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Das Geschichtsverständnis Michel Foucaults und der zweiten Generation der "Annales-Schule" im Vergleich

Title: Das Geschichtsverständnis Michel Foucaults und der zweiten Generation der "Annales-Schule" im Vergleich

Term Paper , 2025 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: John Schröder (Author)

History - Miscellaneous
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Michel Foucault gehörte zu den größten Kritikern einer sogenannten „traditionellen“ Geschichtsschreibung. Er forderte neue Formen der Geschichtswissenschaft, die sich von der althergebrachten Geschichtsphilosophie unterscheiden und er war nicht alleine mit dieser Forderung. Mit der sogenannten „Annales-Schule“ gab es bereits ab den 1920ern den Versuch, Geschichtswissenschaft anders zu betreiben. In dieser Hausarbeit sollen die theoretischen Bezüge zwischen Foucaults geschichtlichem Denken und dem der Annales miteinander verglichen werden.

In dieser Hausarbeit wird in einem ersten Schritt die Quelle „Zur Geschichte zurückkehren“ mithilfe äußerer und innerer Quellenkritik analysiert und so das foucault’sche Geschichtsverständnis herausgearbeitet. Zweitens wird das Geschichtsbild der Annales der zweiten Generation grob skizziert, um dann im dritten und letzten Schritt der Analyse die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Foucault und der Annales darzustellen. Das Fazit bündelt die Ergebnisse und nimmt konkret Bezug auf die Forschungsfrage.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Foucaults „Zur Geschichte zurückkehren“

2.1. Äußere Quellenkritik

2.2. Inhalt und Gegenstand der Quelle (Innere Quellenkritik)

2.2.1. Die Beziehung zwischen Strukturalismus und Geschichte

2.2.2. Kritik am Strukturalismus

2.2.3. Geschichte als Analyse der Transformation

2.2.4. Konsequenzen serieller Geschichte

2.2.5. Schlussfolgerungen

3. Die „Annales“ der zweiten Generation

3.1. Allgemeines zur „Annales“

3.2. Geschichtsschreibung in der zweiten „Annales-Generation“

3.2.1. Verschiedene Zeitdauern

3.2.2. Quantitative Geschichte

3.2.3. Kontinuitäten

4. Vergleich der beiden Geschichtsverständnisse

4.1. Foucault als Teil der Annales?

4.2. Gemeinsamkeiten

4.3. Unterschiede

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das geschichtswissenschaftliche Verständnis Michel Foucaults, basierend auf seinem Vortrag „Zur Geschichte zurückkehren“, mit den theoretischen Ansätzen der „Zweiten Generation“ der Annales-Schule zu vergleichen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bezüge und Differenzen in den jeweiligen Geschichtsbildern der beiden Akteure.

  • Theoretische Grundlagen von Michel Foucaults Geschichtsdenken
  • Methodische Ansätze der zweiten Annales-Generation (insb. Fernand Braudel)
  • Konzept der seriellen Geschichte als Bindeglied
  • Vergleich von Zeitdauern (durées) und Ereignisbegriffen
  • Kontinuität versus Diskontinuität als zentraler Analysepunkt

Auszug aus dem Buch

(b) Ereignis („serielle Geschichte“)

Der zweite Grundbegriff, der laut Foucault essentiell für die Geschichtsschreibung ist, ist das Ereignis. Von der traditionellen Geschichtsschreibung werde der neuen Geschichtsschreibung („zeitgenössische Geschichte“) oft vorgeworfen, sie „interessiere sich immer weniger für die Ereignisse und immer mehr für bestimmte weite und allgemeine Phänomene“. Foucault sieht das aber anders, er meint, dass gerade in der neuen Geschichtsschreibung, der sogenannten „seriellen Geschichte“, das Ereignis wieder richtig verstanden wird. Diese „serielle Geschichte“ mache Ereignisse und vor allem Gruppen von Ereignissen wieder zum zentralen Thema.

