Starke und Schwache

Exegetische Ausarbeitung zu Römer Kapitel 15, die Verse 7-13


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. KAPITEL I
1.1. EINLEITUNG

2. KAPITEL II
2.1. DIACHRONISCHE AUSLEGUNG
2.1.1. Der Text Römer 15,7-13
2.1.2. Rohübersetzung.
2.1.3. Lexikalisch-grammatikalisches Textschaubild
2.1.4. Textanalyse
2.1.5. Einleitungsfragen
2.1.5.1. Verfasser
2.1.5.2. Datierung
2.1.5.3. Abfassungsort
2.1.5.4. Adressat
2.1.6. Historische Analyse
2.1.7. Quellenanalyse
2.1.8. Form und Gattungsanalyse/ Kritik
2.1.9. Religionsgeschichtliche Analyse

3. KAPITEL III
3.1 LITERARISCHE ANALYSE
3.1.1. Vers 7
3.1.2. Vers 8
3.1.3. Vers 9
3.1.4. Vers 10
3.1.5. Vers 11
3.1.6. Vers 12
3.1.7. Vers 13

4. KAPITEL IV
4.1 ÜBERSETZUNG UND SCHLUSS
4.1.1. Übersetzung
4.1.2. Schluss

BIBLIOGRAPHIE

1. Kapitel i

1.1. Einleitung

Beginnend möchte ich zu dieser Exegese, der Perikope aus Römer, Kapitel 15,7-13 einige zusammenfassende Gedanken Karl Barths zitieren:

„Christus macht die Starken zu Starken zur Ehre Gottes. Er führt sie aber auch wieder zu den Schwachen zur Ehre Gottes. Er ist der Christus Israels, der Kirche; denn sein noch so bedürftiges Zeugnis, das die Schwachen für ihn ablegen, ist ganz ohne Gegenstand, ganz ohne die ihm entsprechenden Wahrheit Gottes. Er ist der Christus der Heiden, der Christus der Welt. Gottes Erbarmen hat die Starken gefunden, da sie wahrhaftig noch Schwache waren. Wahrheit und Erbarmen, das hält Juden und Heiden, Kirche und Welt zusammen. […] Im jauchzen alle Stimmen derer entgegen, die gefunden wurden von seiner Wahrheit und von seinem Erbarmen. Er sieht das Schwache in den Starken und das Starke in den Schwachen, und er sieht mit seinen Augen wie sie alle auf den höchsten wie auf den tiefsten Stufen teilnehmen an dem seligen Geheimnis seiner Freiheit, seines Reiches.“[1]

So kann und darf vorweg zusammenfassend folgendes über diese Perikope gesagt werden. Der Messias wurde ein Knecht des jüdischen Volkes, um Gottes Wahrhaftigkeit und sein Erbarmen aufzuzeigen. Gottes Erbarmen zeigt sich darin, dass er die Verheißungen an die Erzväter gehalten hat und die Heiden dazu brachte Gott zu verherrlichen.[2] In einem Satz also, »Juden- und Heidenchristen, durch Christus zum endzeitlichen Lob Gottes vereint«.

2. Kapitel II

2.1. Diachronische Auslegung

2.1.1. Der Text Römer 15,7-13

διὸ προσλαμβάνεσθε ἀλλήλους, καθὼς καὶ ὁ Χριστὸς προσελάβετο ὑμᾶς, εἰς δόξαν τοῦ θεοῦ. λέγω γὰρ Χριστὸν διάκονον γεγενῆσθαι περιτομῆς ὑπὲρ ἀληθείας θεοῦ, εἰς τὸ βεβαιῶσαι τὰς ἐπαγγελίας τῶν πατέρων, τὰ δὲ ἔθνη ὑπὲρ ἐλέους δοξάσαι τὸν θεόν, καθὼς γέγραπται· διὰ τοῦτο ἐξομολογήσομαί σοι ἐν ἔθνεσιν, καὶ τῷ ὀνόματί σου ψαλῶ. καὶ πάλιν λέγει, εὐφράνθητε, ἔθνη, μετὰ τοῦ λαοῦ αὐτοῦ. καὶ πάλιν, αἰνεῖτε, πάντα τὰ ἔθνη, τὸν κύριον, καὶ ἐπαινεσάτωσαν αὐτὸν πάντες οἱ λαοί. καὶ πάλιν Ἠσαΐας λέγει, ἔσται ἡ ῥίζα τοῦ Ἰεσσαί, καὶ ὁ ἀνιστάμενος ἄρχειν ἐθνῶν· ἐπ' αὐτῷ ἔθνη ἐλπιοῦσιν. ὁ δὲ θεὸς τῆς ἐλπίδος πληρώσαι ὑμᾶς πάσης χαρᾶς καὶ εἰρήνης ἐν τῷ πιστεύειν, εἰς τὸ περισσεύειν ὑμᾶς ἐν τῇ ἐλπίδι ἐν δυνάμει πνεύματος ἁγίου.[3]

