Blogs als politische Erzählform

Wirklichkeits- und Gruppenkonstitution am Beispiel von 'Politically Incorrect'


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
34 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Blog

3 Methodik
3.1 Auswahl der Blogbeitrage
3.2 Merkmale des IKommentarbereichs

4 Blogbeitrage
4.1 Autorennennung
4.2 Tagging

5 IKommentar-Bereich

6 Geschichten vom Bosen — Ausgewahlte Diskursformationen
6.1 Das Fuhrer-Motiv: Erdogan als das personifizierte Bose
6.2 Das Eroberer-Motiv: Die IKolonialisierung Deutschlands
6.3 Das Turkenmotiv: Der ewige Turke
6.4 Das Islam-Motiv: Der Islam als Hindernis auf dem Wege zum Menschsein

7 Schluss

8 Bibliographie
8.1 Quellentexte
8.2 Sekundarliteratur

1 Einleitung

Web-Logs oder kurz Blogs haben sich in den vergangenen 10 Jahren zu einer wichtigen Form schriftlicher Kommunikation entwickelt. Sie erlauben den vergleichsweise problemlosen Zugang zu journalistischen Publikationsformen und einige Weblogs haben dadurch einen groBen Rezipientenkreis erlangt. Blogs wie „Huffington Post“ sind zu regelrechten Online-Zeitschriften avanciert, wahrend andere wie „TechCrunch“ in Fachkreisen groBere Relevanz erlangt haben. Blogs tragen durch ihre groBe Verbreitung zu Meinungsbildung bei und sie tun das, indem sie wie andere Medien auch Narrative erzeugen.

Anhand des politischen Weblogs politically Incorrect“ wird in der vorliegenden Arbeit skizziert, wie sich einzelne Bausteine eines Blogs zueinander verhalten, wie Narrative erzeugt werden und welchen Anteil die jeweiligen Komponenten des Blogs an diesen Narrativen haben.

Mangels verfugbarer Literatur zu Blogs als politischen Medien orientiert sich die Arbeit lose an Kreiswirths Definition von Narrativen als „tellings of happenings“ und der Funktion als Representational and/or explanatory vehicle^[1] Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, welche „happenings“ in den untersuchten Texten erzahlt werden, welche Reprasentation der Wirklichkeit benutzt und wie sie gegebenenfalls zur Welterklarung benutzt werden.

Blogs als Medium oder Genre unterscheiden sich von anderen schriftlichen Medien in ihrer Interaktivitat. Historisch durchgesetzt hat sich die Moglichkeit, dass Leser Blogbeitrage kommentieren konnen. Haufig kann dies ad hoc geschehen, verbreitet ist auch die Variante, sich mit Benutzernamen einzuloggen. In jedem Fall sind die Hurden, einen Kommentar zu einem Text abzugeben, gering. Daher liegt ein besonderes Augenmerk der vorliegenden Untersuchung auf der Funktion des Kommentarbereichs. Fur das Blog Politically Incorrect“ gehen Forscher sogar davon aus, dass der Kommentarbereich das „propagandistische Herzstuck“ der gesamten Plattform ist.[2] Zur Untersuchung wurden thematisch zusammengehorige Blogeintrage ausgewahlt und mitsamt den jeweiligen Kommentarbereichen einer qualitativen und quantitativen Untersuchung unterzogen. Nach einer kurzen Einfuhrung in das Blog und die Verortung seines Umfeldes im ersten Abschnitt wird die verwendete Methode zur Konzeptionalisierung der Blogkomponenten und der Quantifizierung der Beitrage im zweiten Abschnitt dargestellt. Der dritte Abschnitt zeigt schlieBlich prominente Motiv aus dem Kommentarbereich und deren Reflexion in den Blogbeitragen.

