„‘I’M STILL HERE‘ This scene made me want to LIVE“ (Beawilderment: 2022) ist nur ein Kommentar von vielen zu einer bestimmten tiefgründigen Szene aus der US-Amerikanischen Serie Stranger Things. Viele Leute scheinen sich darin einig zu sein, dass diese Szene den individuellen Kampf mit den inneren Dämonen widerspiegelt (Still watching Netflix: 2022). Gegenstand dieser Ausarbeitung ist die Analyse genannter Szene hinsichtlich ihrer multimodalen metaphorischen Inszenierung von Depression und ihrer Bewältigung. Wird diese konkrete Szene im Gesamtzusammenhang von Staffel vier betrachtet, wirkt das Sujet Depression keinesfalls willkürlich, da die Protagonistin Max Mayfield typische depressive Symptome aufzeigt (Duffer 2022). Anlehnend an die CMT-Theorie, stellen die Krankheit Depression sowie ihre Bewältigung als abstrakte Konzepte die Zieldomänen dar. Diese sollen mit konkreten Eigenschaften näher beschrieben und verstanden werden (Forceville 2009). Da in Filmen einiges gleichzeitig geschieht, wird die Herstellung von Ähnlichkeit durch gleichzeitiges Signalisieren erzeugt. Demnach verweisen visuelle, gesprochene, nonverbale Zeichen sowie Sounds und Musik auf die Zieldomäne (Forceville 2009). Ziel dieser Arbeit ist es, die konkrete Umsetzung metaphorischer Multimodalität zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Filmische Metaphern
2.1 Quelldomäne Raum
2.2 Quelldomäne Bewegung
2.3 Quelldomäne Kraft
2.4 Quelldomäne Musik
2.5 Quelldomäne Skala
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert anhand einer spezifischen Szene aus der Serie Stranger Things, wie Depression und deren Bewältigung durch multimodale filmische Inszenierung metaphorisch dargestellt werden.
- Anwendung der Conceptual Metaphor Theory (CMT) auf audiovisuelle Medien.
- Untersuchung der metaphorischen Verknüpfung zwischen abstrakten Konzepten und visuellen/auditiven Zeichen.
- Analyse der Rolle von Musik und visueller Gestaltung bei der Darstellung emotionaler Zustände.
- Darstellung des Kampfes gegen Depression als dynamischer Prozess.
Auszug aus dem Buch
2. Filmische Metaphern
Bevor auf die konkreten Quelldomänen eingegangen wird, soll auf eine mögliche Leitmetapher der gesamten Szene Bezug genommen werden. Aus Vecna, dem Antagonisten, kann eine Metapher abgeleitet werden, die zunächst auf einer Metonymie basiert (Goosens 1990: 336). Abbildung 1 stellt ein Close-Up dar (Fahlenbrach 2017: 98). Seine bösartigen Augen bzw. die Mimik verdeutlichen sein unmenschliches und bestialisches Wesen. Zusätzlich spricht er äußerst kritisch zu seinem Opfer Max: „They can’t help you, Max. There’s a reason you hide from them. You belong here with me“ (Still watching Netflix 2022: 01:00-01:18). Daraus ergeben sich die Metonymien HOSTILE MIMICS FOR VECNA bzw. CRITICAL VOICE FOR VECNA. Dies betrifft das Konzept TRAIT FOR PERSON, da die Eigenschaften aus der gleichen Domäne stammen und nur auf einen Teil von Vecna in seiner Gesamtheit verweisen. Dies lässt sich erweitern, indem diese Eigenschaften auf Depression zu CRITICAL VOICE FOR DEPRESSION gemappt werden, da Betroffene oftmals eine innere selbstkritische Stimme haben. Der Übergang zur ontologischen Metapher und damit zu zwei unterschiedlichen Domänen, geschieht, indem Vecna als konkrete Personifizierung des abstrakten Krankheitsbildes angesehen wird und damit als physische Kraft (Lakoff & Johnson 1980: 33). Dementsprechend kann DEPRESSION IS A FIGHT AGAINST A CONTROLLING FORCE als Leitmetapher angesehen werden. Allerdings ist zu beachten, dass diese nicht statisch ist, sondern von Dynamik geprägt ist und demnach mit Unterkategorien ausgebaut werden kann. Auf diese wird im Folgenden eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Analyse der depressiven Thematik in Stranger Things ein und definiert das Ziel, die Umsetzung metaphorischer Multimodalität zu untersuchen.