Drei Merkmale serieller Geschichte sind für Foucault wichtig: (1) Serielle Geschichte orientiert sich nicht an einem vorher schon konstituierten Gegenstand, sondern bestimmt den Gegenstand anhand der untersuchten Dokumente. Als Beispiel dafür führt Foucault eine historische Untersuchung von Chaunu über den Hafen Sevillas an, in der dieser – ausgehend von Handelsdokumenten über Exporte, Importe, Anzahl der Schiffe, Verkaufspreise etc. – eine Geschichte der Stadt geschrieben hat. (2) Serielle Geschichte stellt sodann von diesen Dokumenten interne und externe Relationen her. Es sollen keine sozialen oder geistigen Wirklichkeiten erfasst werden (das wäre „traditionelle Geschichtsschreibung“), sondern schlichtweg die Beziehungen zwischen den einzelnen Dokumenten(-gruppen) aufgezeigt werden. (3) Durch serielle Geschichte könne man zudem Ereignisse sichtbar machen, die sonst verborgen bleiben würden. Während nämlich die traditionelle Geschichte das Sichtbare als Ereignis verstehe und den Historiker als denjenigen, der die Ursache und den Sinn dieser sichtbaren Ereignisse bestimmt, gehe die serielle Geschichte davon aus, dass es verschiedene Ereignisschichten gibt, nämlich sichtbare und unsichtbare.

Kapitelzusammenfassungen

1. Einleitung: Hier wird das Forschungsvorhaben dargelegt, Foucaults Geschichtsverständnis mit der zweiten Generation der Annales-Schule zu vergleichen.

2. Foucaults „Zur Geschichte zurückkehren“: Dieses Kapitel analysiert Foucaults Vortrag und arbeitet dessen Verständnis von Geschichte als Analyse von Transformation und serieller Geschichte heraus.

3. Die „Annales“ der zweiten Generation: Es wird ein Überblick über die zweite Annales-Generation gegeben, wobei Schwerpunkte wie die verschiedenen Zeitdauern und die quantitative Methode erläutert werden.

4. Vergleich der beiden Geschichtsverständnisse: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten und der zentrale Unterschied in der Bewertung von Kontinuität und Diskontinuität explizit gegenübergestellt.

5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass trotz großer Überschneidungen Foucaults Ablehnung von Totalitätsansprüchen ihn von der Annales trennt.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Annales-Schule, Zweite Generation, Fernand Braudel, Serielle Geschichte, Geschichtsphilosophie, Strukturalismus, Transformation, Zeitdauern, Ereignisbegriff, Diskontinuität, Kontinuität, Nouvelle Histoire, Geschichtswissenschaft, longue durée.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem geschichtswissenschaftlichen Denken von Michel Foucault und dem der sogenannten zweiten Generation der Annales-Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Geschichtsbild, die Rolle des Ereignisses, das Verständnis von Zeitdauern (durées) sowie die Anwendung der seriellen Geschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Bezüge zwischen Foucaults Vortrag „Zur Geschichte zurückkehren“ und dem methodischen Ansatz der zweiten Annales-Generation aufzuzeigen und zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der eine primäre Quelle (Foucault) sowie fachwissenschaftliche Literatur zur Annales-Schule herangezogen wurden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Foucault-Quelle, die Skizzierung der methodischen Grundlagen der Annales-Schule und den direkten Vergleich beider Ansätze.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören die „serielle Geschichte“, „longue durée“, „Strukturalismus“, „Diskontinuität“ und „neue Geschichte“.

Warum ist die Abgrenzung zur „traditionellen“ Geschichtsschreibung für beide Akteure so wichtig?

Sowohl Foucault als auch die Annales lehnen eine rein ereigniszentrierte und teleologische Geschichtsschreibung ab, da diese das tiefere Verständnis gesellschaftlicher Transformationsprozesse behindert.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Foucault auf die Annales?

Der Autor stellt fest, dass Foucault eher ein Außenseiter blieb, dessen Ideen zwar die dritte Generation beeinflussten, der aber keine zentrale Rolle innerhalb der zweiten Generation spielte.

Welchen zentralen Unterschied identifiziert die Arbeit zwischen Foucault und der Annales?

Der Hauptunterschied liegt im Umgang mit Kontinuität: Während die Annales-Schule Forschungsergebnisse in eine totale Perspektive einordnet, betont Foucault konsequent die Diskontinuität und lehnt Gesamtbilder ab.

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Details

Title
Das Geschichtsverständnis Michel Foucaults und der zweiten Generation der "Annales-Schule" im Vergleich
College
University of Siegen  (Historisches Seminar)
Grade
2,0
Author
John Schröder (Author)
Publication Year
2025
Pages
17
Catalog Number
V1731067
ISBN (PDF)
9783389192917
ISBN (Book)
9783389192924
Language
German
Tags
geschichtsverständnis michel foucaults generation annales-schule vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
John Schröder (Author), 2025, Das Geschichtsverständnis Michel Foucaults und der zweiten Generation der "Annales-Schule" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1731067
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