Zur Zitierweise einige Anmerkungen: Die Blogbeitrage, die fur die vorliegende Arbeit Untersuchungsgegenstand im Sinne von Quellentexten waren, sind in der Bibliographie (Abschnitt 8.1 Quellentexte) mit Autoren und Datum vermerkt. In den FuBnoten ist lediglich der Link zum Beitrag angegeben. Dabei bezieht sich der bloBe Link immer auf den jeweiligen Blogbeitrag. Kommentare sind uber den Link des Blogbeitrags und die fortlaufende Kommentarnummer referenziert. Zitierte Kommentare sind, sofern nicht anders angegeben, immer unredigiert zitiert, dies betrifft insbesondere Orthographie, Typographie und Schriftauszeichnung. Auf die Kennzeichnung der zahlreichen Fehler via [sic] wird explizit verzichtet.

2 Das Blog

Das Blog politically Incorrect“ beziehungsweise. „PI-News“ (PI) wurde 2004 gegrundet. Es zahlt zum geistigen Zentrum der antiislamischen Szene im deutschsprachigen Raum.[3] Die Verbindung des Blogs zu anderen islamfeindlichen Gruppierungen wird durch die zahlreichen Werbebanner links und rechts der Texte auch visuell deutlich gemacht, in denen beispielsweise ein Videomitschnitt des Geert-Wilders- Auftritts in Berlin, die Wahlervereinigung „Burger in Wut“ oder die „Burgerbewegung Pax Europa“ beworben werden.

Engelmann et. al. beschreiben die islamophobe Sphare als zentrische Struktur, „in deren Mittelpunkt sich das hochfrequentierte, von einem kollaborativen Netzwerk zahlreicher Unterstutzer-Blogs eingerahmte Webjournal PI-News befindet“.[4] Ihrer Ansicht nach handelt es sich bei Politically Incorrect um einen „zentralen Akteur der islamophoben Szene“.[5]

Edathy und Sommer verorten das Blog in der „neuen radikalen Rechten“, die sich durch die Verbindung einer „rechtautoritaren und zuwanderungsaversiven Haltung mit marktradikalen, anti- etatistischen Positioned auszeichnet und sich vom Neo-Nazismus dadurch unterscheidet, dass keine ideologische Nahe zum historischen Nationalsozialismus besteht oder jedenfalls nicht durch Symbole nach auBen kenntlich gemacht wird.[6]

Unter den zahlreichen Teasern auf der Seite befand sich bis Mitte April weit oben eine Variante des bekannten SVP-Wahlplakates, auf dem drei weiBe Schafe ein schwarzes Schaf per FuBtritt von der schweizerischen, beziehungsweise bei der PI-Variante von der deutschen, Flagge befordern. Weitere Banner werben mit „Warum Sarrazin gewinnt“ und fur rechtspopulistische Gruppen wie die „Burgerbewegung Pax Europa“ oder „Burger in Wut“.

Um sich vom traditionellen rechtsextremen Spektrum abzugrenzen, betont PI-News Positionen wie „Proamerikanisch“, „Proisraelisch“ und „Fur Grundgesetz und Menschenrechte“ im Kopf der Seite. Einige Medienaufmerksamkeit erregte das Blog 2008, als es ein Werbebanner der radikalen „Jewish Task Force“ auf der Seite platzierte.[7] In diesem Sinne weist Yasemin Shooman darauf hin, dass PI- News nicht als fremdenfeindlich im herkommlichen Sinne gelten konne, da Migranten nicht pauschal abgelehnt werden, sondern nur bestimmte Gruppen.[8]

Die Autoren schreiben groBtenteils anonym oder pseudonym und die Beitrage rekurrieren entweder auf Berichte anderer Medien[9] oder haben die Form von Kommentar- bzw. Meinungsbeitragen.

