Kognitive Fähigkeiten


Hausarbeit, 2010

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. - Kognitive Geschlechtsunterschiede
1.1 - Räumliche Vorstellung
1.2 - Sprachliche Kognition
1.3 - Mathematische Fähigkeiten

2. - Internationaler Vergleich (PISA 2000)
- Lesekompetenz & Mathematik / Naturwissenschaften

3. - Ursachen kognitiver Geschlechtsunterschiede

4. - Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die mentalen Strukturen und Prozesse eines Individuums, werden innerhalb der Psychologie als Kognition bezeichnet. Die Abweichung von Wahrnehmung, Denken, Lernen, Motorik und Sprache sind in der Kognitionswissenschaft stetige Themenkomplexe, die unter anderem auf die geschlechterspezifischen Unterschiede von Basiskompetenzen untersucht werden.

Unter Einbezug der Textauszüge von Claudia Quaiser-Pohl „Die Fähigkeit zur räumlichen Vorstellung“, sowie „Kognitive Geschlechterunterschiede“ von Markus Hausmann, möchte ich zunächst die Kontraste von Raumkognition, sprachlicherals auch mathematischer Kognition, näher erläutern.

Mit Hilfe des Textes von Petra Stanat und Mareike Kunter „Geschlechterunterschiede in Basiskompetenzen“ werde ich im Anschluss die Lesekompetenz, sowie die Teilbereiche Mathematik und Naturwissenschaften von Schüler und Schülerinnen im internationalen Vergleich, verdeutlichen.

Des Weiteren möchte ich anschließend die Theorien über die Ursachen von kognitiven Geschlechterunterschieden genauer veranschaulichen, um eine gemeinsame Diskussion innerhalb des Seminars anzuregen und die Frage, „ [ … ] was Frauen außer den bereits bekannten Phänomenen im Bereich der zwischenmenschlichen Attraktivität von Männern unterscheidet [ … ] “ , gemeinsam zu beantworten. (Quaiser-Pohl 1998, S.27).

1. Kognitive Geschlechtsunterschiede

Es gibt eine Vielzahl von Studien, die Geschlechtsunterschiede in kognitivem Verhalten untersuchen. Die räumliche Vorstellung, die sprachliche Kognition und die mathematischen Fähigkeiten sind spezifische kognitive Funktionen, in denen sich Frauen und Männer voneinander unterscheiden. „ Von vornherein sei dabei angemerkt, dass es sich hier nicht um absolute, sondern relative Leistungsunterschiede handelt. Die kognitiven Unterschiede innerhalb einer Geschlechtergruppe sind deutlich größer als zwischen den Geschlechtern. “ (Hausmann 2007, S.106).

„ Frauen und Männer unterscheiden sich z.B. in ihrer Geschlechtsrollenorientierung oder auch in ihrer Wettbewerbsorientierung. Ein objektives psychometrisches Instrument kann auf diese Weise zu einem in hohem Maßsubjektiven werden, da die Probanden sich hinsichtlich ihrer Vorerfahrung und ihrer motivationalen Struktur unterscheiden, die Untersuchungsbedingungen also nicht für alle gleich sind. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.33).

1.1 Raumliche Vorstellung

Die Raumkognition wird in insgesamt drei Kategorien unterschieden. Es handelt sich dabei um die räumliche Wahrnehmung, die räumliche Visualisierung und die mentale Rotation.

- Räumliche Beziehungen zwischen Objekten oder in Bezug zum eigenen Körper herstellen. (Beispiel: Einzeichnen einer horizontalen Linie in einer gekippten Flasche).
- Mehrstufige mentale Manipulation räumlicher Informationen. (Beispiel: Paperfolding-Test).
- Räumliche Fähigkeit, dreidimensionale Figuren um eine oder mehrere räumliche Achsen mental zu rotieren, um zwei oder mehrere Objekte miteinander vergleichen zu können. (Beispiel: Mentaler Rotationstest).

Wie Hausmann erläutert, „ zeigen die Studien, dass es sich bei der Raumkognition mit seinen Subkategorien um ein multidimensionales Konzept handelt, und dass das Auftreten von Geschlechtsunterschieden sowie deren Richtung von spezifischen Leistungsfaktoren, ihrer jeweiligen Operationalisierung und der individuellen kognitiven Strategie abhängt. “ (Hausmann 2007, S.110).

