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Erklärte Normalität - Diskursivierung abweichenden Verhaltens am Beispiel der Presseberichterstattung zum Amoklauf in Winnenden

Titre: Erklärte Normalität - Diskursivierung abweichenden Verhaltens am Beispiel der  Presseberichterstattung zum Amoklauf in Winnenden

Mémoire de Maîtrise , 2011 , 137 Pages , Note: 1,2

Autor:in: Robert Bachmann (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Aus der Einleitung: Sieben Jahre nach Erfurt richtet ein weiterer Jugendlicher ein Blutbad in seiner ehemaligen Schule an. Nur Monate später soll es im Bayrischen Ansbach zu einem ähnlichen Vorfall kommen. Ereignisse dieser Art evozieren ob ihrer erschreckenden Gewaltsamkeit und scheinbaren Irrationalität ein enormes öffentliches Interesse. Im Zentrum der vor allem in der medialen Berichterstattung stattfindenden Diskussion steht in erster Linie die Frage nach dem Warum einer solchen als extrem und unwirklich wahrgenommenen Tat. Der damit einsetzende Prozess gesellschaftlicher Kommunikation, so die grundlegende Annahme, dient vor allem einem – der Erklärung für jene „Heillose Tat“ [40], die allem Anschein nach einen radikalen Bruch mit jenen Grundfesten sozialer Ordnung darstellt, die unsere Gesellschaft unter dem Stichwort Normalität subsumiert.

[...]

In Anlehnung an eine Untersuchung Christoph BEYERs zum Amoklauf in Erfurt von 2004 und ihr zugrunde liegenden Überlegungen Michel FOUCAULTs und Jürgen LINKs besteht die zentrale These dieser Arbeit darin, dass Ereignisse wie der Amoklauf eines Schülers in der Öffentlichkeit stets auf Grundlage eines gesellschaftlichen Bewusstseins von Normalität und Abweichung verhandelt werden.

[...]

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die mediale Berichterstattung zum Amoklauf in Winnenden unter der von BEYER vorgegebenen Perspektive näher zu beleuchten und somit die Beschreibung von Form und Funktion jenes Diskursmusters fortzuführen. Anderseits soll hinsichtlich der vornehmlich textuellen Präsenz des Gegenstandes in der medialen Öffentlichkeit ein spezifisch sprachwissenschaftliches Interesse im Zentrum der Untersuchung stehen. Unter der Annahme, dass sich der Gegenstand der Arbeit, also das Wissen und Denken um den Amoklauf im Kontext gesellschaftlicher Normalität, vor allem über Sprache realisiert, lautet die zentrale Frage: Wie und mit welchen sprachlichen Mitteln werden der Amoklauf und seine Umstände in der Öffentlichkeit wahrgenommen und dargestellt.

[...]

In Hinsicht auf die theoretischen und methodischen Vorgaben einer solchen Analyse sollen dabei auch die Möglichkeiten und Grenzen diskurslinguistischer Verfahrensweisen im Allgemeinen sowie hier im Einzelfall diskutiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Diskursanalyse - Theorie und Methoden

1 Diskurs als Gegenstand der Linguistik

2 Diskursanalyse – gängige Verfahren

2.1 Historische Semantik

2.2 Argumentationsanalyse

2.3 CDA – Kritische Diskursanalyse

3 Linguistische Diskursanalyse – neuere Ansätze

3.1 Mediendiskurs als Rollenspiel

3.2 DIMEAN

4 Zusammenfassung

II Erklärte Sicherheiten?! Eine Prototypentheorie sozialer Ordnung (und ihre Grenzen)

1 Amoklauf – wissenschaftlicher Diskurs und öffentliche Debatte

1.1 Psychologie

1.2 Soziologie

1.3 Pädagogik

1.4 Medien- und Kommunikationswissenschaft

1.4.1 Exkurs: ‚soziale Ordnung/Kontrolle‘

1.4.2 C. Beyer: Der Erfurter Amoklauf in der Presse

2 Ein normaler Mittwoch in Winnenden – die Korpusanalyse

2.1 Wahl und Beschaffenheit des Korpus

2.2 Erfurt und Winnenden - Einführung

2.3 Fokus der Analyse

2.4 Diskursanalytische Ergebnisse

2.4.1 Fassungslosigkeit und gekehrte Straßen – Konsens der Betroffenheit

2.4.2 Aus der Gesellschaft gefallen - Der Täter

2.4.3 Balanceakt – Die Verantwortung

2.4.4 offener Diskurs

3 Zusammenfassung – Vom erklärenden zum erklärten Diskurs

III Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die mediale Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden sprachlich gestaltet ist und welche Rolle sie bei der gesellschaftlichen Konstruktion von Normalität und Abweichung spielt. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie und mit welchen sprachlichen Mitteln werden der Amoklauf und seine Umstände in der Öffentlichkeit wahrgenommen und dargestellt?