Mit dem Umzug des Blogs auf auslandische Hoster um das Jahr 2008 oder fruher[10] ist das Blog dem juristischen Zugriff aus Deutschland de facto entzogen. Trotz Nutzung eines Registrars in Hongkong lasst sich aus den Whois-Daten zur Domain schlieBen, dass die Website von dem in der Turkei und Nordzypern ansassigen Unternehmen MediaOn gehostet wird.[11] Besondere Ironie liegt sicherlich darin, dass der Hoster des islamophoben Blogs die Besucher seiner Website mit der arabisch-islamischen Formel „as-salamu ' alaikum“ begruBt.[12]

Es gibt mittlerweile uber 50 regionale Gruppen, die sich selbst als „PI-Gruppe“ bezeichnen und die nach auBen aktiv werden, beispielsweise durch Demonstrationen, Infoveranstaltungen oder das „Sprengen“ von als pro-muslimisch angesehenen Veranstaltungen.[13]

3 Methodik

In den folgenden Abschnitten werden die Auswahl und einige Merkmale des Untersuchungsgegenstandes besprochen. Relevant ist zunachst die Unterscheidung zwischen Blogbeitragen, also den jeweiligen Blogposts und den zugehorigen Kommentaren. Konzeptionell werden der jeweilige Blogbeitrag und der zugehorige Kommentarbereich zu einem Blogpost als jeweils eine erzahlerische Entitat gefasst. Die grundsatzliche Moglichkeit, von „Kommentatoren“ im Sinne eines kollektiven Erzahlers zu sprechen wird im Abschnitt 3.2 dargestellt. Abschnitt 5 befasst sich noch einmal detailliert mit den Bedingungen fur eine solche Konzeption und warum sie in diesem Fall vorgenommen werden kann.

3.1 Auswahl der Blogbeitrage

Um eine qualitative Auswertung vornehmen zu konnen, wurden die zu untersuchenden Blogbeitrage thematisch vorgefiltert, so dass die hier vorgestellten Ergebnisse als Momentaufnahme zu einem bestimmten Thema, namlich dem Besuch des turkischen Ministerprasidenten Erdogan in Dusseldorf, zu sehen sind. Erdogan hatte mit seinem Besuch in Koln 2008 die Integrationsdiskussion neu angefacht, indem er behauptete, Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Erdogan forderte die Zuwanderer[14] aus der Turkei auf, ihre „turkische“ Identitat zu bewahren. Am 27. Februar 2011 kam Erdogan erneut nach Deutschland und hielt auf Einladung turkischer Vereine im Dusseldorfer ISS Dome eine Rede, bevor er in Hannover mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Cebit eroffnete.

Fur die Untersuchung wurden alle Blogbeitrage herangezogen, die sich von der ersten Erwahnung des Auftritts Erdogans (17. Februar 2011) bis eine Woche nach dem Auftritt (bis 06. Marz 2011) auf ebendiesen Auftritt beziehen. Dabei ist es unerheblich, ob eine konkrete inhaltliche Auseinandersetzung stattfand oder nur der Besuch als Tatsache erwahnt wurde. Auf diese Weise wurden 14 Blogeintrage ermittelt, die ausgewertet wurden.

Der groBte Teil davon setzt sich mit der Vorbereitung des Besuchs in Dusseldorf, der Berichterstattung dazu, der von Erdogan gehaltenen Rede und den Reaktionen darauf auseinander. Insgesamt 3 Beitrage streifen den Termin in Dusseldorf nur am Rande. Es handelt sich dabei um einen Bericht uber die Anfeindungen gegen einen turkischstammigen FuBballspieler, die Meldung vom Tode Necmettin Erbakans und ein Beitrag uber ein Grundungstreffen der Partei „Die FreiheitA Aus den verbleibenden 10 Beitragen ist der chronologisch zweite hervorzuheben, der nur aus einem Bild besteht, wahrend alle anderen Beitrage Textbeitrage kombiniert mit einem Bild sind.

Nicht berucksichtigt wurde ein Text von Ralph Giordano, der in den Blog ubernommen wurde und den Eindruck eines Gastbeitrages erweckte, tatsachlich aber lediglich eine Kopie eines Artikels des Hamburger Abendblattes ist.

