Die Hausarbeit untersucht professionelles pädagogisches Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit anhand einer fallanalytischen Untersuchung aus dem schulischen Alltag. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie angehende Lehrpersonen trotz fehlender Routine, Rollenunschärfe und situativer Irritation ein professionelles pädagogisches Handeln entwickeln können. Ausgangspunkt ist ein eigener Praxisfall aus der Tätigkeit als studentische Vertretungslehrperson, in dem eine Schülerin durch wiederholtes Duzen die pädagogische Autorität öffentlich infrage stellte.
Die Arbeit verbindet den Fall mit professionstheoretischen Ansätzen der Lehrer:innenbildung, insbesondere mit dem Konzept der „doppelten Professionalisierung“ nach Helsper sowie Ansätzen zu Fallverstehen, Reflexivität und Kasuistik. Dabei wird pädagogisches Handeln als von Unsicherheit, Antinomien und Situationsgebundenheit geprägt verstanden.
Nach der Darstellung theoretischer Grundlagen zu Fallarbeit und kollegialer Fallberatung wird der Praxisfall mithilfe eines mentalisierungsbasierten Ansatzes analysiert. Dabei werden sowohl mögliche Motive der Schülerin als auch die eigenen emotionalen und kognitiven Reaktionen reflektiert. Die Analyse zeigt, dass professionelle Handlungssicherheit nicht allein auf Routinen basiert, sondern auf reflexiver Distanz, Perspektivwechsel und der Fähigkeit, Unsicherheit produktiv zu bearbeiten.
Abschließend wird die Bedeutung universitärer Fallarbeit für die Professionalisierung angehender Lehrpersonen hervorgehoben. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass reflexive und kasuistische Verfahren wesentlich zur Entwicklung eines wissenschaftlich-reflexiven Habitus beitragen können.
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- Anonym (Autor), 2026, Professionelles Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1728727