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Widerstand als Widerspruch? Zum Gedanken eines Widerstandsrechts in Thomas Hobbes’ "Leviathan"

Titre: Widerstand als Widerspruch? Zum Gedanken eines Widerstandsrechts in Thomas Hobbes’ "Leviathan"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Katharina E. Thomas (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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Der Leviathan – dieses Werk des englischen Philosophen Thomas Hobbes beschäftigt die Wissenschaft noch immer. Die Fragen, die es zu beantworten sucht und auch die Fragen, die es aufwirft, sind immer noch aktuell. Die Frage, die der Leviathan beantworten will, ist diejenige nach der politischen Struktur, die für ein friedliches Zusammenleben der Menschen unerläßlich ist. Für Thomas Hobbes entsteht diese aus der Unterwerfung der Menschen unter einen absoluten Souverän, um dem Naturzustand des Kriegs aller gegen alle zu entgehen.
Eine der Fragen, die der Leviathan dagegen aufwirft, ist die nach einem möglichen Recht auf Widerstand gegen diesen absoluten Souverän. Selbst wenn man voraussetzte, daß Hobbes generell ein Selbstverteidigungsrecht einräumt, da der Mensch seinen Selbsterhaltungstrieb schlechthin nicht unterdrücken kann und sich zur Wehr setzen muß, wenn er – und sei es von seiten des von ihm eingesetzten Herrschers – bedroht wird, scheint der Leviathan dieses Recht nicht näher zu präzisieren. Wie verhält es sich beispielsweise mit dem Hobbes’schen absoluten Herrscher? Ist er tatsächlich so absolut, wie es vordergründig scheint?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Verhältnis zwischen Souverän und Untertan im Leviathan

2.1 Rechtsverzicht und Autorisierung des Souveräns

2.2 Das Verhältnis von Souverän und Untertanen

3. Widerstandsrecht im Leviathan

3.1 Das Selbstverteidigungsrecht

3.2 Grenzen des Widerstandes

4. Schlußbemerkung: Implikationen für Hobbes’ politische Philosophie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob innerhalb der absolutistischen Staatskonzeption von Thomas Hobbes’ Werk "Leviathan" ein legitimes Widerstandsrecht für Untertanen existiert. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich das Konzept eines absoluten Souveräns mit der notwendigen Selbsterhaltung des Individuums vereinbaren lässt und ob sich daraus Widersprüche ergeben, die ein Recht auf Widerstand begründen könnten.

  • Analyse des Vertragsabschlusses und der Autorisierung des Souveräns.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Herrscher und Untertanen.
  • Erörterung des Selbstverteidigungsrechts als natürliche Schranke der absoluten Macht.
  • Diskussion über die Grenzen des Widerstandes und die Rolle des privaten Urteils.
  • Kritische Reflexion der Implikationen für Hobbes’ politische Philosophie.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Selbstverteidigungsrecht

„Die Verpflichtung der Untertanen gegen den Souverän dauert nur so lange, wie er sie auf Grund seiner Macht schützen kann, und nicht länger“ (Hobbes, 171). Mit diesem Satz bestätigt Hobbes nicht nur den Gedanken einer ideellen, wenn auch praktisch folgenlosen, Limitation der absoluten Staatsmacht – er eröffnet den Bürgern die Möglichkeit, sich selbst zu verteidigen. Dieses Recht ist zwar bei Hobbes, wie im Folgenden gezeigt werden soll, auf den ersten Blick recht eng gefaßt, denn vermutlich war er sich darüber im Klaren, daß es leicht in einen immanenten Widerspruch zu seiner absolutistischen Staatskonzeption geraten könnte (davon wird später noch die Rede sein). Trotzdem folgt es logisch aus seiner Theorie. Warum das so ist, und wie dieses Selbstverteidigungsrecht beschaffen ist, soll in diesem Teil der Arbeit erörtert werden.

