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Beschreibung des Konstruktes ‚Lesekompetenz’

Titel: Beschreibung des Konstruktes ‚Lesekompetenz’

Hausarbeit , 2005 , 19 Seiten

Autor:in: Dominique Walsch (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Definition von Lesekompetenz

Als Lesekompetenz im allgemeinen Sinne versteht man die Fähigkeit,
geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren
Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren
Zusammenhang einordnen zu können, sowie in der Lage zu sein, Texte für
verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.

2. Geschichtliche Entwicklung der Lesefähigkeit
Im Altertum war Lesekompetenz eher selten zu finden. Selbst Könige
konnten trotz Privatleher oft nicht richtig lesen. Deshalb gab es damals Schreiber, die speziell ausgebildet waren und das Lesen und Schreiben übernahmen.
Nach der Erfindung des Buchdruckes von Johannes Gutenberg und der
massenhaften Verbreitung der Lutherbibel im Zeitalter der Reformation
(16. Jahrhundert) nahm die Lesekompetenz in Mitteleuropa stark zu.
Später brachte auch die Entstehung der Sonntagsschulen im
19.Jahrhundert große Fortschritte.
Schließlich förderten die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und die Einrichtung öffentlicher Bilbliotheken in der Neuzeit die Lesekompetenz in der Bevölkerung ungemein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Definition von Lesekompetenz

2. Geschichtliche Entwicklung der Lesefähigkeit

3. Die vier Teilkompetenzen der Lesekompetenz

3.1 Kognitive Teilkompetenz

3.2 Emotionale Teikompetenz

3.3 Motivationale Teilkompetenz

3.4 Interaktive Teikompenenz

4. Dimensionen und Einflußfaktoren der Lesekompetenz

5. Die Ebenen des Leseprozesses

6. Interindividuelle Unterschiede in Teilprozessen

6.1 Basale Wahrnehmungsprozesse

6.1.1 Augenbewegung (Okulomotorik)

6.1.2 Wahrnehmungsspanne

6.2 Prozesse auf Wortebene

6.2.1 Lexikalischer Zugriff

6.2.2 phonologische Rekodierung

6.2.3 Nutzung des Satzkontextes bei der Worterkennung

6.3 Prozesse auf Satzebene

6.3.1 Syntaktische Prozesse

6.4 Prozesse auf Textebene

6.4.1 Globale Kohärenzbildung

6.4.2 Inhaltliches Vorwissen

6.4.3 Arbeitsgedächtniskapazität

7. Theorien zur Lesekompetenz:

7.1 Theorie der verbalen Effizienz

7.2 Kapazitätstheorie

7.3 Interaktiv-kompensatorisches Modell

7.4 Integrationsprozesse auf Textebene

8. Fazit

9. Schluß

10.Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Konstrukt der Lesekompetenz wissenschaftlich zu beschreiben, die zugrunde liegenden Teilprozesse sowie Ebenen zu analysieren und Theorien zu deren Erklärung kritisch zu hinterfragen.

  • Definition und geschichtliche Genese der Lesefähigkeit
  • Klassifizierung der Lesekompetenz in vier spezifische Teilkompetenzen
  • Analyse des kognitionspsychologischen Leseprozesses und seiner Ebenen
  • Untersuchung von interindividuellen Leistungsunterschieden in Teilprozessen
  • Evaluierung führender theoretischer Erklärungsmodelle zur Lesekompetenz

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Augenbewegung (Okulomotorik)

Um einen Text flüssig zu lesen, müssen die Augen eine vom Gehirn genau gesteuerte Abfolge von Ruhephasen und Blicksprüngen einhalten. Während der Ruhephasen sind die Augen unbewegt auf einen Ort (den Fixationspunkt) innerhalb eines Wortes gerichtet. Hierbei wird das fixiert, was wir lesen wollen. Die Wahl des Ortes des Fixationspunktes hat physiologische Gründe: Nur im Bereich des Fixationspunktes besteht eine ausreichend hohe Sehschärfe, um Buchstaben einer normalen Druck - oder Schreibschrift ausreichend klar zu sehen. Da dieser Bereich höchster Sehschärfe auf der Netzhaut nur einen Durchmesser von etwa 1,5 mm hat, muss das, was man sehen will, im Bereich ausreichend hoher Sehschärfe liegen. Die genaue Position dieses Fixationspunktes hängt davon ab, wie viele Buchstaben das zu lesende Wort oder Wortsegment umfaßt. Bei normalen Lesern liegt der Fixationspunkt etwas links von der Mitte des zu lesenden Wortsegments bzw.Wortes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition von Lesekompetenz: Bestimmt das Konstrukt als Fähigkeit, Texte in Aussagen, Absichten und Struktur zu verstehen und nutzbar zu machen.

