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Bürgerbegehren in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen im Vergleich

Wirkung der kommunalen Rahmenbedingungen auf die Anwendungshäufigkeit

Título: Bürgerbegehren in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen im Vergleich

Trabajo Escrito , 2010 , 19 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christian Weber (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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Ausgangspunkt für die Fragestellung dieser politikwissenschaftlichen Arbeit ist die in den Medien häufig zitierte Politik- und Parteienverdrossenheit der Bürger. Die Ausweitung von direktdemokratischen Mitwirkungs- und Entscheidungsrechten, gerade auf kommunaler Ebene, wird hierbei in der politikwissenschaftlichen Forschung als probates Mittel gesehen, um die Partizipation der Bürger am politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess auszuweiten. Während in den ersten Jahrzehnten im repräsentativen System der Bundesrepublik direktdemokratische Elemente fast keine Rolle spielten, änderte sich dies im Verlauf der 90er Jahre schlagartig. Ausgehend von Ostdeutschland wurden die Kommunalverfas-sungen durch die flächendeckende Einführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheide und der Direktwahl des Bürgermeisters dahingehend reformiert. Diese Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf Rechte des Souveräns im Hinblick auf Sachentscheidungen und blendet die Personalentscheidungen in Form der Direktwahl des Bürgermeisters aus. Beim Vergleich der Anwendungshäufigkeit von Bürgerbegehren in den einzelnen Bundesländern wird ein markantes Gefälle deutlich. Dieses führt schließlich zur Kernfrage dieser Arbeit: Wie wirken sich die unterschiedlichen institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen der einzelnen Bundesländer auf die Anwendungshäufigkeit von Bürgerbegehren aus? Ein Vergleich der drei Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen soll dieser Frage nachgehen. Für die Eingrenzung auf diese drei Bundesländer gibt es zwei Gründe. Zum einen haben diese Länder die größten Erfahrungen beim Umgang mit diesem Instrument, zum anderen ist sowohl die Datenlage als auch die Forschungsliteratur für diese am ergiebigsten.
Die Analyse stützt sich zum einen auf die Auswertung der zu diesem Forschungsbereich erschienenen Fachliteratur und zum anderen auf die Datensammlung der „Forschungsstelle Bürgerbeteiligung und Direkte Demokratie“ an der Universität Marburg. Da es keine offiziellen Statistiken für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide gibt(in Baden-Württemberg führt das Innenministerium eine interne Statistik), stellt diese Datenbank die umfangreichste aber leider nicht vollständige Datensammlung dar. Zunächst werden die Genese und die unterschiedlichen Rahmenbedingungen vorstellt, und die wesentlichen Unterschiede herausgearbeitet. Danach findet ein Vergleich der relevanten Variablen und ihre Auswirkungen auf die Anwendungshäufigkeit statt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Regelungen im Überblick

2.1 Baden-Württemberg

2.2 Bayern

2.3 Nordrhein-Westfalen

3 Auswirkungen der institutionell-strukturellen Faktoren auf die Anwendungshäufigkeit

3.1 Gemeindestruktur

3.2 Zulässigkeit

3.2.1 Themen

3.2.2 Kostendeckung

3.2.3 Fristen

3.3 Quoren

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese politikwissenschaftliche Arbeit untersucht, wie sich unterschiedliche institutionelle und strukturelle Rahmenbedingungen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen auf die Anwendungshäufigkeit von Bürgerbegehren auswirken. Ziel ist es, die Gründe für das markante Gefälle bei der Nutzung direktdemokratischer Instrumente auf kommunaler Ebene zu analysieren.

  • Vergleich der Kommunalverfassungen und ihrer direktdemokratischen Elemente
  • Einfluss der Gemeindestruktur und Gemeindegröße auf die Partizipation
  • Analyse der Zulässigkeitsvoraussetzungen (Themenkataloge, Kostendeckung, Fristen)
  • Wirkung von Einleitungs- und Zustimmungsquoren auf das Bürgerengagement
  • Bewertung von Erfolgschancen und Hürden für Bürgerinitiativen

Auszug aus dem Buch

3.1 Gemeindestruktur

Betrachtet man zunächst die absoluten Zahlen der Anwendungshäufigkeit aufgeschlüsselt nach den bürgerinitiierten Begehren (BB) in der Datenbank der Universität Marburg (vgl. Mittendorf 2009a), ergibt sich folgendes Bild: Bayern führt deutlich mit aktuell 1602 Bürgerbegehren, oder anders ausgedrückt mit 39% aller in der Bundesrepublik eingeleiteter Verfahren, die Liste an. Gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 515 Bürgerbegehren (13%) und Baden-Württemberg mit 348 Bürgerbegehren (9%). Diese Zahlen sind allerdings nur bedingt für einen direkten Vergleich geeignet, da sie sowohl vom Anwendungszeitraum als auch von der Gemeindestruktur des jeweiligen Bundeslandes abhängen.