Um deutlich zu machen, warum Hobbes den Untertanen des Leviathan ein solches Selbstverteidigungsrecht zugestehen muß, lohnt es sich, einen kurzen Blick auf das Menschenbild zu werfen, das dem Leviathan zugrunde liegt. Das, was den Menschen im Naturzustand wesentlich ausmacht, ist sein Selbsterhaltungstrieb (vgl. Hobbes, 95). Wenn er nun im Urvertrag gleichzeitig mit allen anderen Individuen seinem Recht auf alles entsagt, so tut er das mit einem einzigen Vorbehalt: er kann schlechterdings nicht sein eigenes Todesurteil sprechen, indem er auch das Recht aufgibt, sich im Falle einer Bedrohung seines Lebens durch den Staat zu verteidigen, „denn das natürliche Recht der Menschen, sich selbst zu schützen, wenn niemand anderes dazu in der Lage ist, kann durch keinen Vertrag aufgegeben werden“ (Hobbes, 171). Schon in Kapitel 14 hat Hobbes deutlich gemacht, daß „ein Vertrag, sich nicht mit Gewalt gegen Gewalt zu verteidigen, […] immer nichtig [ist]. […] Das Vermeiden dieser Gefahren ist nämlich der einzige Zweck jeden Rechtsverzichts […]“ (Hobbes, 107). Der Selbsterhaltungstrieb gehört zum Wesen des Menschen; er kann nicht mit Eintritt in den Gesellschaftszustand „ausgeschaltet“ werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob das Hobbes’sche Konstrukt eines absoluten Souveräns ein Widerstandsrecht der Untertanen zulässt.

2. Das Verhältnis zwischen Souverän und Untertan im Leviathan: Dieses Kapitel analysiert das Zustandekommen des Staates durch den Rechtsverzichtsvertrag und hinterfragt die Absolutheit des Souveräns sowie den Begriff der Autorisierung.

3. Widerstandsrecht im Leviathan: Hier wird das Selbstverteidigungsrecht als logische Konsequenz des Selbsterhaltungstriebs untersucht und diskutiert, wo die Grenzen dieses Rechts liegen.

4. Schlußbemerkung: Implikationen für Hobbes’ politische Philosophie: Die Schlußbemerkung fasst zusammen, dass die Anerkennung eines Widerstandsrechts in einem unauflösbaren Widerspruch zum Absolutheitsanspruch des Leviathan steht.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Widerstandsrecht, Souverän, Untertan, Selbsterhaltungstrieb, Autorisierung, Rechtsverzicht, Staatskonzeption, Selbstverteidigung, Naturzustand, Absolutismus, politisches Mandat, Staatsmacht, Gesellschaftsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern innerhalb der politischen Philosophie von Thomas Hobbes im Werk "Leviathan" ein Recht auf Widerstand gegen einen absoluten Herrscher existieren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis zwischen Souverän und Untertanen, die Interpretation der Autorisierung und die Bedeutung des Selbsterhaltungstriebs als natürliche Grenze der Staatsgewalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Hobbes’ Staatskonstruktion, die auf einen absoluten Souverän setzt, theoretisch Raum für ein Widerstandsrecht lässt oder ob dies zu einem logischen Widerspruch führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische und systematische Textanalyse der Primärquelle "Leviathan" sowie die Auseinandersetzung mit einschlägiger Forschungsliteratur (z.B. Hampton, Mayer-Tasch, Kersting).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machtgrundlagen des Souveräns und die Herleitung des Selbstverteidigungsrechts aus dem menschlichen Überlebensinstinkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Souveränität, Widerstandsrecht, Leviathan, Selbsterhaltung, Rechtsverzicht und politische Philosophie beschreiben.

Warum ist das "private Gewissen" ein Problem für den Staat nach Hobbes?

Hobbes betrachtet das private Urteil über Gut und Böse als eine Gefahr für die staatliche Ordnung, da es die Einheit des Souveräns gefährdet und das Gehorsamsverhältnis untergraben kann.

Welchen Widerspruch sieht die Autorin im Kontext der Selbstverteidigung?

Der Widerspruch besteht darin, dass Hobbes einerseits einen absolut gebundenen Souverän fordert, andererseits aber aus dem Selbsterhaltungstrieb ein Recht auf Selbstverteidigung zugestehen muss, das die absolute Macht faktisch einschränkt.

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Titre
Widerstand als Widerspruch? Zum Gedanken eines Widerstandsrechts in Thomas Hobbes’ "Leviathan"
Université
University of Tubingen
Cours
Grundmodelle der politischen Philosophie
Note
1,0
Auteur
Katharina E. Thomas (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
15
N° de catalogue
V172971
ISBN (ebook)
9783640930791
ISBN (Livre)
9783640930517
Langue
allemand
mots-clé
Thomas Hobbes politische Philosophie Staatsvertrag Leviathan Souverän Gesellschaftsvertrag Otfried Höffe Widerstandsrecht Naturzustand Vergesellschaftung
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Citation du texte
Katharina E. Thomas (Auteur), 2007, Widerstand als Widerspruch? Zum Gedanken eines Widerstandsrechts in Thomas Hobbes’ "Leviathan", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172971
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Extrait de  15  pages
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