2. Filmische Metaphern: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem die filmische Inszenierung der Depression in verschiedene Quelldomänen wie Raum, Bewegung, Kraft, Musik und Skala unterteilt und analysiert wird.
2.1 Quelldomäne Raum: Hier wird erläutert, wie durch die Gestaltung des "Upside Down" das Gefühl des Gefangenseins und der Isolation metaphorisch dargestellt wird.
2.2 Quelldomäne Bewegung: Dieser Abschnitt analysiert die körperliche Lähmung von Max als Metapher für den Kontrollverlust bei einer Depression.
2.3 Quelldomäne Kraft: Das Kapitel untersucht, wie Vecnas Einfluss als physische Kraft und der Kampf gegen diesen metaphorisch inszeniert werden.
2.4 Quelldomäne Musik: Hier wird die heilsame Funktion von Musik als emotionale Stütze und therapeutische Metapher für den Bewältigungsprozess dargelegt.
2.5 Quelldomäne Skala: Der Abschnitt betrachtet die Flucht von Max als Weg, der die Höhen und Tiefen sowie die notwendige Unterstützung beim Überwinden einer Depression symbolisiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die multimodale Inszenierung den Kampf gegen die Depression eindrücklich sichtbar macht und betont die Bedeutung von zwischenmenschlichen Verbindungen für den Heilungsprozess.
Schlüsselwörter
Stranger Things, Depression, Metaphorik, Multimodalität, CMT-Theorie, Filmische Inszenierung, Vecna, Max Mayfield, Leitmetapher, Bewältigungsstrategien, Audiovisuelle Medien, Metonymie, Emotionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert eine zentrale Szene aus der Serie Stranger Things, um zu verstehen, wie das abstrakte Konzept einer Depression durch audiovisuelle und filmische Mittel metaphorisch dargestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die multimodale Metaphorik, die Darstellung psychischer Erkrankungen im Film sowie die Bedeutung von Musik und visueller Gestaltung in emotionalen Erzählkontexten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die spezifische Umsetzung metaphorischer Multimodalität zu untersuchen und aufzuzeigen, wie komplexe emotionale Zustände durch filmische Quelldomänen vermittelt werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Analyse basiert auf der Conceptual Metaphor Theory (CMT), ergänzt durch Ansätze zur Analyse non-verbaler und multimodaler Metaphern im filmischen Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von fünf verschiedenen Quelldomänen: Raum, Bewegung, Kraft, Musik und Skala, die jeweils zur metaphorischen Beschreibung von Depression und Bewältigung dienen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Multimodalität, Conceptual Metaphor Theory, filmische Metaphorik, psychische Krankheitsbilder und audiovisuelle Metonymien charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Figur Vecna in der metaphorischen Analyse?
Vecna fungiert als konkrete Personifizierung der Depression, wobei seine Interaktionen mit der Protagonistin Max als Kampf gegen eine kontrollierende Kraft metaphorisch gerahmt werden.
Wie wird die Rolle von Musik für die Protagonistin Max interpretiert?
Musik wird im Kontext von Max als lebensnotwendige "musikalische Rettungsleine" interpretiert, die emotionale Erinnerungen aktiviert und als therapeutisches Mittel zur Bewältigung der depressiven Krise dient.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2026, Multimodale Metaphorisierung von Depression in der Serie "Stranger Things", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1731192