Da die im Blog veroffentlichten Beitrage letztlich einer redaktionellen Kontrolle durch die Blogbetreiber unterliegen, lasst sich methodisch annehmen, dass die jeweiligen Blogbeitrage an sich als „der Blog“ zu verstehen sind.

Alle 14 Beitrage wurden einer qualitativen und quantitativen Auswertung unterzogen. Die quantitative Analyse umfasste die Anzahl der Kommentare, das Tagging und den Umfang der Beitrage. Fur jeden Beitrag wurde die Anzahl der Worter ermittelt. Die Zahl setzt sich aus dem gesamten Beitrag inklusive Zitate sowie exklusive Uberschriften, Autorennennung, Quellenangabe und Tagging zusammen.

3.2 Merkmale des Kommentarbereichs

Der Kommentarbereich zu jedem Blogbeitrag ist 24 Stunden aktiv und wird dann fur neue Beitrage geschlossen. Dies erlaubt eine einfache quantitative Vergleichbarkeit der Kommentarbereiche der einzelnen Blogbeitrage. Die Anzahl der Wortmeldungen in dem 24-Stunden-Fenster kann als Indikator fur das Interesse an dem Beitrag an sich gelten.

Obwohl nach Ablauf der 24 Stunden keine Kommentare mehr erganzt werden konnen, ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Kommentare durch redaktionelle Eingriffe verringern kann. PI fuhrt eine sieben Punkte umfassende Policy, die die Moderation des Kommentarbereichs beschreibt. Die Policy ist allgemein gehalten, unter Vorbehalt stehen insbesondere beleidigende und ehrverletzende Kommentare, ebenso solche, die „ubertrieben polemisch“ (Punkt 2) sind, zur Sabotage gegen das Blog aufrufen oder mit dem Blogbeitrag nichts zu tun haben (so genannte Off-Topic-Beitrage, abgekurzt OT). Die Auflistung scheint eher den Charakter einer Kann-Bestimmung zu haben. Unsachliche, vulgare und ehrverletzende Kommentare finden sich in groBer Zahl, ebenso Kommentare, die mit dem jeweiligen Blogbeitrag nichts zu tun haben, diese sind oft auch explizit mit „OT“ gekennzeichnet. Das Kommentare geloscht werden ist jedoch offenbar — erkennbar meist daran, dass bei Bezugen von nachfolgenden Kommentatoren auf vorangehende der Verfasser nicht mehr mit der laufenden Nummer ubereinstimmt So beziehen sich die meisten Kommentatoren meist mit Angabe der Kommentar-Nummer und dem Verfasser-Pseudonym aufeinander. Wurden Kommentare geloscht, so steht unter der Kommentarnummer des geloschten Kommentars spater ein anderer Kommentar eines anderen Verfassers. Gelegentlich sind in den Kommentaren Fragmente geloschter Kommentare zu finden, als Zitate und Bezugnahmen eingefasst. Die Moderation scheint ebenfalls verschiedene Stufen der Unkenntlichmachung von Kommentaren zu kennen. So finden sich ebenfalls Eintrage, die noch sichtbar sind, deren Inhalt allerdings durch den Text „geloscht“ ersetzt wurde und auch die Zitationen durch andere Kommentatoren werden gelegentlich entfernt. Bemerkenswert ist dabei, dass eine Vorabkontrolle der Beitrage erfolgt, das heiBt Kommentare erst durch einen Moderator freigeschaltet werden mussen, bevor sie im Kommentarbereich veroffentlicht werden. Dennoch kommt es wiederholt vor, dass Kommentare freigeschaltet werden, die von den Betreibern unerwunschte Inhalte haben. Aufschlussreich ist hierzu eine redaktionelle Anmerkung zum emporten Kommentar eines anderen Users uber einen spater geloschten Kommentar: „PI: Wir lassen so etwas selbstverstandlich nicht stehen ! Es ist auch nicht erwunscht ! Leider haben wir viele U-Boote, die zu kontrollieren und zu zensieren leider nicht immer sekundengenau funktioniert.. .“[15] Dies deutet darauf hin, dass die Freischaltung wenigstens halbautomatisch erfolgt.

