In dieser Hausarbeit gehe ich zunächst kurz auf Entstehung und Erfolg von Jugendsekten wie der Scientology Kirche ein.
Anhand eines Interviews, das ich mit einer praktizierenden Scientologin und Mitarbeiterin der Berliner Scientology-Kirche führen konnte, möchte ich einen ersten Eindruck über Scientology vermitteln und einen Ausblick auf die im Verlauf der Arbeit behandelten Kapitel bieten.
Schließlich folgt eine Einführung in das Themengebiet der Scientology, in der ich die Geschichte und Entwicklung dieser Sekte aufgreife und ihre Organisationsstrukturen und Ziele beschreibe. Im Anschluss daran erläutere ich die Methoden und Lehren der Scientologen und zeige auf, durch welche Verfahrensweisen Scientology zum wirtschaftlichen Produkt gemacht wird.
Anschließend beschäftige ich mich mit der Frage, was Scientology überhaupt darstellt. Eine Wissenschaft? Eine Religion? Eine Philosophie? Ob und inwiefern aus der Sekte Scientology eine Weltreligion wird oder werden kann, wird in diesem Kapitel beantwortet.
Der Begründer der Scientology-Kirche, L. Ron Hubbard, neben seiner Berufung zur Scientology auch Science Fiction Autor, machte folgende Aussage: „You don't get rich writing science fiction. If you want to get rich, you start a religion.”
Nicht nur die stark wirtschaftlich gezeichnete Ausrichtung Scientologys liefert einen Denkanstoß. Die Scientology Organisation, ihre Methoden, ihre Geschäftspraktiken und vor allem ihre Opfer und deren Schicksale werden nicht nur in Deutschland seit längerem heftig diskutiert, und geben nach Aussagen der Sekten-Gegner Anlass zu ernster Sorge. Kritik und Gefahren, die die Scientology Kirche mit sich bringt, stellen somit einen letzten Gliederungspunkt meiner Hausarbeit dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Säkularisierung als Geburtsstunde Scientologys
3. Scientology, was ist das überhaupt?
3.1 Entwicklung und Organisationsstrukturen
3.2 Ziele und Lehre
4. Praxis und Methoden
4.1 Aus Neugier wird Mitgliedschaft
4.2 Verfahrensweisen
4.3 Das Produkt Scientology
5. Scientology - eine Religionsgemeinschaft?
6. Kritik
7. Fazit
8. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das System Scientology, um zu klären, ob es sich dabei um eine Sekte oder eine sich etablierende Weltreligion handelt. Dabei wird sowohl die Organisationsstruktur als auch die Praxis der Mitglieder beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen religiösem Anspruch und wirtschaftlicher Ausrichtung liegt.
- Entstehungsgeschichte und soziologischer Hintergrund von Scientology
- Die Organisation, ihre internen Strukturen und das globale Netzwerk
- Methoden zur Mitgliederwerbung und psychologische Bindungsmechanismen
- Kritische Analyse des religiösen Status und der wirtschaftlichen Praktiken
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung und Organisationsstrukturen
Der Begriff „Scientology“ setzt sich aus dem lateinischen Wort für Wissen („scire“ oder „scio“) und dem griechischen Wort für die Lehre („logos“) zusammen. Die „Lehre vom Wissen“ also befasst sich nach einer Selbstauffassung von Scientology mit dem „Studium des menschlichen Geistes in seiner Beziehung zu sich selbst, zum Universum und zu anderen Leben“.
Gegründet wurde die Scientology Organisation von Lafayette Ron Hubbard, der 1911 in Tilden, Nebraska, als Sohn eines US Marine Offiziers geboren wurde und auch nach seinem Tod 1986 noch die überragende Persönlichkeit für Scientology darstellt. Die Anhänger Hubbards haben viele Legenden um ihren Gründungsvater gesponnen, wodurch es sich als schwierig gestaltet, seinen Lebenslauf wahrheitsgetreu wieder zu geben. Angeblich hat Hubbard schon in seiner Jugend geforscht und lange Reisen unternommen, in denen er fremde Kulturen und Religionen kennenlernen konnte. Später studierte er an der George-Washington Universität in Washington D.C., verließ diese jedoch ohne jedweden Abschluss. In den dreißiger Jahren arbeitete er in den verschiedensten Berufen und begann sich schließlich als Science-Fiction Autor zu profilieren, bevor er im zweiten Weltkrieg als Marinesoldat eingesetzt wurde.
Nach dem Ende seiner Dienstzeit bei der Marine lernte Hubbard einiges über psychologische Betreuung, Verfahren und Konzepte kennen, woraufhin er eine eigene Methode zur Manipulation der menschlichen Psyche entwarf. Diese Methode veröffentlichte er 1950 in dem Buch „Dianetik – die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit“, auf dem die komplette Scientology Organisation aufgebaut ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Arbeit aus einer Seminar-Diskussion und stellt die Forschungsfrage nach dem Status von Scientology zwischen Sekte und Weltreligion vor.
