Der Strich - Soziologie eines Milieus


Essay, 2010

8 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Was sind die Gründe respektive unter welchen Voraussetzungen prostituieren sich Menschen?

Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Einleitung

Prostitution - also der Vollzug sexueller Handlungen gegen ein entsprechendes Entgelt - zählt neben dem Beruf des Priesters zu den ältesten Berufen der Welt und ist in allen Völkern und Gesellschaften zu finden1. Mindestens genauso alt sind auch die gesellschaftlichen Stigmata und Denkweisen von unmoralischen, kriminellen oder abartigen Personen, die in diesem Gewerbe tätig sind - um nur einige zu nennen. Trotzdem übt die Prostitution - oder besser gesagt - üben die männlichen und weiblichen Prostituierten einen gewissen Reiz und eine gewisse Faszination auf die Menschen aus. Diese Faszination bzw. Reize können sowohl positiv wie auch negativ sein.

Doch was sind die Gründe respektive unter welchen Voraussetzungen prostituieren sich Menschen? Dieser Frage möchte ich in dem folgenden Essay auf der Grundlage der Fallstudie, die Roland Girtler über das Wiener Prostitutionsmilieu durchgeführt und in seinem Buch ,,Der Strich - Solziologie eines Milieus“ veröffentlicht hat, versuchen zu beantworten.

Was sind die Gründe respektive unter welchen Voraussetzungen prostituieren sich Menschen?

Zunächst kann man von drei wesentlichen Gründen ausgehen, die den Weg in die Prostitution ebnen bzw. die zur Prostitution führen können.

1. Kann man - auch ohne einen Beruf erlernt zu haben - auf diese Weise schnell und vor allem viel Geld verdienen2.
2. Der erwartete Profit bringt die Prostitution in Gang3.
3. Wenn man Schulden oder Kredite abzahlen muss4, kann man oft nicht der Verlockung des schnellen Geldes widerstehen.

Man wird jedoch nicht einfach so Prostituierte, vielmehr bedarf es bestimmter Kontakte zum Milieu oder mit Personen des Milieus5. Diese sozialen Kontakte ergeben sich wenn man Girtler folgt, dadurch, dass die Mädchen aus solchen Milieus stammen oder dort hin gelangen6. Oft arbeiten sie als Serviererinnen und werden dort von den Zuhältern angesprochen, wenn sie nicht schon in einem einschlägigem Lokal servieren.

Typisch für die Herkunft der Mädchen ist, dass sie zu einem Großteil aus Heimen stammen, in denen laut einem Interview mit einem Freier, die Mädchen sich alles selbst bei brächten was man braucht, um eine Prostituierte zu werden. Der Grund, warum viele Mädchen die aus Heimen stammen und praktisch in die Arme der Zuhälter fallen, könnte die Unerfahrenheit mit der Außenwelt, insbesondere mit Männern sein, sowie die Sehnsucht nach Zuneigung und das Verlangen, schnell Geld zu verdienen. Girtler schreibt weiter, dass Mädchen aus Heimen eine besondere „Bereitschaft“ für den Strich mitbringen und das dies manche Zuhälter wüssten und gezielt zu Heimen fahren, dort Mädchen abzuholen die alleine sind, und diese dann zu rekrutieren. Wenn sie aus dem Heim kommen, haben sie oft Schwierigkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen oder Arbeit zu finden7. Hier setzen die Zuhälter an. Ähnliche Probleme haben Mädchen, die vom Land in die Stadt ziehen, aus „geschädigten Familien“ stammen (bspw. Abbruch des elterlichen Kontakts) oder solche, die einen Gefängnisaufenthalt hinter sich haben. Auch ihnen fehlt der soziale Kontakt, sie haben Probleme bei der Arbeitsuche, und die Zuhälter haben mit ihren Versprechungen leichtes Spiel. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass gerade die möglichen Zuhälter den Strich als gar nicht so schlimm fast sogar als angenehme Arbeit erscheinen lassen, schließlich verdient man ja gut.

Aus einem der zahlreichen von Girtler geführten Interviews - hier mit einem ehemaligem Zuhälter - gehen drei Arten hervor, wie man auf den Strich kommt oder - besser gesagt - gebracht werden kann.

Erstens kann man durch einen Zuhälter auf den Strich gebracht werden, der an und mit einem verdienen will, zweitens durch eine Freundin, die sie auf den Strich mitnimmt und drittens um einen angehäuften Schuldenberg abzahlen zu können8. Gerade in solchen „Notlagen“, so Girtler, kann die Frau Prostitution als eine Art Überlebensmöglichkeit sehen9. Oft prostituieren sich jedoch auch Frauen, die eigentlich einem regulären Beruf, wie z.B.

[...]


1 http://www.g26.ch/gay_kultur_47.html

2 Roland Girtler, „Der Strich“, S. 27

3 Ebenda. S. 28

4 Ebenda. S. 57

5 Ebenda. S. 25

6 Ebenda. S. 34ff

7 Ebenda. S. 36, 40

8 Ebenda. S. 31

9 Ebenda. S. 45

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Der Strich - Soziologie eines Milieus
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
8
Katalognummer
V172965
ISBN (eBook)
9783640930357
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strich;, Soziologie;, Prostitution;, Nutte;, Hure;, Dirne;, Freier;, Zuhälter;, Sex;, Drogen;, Alkohol;, Geld;, Liebe;, käuflich;, Strenge Kammer;, SM
Arbeit zitieren
Daniel Rahn (Autor), 2010, Der Strich - Soziologie eines Milieus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172965

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