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Privatkreditplattformen als Finanzierungsmodell für Kleinunternehmen - Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen

Titre: Privatkreditplattformen als Finanzierungsmodell für Kleinunternehmen - Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen

Mémoire (de fin d'études) , 2011 , 99 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Christian Recktenwald (Auteur)

Didactique - Gestion d'entreprise, Pédagogie des Sciences Economiques
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Willst du den Wert des Geldes erkennen, versuche dir welches zu leihen.“ BENJAMIN FRANKLIN (1706-1790), amerikanischer Politiker, Schriftsteller und Naturwissenschaftler.
Die von BENJAMIN FRANKLIN beschriebene Erfahrung mussten vor allem seit der 2007 begonnenen Finanzmarktkrise viele kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler machen. In den Medien wird seit dem Beginn der Krise wiederholt von
einer zögerlichen Kreditvergabe sowie einer unter Druck geratenen Finanzierungssituation in Deutschland berichtet. Auch wenn gegenwärtig keine Kreditklemme in Deutschland vorliegt,
ist dennoch festzustellen, dass sowohl Investitionstätigkeit als auch das Volumen von gewerblich vergebenen Krediten weiterhin unter Vorkrisenniveau liegen. Gleichzeitig ist das Vertrauen
in den Bankensektor, das in schwierigen Zeiten das wichtigste Kapital der Banken bildet, stark zurückgegangen. Daher wird die Tendenz zur Erschließung von Finanzierungsquellen, die eine Alternative zur Kreditfinanzierung über Banken, darstellen, weiterhin anhalten. Eine solche Alternative können Privatkreditplattformen sein. Dabei handelt es sich um Internetportale, über die Privatpersonen anderen Privatpersonen Geld leihen. Die Plattformen fungieren bei diesem Konzept als Vermittler, die private Kreditnehmer und Kreditgeber zusammen bringen. Die Entscheidung über die Kreditvergabe sowie die Kreditkonditionen liegt bei dieser Verfahrensweise grundsätzlich nicht bei einer Bank, sondern wird auf die privaten Kreditgeber, die im Folgenden auch als Anleger bezeichnet werden, übertragen. In Deutschland
haben sich seit 2007 zwei Anbieter solcher Kreditvergabeportale über das Internet durchgesetzt: SMAVA und AUXMONEY. Seit ihrer Entstehung wurden über die beiden Online- Kreditmarktplätze mehr als 8.500 Kredite mit einem Gesamtvolumen von über 55 Mio. €
vermittelt, davon ca. 45 Mio. € seit Mitte 2009.Es lässt sich somit erkennen, dass die Nutzung der Privatkreditplattformen gerade in den vergangenen eineinhalb Jahren stark angestiegen ist.
Die Idee, die den Plattformen zu Grunde liegt, besteht bereits seit Jahrtausenden. In China sind Kreditvereine bereits seit 2.300 Jahren als „Lun Hui“ bekannt. In anderen Kulturen, wie in Mexiko, Indien oder Japan, wird das Prinzip ebenfalls seit mehr als 1.000 Jahren unter den Namen „Tanda“, „Kamet“ oder „Miyin“ angewendet. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Motivation

1.2. Gang der Untersuchung

2. Begriffliche Abgrenzung des Kleinunternehmers

3. Finanzierungsmöglichkeiten für Kleinunternehmen und Finanzierungssituation

3.1. Vorbemerkungen und Definition der Fristigkeiten

3.2. Instrumente zur kurzfristigen Fremdfinanzierung

3.2.1. Die kurzfristige Fremdfinanzierung über Banken

3.2.2. Die kurzfristige Fremdfinanzierung unter Ausschluss der Banken

3.3. Instrumente zur langfristigen Fremdfinanzierung

3.3.1. Die langfristige Fremdfinanzierung über Banken

3.3.2. Die langfristige Fremdfinanzierung unter Ausschluss der Banken

4. Bedeutung und Problematik der Finanzierung über Bankkredite für Kleinunternehmen

4.1. Die Bedeutung der Finanzierung über die Hausbank

4.2. Die Prüfung der Kreditwürdigkeit im weiteren Sinn

4.3. Die Auswirkungen von Basel II, der Wirtschafts- und Finanzkrise und Basel III auf die Kreditvergabe für Kleinunternehmen

