Durch die Änderungen der Zinsschrankenregelung ergeben sich für Unternehmen neue betriebswirtschaftliche Auswirkungen sowohl positiver als auch negativer Natur, sowie neue Gestaltungsmöglichkeiten zur Minderung des Steueraufwands. Diese gilt es herauszuarbeiten. In dieser Arbeit sollen die möglichen strategischen Reaktionen der Unternehmen auf bestimmte Änderungen der Zinsschrankenregelung dargelegt werden. Fraglich ist auch, inwieweit die Änderungen der Zinsschrankenregel krisenentschärfend wirken und welche neuen Kritikpunkte und berücksichtigungswerte Folgewirkungen sich ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Betriebswirtschaftliche Auswirkung der Zinsschrankenregelung nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz
1.1. Einleitung
1.2. Problemstellung und Zielsetzung
1.3. Gang der Arbeit
2. Überblick zur Zinsschrankenregelung
2.1. Hintergrund zur Zinsschrankenregelung
2.2. Zinsschrankenregelung gemäß der Unternehmenssteuerreform 2008
2.3. Kritik an der Zinsschrankenregelung gemäß der Unternehmenssteuerreform 2008
3. Änderungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010
3.1. Allgemeine Änderungen der Zinsschrankenregelung durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010
3.2. Betriebswirtschaftliche Auswirkungen der Einführung des EBITDA-Vortrags durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010
3.2.1. Periodischer EBITDA-Vortrag
3.2.2. Fiktiver EBITDA-Vortrag
3.2.3. Ausnahmen des EBITDA-Vortrags
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Zinsschrankenregelung nach der Einführung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes 2010. Ziel ist es, die strategischen Reaktionen von Unternehmen auf die gesetzlichen Änderungen, insbesondere den neu eingeführten EBITDA-Vortrag, zu untersuchen und deren krisenentschärfendes Potenzial zu bewerten.
- Analyse der Zinsschrankenregelung und deren Kritikpunkte.
- Untersuchung der Änderungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010.
- Evaluation des EBITDA-Vortrags als Instrument der intertemporalen Glättung.
- Untersuchung von Gestaltungsmöglichkeiten zur Minderung des Steueraufwands.
- Bewertung der krisenentschärfenden Wirkung auf Unternehmensebene.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Periodischer EBITDA-Vortrag
Mit der Einführung eines EBITDA-Vortrags ist es für Unternehmen möglich geworden die Differenz zwischen dem verrechenbaren EBITDA und dem tatsächlich anfallenden, niedrigeren Nettozinsaufwand für die künftigen Wirtschaftsjahre vorzutragen. Das bedeutet, dass Unternehmen wirtschaftlich schlechte Jahre, in denen der Zinsaufwand das verrechenbare EBITDA aufgrund des verminderten Gewinns übersteigt, mit den vorherigen Jahren, in denen der Nettozinsaufwand geringer war als das verrechenbare Einkommen, ausgleichen können. Damit ist die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen nicht mehr nur vom EBITDA des jeweiligen Wirtschaftsjahres abhängig, sondern vom EBITDA mehrerer Folgejahre. Durch den Ausgleich der jährlichen Schwankungen des EBITDA – man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer intertemporalen Glättung – sollte die Zinsschrankenregel krisenentschärft werden.
Gem. § 4h Abs. 1 S. 3 EStG ist es einem Betrieb möglich den EBITDA-Vortrag in die folgenden fünf Wirtschaftsjahre vorzutragen. Da im Gesetz ausdrücklich „Wirtschaftsjahre“ niedergeschrieben wurde, ist davon auszugehen, dass Rumpfwirtschaftsjahre, also ein entsprechender Zeitraum von weniger als zwölf Monate, die zeitliche Überlebensdauer des EBITDA-Vortrags verkürzen. Ein nach fünf Wirtschaftsjahren nicht verbrauchter EBITDA-Vortrag verfällt. Nettozinsaufwendungen eines laufenden Wirtschaftsjahres, die das verrechenbare EBITDA übersteigen verringern den EBITDA-Vortrag in der Reihenfolge seiner zeitlichen Entstehung. Der jeweils älteste EBITDA-Vortrag ist dabei also immer zuerst zu verbrauchen. Bei dem EBITDA-Vortrag, sowie auch bei dem Zinsvortrag, erfolgt eine gesonderte Feststellung durch das zuständige Finanzamt von Amts wegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Betriebswirtschaftliche Auswirkung der Zinsschrankenregelung nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz: Einführung in die Thematik der Zinsschranke, Problemstellung sowie die Zielsetzung und der Aufbau der Untersuchung.
2. Überblick zur Zinsschrankenregelung: Darstellung der historischen Hintergründe der Zinsschranke von 2008 und die damit verbundene Kritik hinsichtlich der krisenverschärfenden Wirkung.
3. Änderungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010: Untersuchung der gesetzlichen Anpassungen, insbesondere der dauerhaften Erhöhung der Freigrenze und der detaillierten Einführung des EBITDA-Vortrags als Pufferinstrument.
4. Fazit: Kritische Würdigung der Neuerungen, wobei die Entlastung für Unternehmen hervorgehoben, aber auch die verbleibenden Nachteile für Start-Ups und die zeitliche Befristung diskutiert werden.
Schlüsselwörter
Zinsschranke, Wachstumsbeschleunigungsgesetz, EBITDA-Vortrag, Unternehmenssteuerreform 2008, Nettozinsaufwand, Fremdkapitalfinanzierung, Steueraufwand, Krisenentschärfung, Freigrenze, Konzern-Klausel, Escape-Klausel, intertemporale Glättung, Steuergestaltung, Körperschaftssteuer, Wirtschaftsjahre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerlichen Auswirkungen der Zinsschrankenregelung, insbesondere im Kontext der durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010 eingeführten Änderungen für Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der Zinsschranke seit 2008, die Kritik an ihrer krisenverschärfenden Wirkung sowie die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen der Neuregelungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, strategische Reaktionen von Unternehmen auf die Gesetzesänderungen aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit diese Maßnahmen tatsächlich krisenentschärfend auf die Steuerlast wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie der betriebswirtschaftlichen Wirkungsweise anhand von Rechenbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Hintergrund der Zinsschranke, die konkreten Änderungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010 und die Funktionsweise sowie die Auswirkungen des neuen EBITDA-Vortrags detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zinsschranke, EBITDA-Vortrag, Nettozinsaufwand, Fremdkapitalfinanzierung und Steuergestaltung geprägt.
Was versteht man in dieser Arbeit unter dem fiktiven EBITDA-Vortrag?
Der fiktive EBITDA-Vortrag ermöglicht es Unternehmen, auf Antrag rückwirkend für Wirtschaftsjahre zwischen 2007 und 2009 einen EBITDA-Vortrag zu generieren, um steuerliche Erleichterungen in Folgejahren zu erzielen.
Warum ist die Unterschreitung der Freigrenze aus Sicht der Autoren kritisch?
Obwohl die Freigrenze kleine Unternehmen entlastet, kritisiert der Autor, dass bei deren Unterschreitung keine Möglichkeit zur Bildung eines EBITDA-Vortrags besteht, was in wirtschaftlich schwächeren Folgejahren nachteilig sein kann.
- Citation du texte
- Daniel Feese (Auteur), 2010, Betriebswirtschaftliche Auswirkungen der Zinsschrankenregelung durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173053