Bisher gibt es in Deutschland zwei verschiedene Programme der Sprachförderung. Einerseits gibt es Sprachförderprogramme, welche ganzheitlich agieren. Ihnen gegenüber stehen die systematisch, spracherwerbsorientierten Ansätze.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Zielen der einzelnen Programme, deren Umsetzung in der Praxis anhand von Beispielen und einer kritischen Auseinandersetzung dokumentiert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Allgemeine Ziele von Sprachförderansätzen
2. Ganzheitliche Sprachförderungsansätze
2.1 Sprachförderung in Hamburg
2.2 Denkendorfer Modell
2.3 Situationsbezogener Ansatz nach Militzer
3. Systematisch, strukturelle Spracherwerbsprogramme
3.1 KIKUS
3.2 Kon-Lab Programm
3.3 Dürener Sprachprogramm
3.4 Würzburger Trainingsprogramm
4. Kritiken an den Fördermaßnahmen
4.1 Kritiken an ganzheitlichen Programmen
4.2 Kritiken an strukturellen Programmen
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Konzepte der Sprachförderung für mehrsprachig aufwachsende Kinder im Vorschulalter in Deutschland, wobei der Fokus auf der Differenzierung zwischen ganzheitlichen und systematisch-strukturellen Ansätzen sowie deren kritischer Bewertung liegt.
- Vergleich von ganzheitlichen und strukturellen Sprachförderprogrammen
- Analyse der Ziele und pädagogischen Hintergründe von Sprachförderansätzen
- Vorstellung konkreter Praxisbeispiele wie KIKUS, Kon-Lab und das Denkendorfer Modell
- Kritische Reflexion der Effizienz und Umsetzung im Kindertagesstätten-Alltag
- Bedeutung der Einbindung von Eltern und familiären Hintergründen für den Spracherwerb
Auszug aus dem Buch
2. Ganzheitliche Sprachförderungsansätze:
Unter ganzheitlichen Sprachförderprogrammen versteht man die Verbindung von kommunikativen Zusammenhängen im alltäglichen Ablauf der Kindertagesstätte. Dabei wird mit Hilfe aller Sinne versucht den Lernprozess spielerisch zu optimieren, wobei die Lebenssituation der Kinder, sowie die verschiedenen Kulturen berücksichtigt werden. Somit werden Kinder mit mehrsprachiger Familiensituation, als auch Kinder mit Spracherwerbsproblemen integriert. Die Körpersprache wird neben der verbalen Kommunikation ebenfalls mit einbezogen und in gezielter Kleingruppenarbeit gefördert.
„Kinder entwickeln sich in konkreten, alltäglichen Handlungssituationen. Dabei tragen in den verschiedenen Entwicklungsphasen jeweils bestimmte Situationen und Handlungskonstellationen eine besondere Bedeutung für altersspezifische Veränderungen. Im Kleinkindalter gilt das für die Erwachsenen-Kind-Interaktion, während im Vorschulalter auch die Interaktion mit anderen gleichaltrigen Kindern wichtig dafür wird.“ (Andresen,H.: Vom Sprechen zum Schreiben, Stuttgart 2005)
Erzieher agieren hierbei als sprachliches Vorbild und bieten den Kindern Anregungen im sprachlichen Handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden grundlegenden Ansätze der Sprachförderung in Deutschland gegenüber und definiert das Ziel der Arbeit, diese anhand von Praxisbeispielen kritisch zu beleuchten.
1. Allgemeine Ziele von Sprachförderansätzen: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der frühkindlichen Sprachförderung für die spätere Integration, den schulischen Erfolg sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen.
2. Ganzheitliche Sprachförderungsansätze: Hier werden Konzepte vorgestellt, die den Spracherwerb spielerisch in den Lebensalltag integrieren, gefolgt von spezifischen Modellen wie der Förderung in Hamburg oder dem Denkendorfer Modell.
3. Systematisch, strukturelle Spracherwerbsprogramme: Dieses Kapitel beschreibt Ansätze, die auf festen Erwerbsphasen und strukturierten Unterrichtszeiten basieren, und stellt beispielhaft Programme wie KIKUS und Kon-Lab vor.
4. Kritiken an den Fördermaßnahmen: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen beider Förderansätze hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung und individuellen Passgenauigkeit.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit plädiert für eine engere Verzahnung der verschiedenen Methoden und betont die Wichtigkeit der ganzheitlichen Einbettung unter Berücksichtigung des kulturellen Hintergrunds jedes Kindes.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Vorschulalter, Mehrsprachigkeit, ganzheitliche Ansätze, strukturelle Spracherwerbsprogramme, Integration, KIKUS, Kon-Lab, Kindertagesstätte, Migrationshintergrund, Sprachbarrieren, Lernprozess, frühkindliche Bildung, Sprachkompetenz, Elternarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund oder Sprachentwicklungsverzögerungen im Vorschulalter in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen ganzheitlichen und strukturellen Sprachförderkonzepten sowie deren kritische Würdigung im Hinblick auf ihre praktische Eignung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ziele der verschiedenen Programme, ihre Umsetzung in der Praxis anhand von Beispielen und die kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Methoden zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die verschiedene Sprachförderprogramme beschreibt und anhand didaktischer Kriterien kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung und Analyse spezifischer ganzheitlicher Konzepte sowie systematischer, struktureller Programme, gefolgt von einer kritischen Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Sprachförderung, Vorschulalter, Mehrsprachigkeit, ganzheitliche Konzepte, strukturelle Programme und Integration.
Warum wird im Denkendorfer Modell eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Sprachhelferinnen betont?
Dies ist notwendig, um ausländische Kinder, die auf Unterstützung angewiesen sind, möglichst schnell und effizient durch den Einsatz von Liedern, Spielen und Geschichten zu fördern.
Welche Schwachstellen werden bei strukturellen Programmen kritisiert?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die starre Methode, die den biographischen Hintergrund der Kinder vernachlässigt und den direkten Bezug zum individuellen Lebensalltag erschwert.
Welche Bedeutung kommt der Elternarbeit nach Ansicht des Autors zu?
Die Einbindung der Eltern ist essenziell, da eine wöchentliche Kommunikation zwischen Kindertagesstätte und Familie die Sprachförderung nachhaltig stärkt und den Erziehern wertvolle Einblicke in den kulturellen Hintergrund gibt.
- Arbeit zitieren
- Dominik Pohl (Autor:in), 2006, Sprachförderung in Deutsch für mehrsprachig aufwachsende Kinder im Vorschulalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173032