4.4. Zwischenfazit: Die Kreditfinanzierung, insbesondere über Banken, ist für Kleinunternehmen oft problematisch

5. Begriffliche Abgrenzung und Einordnung des Privatkredits

5.1. Definition Privatkredit und Privatkreditplattformen

5.2. Abgrenzung des P2P Lendings von anderen Formen des Online Lendings

5.3. Einordnung des Privatkredits nach verschiedenen betriebswirtschaftlichen Kriterien

6. Verschiedene Privatkreditplattformen und ihre Funktionsweisen

6.1. Funktionsweise des P2P Lendings allgemein

6.2. Funktionsweise am Beispiel von SMAVA

6.3. Funktionsweise am Beispiel von AUXMONEY

6.4. Die Kreditwürdigkeitsprüfung der Privatkreditplattformen

6.4.1. Die Kreditwürdigkeitsprüfung bei SMAVA

6.4.2. Die Kreditwürdigkeitsprüfung bei AUXMONEY

6.5. Internationale Portale und deren wichtigste Charakteristika

6.6. Die Nutzer der Privatkreditplattformen

6.6.1. Die Kreditnehmer

6.6.2. Die Kreditgeber

6.7. Vor- und Nachteile der Kreditaufnahme über Privatkreditplattformen für Kleinunternehmer

7. Risiken und Sicherheiten

7.1. Anwendung der Principal-Agent-Theorie auf die Kreditvergabe über Privatkreditplattformen

7.2. Mittel zur Begegnung von Kreditrisiken bei der Kreditvergabe über Privatkreditplattformen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Privatkreditplattformen als ergänzende oder alternative Finanzierungsquelle für Kleinunternehmer. Ziel ist es, die Eignung und die Risiken dieses Modells im Vergleich zu traditionellen Bankfinanzierungen, insbesondere vor dem Hintergrund restriktiver Kreditvergabepraktiken und aufsichtsrechtlicher Anforderungen wie Basel II und Basel III, zu bewerten.

  • Finanzierungssituation und -möglichkeiten für Kleinunternehmen.
  • Die Rolle der Hausbank und die Problematik der Kreditwürdigkeitsprüfung.
  • Funktionsweise und Bonitätsbewertung bei P2P-Plattformen (am Beispiel SMAVA und AUXMONEY).
  • Risiken der Kreditvergabe und Anwendung der Principal-Agent-Theorie.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die kurzfristige Fremdfinanzierung über Banken

Ein zentrales Instrument der kurzfristigen Fremdfinanzierung und nach SCHIELKE die „Basis für eine breite Geschäftsbeziehung zur Hausbank“ ist der Kontokorrentkredit. Er erlaubt innerhalb des genehmigten Kreditrahmens unregelmäßige Kontoverfügungen und kann somit in Anpassung an die aktuelle Liquiditätslage des Unternehmens in Anspruch genommen werden, wodurch er beispielsweise einen Ausgleich von saisonalen Zahlungsschwankungen oder das Beheben von kurzfristig auftretenden Liquiditätsengpässen ermöglicht und somit ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Obgleich diese „genehmigte Überziehung“ eine wichtige Finanzierungsform darstellt, sollte sie auf Grund der hohen Kosten nur für kurzfristige Zahlungszwecke genutzt werden. ERNST bezeichnet es gar als „ausgesprochen gefährlich“, wichtige, längerfristige Investitionen über den Kontokorrentkredit zu finanzieren, da es sich mit Zinssätzen, die sich je nach Bonität um ca. 12–16 % p. a. bewegen, um eine extrem teure Kreditvariante handele. Der Kontokorrentkredit sollte nach Möglichkeit nicht ganz ausgeschöpft werden, so dass Spielräume zur Nutzung von Skontoabzügen beim Begleichen von Rechnungen vorhanden sind. Eine Variante des Kontokorrentkredits ist der Abrufkredit, bei dem Verfügungen innerhalb eines gewissen Rahmens ebenfalls flexibel zugelassen sind, jedoch konkrete Tilgungsvereinbarungen bestehen. Werden kurzfristige Kredite gegen Verpfändung beweglicher Gegenständen vergeben, wird dies als Lombardkredit bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzierung von Kleinunternehmen ein und stellt das Konzept von Privatkreditplattformen als mögliche Alternative vor.

2. Begriffliche Abgrenzung des Kleinunternehmers: Das Kapitel definiert den Begriff des Kleinunternehmers anhand von qualitativen und quantitativen Kriterien, wie sie in Gesetzgebung und Literatur üblich sind.