  • Analyse des medialen Diskurses als Mittel zur gesellschaftlichen Ordnungssicherung
  • Einsatz der „Diskurslinguistischen Mehr-Ebenen-Analyse“ (DIMEAN) zur Untersuchung von Pressetexten
  • Vergleich der Berichterstattung Winnenden mit dem Fall Erfurt zur Identifizierung diskursiver Muster
  • Untersuchung der Rolle von Experten und Medien bei der Konstruktion eines „normalen“ gesellschaftlichen Kollektivs

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Fassungslosigkeit und gekehrte Straßen – Konsens der Betroffenheit

BEYER stellt für den Erfurt-Diskurs zunächst fest, dass die Grundlage der im Prozess diskursiver Normalisierungspraxis vorgenommen Bestimmung von Normalität und Abweichung in der Deklarierung und Charakterisierung eines gewissen Kollektivs besteht. Einfach ausgedrückt könnte man sagen, dass die Diskursgemeinschaft, bevor sie den Diskursgegenstand und damit ihr Verhältnis sowie ihre Einstellung zu diesem verhandelt, zunächst sich selbst und ihren ganz allgemeinen Standpunkt bestimmt. Wer ist das WIR, dass diesen Diskurs führt und welche Wirkung hat der Gegenstand auf uns, der diesen Diskurs überhaupt ins Rollen gebracht hat? Weiterhin hält er fest, dass bereits hier die Definition eines Normalzustandes einsetzt, auf den im weiteren Verlauf der Gegenstand konträr bezogen wird. Schon in der Behauptung einer geschlossen Gruppe bestünde die Schaffung einer (normalen) Konsensgemeinschaft als Basis einer ausgrenzenden Bestimmung des (anomalen) Gegenstandes. Dieser Gruppe kommt dabei ein in besonders polysemer Weise einendes Bestimmungsmerkmal zu – sie ist betroffen.

Die Frage, die sich somit stellt, ist, ob auch der Winnendener Amoklauf ein solches diskursiv vermitteltes Zusammenrücken der Gesellschaft nach sich zieht. Gibt es auch hier eine solche Behauptung kollektiver Betroffenheit und wenn ja, was bedeutet eine solche im Grunde banale Feststellung im Kontext der Verhandlung eines Amoklaufs?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Amoklaufs ein und erläutert die zentrale These, dass solche Ereignisse stets auf Grundlage eines gesellschaftlichen Bewusstseins von Normalität und Abweichung verhandelt werden.

I Diskursanalyse - Theorie und Methoden: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über den Diskursbegriff, die Diskurslinguistik und stellt mit der „Diskurslinguistischen Mehr-Ebenen-Analyse“ (DIMEAN) ein methodisches Modell vor.

II Erklärte Sicherheiten?! Eine Prototypentheorie sozialer Ordnung (und ihre Grenzen): In diesem Hauptteil wird der Amoklauf in den wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet und eine Korpusanalyse der Berichterstattung zu Winnenden durchgeführt, um die diskursiven Ergebnisse und Strukturen zu beleuchten.

III Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die methodische Herangehensweise sowie die Bedeutung der Normalisierungspraxis im medialen Diskurs.

Schlüsselwörter

Amoklauf, Winnenden, Diskursanalyse, Normalität, Abweichung, Medienberichterstattung, DIMEAN, gesellschaftliche Ordnung, Konstruktion, diskursive Praxis, kollektive Identität, Normalisierung, Täterprofil, Krisenkommunikation, Betroffenheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Medien über den Amoklauf in Winnenden berichteten und wie diese Berichterstattung dazu beiträgt, gesellschaftliche Vorstellungen von Normalität und Abweichung zu bestätigen oder zu konstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die linguistische Diskursanalyse, die mediale Konstruktion von gesellschaftlicher Ordnung sowie die Analyse von Pressetexten im Kontext extremer Gewaltereignisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die mediale Berichterstattung zu Winnenden zu beleuchten und zu untersuchen, mit welchen sprachlichen Mitteln der Amoklauf und seine Umstände in der Öffentlichkeit wahrgenommen und dargestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die linguistische Diskursanalyse und verwendet das Modell der „Diskurslinguistischen Mehr-Ebenen-Analyse“ (DIMEAN), um Korpusdaten systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst der wissenschaftliche Diskurs zum Amoklauf (Psychologie, Soziologie, Pädagogik) diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Korpusanalyse, die aufzeigt, wie die Presse das Ereignis in ein Muster der Normalisierung einbettet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Amoklauf, Winnenden, Diskursanalyse, Normalität, Abweichung und Medienberichterstattung.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung in Winnenden von der in Erfurt?

Die Arbeit zeigt, dass während in Erfurt eine klare Normalisierungsstrategie vorherrschte, in Winnenden eine stärkere diskursive Skepsis und Selbstreflexion der Medien erkennbar ist, die das Scheitern einfacher Erklärungsmodelle thematisiert.

Warum spielt die Rolle der Experten eine zentrale Rolle?

Experten fungieren als sogenannte „Ideology Brokers“, deren Deutungsangebote dazu dienen, das unerklärliche Ereignis des Amoklaufs in den bestehenden gesellschaftlichen Wissensrahmen zu integrieren und das Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft zu bedienen.

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Résumé des informations

Titre
Erklärte Normalität - Diskursivierung abweichenden Verhaltens am Beispiel der Presseberichterstattung zum Amoklauf in Winnenden
Université
Martin Luther University  (Germanistik)
Cours
Diskurslinguistik - Germanistische Sprachwissenschaft
Note
1,2
Auteur
Robert Bachmann (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
137
N° de catalogue
V172708
ISBN (ebook)
9783640927517
ISBN (Livre)
9783640927333
Langue
allemand
mots-clé
Diskurs Linguistik Amoklauf Winnenden Presse Normalität Abweichung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Robert Bachmann (Auteur), 2011, Erklärte Normalität - Diskursivierung abweichenden Verhaltens am Beispiel der Presseberichterstattung zum Amoklauf in Winnenden , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172708
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Extrait de  137  pages
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