Familienberatung in Pflegefamilien


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Erziehungs- und Familienberatung
2.2 Pflegefamilien

3. Familienberatung in Pflegefamilien
3.1 Daten und Fakten zur Inanspruchnahme von Erziehungsberatung
3.2 Spezifische Gründe für die Erziehungsberatung bei Pflegefamilien

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich auf die besondere Situation von Pflegefamilien innerhalb der Erziehungs- und Bildungsberatung eingehen. Pflegefamilien bringen eine Reihe spezifischer Probleme und Konflikte in eine Beratungsstelle mit, die „normalen“ Familien so nicht bekannt sind.

Da ich in meinem privaten Umfeld engen Kontakt mit einer Familie habe, die schon seit vielen Jahren Pflegekinder aufnimmt. Liegt hier für mich auch persönliches Interesse und Neugier, was dieses Thema betrifft.

Zunächst werde ich die Begriffe Familienberatung und Pflegefamilie definieren. Anschließend widme ich mich speziell der Familienberatung in Pflegefamilien. Hierbei werde ich zuerst einmal einige Daten und Fakten benennen, um danach auf die spezifischen Gründe einzugehen, die es für Pflegefamilien gibt, die Erziehungs- und Familienberatung in Anspruch zu nehmen.

2. Definitionen

2.1 Erziehungs- und Familienberatung

Die rechtlichen Grundlagen für die Familien- und Erziehungsberatung finden sich im SGB VIII, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz:

„Erziehungsberatungsstellen und andere Beratungsdienste und

-einrichtungen sollen Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrunde liegenden Faktoren, bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung unterstützen. Dabei sollen Fachkräfte verschiedener Fachrichtungen zusammenwirken, die mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen vertraut sind.“

§28 SBG VIII

Die Gründe für das Aufsuchen einer Erziehungsberatungsstelle können vielfältig sein und reichen von emotionalen Problemen über Verhaltensauffälligkeiten und Schulproblemen zu familiären Schwierigkeiten.

Die Erziehungs- und Familienberatung setzt auf multiprofessionelle Teams, die beispielsweise aus Sozialarbeitern und -pädagogen[1], Psychologen, Ärzten, Kinder- und Jugendtherapeuten und weiteren Berufsgruppen bestehen. Oftmals wird während einer Beratung nicht nur mit dem betroffenen Kind, bzw. der Familie gearbeitet, sondern auch mit dem sozialen Umfeld, wie Schule/Kindergarten, Betreuer von Sportvereinen/Freizeiteinrichtungen, Verwandte, Freunde, etc.

Grundsätzlich beruht die Teilnahme an einer Erziehungsberatung auf freiwilliger Basis.

Die Begriffe „Erziehungsberatung“ und „Familienberatung“ werden im Zusammenhang genannt, um deutlich zu machen, dass Erziehungsberatung heutzutage familienorientiert arbeitet. (vgl. hierzu Hundsalz1995)

In dieser Hausarbeit nutze ich die Begriffe auch als Synonym.

2.2 Pflegefamilien

"Der Begriff »Pflegefamilie« wird zur Kennzeichnung des Sozialisationsortes, an dem das Pflegekind lebt, benutzt. Irrelevant für den Begriff ist die Frage nach dem Familienmodell, auch die Frage, ob es sich überhaupt um eine Familie im üblichen Sinne oder um eine andere privat organisierte Lebensform zwischen Erwachsenen und Kindern handelt. Die mit der Erziehung des Pflegekindes betrauten erwachsenen Menschen in der Pflegefamilie werden als "Pflegeperson" bezeichnet." (Blandow 1999)

Diese kurze Definition von Joachim Blandow aus dem Jahre 1999 zeigt bereits auf, dass es nicht die Pflegefamilie gibt, sondern es viele verschiedene Formen der Familienpflege gibt.

Zum einen wird unterschieden zwischen privaten und professionellen Pflegestellen. Zu den professionellen Pflegestellen gehören unter anderem Wohngruppen in Heimen, die Kinderdorffamilien, aber auch sozial-, heil- und sonderpädagogische Pflegefamilien. Für diese Hausarbeit relevant sind jedoch die privaten Pflegestellen. Hierzu zählen die Tages- und Wochenpflege, die Kurzzeitpflege, die Bereitschaftspflege, die Adoptionspflege, sowie die klassische „normale“ Pflegefamilie.

In der Tages- und Wochenpflege werden Kinder meist nur stundenweise am Tag und gelegentlich über Nacht in der Pflegefamilie betreut. Die Tagespflegestelle dient hier als Ergänzung zur Ursprungsfamilie, etwa während der Stunden, in denen die leiblichen Eltern ihrer Arbeit oder Ausbildung nachgehen.

In der Kurzzeitpflegestelle werden Kinder über einen begrenzten Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen betreut, etwa bei Krankenhausaufenthalten der leiblichen Eltern. Kurzzeitpflegefamilien gehören ebenfalls zu den Ergänzungsfamilien.

Pflegefamilien, die sich zur Bereitschaftspflege bereit erklärt haben, nehmen Kinder kurzfristig auf, wenn beispielsweise eine schnelle Inobhutnahme erforderlich ist. Bereitschaftspflegestellen betreuen ein Kind über wenige Wochen/Monate, bis das Kind in eine dauerhafte Pflegestelle vermittelt wird oder gegebenenfalls zurück in seine Herkunftsfamilie gehen kann. Auch die Bereitschaftspflegestelle ist eine Familienergänzung.

„Normale“ Pflegefamilien sind in der Regel zuständig für Dauerpflegekinder, die weder in ihre eigene Herkunftsfamilie zurück geführt werden, noch in eine andere Wohnform wechseln. Meist entsprechen diese Pflegefamilien dem klassischen Familienbild: Vater, Mutter, (Pflege-)Kind(er), jedoch ist dies nicht Vorraussetzung. Gelegentlich verbleiben auch Kinder aus der Bereitschaftspflege in der Pflegefamilie und werden so zu Dauerpflegekindern. Die Dauerpflegefamilien sind somit Ersatzfamilien.

Eine besondere Form der Pflegefamilie ist die Adoptionspflege . Sie zielt ab auf die Adoption des Pflegekindes und überbrückt somit die Zeit zwischen der Aufnahme des Kindes und der Rechtswirksamkeit der Adoption.

(vgl. hierzu Ebel 2009, S. 19 – 29)

[...]


[1] Der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit halber verwende ich ausschließlich das generische Maskulinum. Sofern es nicht explizit betont wird, ist stets sowohl die weibliche als auch die männliche Form gemeint.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Familienberatung in Pflegefamilien
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V172917
ISBN (eBook)
9783640929931
ISBN (Buch)
9783640929986
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
familienberatung, pflegefamilien
Arbeit zitieren
Anja Kreubig (Autor), 2011, Familienberatung in Pflegefamilien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172917

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