Die in den Leitlinien formulierten Einschrankungen, insbesondere Punkt 2 „Kommentare, die sich mit unsachlichem, ubertrieben polemischem, verleumderischem, ehrverletzendem oder beleidigendem Verbal-Vandalismus gegen die PI-Blogger wenden“ und Punkt 3 „Kommentare, die als eine Art von standiger Gegen-Kolumne darauf zielen, jede unserer Auffassungen reflexartig zu konterkarieren“ lassen reichlich Raum fur die Zensur kritischer Meinungen. Tatsachlich ist auffallig, dass die meisten Kommentare im Tenor dem von PI vertretenen Weltbild zustimmen. Benutzer, die sich kritisch zu plumpen Rassismen oder Generalisierungen auBern gibt es durchaus, diametral entgegengesetzte Ansichten gibt es praktisch keine.

Fur die Analyse des islamophob-rechten Spektrums ist dies aber von Vorteil, da die vorhandenen Kommentare so als reprasentatives Abbild der Meinungswelt der PI-Anhanger angesehen werden durfen. Dies erlaubt die methodische Zusammenfassung und Analyse des Kommentarbereichs als monolithische Einheit, so dass hier ein reprasentatives Bild der von den PI-Lesern verwendeten Narrative angenommen werden kann.

Des Weiteren erfordert die Software eine Benutzerregistrierung und -anmeldungen zur Nutzung der Kommentar-Funktion. Dies ermoglicht die Analyse regelmaBig aktiver Kommentatoren uber verschiedene Blogbeitrage hinweg.

4 Blogbeitrage

Fur die qualitative Analyse ist zunachst von Interesse, wer die Autoren der Blogbeitrage sind und wo sie zu verorten sind. Vorwegzunehmen ist, dass letzteres aufgrund der uberwiegend pseudonym auftretenden Verfasser kaum moglich ist. Des Weiteren ist die grobe Strukturierung der Inhalte anhand von Schlagworten Gegenstand der Untersuchung. Wie in Abschnitt 4.2. zu ersehen sein wird, ist die Verschlagwortung fur die Konstruktion von Narrativen nicht zu unterschatzen.

4.1 Autorennennung

Fur die eigentlichen Blogbeitrage wird zwischen einem PI-Beitrag und einem Gastbeitrag unterschieden. Bei PI-Beitragen handelt es sich um Texte, die von den Blogbetreibern selbst verfasst wurden, bei Gastbeitragen — wie der Name bereits andeutet — um solche, die von Dritten geschrieben wurden.

Die unter „PI" verfassten Beitrage sind in aller Regel nicht namentlich gekennzeichnet. In den untersuchten Beitragen war lediglich ein PI-Eintrag nochmal namentlich gekennzeichnet, wenn auch offensichtlich mit einem Pseudonym („Frank Furter").[16]

Bei den Gastbeitragen wird der Autor nochmals separat aufgefuhrt. Es kann sich dabei grundsatzlich um ein Pseudonym, einen abgekurzten Klarnamen oder den vollstandigen Klarnamen handeln. Unter den untersuchten Gastbeitragen befand sich lediglich ein einziger unter offensichtlichem Pseudonym verfasster Beitrag. Fur drei weitere Beitrage wurden abgekurzte Namen angegeben, das heiBt ausgeschriebener Vorname und abgekurzter Nachname. Drei Beitrage waren mit vollem Namen gekennzeichnet. Dem Pressespiegel nach zu urteilen ist den regelmaBigen Beitragern zweifellos bewusst, welchen Ruf das Blog genieBt. Insofern ist das Auftreten mit echtem Namen durchaus bemerkenswert. Der fruhere Pressesprecher der Munchner CSU, Michael Sturzenberger, zahlt zu den Gastschreibern, die regelmaBig mit ihrem vollen Namen auftreten. Sturzenberger ist in den untersuchten Beitragen ebenfalls mit einem Eintrag vertreten.