Das heißt, dass Aufgaben bei denen verbale Lösungsstrategien von Vorteil sind, eher und besser von Frauen bewältigt werden, bzw. sich bei Aufgaben unter Verwendung von räumlichen Lösungsstrategien ein männlicher Vorteil zeigt. Nach Quaiser-Pohl, tritt ein Leistungsvorsprung von Männern erst in der Adoleszenz auf, da bei Untersuchungen an jüngeren Probanden „ [ … ] keine konsistenten Unterschiede [ … ] festgestellt wurden. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.41).

1.2 Sprachliche Kognition

Die sprachliche Kognition vereint eine Reihe von gesprochener und geschriebener Komponenten, wie Wortflüssigkeit, Grammatik, Rechtschreibung, Lesen, das Bilden sprachlicher Analogien, Wortschatz und rezeptives Sprachvermögen.

Quaiser-Pohl beschreibt, dass „ [ … ] zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Frauen durchschnittlich bessere sprachliche Fähigkeiten besitzen als Männer. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.35). Hausmann hingegen bemerkt aber, dass „ [ … ] sich aber nur wenige verbale Funktionen finden, die tatsächlich einen konsistenten und robusten Vorteil für Frauen aufweisen. “ (Hausmann 2007, S.110).

In Untertests von verschiedenen Intelligenztests sind die Ergebnisse von Jungen insgesamt gesehen aber durchschnittlich niedriger, als die der Mädchen. Nach Quaiser-Pohl, liegen des Weiteren entwicklungspsychologische Studien vor, dass „ [ … ] kleine Mädchen erstens früher und zweitens besser sprechen als Jungen, d.h. die Sprachfunktionen sich bei Mädchen vergleichsweise früher entwickeln und Mädchen im Vergleich mit Jungen desselben Alters längere Äußerungen von sich geben. [ … ] Einen weiteren Indikator für die Dominanz der

Mädchen im sprachlichen Bereich stellt z.B. der klinische Befund, dass Jungen häufiger stottern als Mädchen und auch häufiger an Schwierigkeiten beim Lesenlernen leiden als diese. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.36). Nach Hausmann, „ konnte für Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger sowie für Erwachseneälter als 26 Jahre ein Vorteil für das weibliche Geschlecht gefunden werden. Im Alter zwischen 5 und 26 Jahren zeigte sich kaum Geschlechtsunterschiede. “ (Hausmann 2007, S.110).

Die Überlegenheit der Mädchen steht aber nicht mit dem Stereotyp in Verbindung, dass Frauen generell mehr reden als Männer, sondern, dass sich die Überlegenheit der Sprachproduktion und des Sprachverstehens auf die Qualität bezieht und nicht deren Quantität.

1.3 Mathematische Fahigkeiten

Im Gegensatz zur sprachlichen Kognition, wird dem männlichen Geschlecht ein Leistungsvorsprung zur mathematischen Begabung bescheinigt. Nach Quaiser- Pohl müssen diese Theorien dennoch eingeschränkt werden, „ [ … ] so ist man sich z.B.über den Zeitpunkt des ersten Auftretens einer männlichen Ü berlegenheit der Jungen uneinig. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.37). Des Weiteren werden mathematische Fähigkeiten in diverse Funktionsbereiche unterteilt, „ [ … ] von denen einige [ … ] Geschlechtsunterschiede in die eine oder andere Richtung zeigen und andere nicht. “ (Hausmann 2007, S.114). Mathematisches Schlussfolgern und Problemlösen waren hierbei die Stärken der weiblichen Probanden, wo hingegen geometrische Aufgabenstellungen und Fragen zu Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik den Jungen leichter fielen, „ [ … ] was durch den Gebrauch von visuell- räumlichen Strategien gekennzeichnet sein k ö nnte. “ (Hausmann 2007, S.114).

Die Mitberücksichtigung eines weiteren geschlechtsspezifischen Unterschieds ist ebenfalls unabdingbar. Durchschnittlich unterscheide sich die Anzahl der besuchten Kursen Mathematik, womit weibliche Individuen im Laufe ihrer Schulzeit über geringere mathematische Vorerfahrungen verfügen. Nach Quaiser-Pohl spielen „ [ … ] Unterschiede in den Interessen an mathematischen Sachverhalten im außerschulischen Bereich [ … ] eine ebenso wichtige Rolle. “ (Quaiser-Pohl 1998, S.38).

[...]

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Details

Titel
Kognitive Fähigkeiten
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V173041
ISBN (eBook)
9783640931828
ISBN (Buch)
9783640931552
Dateigröße
1280 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kognition, kognitive Fähigkeiten, Psychologie, räumliche Vorstellung, Sprachliche Kognition, Mathematische Fähigkeiten, Geschlechterunterschiede
Arbeit zitieren
Dominik Pohl (Autor), 2010, Kognitive Fähigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173041

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