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Die Darstellung des literarischen Raumes in Gert Ledigs „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“

Titre: Die Darstellung des literarischen Raumes in Gert Ledigs „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 18 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Stefan Schütt (Auteur)

Lettres - Littérature comparée
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Résumé Extrait Résumé des informations

Luftkrieg und Literatur – sind die deutschen Literaten ihrer Verantwortung gerecht geworden und haben sie das Thema Luftkrieg in annehmbarer Qualität in ihren Texten verarbeitet? Diese Frage stellte W.G. Sebald in seinen „Züricher Vorlesungen“ 1997. Die Debatte um dieses Thema gewann an Brisanz nach der Veröffentlichung seiner Thesen 1999. Er führt Texte auf, deren literarische Mittel seiner Meinung nach nicht ausreichten, um den Luftkrieg adäquat darzustellen. Gleichzeitig nannte er Gründe, aufgrund derer die Versuche deutscher Schriftsteller, den Luftkrieg in der deutschen Literatur zu verarbeiten, scheitern mussten.
Volker Hage hat Texte recherchiert, die das Thema Luftkrieg mehr oder weniger gut aufgreifen (Hage 2003), darunter zwei, die den Luftkrieg und seine Folgen sehr eindrucksvoll darstellen. Das ist einerseits der Roman „Vergeltung“ von Gert Ledig (1956), andererseits die Kurzgeschichte „Billbrook“ von Wolfgang Borchert (1947/ 1948).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Der Autor

1.2 Rezeption von „Vergeltung”

2 Aktionsraum, gestimmter Raum, Anschauungsraum

3 Raumdarstellung in „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“

3.1 Raumdarstellung in Gert Ledigs „Vergeltung“ (1956)

3.2 Raumdarstellung in Borcherts „Billbrook“ (1947/ 1948)

4 Vergleich der Raumdarstellungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die literarische Darstellung des Raumes in Gert Ledigs Roman „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte „Billbrook“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Autoren den durch den Luftkrieg geprägten Raum nutzen, um das Leiden der Menschen und die psychische Verfassung der Figuren in einer zerstörten Welt darzustellen.

  • Analyse der Wahrnehmungsformen des literarischen Raums (Aktionsraum, gestimmter Raum, Anschauungsraum)
  • Untersuchung der Raumdarstellung in Ledigs „Vergeltung“ im Kontext von Kriegstrauma und moralischer Ambivalenz
  • Untersuchung der Raumdarstellung in Borcherts „Billbrook“ unter Berücksichtigung von Identitätsverlust und Zerstörung
  • Vergleichende Gegenüberstellung der vertikalen (Ledig) und horizontalen (Borchert) Raumstrukturierung
  • Betrachtung der literarischen Mittel zur Darstellung menschlichen Leids unter Extrembedingungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Raumdarstellung in Borcherts „Billbrook“ (1947/ 1948)

Die Geschichte des Fliegerfeldwebels Bill Brook aus Hopedale in Kanada beginnt auf einem Hamburger Bahnhof. Als er in der Bahnhofshalle ein Schild mit dem Namen des Hamburger Stadtteils erblickt, der genauso heißt, wie er selbst, ist er überrascht, fast erschrocken. Er erzählt seinen Kameraden davon, die ihn zwar auslachen, aber er ist auch ein wenig stolz und möchte den Stadtteil besuchen: „'Will mal einen kleinen Gang in meinen Stadtteil machen.' […] Dann trat er mit seiner großartigen Laune und mit seinem Stolz vor die Tür“ (Borchert 1949, S. 103).

Zunächst marschiert er mit seiner „großartigen Laune“ Richtung Billbrook. Dann jedoch kommt er an eine Grenze. Es ist eine Grenze, die den Übergang vom lebendigen Hamburg, das zwar „ein bisschen ramponiert, ein wenig wackelig und zerklirrt“ (B 104), aber von Menschen bevölkert ist, zu den durch die Luftangriffe weitgehend zerstörten Teilen der Stadt. Diese Grenze befindet sich an einer Kreuzung.

Für Lotman wird die Grenze „[…] zum wichtigsten topologischen Merkmal […]. Sie teilt den Raum in zwei disjunkte Teilräume“ (Lotman 1993, S. 327). Topologisch gesehen bestehen diese beiden Teilräume zwischen dem belebten Hamburg und dem unbelebten, von Menschen entvölkerten Teil der Stadt. Semantisch steht dieser Gegensatz für Leben versus Tod, aber auch für Naivität versus Desillusion.