2. Säkularisierung als Geburtsstunde Scientologys: Dieses Kapitel beschreibt den gesellschaftlichen Kontext, in dem sich Scientology als Antwort auf die moderne Sinnsuche und das schwindende Vertrauen in traditionelle Kirchen entfalten konnte.
3. Scientology, was ist das überhaupt?: Hier wird der Kern von Scientology durch ein Experteninterview beleuchtet und die historische sowie organisatorische Entwicklung dargestellt.
3.1 Entwicklung und Organisationsstrukturen: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie L. Ron Hubbards und der bürokratisch-hierarchischen Struktur der Organisation.
3.2 Ziele und Lehre: Hier werden die zentralen Konzepte wie „totale Freiheit“, der „Thetan“ sowie die Aufteilung des Verstandes in „analytisch“ und „reaktiv“ analysiert.
4. Praxis und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt, wie die Lehre in der Praxis umgesetzt wird, um Mitglieder zu gewinnen und an das System zu binden.
4.1 Aus Neugier wird Mitgliedschaft: Dieses Kapitel fokussiert auf die Werbemaßnahmen, wie den „Oxford Persönlichkeits-Test“, der Interessierte in das System einführen soll.
4.2 Verfahrensweisen: Hier werden die „Reinigungsrundowns“ sowie das „Auditing“ als zentrale Praktiken und ihre Wirkung auf die Mitglieder beschrieben.
4.3 Das Produkt Scientology: Dieses Kapitel beleuchtet Scientology als wirtschaftliches Unternehmen, das durch Kurse, Spenden und Dienstleistungen finanziert wird.
5. Scientology - eine Religionsgemeinschaft?: Es wird die Frage untersucht, ob Scientology aufgrund ihrer Struktur und Ideologie als Religion eingestuft werden kann oder ob sie eher als Wirtschafts- oder Psychosystem zu werten ist.
6. Kritik: Dieses Kapitel fasst die Vorwürfe von Kritikern und staatlichen Stellen zusammen, insbesondere hinsichtlich der Manipulation und der finanziellen Abhängigkeit.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Scientology trotz des Anspruchs auf Religion als manipulative Bewegung agiert.
8. Quellen: Das Quellenverzeichnis dokumentiert die verwendete Literatur und die Recherchen zu dem Thema.
Schlüsselwörter
Scientology, L. Ron Hubbard, Dianetik, Sekte, Weltreligion, Auditing, Thetan, Engramme, Religionssoziologie, Manipulation, Wirtschaftsunternehmen, Jugendreligion, Glaubenssystem, Organisation, Mitgliederwerbung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Scientology, untersucht deren Entstehung, Struktur, Lehren sowie die Praktiken innerhalb der Organisation und beleuchtet die Debatte über deren Status als Religionsgemeinschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Gründung durch L. Ron Hubbard, die psychologische Struktur von „Dianetik“ und „Auditing“, die wirtschaftliche Ausrichtung des Systems sowie die gesellschaftliche Kritik an der Organisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein objektives Bild der Scientology-Organisation zu vermitteln und die Forschungsfrage zu beantworten, ob es sich um eine religiöse Gemeinschaft oder eine manipulative Bewegung handelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, soziologische Kategorisierungen sowie auf ein Interview mit einer praktizierenden Scientologin, um das System aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Hubbards Lehren) und die praktische Anwendung (Kurse, Auditing, Werbung) kritisch analysiert sowie die organisatorische Struktur detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Scientology, Dianetik, Auditing, manipulative Bewegung, Religion versus Sekte und wirtschaftliche Verflechtungen charakterisiert.
Was genau ist ein „Thetan“ nach dem Verständnis von Scientology?
Ein „Thetan“ wird als der Geist oder die Seele des Individuums definiert, dem nach der scientologischen Lehre übersinnliche Kräfte zugesprochen werden und das als Erschaffer von Materie gilt.
Warum wird Scientology in Deutschland staatlich beobachtet?
Die staatliche Beobachtung basiert auf der Einstufung durch Innenminister als Form des politischen Extremismus, da Befürchtungen hinsichtlich der Unterwanderung der demokratischen Gesellschaft und der finanziellen sowie psychischen Abhängigkeit der Mitglieder bestehen.
Welche Rolle spielt das „Auditing“?
Das „Auditing“ ist das Kernverfahren der Scientology-Lehre; es soll durch ein Gespräch mit einem „Auditor“ dazu dienen, „Engramme“ (schmerzhafte Erinnerungen) zu löschen, um das Individuum zur „totalen Freiheit“ zu führen.
Warum wird Scientology kritisiert?
Kritiker monieren, dass es sich um eine Pseudo-Wissenschaft handelt, die durch psychologische Manipulation und finanzielle Ausbeutung ein Abhängigkeitsverhältnis schafft, bei dem der Unterschied zwischen Realität und Fiktion verwischt wird.
- Citation du texte
- Simon Busch (Auteur), 2009, Scientology - Eine Jugendsekte auf dem Weg zur Weltreligion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173057