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Die Darstellung und Vermittlung von Wissenschaftsgeschichte

Die Darstellung von Wissenschaft in unserer Gesellschaft seit dem 18.Jahrhundert am Beispiel des Gehirnforschers Franz Joseph Gall

Title: Die Darstellung und Vermittlung von Wissenschaftsgeschichte

Term Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jennifer Reimer (Author)

History - Miscellaneous
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Seit dem 18. Jahrhundert wird die Wissenschaftsgeschichte als eine Geschichte von Erfolgen dargestellt. Es handelt sich um die Darstellungen von berühmten Forschern und Geschichtsschreibern, die geradlinig wissenschaftliche Erkenntnisse als eine Fortschrittsgeschichte vermitteln.
Doch es gibt auch eine andere Betrachtungsweise der Wissenschaft, die nicht die chronologisch aufgeführten Erfolge darstellt, sondern eine, die die Erkenntnisse als Prozessgeschichte versteht und auf ihre Auswirkungen und Nützlichkeit untersucht.
Es soll analysiert und erläutert werden, aus welchen Gründen Wissenschaftsgeschichte betrieben wird und warum sie in unserer Gesellschaft als etwas Positives empfunden wird, beziehungsweise ohne Hintergrundwissen allgemeine Gültigkeit erhalten kann.
Des Weiteren soll betrachtet werden, wie sich die Erkenntnisse der Wissenschaft auf unsere Gesellschaft auswirken und warum bestimmte Theorien großen Erfolg haben.
Betrachten wir wissenschaftliche Erkenntnisse objektiv oder muss ein bestimmter Nutzen dahinter stecken, damit sich Theorien in unserer Gesellschaft etablieren?
Wissenschaft hat in der breiten Öffentlichkeit einen Legitimationsdruck, dessen Gründe in dieser Arbeit untersucht werden sollen.
Die Rolle der Zeitungen als Vermittler zwischen Wissenschaft und Gesellschaft soll in die Ausführungen auch mit einbezogen werden.
Am Beispiel der Geschichte von dem erfolgreichen Mediziner Franz Joseph Gall, dem Begründer der Lehre der Phrenologie, soll untersucht werden, warum sich Theorien in unserer Gesellschaft etablieren und was vorläufige Ergebnisse von Wissenschaft für Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben.
Die folgenden Ausführungen sollen die Geschichte der Wissenschaft kritisch durchleuchten am Beispiel des Wissenschaftlers Franz Joseph Gall. Erst wird die Idee und die Geschichte von Franz Joseph Gall erläutert, um dann die Auswirkung der Lehre in Bezug auf die Wissenschaftsgeschichte und unsere Gesellschaft kritisch zu interpretieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WARUM WIRD WISSENSCHAFTSGESCHICHTE BETRIEBEN

3. DER VERMITTLER VON WISSENSCHAFTSGESCHICHTE

4. DIE DARSTELLUNG VON WISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN AM BEISPIEL VON FRANZ JOSEPH GALL

4.1. Die Geschichte von Franz Joseph Gall und die Lehre der Phrenologie

4.2. Wie wirkte sein Werk auf seine Zeitgenossen und warum war er so erfolgreich?

4.3. Auswirkungen der Lehre von Franz Joseph Gall in Bezug auf die Geschichte der Wissenschaft

5. FAZIT

6. ANHANG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Wissenschaftsgeschichte als Prozessgeschichte und analysiert, warum sich bestimmte wissenschaftliche Theorien in der Gesellschaft etablieren, selbst wenn sie wissenschaftlich umstritten sind. Am Beispiel des Gehirnforschers Franz Joseph Gall und dessen Phrenologie wird beleuchtet, wie gesellschaftliche Bedürfnisse nach Selbsterkenntnis sowie die mediale Vermittlung zur Legitimation und zum Erfolg von Theorien beitragen.

  • Die Wissenschaftsgeschichte als Prozessgeschichte vs. Erfolgsgeschichte.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Bedürfnisse auf die Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse.
  • Die Rolle der Medien als Vermittler und deren Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung.
  • Die Phrenologie nach Franz Joseph Gall als Fallbeispiel für gesellschaftliche Determinismus-Tendenzen.
  • Der Legitimationsdruck der Wissenschaft in der Öffentlichkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Geschichte von Franz Joseph Gall und die Lehre der Phrenologie

Der Begründer der Phrenologie, Franz Joseph Gall (*1758-†1828) in Tiesenbrunn bei Pforzheim geboren, erklärt eine neue Lehre in der Hirnforschung.

Er studiert Medizin in Straßburg und Wien und erhält 1785 seinen Doktortitel. Schon im Kindesalter fällt ihm auf, dass die Menschen sich durch verschiedene Eigenschaften und Talente unterscheiden. Im Verlauf seines Medizinstudiums beschäftigt sich Gall weiter mit seinen Beobachtungen. „Während seines Medizinstudiums stellte Gall fest, daß Studenten mit hervorstehenden Augen auch ein ausgezeichnetes Gedächtnis besaßen."10 Er beschäftigt sich mit der Lokalisation des speziellen Seelenvermögens oder den Fähigkeiten, die sich am Verhalten und an den Eigenschaften einzelner Menschen beobachten lassen.11 Er beruft sich auf seine eigenen Beobachtungen, die er seit seiner frühesten Jugend an seinen Geschwistern und Mitschülern gemacht hat und auch auf die Sprache des Volkes oder der Gesellschaft, „[...], wenn von dem sittlichen und geistigen Charakter der Einzelmenschen die Rede ist."12 Er erklärt sich die Verhaltensweisen und Neigungen aus den unterschiedlichen Schädelformen der Menschen, da diese auf die darunter liegenden Hirnorgane hinweisen.

