Kett – mehr als nur eine Methode. Die religionspädagogischen Praxis nach Franz Kett


Hausarbeit, 2011

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Religionspädagogischen Praxis (RPP)

3. Das Menschenbild

4. Die Prinzipien

5. Die Inhalte

6. Die Methoden

7. Das Leitziel

8. Einordnung in religionspädagogische Konzepte

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kett - mehr als nur eine Methode". Das Thema habe ich gewählt, weil ich bis jetzt unter dem Namen Kett nur die Methode des Bodenbilderlegens mit einem bestimmten Material kannte.

Diese Arbeit soll beschreiben, was hinter der Religionspädagogischen Praxis steckt, an deren Entstehung Franz Kett mitbeteiligt war. Hierzu sollen im Folgenden die Entstehung, das Menschenbild, die Prinzipien, Inhalte und Methoden sowie das Leitziel erläutert werden. Abschließend wird dann versucht die Religionspädagogische Praxis in eines der religionspädagogischen Konzepte einzuordnen.

Da ich mich näher mit den Hintergründen und dem Konzept der Religionspädagogischen Praxis beschäftigen will, werde ich nicht auf deren konkrete Umsetzung im schulischen Bereich eingehen.

2. Die Entstehung der Religionspädagogischen Praxis (RPP)

Unter der RPP lässt sich eine pädagogische Konzeption verstehen, die zwischen 1972 und 1978 entstand und für den Bereich des Kindergartens entwickelt wurde. Im Kontext dieser Jahre vollzogen sich Bildungsreformen im Bezug auf diesen Bereich, sodass sich auch die Kirche in der Pflicht sah ihre pädagogischen Konzepte zu überarbeiten, da sie ein Träger vieler Kindertagestätten war. Es wurde eine Kommission vom Zentralverband katholischer Kindertagesstätten eingesetzt, die für Neuerungen der Konzepte sowie für die Ausbildung der Erzieherinnen verantwortlich war. In Folge dessen entwickelten sich drei verschiedene Entwürfe zur religiösen Erziehung, wobei einer dieser drei die „Religionspädagogische Praxis" nach Schwester (Sr.) Esther Kaufmann und Franz Kett war. „Damit werden sowohl eine pädagogische Konzeption, wie auch das Organ bezeichnet, in dem diese Pädagogik ihre Darstellung findet."1 Dieses Organ ist eine Zeitschrift, welche seit 1978 alle drei Monate unter der Schriftführung von Franz Kett erscheint. Sie stellt die RPP unter eben demselben Namen dar.

Zwischen den beiden Begründern der RPP kam es in den genannten Jahren zu einer ertragreichen Zusammenarbeit. Sr. Esther Kaufmann war Erzieherin in einem kirchlichen Kindergarten und Franz Kett Dozent für katholische Theologie und Religionspädagogik.2 Anstoß für ihre Arbeit gab die Frage, wie Kinder „von Gott begeistert und angerührt werden" können.

Dies kann von Eltern und ErzieherInnen erreicht werden, indem ihre Erziehung „Einstellungen weckt, Haltungen stärkt, Wege zu den Herzen öffnet, nach einer Sprache und nach Bildern sucht, die berühren, damit Gottes Geist [...] wahrgenommen und Gott geliebt werden kann."3

Die RPP entwickelte sich aus Erfahrungen heraus. Das bedeutet, dass nicht zuerst eine Konzeption entwickelt wurde, an welche sich gerichtet werden könnte. Vielmehr wurden die Herausforderungen der ErzieherInnen, Eltern und Kinder aufgegriffen. Alle Fragen und Antworten, Denkweisen aber auch die Art, wie Kinder die Welt entdecken stellen Herausforderungen dar. Sie verlangen, dass es ihnen ermöglicht wird sich das Wesentliche eines Sachverhalts mithilfe elementarer Vermittlungsformen zu erschließen. Hierzu gehören Sprache, Körpersprache, Bildgestaltung und Handeln.4

3. Das Menschenbild

„Der Mensch ist ein Individuum und auf Selbstwerdung angelegt. Er ist dabei verwiesen auf andere Menschen und eingebunden in die Umwelt.

