Diese Diplomarbeit setzt sich mit der Geschichte der europäischen Nahrungsaufnahme auseinander. Besonders werden die Länder Deutschland und Frankreich betrachtet.
Deutschland und Frankreich liegen Seite an Seite in Europa und trotz einer teilweise gemeinsamen Vergangenheit gibt es große kulturelle Unterschiede. Eine andere Sprache, andere Sitten und natürlich eine andere Ess- und Trinkkultur.
Nun stellt sich die Frage, inwiefern sich im Wandel der Zeit diese Kultur verändert hat. Frankreich gilt als sehr traditionsbewusstes Land. Anglizismen waren in der Öffentlichkeit lange verpönt und sogar englische Werbeslogans wurden nur ins Französische übersetzt veröffentlicht. Man konnte jahrelang von einer Bekämpfung der Amerikanisierung sprechen. Aber welchen Einfluss haben Fast-Food-Restaurants auf die neue Generation und wie kann die Zukunft aussehen? Wird es zu einem Untergang der Ess- und Trinkkultur kommen? Welche Folgen hat die veränderte Ernährungsweise für unser Gesundheitssystem?
Zuerst wird die Historie der beiden Länder verglichen, sowie das Buch von Massimo Montanari: „Der Hunger und der Überfluss“ ausgearbeitet.
In Kapitel 2 werden statistische Zahlen und die Verzehrstudien der beiden Länder miteinander verglichen. Tendenzen und Trends werden auf diese Weise dargestellt.
Weiteres Thema ist der Einfluss des Essverhaltens auf die Gesundheit. Ziel ist es, die Gesundheitsgefahr des Übergewichtes zu verdeutlichen und Präventionspunkte anzusprechen.
Das vierte und letzte Kapitel dieser Diplomarbeit besteht aus einem praktischen Teil. Im Rahmen einer Umfrage wurden jeweils zwei Personen aus den beiden Ländern zu ihren Essgewohnheiten befragt.
Ziel ist es, die Ernährungsgewohnheiten und Unterschiede der beiden Länder zu belegen. Wie wird im Allgemeinen über die Ernährung im Wandel der Zeit gedacht? Passt man sich der „Dekultivierung“ der Ernährungsweise an?
Das Studium der Oecotrophologie stellt eine intellektuelle Auseinandersetzung rund um das Themenfeld der Ernährung dar. Diese Arbeit soll das Thema aus ökonomischer, biologischer sowie soziokultureller Sicht beleuchten und hinterfragen und auf diese Weise der Themenstellung der Oecotrophologie gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte Europas
1.1 Zeitschiene
1.2 Die Geschichte der Nahrungsaufnahme in Europa
1.2.1 Die Wende
1.2.2 Jedem das Seine
1.2.3 Europa und die Welt
1.2.4 Das Jahrhundert des Hungers
1.2.5 Die Revolution
2 Statistische Daten
2.1 Teigwaren und Getreide
2.2 Kartoffeln
2.3 Zucker
2.4 Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte
2.4.1 Fleisch
2.4.2 Fisch und Meeresfrüchte
2.5 Gemüse
2.6 Obst
2.7 Öl und Fett
2.8 Milch und Milchprodukte
2.8.1 Käse
2.9 Alkohol
2.9.1 Wein
2.10 Adipositas Zahlen
2.10.1 Ernährungssurvey
3 Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten
3.1 Übergewicht und Adipositas
3.1.1 Verbreitung
3.1.2 Ursachen, Risiken und Erklärungsansätze für Übergewicht und Adipositas
3.1.3 Begleit- und Folgeerkrankungen
3.1.4 Behandlungsmöglichkeiten
3.1.5 Schlussfolgerung
3.2 Die Kultivierung des Appetits
3.2.1 Die Entwicklung in Frankreich und England
3.2.2 Die deutsche Küche
4 Kulturelle Begegnungen im Vergleich: „Die ideale Mahlzeit“
4.1 Kurze Darstellung der beiden Städte
4.1.1 Royan
4.1.2 Fulda
4.2 Interviews Methodenbeschreibung
4.3 Auswertung und Diskussion der Ergebnisse
4.4 Interview mit einem französischem Koch
4.5 Interview mit einer französischer Diätassistentin
4.6 Kulturkritische Betrachtungsweise und Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung und den soziokulturellen Wandel der Esskultur in Deutschland und Frankreich. Ziel ist es, Einflüsse der Industrialisierung und Globalisierung auf das moderne Essverhalten sowie gesundheitliche Folgen wie Übergewicht und Adipositas wissenschaftlich zu analysieren.
- Historische Entwicklung der europäischen Esskultur vom Mittelalter bis heute.
- Vergleichende Analyse des Lebensmittelverzehrs in Deutschland und Frankreich.
- Zusammenhang zwischen Industrialisierung, Globalisierung und Essverhalten.
- Gesundheitliche Implikationen von Übergewicht und Adipositas (Prävention und Therapie).
- Empirische Untersuchung der Essgewohnheiten mittels Experteninterviews und Umfragen.