2. Geschichtliche Entwicklung der Lesefähigkeit: Skizziert den historischen Wandel von der Seltenheit im Altertum bis zur gesellschaftlichen Schlüsselkompetenz im Medienzeitalter.

3. Die vier Teilkompetenzen der Lesekompetenz: Unterteilt die Kompetenz in kognitive, emotionale, motivationale und interaktive Bereiche.

4. Dimensionen und Einflußfaktoren der Lesekompetenz: Diskutiert theoretische Grundlagen und die Abgrenzung von Kompetenz und Performanz nach Chomsky.

5. Die Ebenen des Leseprozesses: Erläutert die kognitionspsychologische Gliederung des Lesens in verschiedene Verarbeitungsebenen.

6. Interindividuelle Unterschiede in Teilprozessen: Analysiert die Ursachen für Leseunterschiede auf basaler, Wort-, Satz- und Textebene.

7. Theorien zur Lesekompetenz:: Stellt vier konkurrierende Modelle zur Erklärung der Lesekompetenz gegenüber.

8. Fazit: Fasst zusammen, dass Lesekompetenz ein komplexes Zusammenspiel vieler Teilprozesse ist, die nicht monokausal erklärbar sind.

9. Schluß: Reflektiert die Bedeutung der Lesekultur in der heutigen Mediengesellschaft und relativiert Untergangsszenarien.

10.Literatur: Listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Werke auf.

Schlüsselwörter

Lesekompetenz, Lesefähigkeit, kognitionspsychologische Forschung, Leseprozess, Augenbewegung, Arbeitsgedächtnis, Wortebene, Satzebene, Textebene, Kohärenzbildung, phonologische Rekodierung, Mediengesellschaft, Lesekultur, Wissensparadoxon, Textverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Beschreibung des Konstrukts "Lesekompetenz" und analysiert die kognitiven Prozesse, die dem Verstehen von Texten zugrunde liegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Einordnung der Lesekompetenz in vier Teilbereiche, die kognitive Modellierung des Lesevorgangs sowie die theoretische Fundierung interindividueller Leseunterschiede.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis darüber zu schaffen, wie verschiedene Teilprozesse auf unterschiedlichen Ebenen zur Gesamtleistung des Textverstehens beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle kognitionspsychologische Modelle und empirische Erkenntnisse zur Lesekompetenz zusammenführt und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Wahrnehmungs- und Sprachverarbeitungsprozessen auf Wort-, Satz- und Textebene sowie die Vorstellung konkurrierender Theorien zur Lesekompetenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lesekompetenz, kognitive Teilkompetenzen, Arbeitsgedächtniskapazität und Leseprozess charakterisiert.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Augenbewegungen und Lesekompetenz?

Obwohl sich Augenbewegungen bei guten und schlechten Lesern unterscheiden, konnte nicht bestätigt werden, dass sie die Ursache für eine Leseschwäche sind; sie gelten eher als Symptom.

Was besagt das "Wissensparadoxon"?

Das Wissensparadoxon nach Perfetti und McCutchen (1987) hinterfragt, ob Vorwissen wirklich integraler Bestandteil der Lesefähigkeit sein sollte, da der Wissenserwerb selbst häufig das Resultat effizienter Informationsaufnahme beim Lesen ist.

Welche Rolle spielt das Arbeitsgedächtnis beim Lesen?

Das Arbeitsgedächtnis ist entscheidend für Prozesse der globalen Kohärenzbildung, da es Informationen temporär speichert und zentrale Verarbeitungsfunktionen für komplexe Schlussfolgerungsprozesse bereitstellt.

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Details

Titel
Beschreibung des Konstruktes ‚Lesekompetenz’
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Medienkompetenz
Autor
Dominique Walsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V173196
ISBN (eBook)
9783640933853
ISBN (Buch)
9783640933594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beschreibung konstruktes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominique Walsch (Autor:in), 2005, Beschreibung des Konstruktes ‚Lesekompetenz’, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173196
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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