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Suizid im Alter

Ein gesellschaftliches Problem?

Titel: Suizid im Alter

Seminararbeit , 2011 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anne Deremetz (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein junger Mensch begeht Selbstmord; und die Gesellschaft ist erschüttert, denn er hatte doch noch sein ganzes Leben vor sich. Ein alter Mensch begeht Selbstmord; und die Gesellschaft kann es in gewisser Weise nachvollziehen. Aussagen wie "Er hatte sein Leben gelebt" oder "Jetzt muss er zumindest nicht mehr leiden" bergen eine gewisse und stille Akzeptanz, wenn es um Suizid im Alter geht. Hierbei erscheint der Alterssuizid als eine rationale oder wenigstens vernünftige Entscheidung, ganz im Gegensatz zu Suiziden in jüngeren Jahren. Der Alterssuizid muss aber als eine eigenständige Form des Suizides angesehen werden, denn ihm liegen andere Motivationen zugrunde als in den übrigen Lebensphasen. Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern das Phänomen des Alterssuizides mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung auf ihre schwächsten Mitglieder zu tun haben mag: Unsere moderne und junge
Leistungsgesellschaft sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass es immer mehr alte Menschen geben wird, für die weder Rollen noch Aufgaben oder Funktionen vorgesehen sind, und die mit Eintritt in das Rentenalter von der Gesellschaft schlechthin für "tot" erklärt werden. Das Phänomen des Alterssuizids wird in Zukunft zu einem erheblichem Problem werden. Es stellt sich daher die Frage, ob Altern und Alterssuizid rein individuelle oder eben vor allem gesellschaftliche Probleme sind?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Alter als eine besondere Lebensphase

3 Suizid im Alter

3.1 Merkmale des Alterssuizids

3.2 Motive nach Diekstra

3.3 Das präsuizidale Syndrom nach E. Ringel

3.4 Der „Bilanzsuizid“

4 Alterssuizid und Gesellschaftlicher Wandel

4.1 Das Altersbild in der Leistungsgesellschaft

4.2 Theorien und Aussichten

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Motive des Alterssuizids vor dem Hintergrund einer auf Leistung und Jugend ausgerichteten Gesellschaft, mit dem Ziel, die gesellschaftliche Mitverantwortung sowie die spezifische psychologische Belastungssituation älterer Menschen kritisch zu beleuchten.

  • Biologische, psychologische und soziologische Aspekte des Alterns
  • Spezifische Motive und Merkmale des Suizids im höheren Lebensalter
  • Die Rolle der gesellschaftlichen Wahrnehmung und des Leistungsdrucks
  • Ethische Debatten um Bilanzsuizid und Palliative Care

Auszug aus dem Buch

3.1. Merkmale des Alterssuizids

Spezifisch für den Alterssuizid sind vor allem die Wahl härterer Methoden, sprich, „generell tendieren ältere und alte Menschen zu härteren und harten Methoden wie Erhängen, Erschießen, Sturz in die Tiefe etc.“ Diese Art sich selbst zu töten provoziert die These, dass der Erfolg des Suizids in gewisser Weise intendiert ist, also die „gewählte Tötungsart erlaubt einen Rückschluss auf den wohlüberlegten Charakter der Handlung.“ Es scheint so, als sei die Wahl eher härterer Methoden Anlass dafür zu glauben, dass der Suizident in keinem Fall den Suizid überleben möchte. Hier haben wir ein konträres Phänomen gegenüber den Suiziden Jugendlicher, die meist oft Suizidversuche bleiben. Im Alter sieht die Zahl genau anders aus. Hier überwiegt die Anzahl der Suizide zu den Suizidversuchen, deren Zahl aufgrund der vorigen Ausführungen im Alter eher gering sind. Man kann mit Munnichs Worten sagen, „dass aufgrund der Unumkehrbarkeit der Problematik im Alter (chronische Krankheit, Verlust der Intimi) alte Menschen eher zu suizidalen Handlungen mit tödlichem Ausgang kommen als jüngere, und dass sie weniger Anläufe nehmen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz der Gesellschaft gegenüber dem Suizid im Alter und hinterfragt, warum dieser im Gegensatz zum Suizid jüngerer Menschen oft tolerierter wirkt.

2 Alter als eine besondere Lebensphase: Das Kapitel definiert das Alter durch biologische, psychologische und soziologische Faktoren und thematisiert den Verlust sozialer Rollen sowie die Reduktion der Anpassungsfähigkeit.

3 Suizid im Alter: Hier werden Merkmale des Alterssuizids, Motive nach Diekstra, das präsuizidale Syndrom nach Ringel sowie die Problematik des sogenannten Bilanzsuizids detailliert analysiert.

4 Alterssuizid und Gesellschaftlicher Wandel: Das Kapitel diskutiert das Altersbild in der heutigen Leistungsgesellschaft und analysiert Prognosen hinsichtlich Palliative Care und assistiertem Suizid.

5 Zusammenfassung: Die Autorin resümiert, dass Alterssuizid in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung steht und fordert eine stärkere Integration alter Menschen statt einer bloßen Verwaltung ihres Sterbens.

Schlüsselwörter

Alterssuizid, Leistungsgesellschaft, präsuizidales Syndrom, Bilanzsuizid, soziale Isolation, Pensionierung, Sterbeplanung, Euthanasie, Altersbild, Lebensqualität, psychische Belastung, Gerontologie, Integration, Rollenverlust, Sterben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und gesellschaftlichen Hintergründen des Suizids von Menschen im hohen Alter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das gesellschaftliche Altersbild, die psychologische Einengung im Alter und die Frage nach der menschlichen Würde am Lebensabend.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Suizid im Alter nicht nur als individuelles psychisches Problem zu sehen, sondern als Symptom gesellschaftlicher Strukturen, die alte Menschen zunehmend ausgrenzen.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich insbesondere auf die Motivanalyse nach Diekstra sowie auf Erwin Ringels Modell des präsuizidalen Syndroms.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Lebensphase Alter, die spezifischen suizidalen Merkmale im Alter und die kritische Auseinandersetzung mit dem modernen Zeitgeist und dem sogenannten Bilanzsuizid.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Alterssuizid, soziale Isolation, Leistungsgesellschaft und der Verlust von Lebensperspektiven.

Was unterscheidet den Alterssuizid von Suiziden junger Menschen?

Die Arbeit hebt hervor, dass ältere Menschen häufiger "härtere" Methoden wählen und der Suizid seltener als Hilfeschrei, sondern oft als Konsequenz einer subjektiv wahrgenommenen Ausweglosigkeit verstanden wird.

Warum lehnt die Autorin den Begriff „Bilanzsuizid“ kritisch ab?

Die Autorin argumentiert, dass dieser Begriff eine Rationalität suggeriert, die die oft vorhandenen, einengenden Zwänge und die gesellschaftliche Verantwortung für die Isolation der Betroffenen verschleiert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Suizid im Alter
Untertitel
Ein gesellschaftliches Problem?
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Suizid in modernen Gesellschaften
Note
1,0
Autor
Anne Deremetz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V172884
ISBN (eBook)
9783640929320
ISBN (Buch)
9783640929153
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suizid Alter Gesellschaft Alt Alterssuizid Altern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Deremetz (Autor:in), 2011, Suizid im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172884
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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