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Geschichte der Nahrungsaufnahme in Europa
Ich möchte wie in Massimo Montanaris Buch „Der Hunger und der Überfluss“ mit der Geschichte Europas im 3. Jahrhundert nach Christi Geburt beginnen. Der Zerfall des Römischen Reiches sowie die Entwicklung neuer Strukturen gaben Anlass für eine große Krise, die ganz Europa durchzog. Die Landflucht, der Verfall der Landwirtschaft sowie häufige Kriege haben das ganze Land stark geschwächt. Epidemien wie die Pest, Hungersnöte, sowie etliche Naturkatastrophen taten ihr übriges. Bis zum Ende des 6. Jahrhunderts änderte sich an dieser Situation nicht viel.
Die Nahrung bestand aus allem Essbaren, angefangen bei Wurzeln und Kräutern, jeglicher Art von Fleisch sowie aus diversen Broten. Auch Kannibalismus soll es in dieser Zeit vermehrt gegeben haben.
Das Römische Reich hatte also an Bedeutung verloren und die neue kulturelle, institutionelle sowie ökonomische Ordnung kam in Europa auf. Zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert kam es langsam zu einer neuen Kultivierung des Ackerbaus, der Landwirtschaft und der Baumzucht.
In der römisch-griechischen Kultur waren Korn, Wein und Ölbäume die wichtigsten Nahrungsquellen. Die Ernährung basierte auf Mehlbrei, Oliven, Wein und Brot und war stark vegetarisch ausgerichtet. Der Speiseplan wurde durch den Verzehr von Käse ergänzt. Das wahre Symbol der mediterranen Ernährung war jedoch das Weizenbrot. Aber auch Früchte werden in der Literatur als erstes und höchstes aller Nahrungsgüter beschrieben.
Die germanisch-keltische Kultur wurde über Jahrhunderte in den Wäldern Nord- und Mitteleuropas gepflegt. Vorrangig bestand die Nahrung aus wilder Jagdbeute, Tierzucht und gesammelten Früchten und Beeren. Das Fleisch wurde als das wichtigste Nahrungsmittel angesehen. Es symbolisierte Kraft und Stärke. Man kann auch von einem „barbarischen“ Ernährungsmodell sprechen. Wein war den so genannten Barbaren noch nicht bekannt.
Eine tiefe Kluft spaltete die römische von der barbarischen Welt. Die Wertvorstellungen, Weltbilder sowie die Wirtschaftsverhältnisse waren sehr unterschiedlich.
Zusammenfassung der Kapitel
Geschichte Europas: Überblicksartige Darstellung der historischen Entwicklung und der Geschichte der Nahrungsaufnahme von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
Statistische Daten: Detaillierte Auswertung von Verzehrstudien verschiedener Lebensmittelgruppen in Deutschland und Frankreich über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten: Analyse der soziokulturellen und gesundheitlichen Auswirkungen des modernen Konsumverhaltens, fokussiert auf Übergewicht und Adipositas.
Kulturelle Begegnungen im Vergleich: „Die ideale Mahlzeit“: Praktischer Teil mit Interviews und Umfrageauswertungen zur Definition von Mahlzeiten und Esskultur in beiden Ländern.
Schlüsselwörter
Esskultur, Europa, Deutschland, Frankreich, Nahrungsaufnahme, Industrialisierung, Ernährung, Adipositas, Übergewicht, Gesundheit, Konsumverhalten, Prävention, Geschichte, Globalisierung, Mahlzeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Geschichte und den Wandel der Esskulturen in Deutschland und Frankreich sowie deren Einfluss auf die moderne Ernährung und Gesundheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die historische Entwicklung der Nahrungsmittelversorgung, statistische Vergleiche zwischen Deutschland und Frankreich, der Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten sowie die Problematik von Adipositas.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten der beiden Länder zu belegen und zu hinterfragen, wie sich die „Dekultivierung“ der Ernährungsweise im Wandel der Zeit auf die heutige Gesellschaft auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus historischer Literaturarbeit, statistischer Analyse von Verzehrdaten sowie eine qualitative Befragung von Personen in Deutschland und Frankreich angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine statistische Datenaufarbeitung, die Untersuchung des Einflusses der Industrialisierung auf das Essverhalten sowie eine praktische Interviewstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Esskultur, Ernährung, Adipositas, Industrialisierung, Deutschland, Frankreich, Konsumverhalten und Prävention sind die maßgeblichen Begriffe.
Wie unterscheidet sich die Esskultur in Frankreich von der in Deutschland laut den Interviews?
Die Interviews zeigen, dass Mahlzeiten in Frankreich einen höheren soziokulturellen Stellenwert haben, mehr Gänge beinhalten und stärker familienorientiert sind als in Deutschland.
Welche Rolle spielen Fertigprodukte in den untersuchten Ländern?
Obwohl Fertigprodukte auch in Frankreich Einzug gehalten haben, legen die befragten traditionell orientierten Personen dort einen deutlich höheren Wert auf frische Zutaten und lehnen hochverarbeitete Convenience-Produkte häufiger ab als in den untersuchten deutschen Haushalten.
Was ist das „metabolische Gleichgewicht“ laut der Arbeit?
Es beschreibt die Balance zwischen Kalorienaufnahme und Energieverbrauch; wird diese durch Überernährung und Bewegungsmangel gestört, verschiebt sich der sogenannte Set Point nach oben, was zu Übergewicht führt.
- Citation du texte
- MSc. Public Health Nutrition, Dipl. oec. troph. Eva Theresa Weismueller (Auteur), 2004, Esskultur in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172696