Seit Marz 2011 bietet das Blog fur Gastbeitrage ebenfalls eine Art Kurzvorstellung von Gastschreibern am Ende ihres Beitrags. Dort konnen die Autoren eine kurze Vita angeben. In den gesichteten Beitragen bis 18. Marz machte von dieser Moglichkeit neben Aaron Konig[17] lediglich ein Verlagsmitarbeiter aus Freising Gebrauch.

[...]


[1] Martin Kreiswirth: Merely Telling Stories? Narrative and Knowledge in the Human Sciences, in: Poetics Today 21:2, 2000, S. 293-318, S. 294f.

[2] Bernd Kastner: Munchner Islamkritiker: Der Feind steht fest, in: Suddeutsche Zeitung Nr. 50 vom 02. Marz 2011, Seite R4.

[3] Sabine Schiffer: Grenzenloser Hass im Internet. Wie „islamkritische“ Aktivisten in Weblogs argumentieren. In: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen., Wiesbaden: 2009. S. 341— 362, S. 343.

[4] Kerstin Engelmann et al.: Muslimische Weblogs: Der Islam im deutschsprachigen Internet, Berlin: 2010, S. 163.

[5] Ibid., S. 135, FuBnote 60.

[6] Sebastian Edathy, Bernd Sommer: Die zwei Gesichter des Rechtsextremismus in Deutschland — Themen, Machtpotentiale und Mobilisierungsressourcen der extremen Rechten. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten. Hintergrunde — Analysen — Antworten, Wiesbaden: 2009, S. 45-57, S. 45.

[7] Yassin Musharbash: Demagogie im Netz. Allianz der Islamophoben in: Spiegel Online vom 30.Mai 2008, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,556292,00.html

[8] Vgl. Yasemin Shooman: Islamophobic and proud of it, In: Diwan Nr. 7/2009, S. 39-41.

[9] Vgl. Schiffer: Grenzenloser Hass, S. 355.

[10] Vgl. Musharbash: Allianz der Islamophoben

[11] Die Whois-Abfrage gibt unter anderem folgende Informationen zuruck: Registration Service Provided By: karaboga Net Group; Contact: sales@mediaon.org: Visit: www.karaboga.NET

[12] http://mediaon.com/

[13] Vgl. Johannes Boie: Besuch von der anti-islamischen IKampftruppe, sueddeutsche.de vom 11. Marz 2010, verfugbar unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/islamfeindlichkeit-besuch-von-der-anti-islamischen-kampftruppe-1.13644

[14] Das Wort ist hier generisch zu verstehen, und schlieBt Folgegenerationen, die in Deutschland geboren wurden und Deutsche mit Migrationshintergrund ein. Eine Diskussion uber die Sinnhaftigkeit solcher Bezeichnung wird an dieser Stelle nicht vorgenommen, vor dem Gesamthintergrund der Arbeit ist die Feststellung jedoch bedeutsam.

[15] http://www.pi-news.net/2011/02/pro-nrw-plant-herzlichen-empfang-fuer-erdogan/, Kommentar Nr. 106.

[16] http://www.pi-news.net/2011/02/der-hohepunkt-der-dreistigkeit/

[17] Koenig war 2010 Vorstandsmitglied der Piratenpartei und ist Grundungsmitglied der Partei „Die Freiheit"

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Blogs als politische Erzählform
Untertitel
Wirklichkeits- und Gruppenkonstitution am Beispiel von 'Politically Incorrect'
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politikerzählungen: Narrative in der Politik
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
34
Katalognummer
V172667
ISBN (eBook)
9783640926749
ISBN (Buch)
9783640926978
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Narrative, PI-News, Politically Incorrect, Blogs, Politikerzählungen, Politische Theorie
Arbeit zitieren
Martin Kühn (Autor), 2011, Blogs als politische Erzählform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172667

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