Definition der Didaktik
- Didaktik = Theorie der Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts, d.h. des Lehrens und Lernens
- Deutschdidaktik: „Theorie des Lehrens und Lernens im Gegenstandsfeld
Sprache und Literatur“ (Müller-Michaels, H. in Giehrl/Stocker, 1973, 9)
- Gedichtsdidaktik hat die Eigenschaft, im weiteren Sinne Literaturdidaktik zu sein, die sich ergänzend zum Verscharakter der Lyrik äußert[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Definition der Didaktik
2 Definition der Lyrik
3 Analyse von Texten
4 Didaktische Ansätze
4.1 Didaktisches Phasenmodell nach WALDMANN:
4.2 didaktisch-methodische Fragestellungen nach FINGERHUT
4.3 Textnahes Lesen nach PAEFGEN:
5 Mögliche Anwendung von Gedichten im Unterricht
6 Lyrik im Literaturunterricht
7 Literatur
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Begründung für den Einsatz lyrischer Texte im Unterricht und entwickelt Ansätze für eine schülerorientierte Vermittlung, um den Zugang zu Gedichten jenseits rein rationalistischer Analysen zu fördern.
- Grundlagen der Literaturdidaktik und Definitionsansätze von Lyrik
- Methodische Modelle der Textanalyse und Phasenmodelle für den Unterricht
- Wechselverhältnis von Lehrerrolle, Schülerbedürfnissen und Textzugang
- Praktische Anwendungsformen für die Gestaltung des Literaturunterrichts
Auszug aus dem Buch
3 Analyse von Texten
[...] Wir lesen Verse; sie sprechen uns an. Der Wortlaut mag uns fasslich erscheinen. Verstanden haben wir ihn noch nicht. Wir wissen noch kaum, was eigentlich dasteht und wie das Ganze zusammenhängt. Aber die Verse sprechen uns an; wir sind geneigt, sie wieder zu lesen, uns ihren Zauber, ihren dunkel gefühlten Gehalt zu eigen zu machen. Nur rationalistische Theoretiker würden bestreiten, dass dem so ist. Zuerst verstehen wir eigentlich nicht. Wir sind nur berührt; aber diese Berührung entscheidet darüber, was uns der Dichter in Zukunft bedeuten soll. [...] (STAIGER, 1955)
die Vorstellung, ein Gedicht zu interpretieren und es zu bewerten, geht oft einher mit einer Abwehrhaltung
es lässt selten Freude an der Lyrik aufkommen
Anwendung: es sollte eine fundierte, hingebungsvolle und exakte Arbeit mit dem Text sein
es wird methodische Sauberkeit und analytische Genauigkeit gefordert
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definition der Didaktik: Das Kapitel erläutert den Begriff der Didaktik als Theorie des Lehrens und Lernens und ordnet die Gedichtsdidaktik als Teilbereich der Literaturdidaktik ein.
2 Definition der Lyrik: Hier werden die Merkmale lyrischer Texte, wie Musikalität und Identitätsbezug, sowie deren verschiedene Formen und Einsatzmöglichkeiten im Lebenskontext beschrieben.
3 Analyse von Texten: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen rationaler Textinterpretation und dem unmittelbaren, emotionalen Zugang der Schüler zu lyrischen Versen.
4 Didaktische Ansätze: Es werden verschiedene wissenschaftliche Modelle (Waldmann, Fingerhut, Paefgen) vorgestellt, die strukturierte Wege zur Erschließung lyrischer Texte im Unterricht aufzeigen.
5 Mögliche Anwendung von Gedichten im Unterricht: Das Kapitel plädiert für einen schülerbezogenen Unterricht, der individuelle Interpretationen zulässt und den Lehrer aus der Rolle des alleinigen Wissensvermittlers löst.
6 Lyrik im Literaturunterricht: Abschließend werden praktische Tipps für die Auswahl und methodische Gestaltung des Unterrichts gegeben, um die Leselust zu fördern und Verstehensbarrieren abzubauen.
7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten fachwissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Literaturdidaktik, Lyrik, Gedichtsdidaktik, Textanalyse, Literaturunterricht, Schülerorientierung, Vermittlungsmethoden, Textnahes Lesen, Hermeneutik, Interpretationsansätze, Sprachdidaktik, Leselust, Gedichtsanalyse, Lernphasen, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen und methodischen Grundlagen, warum und wie lyrische Texte im Deutschunterricht sinnvoll und schülerorientiert vermittelt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definition von Lyrik, die Didaktik der Literatur, verschiedene Analysemodelle sowie die Gestaltung eines motivierenden Literaturunterrichts.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch methodische Vielfalt und eine reflektierte Haltung die Hemmschwellen der Schüler gegenüber Lyrik abbauen und einen persönlichen Zugang zum Text ermöglichen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf etablierte literaturdidaktische Theorien und Phasenmodelle, insbesondere auf die Ansätze von Waldmann, Fingerhut und Paefgen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Brücke zwischen theoretischer Didaktik und der Praxis, diskutiert das Verhältnis zwischen Lehrer, Schüler und Text und stellt konkrete Methoden der Gedichtsarbeit vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Literaturdidaktik, schülerorientierter Unterricht, Textnahes Lesen und das methodische Verständnis von Lyrik.
Warum ist der schülerorientierte Zugang bei Lyrik so wichtig?
Da Lyrik oft eine emotionale Reaktion auslöst, ist eine rigide, lehrerzentrierte Interpretation kontraproduktiv. Ein schülerorientierter Ansatz fördert die Freude und individuelle Auseinandersetzung mit dem Gedicht.
Wie kann ein Lehrer Verstehensbarrieren bei moderner Lyrik überwinden?
Durch einen Methodenwechsel, etwa vom Druckbild ausgehend oder über die Sprechgestalt, kann der Lehrer Raum für das Gedicht schaffen, statt es durch Überinterpretation zu erdrücken.
- Quote paper
- Kristin Retzlaff (Author), 2001, Didaktische Begründung für den Umgang mit lyrischen Texten im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1729