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Weibliche Frömmigkeit und sozialer Protestantismus

Die Diakonie im 19. Jahrhundert

Title: Weibliche Frömmigkeit und sozialer Protestantismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ida Blick (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Im Sinne der Kirche bedeutet "Diakonie" ganz allgemein der Dienst an Hilfsbedürftigen. Bereits in der Bibel lassen sich Belege dafür finden, dass Christus seine Jünger in eine karitative Tätigkeit einstellte, für die die ganze Christengemeinde verantwortlich war. In den folgenden Jahrhunderten gliederte sich die diakonische Arbeit immer stärker in das Bewusstsein der Christenheit ein.
Im Laufe der Zeit ließen die politischen Katastrophen bis hin zum Dreißigjährigen Krieg die Kirche völlig verarmen, so dass die Wohlfahrtsaufgabe und somit die öffentliche karitative Tätigkeit
nun zur reinen Angelegenheit des (Stadt)Staates wurde. Doch mit der
Entwicklung der verschiedenen Frömmigkeitsbewegungen im folgenden
Jahrhundert sowie der Ausweitung des kirchlichen Vereinswesens wendete sich das Blatt für das diakonische Wirken und es gewann in der protestantischen Kirche an Zuwachs. Inwieweit sich diese Veränderungen vollzogen, soll nun in vorliegender Arbeit näher untersucht werden.
Methodisch wird dabei historisch-qualitativ vorgegangen, indem ein
kultur- und soziogeschichtlicher Einblick in das Diakoniewesen gegeben wird. Der Schwerpunkt wird hierbei auf Frauen in der Diakonie im 19. Jahrhundert gesetzt.
Zunächst wird einen Überblick über die Entstehung der Diakonie geschaffen. Dabei werden ihre Vorläufer und auch Begründer
vorgestellt. Erst dann wird der Fokus auf das Hauptthema dieser
Arbeit gelegt, indem das Diakonissenwesen und die
Diakonissenmutterhäuser beleuchtet werden. Ein nicht zu übersehender Punkt ist jedoch auch die Kritik, der Diakonissen im Bezug auf ihre berufliche Ausübung ausgesetzt waren. Zum Schluss wird ein Resümee gezogen, indem näher auf die Bedeutung des Diakonissenwesens für die
Gegenwart eingegangen wird. Ziel der Arbeit ist es jedoch hauptsächlich, sowohl die Struktur der Diakonie als auch die Genderkonstrukte und Aufgaben in der Wohlfahrtspflege im 19. Jahrhundert darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Diakonie - Ihre Anfänge und eine Begriffserklärung

2. Die Entstehung der Diakonie

2.1 Vorläufer im 17. und 18. Jahrhundert

2.2 Löhe und die "Erweckungsbewegung"

2.3 Wichern und die "Innere Mission"

3. Frauen in der Diakonie

3.1 Weibliche Frömmigkeit in der protestantischen Kirche

3.2 Das Diakonissenwesen

3.2.1 Die Gründung von Diakonissenmutterhäusern

3.2.2 Die Diakonissengemeinschaft

3.3 Die Krise im Diakonissenwesen

3.3.1 Die Diakonissenfrage

3.3.2 Der Beruf der Diakonisse in der Kritik

4. Die Bedeutung des Diakonissenwesens für die Geschlechtergerechtigkeit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Diakonissenwesens im 19. Jahrhundert und analysiert dabei insbesondere die Verknüpfung von weiblicher Frömmigkeit mit sozialen Strukturen der protestantischen Kirche. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich der Beruf der Diakonisse entwickelte, welche Rolle Frauen in der kirchlichen Praxis spielten und inwiefern diese Entwicklung geschlechtsspezifische Rollenbilder und Sozialstrukturen prägte.

  • Entwicklung der diakonischen Strukturen im 19. Jahrhundert.
  • Einfluss von Erweckungsbewegung und Innerer Mission.
  • Weibliche Frömmigkeit und Rollenbilder im Bürgertum.
  • Professionalisierung und Kritik am Beruf der Diakonisse.
  • Bedeutung diakonischer Arbeit für die Geschlechtergerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Weibliche Frömmigkeit in der protestantischen Kirche

Bevor das weibliche diakonische Wirken dargestellt wird, ist es jedoch wichtig, auf das grundsätzliche religiöse Leben von Frauen in diesem "zweiten konfessionellen Zeitalter" einzugehen. Denn zwischen der Religiosität von Männern und Frauen bestanden im 19. Jahrhundert, abgesehen von regionalen, konfessionellen und klassenspezifischen Unterschieden, auch geschlechtsspezifische Differenzen. Frauen nahmen deutlich häufiger und intensiver als Männer am kirchlichen Leben teil, so dass der Kirchenbesuch mit der Zeit immer mehr zu einer weiblichen Sitte wurde. Dabei ist jedoch zu betonen, dass der geringe männliche Kirchenbesuch auch eine Kritik an der politischen Teilnahme des Klerus sein konnte.

