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Frauwerdung bei den Aborigines

Mit besonderer Berücksichtigung der Initiationsorte

Title: Frauwerdung bei den Aborigines

Seminar Paper , 2008 , 9 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Eder (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Der Weg des jungen Aborigines-Mädchen zur erwachsenen Frau wird bei den Aborigines Australiens markiert durch die Initiation. Leider wissen wir heute viel zu wenig über dieses nicht so stark ausgeprägte und ritualisierte Phänomen, das auch oft unter der Rubrik „Pubertätsriten“ zusammengefasst wurde. Dies liegt unter anderem an dem früher eher einseitigen Intersee der Wissenschaft, deren männliche Vertreter sich in erster Linie für die spektakuläreren und offensichtlich etappenreicheren Initiationszeremonien der Aborigines-Jungen interessierten. Auch war die Initiation der Mädchen oft kein gemeinschaftliches, öffentliches Ereignis, zu dem Scharen von Besuchern herbeiströmten. Eher hatte es einen privaten Charakter, der die Teilnahme von Männern nicht vorsah.
Hinzu kommt, dass die Initiation der Mädchen im Zuge des Kulturkontakts und des oft dramatischen Verfalls der kulturellen Identität schneller in Vergessenheit geriet und nicht mehr so oft praktiziert wurde wie die Initiation der Jungen. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch, dass der Informations- und Wissensfluss unter den Aborigines-Frauen oftmals eher in informellen Bahnen und weniger in stark ritualisierten, festgelegten Zeremonien erfolgte.

Aus den oben erwähnten Gründen ist die Quellenlage zum Thema der Mädcheninitiation sehr dürftig. Nur einige wenige Forscher trugen oft nur bruchstückhaftes Material zusammen. Bemerkenswerte Ausnahmen sind Phyllis Kaberry und Geza Roheim, die sich um eine umfassende Erforschung des eigenständigen Zeremoniallebens der Frauen bemühten, wenn auch, im Falls Roheims, nicht mit ganz ideologiefreiem Hintergrund.

Es ist schwierig ganz allgemein über „Frauwerdung“ bei den Aborigines zu sprechen, da die Initiationsrituale von den einzelnen Aborigines-Gruppen Australiens jeweils anders ausgestaltet wurden, unterschiedliche Phasen umfassten oder zu verschiedenen Zeiten im Leben der Initianden einsetzten.

Dennoch werde ich versuchen, die wesentlichen Charakteristika der Mädcheninitiation, besondere Aspekte der Kukatja in Westaustralien, sowie Erläuterungen speziell zu den Initiationsorten zusammenzufassen, um ein allgemeines, repräsentatives Bild zu vermitteln. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die konkreten Initiationsabläufe im Einzelfall von den genannten Grundformen abweichen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung:

2. Initiation

2.1. Charakter der Initiation:

2.2. Inhalte und Methoden:

3. Die Kukatja:

4. Initiationsorte: Die Bora-Ringe

5. Schluss:

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Initiationsriten von Mädchen bei den Aborigines in Australien. Ziel ist es, trotz einer schwierigen und lückenhaften Quellenlage ein repräsentatives Bild der „Frauwerdung“ zu vermitteln, dabei Besonderheiten einzelner Gruppen wie der Kukatja hervorzuheben und die Bedeutung spezieller Initiationsorte zu erläutern.

  • Charakteristika und Abläufe der Mädcheninitiation
  • Soziale und religiöse Wissensvermittlung an junge Frauen
  • Die Rolle der Kukatja und ihrer Mythen
  • Bedeutung und Symbolik der Bora-Ringe
  • Einfluss des Kulturkontakts auf die Traditionen

Auszug aus dem Buch

2.1. Charakter der Initiation:

Initiation gilt als das wichtigste Ritual der Aborigines. Das Kind wird dabei zum Erwachsenen. Es hat sich mehreren Tests zu unterziehen die sehr viel Kraft und Mut verlangen. Nach der Initiation ist der „neue“ Erwachsene befähigt sich alle anderen Zeremonien der Aborigines anzusehen, während er als Kind daran nur minimal beteiligt ist.