2.1.2. Rohübersetzung

Darum nehmt einander an so wie Christus euch angenommen hat zum Ruhme Gottes. Ich sage aber, so wie Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist, zur Wahrheit Gottes, wegen der Verheißungen zu den Vätern, das die Völker Gott rühmen wie geschrieben steht durch dich werde ich bekenne unter den Völkern und deinen Namen lobsingen. Und wieder sagt er, freut Euch ihr Völker unter dem Volk. Und wieder, lobet den Herrn alle Völker und preiset ihn alles Volk. Und wieder wie Jesaja sagt, Es wird die Wurzel Isai sein die aufsteht und herrscht über die Völker und die Völker werden hoffen. Der Gott der Hoffnung erfülle Euch aber mit Freude und Friede im Glauben, in mehr als reichlicher Hoffnung im Heiligen Geist.

2.1.3. Lexikalisch-grammatisches Textschaubild

διὸ προσλαμβάνεσθε ἀλλήλους, καθὼς καὶ ὁ Χριστὸς προσελάβετοa ὑμᾶς, εἰς δόξαν τοῦ θεοῦ. λέγω γὰρ Χριστὸν διάκονον γεγενῆσθαιb περιτομῆς ὑπὲρ ἀληθείας θεοῦ, εἰς τὸ βεβαιῶσαι τὰς ἐπαγγελίας τῶν πατέρων, τὰ δὲ ἔθνη ὑπὲρ ἐλέους δοξάσαι τὸν θεόν,

καθὼς γέγραπται

διὰ τοῦτο ἐξομολογήσομαί σοι ἐν ἔθνεσινc, καὶ τῷ ὀνόματί σου ψαλῶ.

καὶ πάλιν λέγει,

εὐφράνθητε, ἔθνη, μετὰ τοῦ λαοῦ αὐτοῦ.

καὶ πάλινd

αἰνεῖτε,

πάντα τὰ ἔθνη

τὸν κύριον, καὶ

ἐπαινεσάτωσαν αὐτὸν

πάντες οἱ λαοί.

καὶ πάλιν

Ἠσαΐας λέγει, ἔσται ἡ ῥίζα τοῦ Ἰεσσαί, καὶ ὁ ἀνιστάμενος ἄρχειν ἐθνῶν· ἐπ' αὐτῷ ἔθνη ἐλπιοῦσιν.

ὁ δὲ θεὸς τῆς ἐλπίδος eπληρώσαι ὑμᾶς

πάσης χαρᾶς καὶ εἰρήνηςee

fἐν τῷ πιστεύεινff,

gεἰς τὸ περισσεύεινgg ὑμᾶς

ἐν τῇ ἐλπίδι

ἐν δυνάμει

πνεύματος ἁγίου.

„Wir sollen uns gegenseitig aufnehmen so wie Christus uns aufgenommen hat”. Dies ist ein Vergleich und gleichzeitig eine Aufforderung, da uns durch Christus Gnade erwiesen wurde. Und warum? Alles „zum Ruhme Gottes”

Dies ist ein Zitat aus Psalm 18,50 und 2. Samuel 22,50.

Dies ist ein Zitat aus Deuteronomium 32,43.

Dies ist ein Zitat aus Psalm 117,1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dies ist ein Zitat aus Jesaja 11,10, Apostelgeschichte 5,5 und 22,16.

Dies ist eine Referenz zu Römer 14,17

2.1.4. Textanalyse

a Laut B, D*, P48/104/614/629/1506 kann an dieser Stelle die Einfügung »ημ« stehen. Diese Leseart ist nicht zu bevorzugen, da א, A, C D2, F, G, Ψ als Hauptzeugen dagegensprechen. Aufgrund dieser Quantität, Qualität und den Parallelen, entscheide ich mich hiermit gegen die Einfügung »ημ«.
b B, C, D, F, G, Ψ lesen an dieser Stelle das Verb »γεγενσθαι«. Dagegen sprechen א, A, C2, D1, 048. »γεγενῆσθαι« kommt vom Wortstamm »γίνομαι« im Perfekt passiv »γεγένημαι«. Aufgrund dessen entscheide ich mich für die Leseart »γεγενῆσθαι«.
c An dieser Stelle fügt א2 »κύριε« ein. Die LXX unterstützt diesen Gedanken. Da Paulus hier aus der LXX zitiert, sollte die Leseart mit »κύριε« sein.
d Laut B, D, F, G 1505 wird hier »λέγει« eingefügt. Die Hauptzeugen א, A, C, Ψ, 33, 1739 unterstützen die Leseart ohne »λέγει«. Dieser Leseart schließe ich mich an.
e-ee Es gibt zwei unterschiedliche Lesearten. »πληρώσαι ὑμᾶς πάσης χαρᾶς καὶ εἰρήνης« oder »πληροφορησαι ὑμᾶς έν πάση χαρᾶ καὶ εἰρήνη«. An dieser Stelle bevorzuge ich die erste Leseart.
f-ff undg-gg sind zwei Auslassungen: »ἐν τῷ πιστεύειν« und »εἰς τὸ περισσεύειν«. Beiden Auslassungen stimme ich nicht zu. Mit der Leseart der 27. Auflage des Novum Testamentum Graece bin ich allerdings stimmig (siehe 2.1.1.).

