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Geschlechtergerechte Erziehung in der Grundschule

Título: Geschlechtergerechte Erziehung in der Grundschule

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2009 , 63 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Helen Sporbert (Autor)

Pedagogía - Escuelas pedagógicas
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Muss man denn heute immer noch den Blick auf die Gleichstellung von Jungen und Mädchen im Schulalltag richten? Ist die Debatte um die Koedukation und geschlechtergerechte Erziehung nicht längst veraltet, da die Ergebnisse der feministischen Schulforschung schon ausreichend genutzt und umgesetzt werden und die Chancengleichheit von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft bereits erreicht ist? Ist es denn nicht sogar so, dass die Mädchen die Gewinner der Koedukation sind?
Solche Fragen könnten von vielen Lehrerinnen und Lehrern, aber auch von Erzieherinnen und Erziehern gestellt werden. Bei einem Großteil der Lehrkräfte besteht kaum Interesse sich mit einer geschlechtergerechten Erziehung auseinanderzusetzen. Es wird kein oder nur wenig Handlungsbedarf gesehen, da sie z. B. der Meinung sind, dass sie jedes Kind gleich behandeln und andererseits sehen sie oftmals die Differenzen beider Geschlechter als biologisch begründete Tatsachen an. Die vielen Untersuchungsergebnisse der feministischen Schulforschung seit 1980er Jahren geben jedoch ein anderes Bild. Dabei wurde die Schule „[…] als Mikrokosmos des in unserer Gesellschaft bestehenden Geschlechterverhältnisses [entlarvt]“ , in welchem stereotype Rollenzuschreibungen und Erwartungshaltungen weiterhin an die Kinder transportiert werden.
Das männliche Geschlecht scheint jedoch bei näherer Betrachtung in einer Identitätskrise zu stecken, positive männliche Vorbilder und Lebensentwürfe fehlen und die jungen Männer haben im Durchschnitt geringere oder gar keine Bildungsabschlüsse. Die Bildungsbenachteiligung hat sich zu Ungunsten der Jungen stark verschoben. Die Mädchen haben bei den Schul- und Studienabschlüssen stark aufgeholt und die Jungen überholt. Betrachtet man jedoch die Zahlen bezüglich der arbeitenden Frauen und vergleicht die Machtpositionen und Gehälter beider Geschlechter, so wird schnell deutlich, dass es immer noch große Unterschiede in der gesellschaftlichen Gleichstellung beider Geschlechter gibt.

[...]

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick zu schaffen über die Thematik zu schaffen. Das beinhaltet die Klärung, was Geschlecht ist, welchen Einflüsse auf die Geschlechterentwicklung wirken, wie es zu Rollenzuschreibungen kommt und was speziell die Grundschule für Möglichkeiten hat, Kinder geschlechtergerecht zu erziehen.
Daher ergibt sich folgende Gliederung: [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgewählte Theorieansätze zur Erklärung von Geschlecht

2.1 Essentialismus

2.2 Psychoanalytische Ansätze

2.3 sex – gender – doing gender – konstruktivistische und sozialisationstheoretische Sicht auf Geschlecht

2.4 Theorie des dritten Geschlechts

2.5 Queer Theorie

2.6 Zusammenfassung und Bewertung

3. Sozialisationsprozesse von Jungen und Mädchen

3.1 Geschlechtsidentität

3.2 Geschlechterstereotype, Geschlechterrollen und geschlechtstypisches Verhalten

3.3 Geschlechtstypische Schulleistung

3.4 Die Rolle der LehrerInnen auf die Geschlechterentwicklung

3.5 Zusammenfassung

4. Geschlechtergerechte Erziehung

4.1 Inhalte und Ziele

4.2 Methodenkatalog

4.2.1 Methoden zur Selbstbeobachtung

4.2.2 Unterrichtsmedien und Unterrichtsinhalte

4.2.3 Sprache

4.2.4 Monoedukative Phasen

4.2.5 Hinweise zu weiteren Umsetzungsmöglichkeiten

4.3 Zusammenfassung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die geschlechtergerechte Erziehung in der Grundschule zu geben, theoretische Grundlagen der Kategorie Geschlecht zu klären und praxisorientierte Modelle zur Förderung einer chancengerechten Bildung vorzustellen.

  • Theoretische Perspektiven auf die Kategorie Geschlecht
  • Sozialisationsprozesse und Identitätsentwicklung von Mädchen und Jungen
  • Reflexion der Rolle von Lehrpersonen bei der Geschlechterentwicklung
  • Methodenkatalog zur praktischen Umsetzung in der Grundschule

