Diese Arbeit beschäftigt sich mit körperlich behinderten Menschen (v. a. mit den Menschen, die im Rollstuhl sitzen müssen), mit den gehörlosen und den sehbehinderten bzw. blinden Menschen. Dabei stellt sich uns die Frage, welche Anerkennung diese Behinderten durch ihre Umwelt erfahren.
Um diese Frage beantworten zu können, haben wir verschiedene öffentliche Einrichtungen/Institutionen ( z.B. Polizei, Arbeitsamt, Krankenkasse) besucht und geschaut und auch gefragt, ob die jeweilige Institution behinderten gerecht ist. Dabei sind wir hauptsächlich auf die körperlich Behinderten eingegangen. Wir haben nach folgenden Dingen geschaut:
Gibt es Aufzüge oder Rampen, falls das Gebäude nicht ebenerdig ist?
Gibt es Behindertenparkplätze?
Gibt es Seiteneingänge, falls die Türen sich nicht automatisch öffnen oder falls der Hauseingang nur durch Treppen zu erreichen ist?
Gibt es eventuell Behindertentoiletten?
Auf die Gruppe der Gehörlosen und Blinden konnten wir dabei nur wenig eingehen, denn welche Möglichkeiten gibt es, öffentliche Einrichtungen für Blinde oder Gehörlose behindertengerecht zu machen?! Gab es in dieser Richtung eine Besonderheit, wurde dies natürlich notiert. Diese unterschiedlichen Einrichtungen wurden in sieben verschiedenen Städten besucht und danach miteinander verglichen.
Weiterhin haben wir uns erkundigt, welche Freizeitmöglichkeiten es für diese drei Arten von Behinderungen gibt, z. B. Kinos für Gehörlose mit Untertiteln. Und welche Sportangebote es für diese Behinderungen gibt und ob es überhaupt welche gibt. Außerdem haben wir uns gefragt, wie die gesellschaftliche Stellung für die Behinderten ist. Dabei orientierten wir uns an Strategien und Theorien aus Büchern, die wir dann auf diese drei Arten von Behinderung bezogen haben.
Unsere Beobachtungen und Ergebnisse haben wir mit Besuchen in entsprechenden Einrichtungen sowie mit Interviews mit betroffenen Menschen und mit Fachleuten unterstrichen und belegt. Somit konnten wir unsere Leitfrage, welche Anerkennung Behinderte durch ihre Umwelt erfahren, größtenteils beantworten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Ein Auszug aus der Gesetzesbegründung
„Behinderung“ unter verschiedenen Sichtweisen
Meinungen von Studenten aus Fulda und Frankfurt a. M
Sehbehinderung
Vorbemerkung zu den Abschnitten:
Öffentliche Institutionen: Blinde und Sehgeschädigte
Freizeitgestaltung: Blinde und Sehgeschädigte
Die gesellschaftliche Stellung: Blinde und Sehgeschädigte
Blindheit und Sehbehinderung – eine Zusammenfassung
Vorbemerkung zu den Interviews Teil1
Interview 1
Interview 2
Interviews Teil2
Interview 1
Interview 2
Vergleich der beiden Interviews
Gehörlosigkeit
Ein kurzer Blick auf die medizinische Behandlung
Öffentliche Institutionen: Gehörlose
Gesetzesgrundlage für den Bereich der Gehörlosen
Das Notfallfax
Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Gehörlosen
Barrierefreies Internet mit „Guido“
Allgemeine Informationen u den Interviewpartnern
Fragen zu Gehörlosen und ihren Problemen in öffentlichen Institutionen
Öffentliche Institutionen als Barriere im Leben eines Gehörlosen
Freizeitgestaltung: Gehörlose
Artikel: „Führungen in Gebärdensprache im Städel“
Artikel: „mit den Augen hören…“
Bild: „Gehörlosenkonzert“
Interviews zum Bereich Freizeitgestaltung für Gehörlose
Die nahezu barrierefreie Freizeitgestaltung eines Gehörlosen
Einen Einblick in die Rolle des Gehörlosen Menschen in unsere Gesellschaft
Artikel: „Heiße Diskussionen in Gebärdensprache“
Artikel: „Eine ignorante Welt jenseits der Stille“
Interviews: Gesellschaftliche Rolle
Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse im Bereich der gesellschaftlichen Rolle
Einen Rückblick auf die gesellschaftliche Einleitung des Gesamtprojekts
Wie definieren sie „Behinderung“?
Welche Anerkennung erfahren Gehörlose durch ihre Umwelt?
Körperbehinderung
Öffentliche Institutionen: Körperbehinderung
Freizeitgestaltung: Körperbehinderung
Gesellschaftliche Rolle: Körperbehinderung
Interview mit einer Sonderschullehrerin
Interview mit einem Körperbehinderten
Welche Anerkennung erfahren körperlich behinderte Menschen durch ihre Umwelt?
Artikel: „Erklären, wie Menschen im Rollstuhl leben“
Artikel: „Restaurants müssen alle offen stehen“
Artikel: „Aufzüge lassen auf sich warten“
Schlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, in welchem Maße Menschen mit körperlichen, visuellen oder auditiven Einschränkungen Anerkennung in der Gesellschaft erfahren. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie öffentliche Institutionen sowie das soziale Umfeld auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen reagieren und welche Barrieren deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren.
- Analyse der barrierefreien Zugänglichkeit in öffentlichen Institutionen und im Verkehr.
- Untersuchung der Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.