2.1.5. Einleitungsfragen

2.1.5.1. Verfasser

Paulus stellt sich selbst als Verfasser, Knecht/ Sklave Jesu Christi, berufener Apostel und Verkündiger des Evangeliums (Röm 1,1).[4] Er erwähnt nicht, dass er ein sehr gut gebildeter Pharisäer und Schriftgelehrter ist.

2.1.5.2. Datierung

Paulus stand laut Apostelgeschichte, Kapitel 18,12-17 vor dem Richterstuhl des Prokonsuls Gallion. Dieser war Stadthalter von Frühjahr 52 n. Chr. – 53 n. Chr. (oder 51/52). Rechnet man also von diesem Punkt bis zum zweiten Besuch der Korinther, so kann die Datierung des Briefes zwischen 55 n. Chr. bis höchsten 58 n. Chr. variieren, da Lukas nur ungefähre Angaben macht. Folgernd ist die Datierung Ansichtssache, muss jedoch zwischen 55 n. Chr. bis höchsten 58 n. Chr. gesetzt werden, da die Gallio- Inschrift dieses bestätigt.[5]

2.1.5.3. Abfassungsort

Paulus diktierte den Römerbrief dem Terzius (Röm 16, 22) vor seiner Abreise nach Jerusalem (Röm 15,25). Zu dieser Zeit befand er sich in der Hafenstadt Korinth am Ionischen Meer[6] bei seinem Gastgeber Gajus (Röm 16,25). Darauf schließen lässt sich, da er die Schwester Phöbe empfiehlt, welche eine Dienerin der Gemeinde in Kenchreä, ein Hafenvorort von Korinth, ist (Röm 16,1-2), der er den Brief scheinbar mit nach Rom gab.[7]

2.1.5.4. Adressat

Paulus schreibt den Brief an die Gemeinde in Rom (Röm 1,9-15). In diesen Versen stellt Paulus den Zweck des Briefes in die Mitte, nämlich den Wunsch und Absicht seines kommenden Apostelbesuches in Rom.[8] Da Paulus seine Aufgabe nahezu erfüllt hatte, die Heiden zu missionieren, ist seine Absicht die Christen in Rom für sich zu gewinnen um seine Aufgabe mit der Missionierung Spaniens vollends abzuschließen. So ist der Römerbrief ein Vorstellungsschreiben an die römischen Christen in dem die Zusammenfassung seiner ganzen Theologie enthalten ist.[9] Empfänger und Autor werden nicht bestritten[10], jedoch besteht die Möglichkeit, dass dieser Brief auch an andere Gemeinden als ein Rundbrief verschickt wurde.

[...]


[1] Karl Barth, Der Römerbrief (Zürich: Theologischer Verlag (TVZ), 1940), 510.

[2] David H. Stern, Kommentar zum Jüdischen Neuen Testament Bd. 2 Die Briefe des Gesandten Scha-ul an die messianischen Gemeinden (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 1996), 176-177.

[3] Costas Stergiou, „The Word; free software”, Übersetzung Tischendorf, Römer 15,7-13, © 2003-2010.

[4] Alle Bibelverse welche direkt zitiert werden stammen aus der Elberfelderübersetzung, ELB.

[5] Adolf Pohl, Wuppertaler Studienbibel; Der Brief des Paulus an die Römer (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1973), 22. Die Gallio- Inschrift wurde 1905 veröffentlicht, und sagt aus, das Gallion eben zu dieser Zeit das Amt des Prokonsuls innehatte.

[6] Gerhard Hörster, Bibelkunde mit Einleitung zum Neuen Testament (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1993), 182.

[7] Pohl, Der Brief des Paulus an die Römer, 22.

[8] GBS, „Exegese Römerbrief“beispielsammlung.de http://www.beispielsammlung.de/HT/Rom_Exegese_2008/1_Stunde.pdf; Internet; 10. Dezember 2009.

[9] Heiko Krimmer, Edition C Bibelkommentar, Bd. 6, Römerbrief (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 1996), 9.

[10] Hörster, Bibelkunde, 180.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Starke und Schwache
Untertitel
Exegetische Ausarbeitung zu Römer Kapitel 15, die Verse 7-13
Hochschule
Europäisches Theologisches Seminar, Freudenstadt
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V172738
ISBN (eBook)
9783640927159
ISBN (Buch)
9783640927135
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Starke und Schwache, Juden, Heiden, Völker, Nationen, Jesus Christus, Lob Gottes, Einheit, Ehre Gottes, schwach, stark, Knecht, Wahrhaftigkeit Gottes, Judenchristen, Heidenchristen
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts in Theology Gregor Dilger (Autor), 2011, Starke und Schwache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172738

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