Nach Überschreiten der Grenze zwischen Leben und Tod ändert sich auch die Gefühlslage des Fliegerfeldwebels: „Er atmete das gute Goldgrau eines Hamburger Sommertages.“ (B 104) Das langsam weniger werdende Leben in den Straßen bewirkt, dass er keinen Stolz mehr fühlt. „Aber er fand seinen verlorenen voreiligen Stolz nicht und seine übermütige Laune nicht wieder. Verloren, zerkrümelt, tot.“ (B 106)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der literarischen Verarbeitung des Luftkriegs in Deutschland und führt die beiden Vergleichstexte sowie deren Kontext ein.

1.1 Der Autor: Dieses Kapitel skizziert kurz den Lebenslauf von Gert Ledig, um das Verständnis für seine Biografie und deren Einfluss auf sein Werk zu erleichtern.

1.2 Rezeption von „Vergeltung”: Der Abschnitt untersucht die Gründe für die überwiegend ablehnende Haltung der zeitgenössischen Kritik gegenüber Ledigs Roman im gesellschaftspolitischen Kontext der 50er-Jahre.

2 Aktionsraum, gestimmter Raum, Anschauungsraum: Das Kapitel führt die theoretischen Wahrnehmungsformen des literarischen Raums nach Ströker und Haupt ein, die als Basis für die Analyse dienen.

3 Raumdarstellung in „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“: Ein einleitender Abschnitt zu den primären Analysekapiteln.

3.1 Raumdarstellung in Gert Ledigs „Vergeltung“ (1956): Analyse der Raumdarstellung als Aktionsraum in Ledigs Werk, wobei der Fokus auf der fragmentierten Darstellung, der vertikalen Achse und der prototypischen Figurengestaltung liegt.

3.2 Raumdarstellung in Borcherts „Billbrook“ (1947/ 1948): Untersuchung der Raumdarstellung in Borcherts Kurzgeschichte, wobei besonders die Grenze zwischen Leben und Tod sowie die personifizierten Gegenstände und die psychische Entwicklung der Hauptfigur hervorgehoben werden.

4 Vergleich der Raumdarstellungen: Das abschließende Kapitel kontrastiert die unterschiedlichen Darstellungsformen und zentralen Motive der beiden Texte, insbesondere im Hinblick auf ihre topologische Strukturierung.

Schlüsselwörter

Luftkrieg, deutsche Literatur, Gert Ledig, Wolfgang Borchert, Raumdarstellung, Aktionsraum, gestimmter Raum, Anschauungsraum, Vergeltung, Billbrook, Kriegstrauma, topologische Grenze, Identität, Zerstörung, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des Raumes in zwei spezifischen Werken über den Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg, um die verschiedenen Erzählstrategien der Autoren zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Wahrnehmungsformen von Räumen (Aktionsraum, gestimmter Raum, Anschauungsraum), die Verarbeitung von Kriegstraumata in der Literatur und die Funktion der Umgebung für die psychologische Charakterisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist der Vergleich, wie Ledig und Borchert den durch Luftangriffe zerstörten Raum in ihren Texten instrumentalisieren, um Leid und die subjektive Erfahrung des Krieges abzubilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Raumtheorie von Ströker und Haupt basiert, um die erzählerische Struktur der gewählten Primärtexte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Raumdarstellung in Ledigs „Vergeltung“ und Borcherts „Billbrook“, gefolgt von einem direkten Vergleich dieser Darstellungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Luftkrieg, Raumdarstellung, Kriegstrauma, topologische Grenze und die Namen der Autoren sowie deren Werke (Vergeltung, Billbrook) charakterisieren.

Welche Rolle spielt die vertikale Achse in Ledigs „Vergeltung“?

Die vertikale Achse strukturiert den Raum in Leben und Tod; sie reicht von der relativen Sicherheit im Flugzeug (oben) bis zum bunkerartigen Ort des Todes unter der Erde (unten).

Inwiefern unterscheiden sich die Raumkonzepte bei Ledig und Borchert?

Während Ledig den Raum primär als funktionalen Handlungsraum ("Bühne") nutzt, setzt Borchert den Raum als gestimmten Raum ein, der durch die Innensicht der Figur stark atmosphärisch aufgeladen ist und eine psychische Entwicklung widerspiegelt.

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Résumé des informations

Titre
Die Darstellung des literarischen Raumes in Gert Ledigs „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“
Université
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik)
Cours
Luftkrieg und Literatur
Note
2,0
Auteur
Stefan Schütt (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
18
N° de catalogue
V172844
ISBN (ebook)
9783640928941
ISBN (Livre)
9783640929078
Langue
allemand
mots-clé
Luftkrieg Krieg Weltkrieg Raum literarischer Raum Analyse Textanalyse Raumvergleich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Schütt (Auteur), 2010, Die Darstellung des literarischen Raumes in Gert Ledigs „Vergeltung“ und Wolfgang Borcherts „Billbrook“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172844
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Extrait de  18  pages
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