Andererseits ist auch hervorzuheben, dass die Beschäftigung mit religiösen Fragen im Familienleben durch die bürgerliche Rollenverteilung der Geschlechter Aufgabe der Frauen war. Sie hatten die Verantwortung für die religiöse Erziehung der Kinder oder für die Kontaktaufnahme zur Kirchengemeinde. Das weibliche Profil im Bürgertum, aber auch im Adel, war geprägt von dem Rollenstereotyp eines ruhigen, duldsamen Wesen, das sich durch Gehorsamkeit, Fleiß und Sittsamkeit für die Familie aufopfert. Dieses weibliche Frömmigkeitsideal führte dazu, dass die jungen unverheirateten Frauen eine besondere Form der Enthaltsamkeit leben mussten. Sie bestand aus der religiösen Pflicht der Askese, die sich durch eine inbrünstige Hingabe an Jesus Christus und durch sittsame schmucklose Kleidung auszeichnete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Diakonie - Ihre Anfänge und eine Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Diakonie philologisch und historisch und skizziert die Entwicklung von den biblischen Ursprüngen bis zur Reformation.

2. Die Entstehung der Diakonie: Es werden die zentralen Vorreiter und Einflüsse beleuchtet, insbesondere die Rolle des Pietismus, der Erweckungsbewegung sowie das Wirken von Johann Hinrich Wichern.

3. Frauen in der Diakonie: Dieses Kapitel analysiert das weibliche Frömmigkeitsideal, die Gründung der Diakonissenmutterhäuser und die kritische Auseinandersetzung mit dem Berufsbild der Diakonisse.

4. Die Bedeutung des Diakonissenwesens für die Geschlechtergerechtigkeit: Hier wird resümiert, inwiefern die diakonische Bewegung unbewusst bürgerliche Frauenbewegungsziele stützte und welche Bedeutung sie für die spätere Professionalisierung der Krankenpflege hatte.

Schlüsselwörter

Diakonie, Diakonissen, Innere Mission, Erweckungsbewegung, Protestantismus, 19. Jahrhundert, Weibliche Frömmigkeit, Mutterhaus, Sozialgeschichte, Krankenpflege, Geschlechtergerechtigkeit, Johann Hinrich Wichern, Theodor Fliedner, Pietismus, Sozialarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des diakonischen Wirkens im 19. Jahrhundert und dem spezifischen Beitrag von Frauen innerhalb der protestantischen Kirche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Diakonie, die Bedeutung der Erweckungsbewegung, die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert sowie die Entstehung und Kritik am Diakonissenwesen.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung der Strukturen der Diakonie sowie der damit verbundenen Genderkonstrukte und Aufgaben in der Wohlfahrtspflege des 19. Jahrhunderts.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verfolgt einen historisch-qualitativen Ansatz und wertet dazu Literatur aus den Bereichen Religions- und Gesellschaftsgeschichte sowie der Geschlechterforschung aus.

Was ist der inhaltliche Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Vorläufer der Diakonie, die Gründung und Funktionsweise der Diakonissenmutterhäuser sowie die krisenhafte Entwicklung des Berufsstandes gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Schlagworte sind Diakonie, Diakonissen, Innere Mission, Erweckungsbewegung und Geschlechtergerechtigkeit.

Warum wurde das Ideal der "Enthaltsamkeit" für Diakonissen so stark betont?

Das Ideal basierte auf dem bürgerlichen Frauenbild des 19. Jahrhunderts, das die Frau als duldsames, gehorsames Wesen definierte, welches seine Pflichten durch Askese und Hingabe an den Dienst am Nächsten erfüllte.

Inwiefern stand das Diakonissenwesen in Konkurrenz zu anderen Strömungen?

Es gab ein Spannungsfeld zwischen den Mutterhäusern und den katholischen Pflegeorden, wobei die Mutterhaus-Diakonie zudem von Teilen der zeitgenössischen Frauenbewegung kritisch auf ihre Vereinbarkeit mit individueller Freiheit geprüft wurde.

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Details

Title
Weibliche Frömmigkeit und sozialer Protestantismus
Subtitle
Die Diakonie im 19. Jahrhundert
College
http://www.uni-jena.de/  (Volkskunde/Kulturgeschichte)
Course
Konfessionskulturen
Grade
1,0
Author
Ida Blick (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V173143
ISBN (eBook)
9783640932870
ISBN (Book)
9783640933006
Language
German
Tags
Diakonie 19. Jahrhundert Wichern Löhe Frauen Gender Frömmigkeit Pietismus evangelisch Kirche Konfession Wohlfahrtspflege Innere Mission Kulturgeschichte Religionsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ida Blick (Author), 2011, Weibliche Frömmigkeit und sozialer Protestantismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173143
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