bestimmtes Publikum), Gattung (eine Ethnographie lässt sich üblicherweise unterscheiden von anderen Genres), Politik, und Geschichte (all die gerade genannten Bedingungen und Beschränkungen variieren). Essentiell an Clifford´s Aussage ist, dass die Inschrift einer kohärenten ethnographischen „Fiktion“ einerseits von den oben genannten Termini diktiert, und andererseits durch und durch von Macht und Geschichte in einer Art und Weise geprägt wird, welche die Ethnographen nicht im Stande sind exhaustiv zu kontrollieren.

Unter der Prämisse, dass dieses interdisziplinäre Feld, welches sich von einem Punkt der „Krise“ der Anthropologie vorwärts bewegt, stets variabel und keineswegs statisch ist, weist Clifford in Antizipation auf die Artikel in „Writing Culture“ darauf hin, dass die Beiträge darin nicht als „einheitlich“ gesehen werden können. Die Krise in der Anthropologie könnte folgendermaßen definiert werden: Wie kann Anthropologie behaupten eine Wissenschaft zu sein, wenn ihre Methoden der Wissensbildung aus einem literarischen Text bestehen, welcher Realität als „von einer Person empfangen“ präsentieren? Clifford positioniert Ethnographie als Fiktion und partielle Wahrheit, die jedoch nicht „nur“ Literatur ist. Obwohl Fiktion „partielle Wahrheit“ ist, ist es nicht dasselbe wie “relative Wahrheit”. Indem sich Writing Culture bemüht, die Unterscheidung zwischen „partieller“ und „relativer“ Wahrheit zu bekräftigen, deckt es auf wie tiefsitzend die Ängste der Anthropologie bezüglich kulturellem Relativismus bestehen bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretischer Hintergrund: Einführung in die Thematik der literarischen Reflexion in den Sozialwissenschaften und die Auflösung der starren Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst.

2. James Clifford: Partial Truths: Analyse der von Clifford identifizierten Faktoren, die ethnographisches Schreiben beeinflussen, insbesondere im Kontext von Macht und Geschichte.

3. Die Krise der Anthropologie und die Frage der Repräsentation: Erörterung des Spannungsfeldes zwischen dem Anspruch auf wissenschaftliche Objektivität und der Erkenntnis, dass ethnographische Daten literarisch konstruiert sind.

4. Teilnehmende Beobachtung und selbstreflexive Schreibweise: Betrachtung der historischen Entwicklung hin zur selbstreflexiven Ethnographie und der Bedeutung der "Vielstimmigkeit".

5. Ruth Behar: The Talking Serpent: Vorstellung des Werkes von Ruth Behar und die Anwendung ihrer feministisch geprägten Perspektive auf ethnographische Prozesse.

6. Machtgefüge und narrative Verantwortung: Untersuchung der ethischen Herausforderungen bei der Niederschrift fremder Lebensgeschichten und der impliziten Machtverhältnisse.

7. Fazit: Ethnographie als Schreibprozess: Zusammenfassende Erkenntnis, dass jede ethnographische Arbeit eine subjektive Abstraktion darstellt, die untrennbar mit dem Akt des Schreibens verbunden ist.

Schlüsselwörter

Ethnographie, Writing Culture, Partielle Wahrheit, Fiktion, Anthropologie, Machtbeziehungen, Selbstreflexivität, Repräsentation, Narrative, Postmoderne, Kultur, Feldarbeit, Subjektivität, Objektivität, Literarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des ethnographischen Schreibens anhand der Texte von James Clifford und Ruth Behar und hinterfragt den Objektivitätsanspruch der Anthropologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Konstruktion ethnographischer Texte, die Rolle von Macht und Geschichte sowie die ethischen Dimensionen der Repräsentation anderer Kulturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Leseprozess und die Erstellung von Ethnographien kritisch zu beleuchten und das Konzept der "partiellen Wahrheit" als notwendige Konsequenz wissenschaftlichen Schreibens zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textanalytische und komparative Methode an, um die theoretischen Aussagen der Autoren auf ihre Implikationen für die anthropologische Praxis zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird analysiert, wie Clifford und Behar die Krise der Repräsentation diskutieren und wie die "Vielstimmigkeit" sowie die selbstreflexive Schreibweise als Lösungsansätze dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ethnographie, partielle Wahrheit, Machtgefüge, Repräsentation, Selbstreflexivität und literarische Konstruktion charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst die "Krise der Anthropologie" die Arbeit?

Sie bildet den Ausgangspunkt der Argumentation, da sie die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Anspruch und der literarischen Beschaffenheit ethnograhischer Texte thematisiert.

Warum spielt das Konzept der "partiellen Wahrheit" eine so große Rolle?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum absolute Objektivität in der Ethnographie unmöglich ist und warum jede Darstellung notwendigerweise ein selektiver und subjektiver Akt bleibt.

Wie verknüpft die Arbeit Clifford und Behar?

Die Arbeit nutzt Cliffords abstrakte Theorie zur ethnographischen "Fiktion" und setzt sie in Bezug zu Behars konkreter, feministisch motivierter Erfahrung des "Datensammelns" bei ihrer Forschung.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Ethnographen notwendigerweise auch Schriftsteller sind und dass wissenschaftliche Ergebnisse immer einen zeitlichen, politischen und subjektiven Akt darstellen.

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Details

Title
Textvergleich Clifford, James "Writing Culture“ " ./. Behar, Ruth "Translated Woman"
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Katharina Eder (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V172597
ISBN (eBook)
9783640925803
Language
German
Tags
textvergleich clifford james writing culture“ behar ruth translated woman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Eder (Author), 2008, Textvergleich Clifford, James "Writing Culture“ " ./. Behar, Ruth "Translated Woman", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172597
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