Nicht nur besondere Begabungen und Talente seien dem Menschen angeboren, sondern auch seine schlechten und kriminellen Eigenschaften. Das Gehirn sei das Organ aller Fakultäten, aller geistigen und seelischen. 13 Den Zusammenhang zwischen den Charaktereigenschaften und äußeren Merkmalen zu beweisen, macht er sich zur Lebensaufgabe. Er betrachtet bei seinen Untersuchungen nicht das Gehirn selbst, sondern erkennt an der Schädelform des Menschen, wie ausgeprägt seine Hirnorgane vorhanden sind. Diese Organe sind für ihn der Ursprung geistiger Fähigkeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die wissenschaftsgeschichtliche Betrachtungsweise ein und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle von Medien und gesellschaftlichen Bedürfnissen bei der Etablierung wissenschaftlicher Theorien am Beispiel Galls.

2. WARUM WIRD WISSENSCHAFTSGESCHICHTE BETRIEBEN: Dieses Kapitel hinterfragt den Nutzen der Wissenschaftsgeschichte und argumentiert, dass sie oft dem Legitimationsbedarf der Gesellschaft unterliegt, statt nur objektive Wahrheiten abzubilden.

3. DER VERMITTLER VON WISSENSCHAFTSGESCHICHTE: Hier wird die zentrale Rolle der Medien, insbesondere der Zeitungen, bei der Verbreitung und Inszenierung wissenschaftlicher Erkenntnisse als zweckgebundene Sensationen beschrieben.

4. DIE DARSTELLUNG VON WISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN AM BEISPIEL VON FRANZ JOSEPH GALL: Das Hauptkapitel analysiert Galls Phrenologie, seinen Erfolg durch öffentliche Inszenierung sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen seiner Lehre.

5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wissenschaftsgeschichte als Prozessgeschichte verstanden werden sollte und die Vorläufigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse stets im Kontext des gesellschaftlichen Nutzens betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Wissenschaftsgeschichte, Prozessgeschichte, Franz Joseph Gall, Phrenologie, Hirnforschung, Medien, Wissenschaftskommunikation, Gesellschaft, Selbsterkenntnis, Legitimation, Hirnorgane, Charaktertheorie, Determinismus, Wissenschaftskritik, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum bestimmte wissenschaftliche Theorien gesellschaftlich akzeptiert werden und welche Rolle dabei die Darstellung durch Medien spielt, wobei sie die Wissenschaftsgeschichte als einen dynamischen Prozess begreift.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Wissenschaftsgeschichte, Medienwirkung, die Geschichte der Hirnforschung und der Einfluss gesellschaftlicher Bedürfnisse auf die Akzeptanz von Theorien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, aus welchen Gründen Wissenschaftsgeschichte betrieben wird und warum Theorien in der Gesellschaft erfolgreich sind, auch wenn sie keine empirische Basis haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftshistorische Perspektive, indem sie die Erkenntnisse von Franz Joseph Gall kritisch durchleuchtet und in den Kontext der Zeit sowie heutiger Erkenntnisse einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Lehre der Phrenologie von Gall, die Rolle der zeitgenössischen Presse bei seinem Erfolg sowie die Auswirkungen seiner Theorien auf die Gesellschaft detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wissenschaftsgeschichte, Phrenologie, Medien, Gesellschaft, Selbsterkenntnis und Erkenntniskritik.

Warum war Franz Joseph Gall trotz fehlender empirischer Basis so erfolgreich?

Gall traf mit seiner Theorie ein Bedürfnis der damaligen Gesellschaft nach Selbsterkenntnis und verstand es, seine Thesen durch sensationelle Vorträge und mediale Präsenz perfekt zu inszenieren.

Welche moralischen Konsequenzen hatte Galls Lehre?

Durch die Annahme, dass Charaktereigenschaften durch äußere Merkmale determiniert sind, lieferte seine Lehre eine pseudo-wissenschaftliche Rechtfertigung für Rassismus und Determinismus.

Welche Rolle spielt Paul Broca im Kontext der Arbeit?

Paul Broca wird als Beispiel angeführt, wie aus einer (fälschlicherweise) vermuteten Lokalisation von Hirnfunktionen später tatsächlich wissenschaftlich nachweisbare Erkenntnisse, wie das Sprachzentrum, hervorgehen konnten.

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Details

Title
Die Darstellung und Vermittlung von Wissenschaftsgeschichte
Subtitle
Die Darstellung von Wissenschaft in unserer Gesellschaft seit dem 18.Jahrhundert am Beispiel des Gehirnforschers Franz Joseph Gall
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
Wissenschaft macht Geschichte
Grade
1,0
Author
Jennifer Reimer (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V173103
ISBN (eBook)
9783640932764
ISBN (Book)
9783640933136
Language
German
Tags
darstellung vermittlung wissenschaftsgeschichte darstellung wissenschaft gesellschaft jahrhundert beispiel gehirnforschers franz joseph gall
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Reimer (Author), 2010, Die Darstellung und Vermittlung von Wissenschaftsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173103
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