- Reflexion der gesellschaftlichen Stellung basierend auf soziologischen Theorien und Experteninterviews.
- Vergleich der persönlichen Lebensrealitäten anhand von Fallbeispielen und Interviews.
Auszug aus dem Buch
Die gesellschaftliche Stellung: Blinde und Sehgeschädigte
Menschen, die nicht den Idealen der Gesellschaft entsprechen, haben oftmals einen schweren Stand in der Gesellschaft. So geht es auch den Menschen mit einer Sehbehinderung.
Häufig wissen „ gesunde“ Menschen nicht mit ihrem Gegenüber, der an einer Sehbehinderung leidet, umzugehen und schließen ihn dann aus. Es fehlt ihnen an Verständnis mit dem Handicap des anderen umzugehen, da sie selbst nicht wissen wie es ist blind oder sehgeschädigt zu sein. Schwierig für sehende Menschen ist es oftmals, dass Blinde bzw. sehgeschädigt Menschen, andere Mittel benötigen, um die gleichen Informationen aufzunehmen wie sie selbst und werden deshalb ausgeschlossen. Aus diesen Gründen gibt es nur wenige Gemeinschaften, die aus „gesunden“ Menschen und Menschen mit einer Sehnehinderung bestehen und sind so häufig von der Gesellschaft isoliert.
Auch blinde Jugendliche haben es schwer sich in die Kultur der sehenden Jugendlichen zu integrieren. Ist es für den sehenden Teenie doch ganz normal, sich zu schminken, bevor er das Haus verlässt, so stellt das den blinden Jugendlichen vor eine große Hürde, denn einfach in den Spiegel blicken und sich schminken geht bei ihnen nicht. Doch in anderen Richtungen, wie das Internet, haben auch diese Menschen keine Probleme sich einzugliedern.
Die gesellschaftliche Stellung wird nicht nur über Familie und Hobbys definiert, sondern auch einen großen Teil über die Berufstätigkeit, die man ausübt. Und gerade in ihrer Berufswahl sind die Möglichkeiten sehbehinderter Menschen ziemlich eingeschränkt, da sie nicht die Möglichkeiten haben mit den Augen Kontakt aufzunehmen und oftmals auf ihren Tastsinn angewiesen sind. Nicht jeder kann seiner Arbeit selbständig nachgehen und braucht Unterstützung, auch um in die Gesellschaft eingegliedert zu werden. Diese finden sie in Berufbildungswerken (BBW) und Berufsförderungswerken (BFW), wo sie Ausbildungen und Umschulungen ermöglicht bekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Autorengruppe vor und definiert das Untersuchungsziel: die Frage nach der Anerkennung von Menschen mit Behinderungen im Alltag und bei Behördengängen.
Sehbehinderung: Das Kapitel erläutert medizinische Grundlagen von Blindheit und Sehbehinderung und beleuchtet durch Interviews und Selbstberichte die Herausforderungen in öffentlichen Einrichtungen sowie im Bereich der Freizeitgestaltung.
Gehörlosigkeit: Nach einem historischen Abriss zur medizinischen Behandlung wird die soziale und kulturelle Situation gehörloser Menschen analysiert, wobei besonders Kommunikationsbarrieren und die Bedeutung der Gebärdensprache thematisiert werden.
Körperbehinderung: Der Fokus liegt hier auf der Lebenssituation von Menschen mit körperlichen Behinderungen, der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und der Integration im Sport und Freizeitsektor.
Schlüsselwörter
Behinderung, Inklusion, Barrierefreiheit, Gehörlosigkeit, Blindheit, Körperbehinderung, Gesellschaftliche Teilhabe, Gebärdensprache, Integration, öffentliche Institutionen, Sozialgesetzbuch, Selbstbestimmung, Behindertengleichstellungsgesetz, Kommunikation, Freizeitgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die alltägliche Anerkennung und gesellschaftliche Integration von Menschen mit körperlichen sowie auditiven und visuellen Beeinträchtigungen in Deutschland.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen, den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der gesellschaftlichen Rolle behinderter Menschen.
Welche Forschungsfrage leitet die Untersuchung?
Die zentrale Frage lautet: Welche Anerkennung erfahren behinderte Menschen durch ihre Umwelt, insbesondere im Kontakt mit öffentlichen Institutionen?
Welche methodischen Ansätze wurden gewählt?
Die Arbeit basiert auf Literaturanalysen zu den Themen soziale Ungleichheit und Behinderung sowie auf einer Feldphase mit Besuchen in öffentlichen Einrichtungen und qualitativen Interviews mit Betroffenen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Sehbehinderung, Gehörlosigkeit und Körperbehinderung, wobei für jeden Bereich sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch praktische Lebensaspekte diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Barrierefreiheit, soziale Teilhabe, Gebärdensprache und das Behindertengleichstellungsgesetz.
Warum wird die Rolle der Gebärdensprache so stark betont?
Die Arbeit unterstreicht, dass die Gebärdensprache nicht nur ein Kommunikationsmittel ist, sondern das Fundament der Gehörlosenkultur und entscheidend für die Identitätsbildung in einer hörenden Umwelt.
Was ist das zentrale Fazit zur Umsetzung der Barrierefreiheit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz existierender Gesetze eine erhebliche Diskrepanz zwischen rechtlichem Anspruch und der praktischen, barrierefreien Umsetzung in deutschen Kommunen besteht.
- Quote paper
- Dipl.Päd. Dominik Pohl (Author), 2005, Welche Anerkennung erfahren Behinderte durch die Umwelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173141