Der Mensch ist eine leib-seelisch-geistige Einheit und Ganzheit. Sein Leben zentriert sich um eine personale Mitte. Ursprung und Ziel des Menschen liegen in einem absoluten schöpferischen Sinn- und Seinsgrund."5

Die Erziehung hilft dem Menschen seine Individualität im Laufe seines Lebens zu entwickeln, da diese verborgen, unentfaltet und verengt ist. Mit der Selbstwerdung des Menschen ist gemeint, dass er zu dem wird, der er eigentlich ist. Einfacher gesagt: Er soll „im Einklang mit sich selbst sein". Diese Entwicklung zu sich selbst folgt einer gewissen Vorgabe, die es zu erfüllen gilt. Sie muss zunächst entdeckt und dann verwirklicht werden. Die Selbstfindung kann aber nicht ohne andere Menschen gelingen. Ich finde an und mit anderen zu meinem Selbst, sowie andere an und mit mir zu ihrem Selbst finden. Andere

Menschen können einem geben, was man sich selbst nicht geben kann und sie fordern zu Entwicklungen heraus. Ebenso verhält es sich mit der Umwelt. Der Mensch wird in sie hineingeboren. Er kann sich ihr nicht entziehen. Weiterhin bietet diese Umwelt dem Menschen „Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten und zu verwirklichen."

Eine Eigenschaft des Mensch-Seins ist die Verbundenheit von Leib, Seele und Geist zu einer Einheit. Somit kann die Selbstwerdung des Menschen nur gelingen, wenn Leib, Seele und Geist einbezogen werden (Ganzheitlichkeit).

Die personale Mitte meint eine Größe, die vernimmt, „was zur Selbstwerdung des Menschen notwendig ist." Sie kann ihm bewusst werden, sodass er weiß, was zu tun ist. Physische, psychische und mentale Anregungen treffen hier zusammen und werden ausgeschöpft. Der Mensch hat seinen Ursprung und Ziel in einem absoluten schöpferischen Sinn- und Seinsgrund. Dies bedeutet, dass ein Sinn- und Seinsgrund existiert, der Sinn und Energie für das Leben gibt und ohne den keine Existenz möglich wäre. Da er alles für immer umfasst, ist er absolut. Der schöpferische Anteil im Seinsgrund zeigt sich darin, dass es immer wieder neue Seins-Möglichkeiten gibt, sodass dem Menschen ermöglicht wird auch selbst schöpferisch tätig zu werden und seinen Selbstwerdungsprozess voranzutreiben. Auch der Sinngrund ist schöpferisch, denn „er verknüpft beständig, 'situativ' und flexibel alles, was wird und sich ereignet, mit Sinn." Die RPP sieht die Selbstwerdung als Prozess, der in diesem Zusammenhang steht. Unter der Selbstwerdung lässt sich verstehen, dass Menschen darauf vertrauen, dass in den Impulsen des Seinsgrundes ein Sinn liegt, nämlich der Sinn ihres Lebens. Hierin lässt sich die Verbindung des Ursprungs und Ziels des menschlichen Lebens erkennen. Da sich die RPP als christlich-religiös versteht, liegt der Sinn- und Seinsgrund in Gott.6

[...]


1 Kett, F./Koczy, R.: Die Religionspädagogische Praxis - Ein Weg der Menschwerdung, Landshut 2009, S.8.

2 Vgl. Kett/Koczy (2009, 9f).

3 Kett, F.: 25 Jahre Religionspädagogische Praxis. In: Religionspädagogische Praxis 2003/4. S. 3.

4 Vgl. Kett/Koczy (2009, 13).

5 Schneider, M.: Religionspädagogische Praxis als Weg ganzheitlicher Erziehung - Ein Darstellungsund Interpretationsversuch, Landshut 1996, S. 20.

6 Vgl. Schneider (1996, 20ff).

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kett – mehr als nur eine Methode. Die religionspädagogischen Praxis nach Franz Kett
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V173077
ISBN (eBook)
9783640931958
ISBN (Buch)
9783640931651
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religionspädagogische Praxis
Arbeit zitieren
Meike Voß (Autor:in), 2011, Kett – mehr als nur eine Methode. Die religionspädagogischen Praxis nach Franz Kett, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173077

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