3. Finanzierungsmöglichkeiten für Kleinunternehmen und Finanzierungssituation: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene kurz- und langfristige Fremdfinanzierungsinstrumente sowohl innerhalb als auch außerhalb des klassischen Bankensektors.

4. Bedeutung und Problematik der Finanzierung über Bankkredite für Kleinunternehmen: Das Kapitel analysiert die dominierende Rolle der Hausbank und beleuchtet die Schwierigkeiten für Kleinunternehmer durch regulatorische Einflüsse (Basel II/III) und strenge Prüfverfahren.

5. Begriffliche Abgrenzung und Einordnung des Privatkredits: Hier wird der Begriff des Privatkredits definiert und von anderen Online-Kreditformen abgegrenzt sowie betriebswirtschaftlich eingeordnet.

6. Verschiedene Privatkreditplattformen und ihre Funktionsweisen: Dieses umfangreiche Kapitel beschreibt detailliert die Funktionsweisen von Plattformen wie SMAVA und AUXMONEY, analysiert deren Bonitätsprüfungen und vergleicht sie mit internationalen Anbietern.

7. Risiken und Sicherheiten: Das Kapitel wendet die Principal-Agent-Theorie auf das P2P-Lending an und erörtert Risikomanagement-Strategien wie Anlegerpools oder Zertifikate.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Kreditaufnahme über Privatkreditplattformen als sinnvolle, wenn auch nur ergänzende Finanzierungsalternative für Kleinunternehmer.

Schlüsselwörter

Kleinunternehmen, Privatkredit, P2P Lending, Finanzierung, Bankkredit, Bonitätsprüfung, SMAVA, AUXMONEY, Basel II, Principal-Agent-Theorie, Liquidität, Zinsrisiko, Factoring, Außenfinanzierung, Investition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Finanzierung von Kleinunternehmen durch Privatkreditplattformen, insbesondere im Vergleich zur klassischen Bankenfinanzierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Finanzierungssituation kleiner Unternehmen, die Funktionsweise von P2P-Plattformen, Methoden der Bonitätsprüfung und das Risikomanagement bei dieser Finanzierungsform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit die Kreditaufnahme über Privatkreditplattformen eine tragfähige Alternative oder ergänzende Finanzierungsmöglichkeit für kleine und mittelständische Unternehmen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, die Untersuchung von Unternehmensdaten der Plattformen und die Anwendung ökonomischer Theorien (wie der Principal-Agent-Theorie) zur Analyse des Kreditvergabeprozesses.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gängigen Finanzierungswege, die spezifischen Abläufe bei deutschen P2P-Plattformen (SMAVA/AUXMONEY), die damit verbundenen Risiken sowie die Auswirkungen regulatorischer Rahmenbedingungen wie Basel III.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kleinunternehmen, Privatkredit, P2P Lending, Bonitätsprüfung und Finanzierungsalternative charakterisieren.

Wie unterscheiden sich die Bonitätsprüfungen bei SMAVA und AUXMONEY?

SMAVA führt eine verpflichtende Identitäts- und Bonitätsprüfung (via SCHUFA) durch, während AUXMONEY auf freiwillige Zertifikate setzt, bei denen der Kreditnehmer selbst entscheidet, welche Bonitätsdaten er gegen Gebühr offenlegen möchte.

Warum spielt die Principal-Agent-Theorie bei diesen Plattformen eine Rolle?

Sie hilft zu erklären, welche Informationsasymmetrien zwischen Kreditnehmer (Agent) und Anleger (Prinzipal) bestehen – etwa bei der Verwendung des Kreditbetrags – und wie die Plattformen versuchen, diese durch Screening- und Signalling-Mechanismen zu reduzieren.

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Résumé des informations

Titre
Privatkreditplattformen als Finanzierungsmodell für Kleinunternehmen - Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen
Université
Saarland University
Note
2,7
Auteur
Christian Recktenwald (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
99
N° de catalogue
V173066
ISBN (ebook)
9783640939893
Langue
allemand
mots-clé
P2P Lending peer-to-peer lending Privatkredit Finanzierung Kleinunternehmen Privatkreditplattformen Online Lending
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Recktenwald (Auteur), 2011, Privatkreditplattformen als Finanzierungsmodell für Kleinunternehmen - Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173066
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Extrait de  99  pages
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