Auszug aus dem Buch

2.1 Essentialismus

Diese Theorie besagt, dass es zwei biologische Geschlechter gibt, die sich durch ihre chromosomale Ausstattung unterscheiden, welche wiederum Auswirkungen auf verschiedene biologische Differenzen wie z. B. Körperbau, Genitalien, Gehirn, Stoffwechsel haben. Das soziale Geschlecht, d. h. bestimmte soziale Verhaltensweisen, emotionale, psychische und intellektuelle Eigenschaften werden demnach durch die biologische Tatsache der menschlichen Zweigeschlechtlichkeit abgeleitet und begründet. Essentialistische Theorien stellen einen kausalen Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp bezüglich der Sexualität und Geschlechtsidentität her. Sie versuchen persönlichkeits- und charakterbestimmende Merkmale auf biologischer Basis zu beschreiben, die den Menschen universell kennzeichnen. Dieser theoretische Ansatz erweitert die biologische Differenz zu einer „natürlichen“ Differenz des sozialen Geschlechts. Männern und Frauen erhalten jeweils spezifische Aufgaben und Bildungsmöglichkeiten in der Gesellschaft aufgrund ihrer biologischen Unterschiede. Dies wird besonders deutlich, wenn man z. B. geschlechtsspezifische Erziehungs- und Bildungskonzepte, Rollenerwartungen und Verhaltenszuschreibungen der Vergangenheit etwas genauer betrachtet wie der historische Kontext der Mädchen- und Jungenbildung.

Essentialistische Theorien finden sich besonders in Alltagstheorien wieder. So werden geschlechtstypische Eigenschaften auf der Basis biologischer und angeblich natürlicher Dispositionen begründet. Als Beispiele seien nur genannt, dass nicht nur Lehrer „natürliche“ Bezüge zwischen Geschlecht und Lernerfolgen, Begabungen, Interessen und Verhaltensweisen herstellen, sondern auch Eltern sowie ErzieherInnen. Auch in anderen Bereichen werden essentialistische Argumente angebracht, um z. B. die Berufswahl oder auch um die Entwicklung und Förderung von geschlechtstypischen Eigenschaften zu begründen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz geschlechtergerechter Erziehung und hinterfragt die Annahme, Chancengleichheit sei bereits vollständig erreicht.

2. Ausgewählte Theorieansätze zur Erklärung von Geschlecht: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Ansätze von Essentialismus bis hin zur Queer Theorie vor, um die Konstruktion von Geschlecht wissenschaftlich einzuordnen.

3. Sozialisationsprozesse von Jungen und Mädchen: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung von Geschlechtsidentitäten, der Bedeutung von Stereotypen und dem Einfluss von Lehrkräften auf die SchülerInnen.

4. Geschlechtergerechte Erziehung: Hier werden praxisnahe Ziele, ein Methodenkatalog für den Unterricht sowie Möglichkeiten zur Selbstreflexion für Lehrkräfte dargelegt.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Geschlecht als soziales Konstrukt zu verstehen, um individuelle Persönlichkeitsentfaltung jenseits starrer Rollenmuster zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Geschlechtergerechte Erziehung, Grundschule, Doing Gender, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Geschlechterstereotype, Reflexive Koedukation, Lehrerrolle, Genderkompetenz, Chancengleichheit, Theorieansätze, Schulleistung, Diskriminierung, Rollenbilder, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzung einer geschlechtergerechten Erziehung im Schulalltag, insbesondere an Grundschulen, um Bildungsbenachteiligungen abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung von Geschlecht, die Sozialisationsprozesse von Kindern sowie konkrete pädagogische Handlungsoptionen für Lehrkräfte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Problembewusstsein für geschlechtsspezifische Zuschreibungen zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie LehrerInnen eine Genderkompetenz entwickeln können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und die Analyse aktueller Schulforschung, um Konzepte der Geschlechterpädagogik kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle, die Analyse der Sozialisation in der Schule und einen umfangreichen Methodenkatalog für die Schulpraxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Doing Gender", "Reflexive Koedukation", "Geschlechterstereotype" und "Genderkompetenz" prägen das wissenschaftliche Profil der Arbeit.

Wie bewertet die Autorin den "Essentialismus" in der Pädagogik?

Sie lehnt essentialistische Begründungen für Geschlechterunterschiede ab, da diese eher zur Festschreibung von Ungleichheiten führen, anstatt individuelle Potenziale zu fördern.

Welche Rolle spielen "monoedukative Phasen" im Unterrichtskonzept?

Die Autorin sieht diese als sinnvolle Ergänzung zur reflexiven Koedukation, sofern sie gezielt für spezifische Themen genutzt werden und nicht zu einer dauerhaften Trennung führen.

Final del extracto de 63 páginas  - subir

Detalles

Título
Geschlechtergerechte Erziehung in der Grundschule
Universidad
University of Leipzig  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Calificación
1,0
Autor
Helen Sporbert (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
63
No. de catálogo
V173044
ISBN (Ebook)
9783640934157
ISBN (Libro)
9783640934102
Idioma
Alemán
Etiqueta
Koedukation Geschlechtergerechtigkeit Grundschule Schule Gleichberechtigung Geschlechtertheorie Sozialisationsprozesse von Jungen und Mädchen Geschlechtsidentität Geschlechterstereotype Geschlechterrolle geschlechtstypisches Verhalten geschlechtergerechte Erziehung geschlechtstypisch Monoedukative Phasen sex gender queer-theory sex – gender – doing gender queer Gender-Forschung Geschlecht Erziehung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Helen Sporbert (Autor), 2009, Geschlechtergerechte Erziehung in der Grundschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173044
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