Die Initiationszeremonien bei den Aborigines Australiens lagen zum einen darin begründet, dass religiöse Zusammenhänge nur den eingeweihten, erwachsenen Personen der Gesellschaft zugänglich gemacht werden durften. Alle noch nicht initiierten und damit uneingeweihten Mitglieder wie eben heranwachsenden Mädchen wurden lediglich der rein profanen Welt zugerechnet. Die vollen Rechte innerhalb der Gemeinschaft, zum Beispiel die Berechtigung, sich zu verheiraten oder innerhalb der Gruppe an wichtigen Entscheidungsfindungen beteiligt zu sein, wurden erst nach und nach in den mehrstufigen Initiationszeremonien verliehen. Es wurden hierbei also religiöse Erziehung und allgemeine Sozialisation in der menschlichen Gesellschaft verbunden.

Die Initianden drangen bei den Initiationsriten immer tiefer in die Geheimnisse der Traumzeit ein, bis sie dieses gedankliche und religiöse Universum voll und ganz erfasst hatten. Vor diesem Hintergrund handelten sie von diesem Zeitpunkt an als vollwertige und verantwortliche Mitglieder der (religiösen) Gemeinschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten der Quellenlage bei der Erforschung von Mädcheninitiationen und skizziert das Vorgehen der Arbeit.

2. Initiation: Dieses Kapitel erläutert den allgemeinen Charakter von Initiationsriten sowie deren dreistufige Struktur, methodische Inhalte und die Wissensvermittlung an Mädchen.

3. Die Kukatja: Der Abschnitt konzentriert sich auf die spezifischen Mythen und Liederzyklen der Kukatja-Frauen in Westaustralien im Kontext ihrer Verwandlung.

4. Initiationsorte: Die Bora-Ringe: Hier wird die Bedeutung der Bora-Plätze und -Ringe als Orte ritueller Versammlungen und ihre symbolische Verknüpfung mit der Schöpfungsgeschichte beschrieben.

5. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass traditionelle Initiationsriten heutzutage weitgehend nicht mehr praktiziert werden, betont aber die kulturelle Bedeutung des Bewahrens dieses Wissens.

Schlüsselwörter

Aborigines, Initiation, Frauwerdung, Mädcheninitiation, Traumzeit, Kukatja, Bora-Ringe, Ahnen, Übergangsriten, Menarche, Kulturkontakt, Sozialisation, Tjipar-Liederzyklus, Rituale, Wissensvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den traditionellen Initiationsriten bei den Aborigines-Mädchen in Australien und deren Bedeutung für den Übergang vom Kind zum Erwachsenen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Charakter der Rituale, der sozialen Einbindung durch ältere Frauen, spezifischen Fallbeispielen wie den Kukatja und der Funktion heiliger Orte wie den Bora-Ringen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, trotz der knappen Quellenlage einen Überblick über die Mädcheninitiation zu geben und die wesentlichen Charakteristika dieser heute kaum noch praktizierten Riten zusammenzufassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, da die Quellenlage zur Mädcheninitiation historisch bedingt sehr dürftig ist und oft nur bruchstückhafte Informationen vorliegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Initiationsriten, die Praxis der Wissensvermittlung, regionale Besonderheiten bei den Kukatja sowie eine architektonische und spirituelle Beschreibung der Bora-Ringe.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Initiation, Traumzeit, Bora-Ringe, Übergangsriten, Geschlechterrollen und kulturelle Identität charakterisiert.

Warum wissen wir laut der Autorin so wenig über die Mädcheninitiation?

Die Autorin führt dies auf ein früheres einseitiges Interesse der Wissenschaft zurück, die sich primär auf die spektakuläreren Jungeninitiationen konzentrierte, sowie auf den eher privaten, nicht-öffentlichen Charakter der Mädchenzeremonien.

Welche Funktion erfüllen die Bora-Ringe bei Initiationsfeiern?

Sie dienen als heilige Versammlungsorte, deren räumliche Anordnung und symbolische Gestaltung den Lebenszyklus sowie die Verbindung zwischen Mensch, Natur und den Schöpferwesen der Traumzeit versinnbildlichen.

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Details

Title
Frauwerdung bei den Aborigines
Subtitle
Mit besonderer Berücksichtigung der Initiationsorte
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Katharina Eder (Author)
Publication Year
2008
Pages
9
Catalog Number
V172599
ISBN (eBook)
9783640925964
ISBN (Book)
9783640925902
Language
German
Tags
frauwerdung aborigines berücksichtigung initiationsorte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Eder (Author), 2008, Frauwerdung bei den Aborigines, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172599
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