Bei der Relativierung der Häufigkeit auf den Anwendungszeitraum behält Bayern mit 114 Bürgerbegehren pro Jahr bei einem Anwendungszeitraum von 14 Jahren klar die Spitzenposition, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 34 Bürgerbegehren bei einem Anwendungszeitraum von 15 Jahren, und weit abgeschlagen Baden-Württemberg mit 6 Bürgerbegehren und 54 Jahren Anwendungszeitraum. Fließt allerdings nun noch die Anzahl der Gemeinden in die Berechnung mit ein ergibt sich ein anderes Bild: Bayern besteht aus 2056 Gemeinden und damit findet pro Jahr in durchschnittlich 5,5% der Gemeinden ein Bürgerbegehren statt. In Nordrhein-Westfalen mit 356 Gemeinden sind es durchschnittlich 8,6% Begehren pro Jahr und Gemeinde und in Baden-Württemberg mit 1102 Gemeinden 0,5%.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Politikverdrossenheit und die Rolle direktdemokratischer Instrumente als Mittel zur Stärkung der Bürgerpartizipation in Deutschland.

2 Regelungen im Überblick: Dieses Kapitel stellt die verfahrenstechnischen Phasen von Bürgerbegehren dar und erläutert die länderspezifischen Unterschiede in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

3 Auswirkungen der institutionell-strukturellen Faktoren auf die Anwendungshäufigkeit: Hier werden die zentralen Einflussfaktoren wie Gemeindestruktur, rechtliche Zulässigkeit und Quoren detailliert auf ihren Effekt auf die tatsächliche Nutzungshäufigkeit hin untersucht.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass insbesondere bürgerfreundliche institutionelle Regeln die Anwendungshäufigkeit maßgeblich beeinflussen.

5 Literaturverzeichnis: Dies ist das abschließende Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Daten.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Bürgerbegehren, Bürgerentscheid, Kommunalpolitik, institutionelle Rahmenbedingungen, Gemeindestruktur, Zulässigkeit, Negativkatalog, Kostendeckung, Einleitungsquorum, Zustimmungsquorum, Politische Partizipation, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der Nutzung direktdemokratischer Instrumente auf kommunaler Ebene in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Auswirkungen institutioneller Faktoren (wie Quoren und Zulässigkeitsvoraussetzungen) und struktureller Bedingungen (wie Gemeindegröße) auf die Anwendung von Bürgerbegehren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erklären, warum es ein signifikantes Gefälle in der Anwendungshäufigkeit von Bürgerbegehren zwischen den untersuchten Bundesländern gibt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Datensätze der „Forschungsstelle Bürgerbeteiligung und Direkte Demokratie“ an der Universität Marburg.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Verfahrensregeln, die verschiedenen Zulässigkeitshürden (Themenbeschränkungen, Kostendeckung, Fristen) und die Rolle von Quoren im direktdemokratischen Prozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Direkte Demokratie, Bürgerbegehren, Kommunalpolitik, Zulässigkeit und institutionelle Rahmenbedingungen.

Warum ist Bayern bei der Anwendung von Bürgerbegehren so erfolgreich?

Die Arbeit führt die Spitzenposition Bayerns vor allem auf eine bürgerfreundlichere Ausgestaltung der institutionellen Regeln und weniger restriktive Zulässigkeitsvoraussetzungen zurück.

Welchen Einfluss hat die Kostendeckungsvorschrift auf Bürgerbegehren?

Die Pflicht zu einem Kostendeckungsvorschlag, wie sie vor allem in Nordrhein-Westfalen gefordert wird, stellt eine signifikante Hürde dar und führt häufig zum Scheitern von Begehren.

Wie wirken sich hohe Quoren auf das direkte Bürgerengagement aus?

Zu hohe Zustimmungs- und Einleitungsquoren wirken demotivierend auf Initiatoren und können sogar zu einer Boykottstrategie durch Abstimmungsgegner führen.

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Detalles

Título
Bürgerbegehren in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen im Vergleich
Subtítulo
Wirkung der kommunalen Rahmenbedingungen auf die Anwendungshäufigkeit
Universidad
University of Hagen  (Politikwissenschaft)
Curso
Verwaltung und Dritter Sektor
Calificación
1,3
Autor
Christian Weber (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
19
No. de catálogo
V172836
ISBN (Ebook)
9783640928712
ISBN (Libro)
9783640928811
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bürgerbegehren Bürgerentscheid Bayern Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Weber (Autor), 2010, Bürgerbegehren in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen im Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172836
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