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Die Morphogenese der deutschen Fördenküste

Título: Die Morphogenese der deutschen Fördenküste

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2010 , 86 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Berit Friedrich (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Geografía física, geomorfología, estudios ambientales
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Die deutschen Küsten zeichnen sich durch ihre Vielgestaltigkeit auf engem Raum aus. Allein die 724m lange Außenküste der deutschen Ostsee, die sich von der Flensburger Förde im Nordwesten bis nach Ahlbeck auf Rügen erstreckt, lässt sich in drei verschiedene geomorphologische Raumeinheiten gliedern: bis in den Kieler Raum (genau genommen bis nach Lübeck) verläuft die Fördenküste. Ihr schließt sich die holsteinische und westmecklenburgische Buchtenküste an, welcher nach Osten die vorpommersche Boddenküste mit ihren Haken und Nehrungen folgt. Damit hat die deutsche Ostseeküste Anteil an den beiden Becken der Beltsee und der Arkonasee. Die unterschiedliche Gestalt der drei Küstenabschnitte ist bedingt durch die variierende Exposition zur Hauptangriffsrichtung der Wellen und des Windes (LIEDTKE/MARCINEK 2002).
Die westlichste deutsche Küsteneinheit, die Fördenküste, unterscheidet sich von den anderen durch ihre lang gestreckten Buchten. Morphogenetisch und vom Namen her verwandt ist diese Küstenformation mit den Fjorden Norwegens. Im Gegensatz zu diesen im Kristallin eingetieften Buchten unterliegen sie allerdings aufgrund ihres wenig erosionsresistenten Untergrunds der holozänen Weiter- und Umformung (LIEDTKE/MARCINEK 2002). Besonderes Merkmal ist der Wechsel von Flachküste und Kliffküste. Diese morphologische Unregelmäßigkeit versucht das Meer durch „Abrasion der Vorsprünge einerseits und Abschließung der Buchten andererseits“ (SCHOTT 1956: 43) auszugleichen. Besonders betroffen von diesem Ausgleichsprozess sind die stärker exponierten Außenküsten (SCHOTT 1956). Von der 556 km langen schleswig-holsteinischen Ostseeküste (Gesamtlänge) zwischen Flensburg und Lübeck nehmen die insgesamt 181 Steilufer eine Länge von 148 km ein. Davon wiederum bilden 85 Uferabschnitte sogenannte aktive Kliffs mit rezentem Abbruch (ZIEGLER/HEYEN 2005).
Für diese Arbeit habe ich acht Steilufer ausgewählt, anhand derer ich die rezente Morphodynamik der Fördenküste aufzeigen will. Dazu dienen mir einerseits veröffentlichte Messdaten verschiedener Forscher als auch topographische Karten im Maßstab 1: 25 000 des Landesvermessungsamts Schleswig-Holstein . Andererseits ziehe ich eigene Beobachtungen aus meiner Begehung der Ufer im Oktober 2008 und Mai 2009 heran. Zuvor erfolgt ein allgemeiner Überblick über die Entwicklungsgeschichte der deutschen Ostsee und ihre rezente Entwicklungsdynamik.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Stand der Forschung

II.1 Die Entstehung der Ostsee

II.1.1 Das Präquartär

II.1.2 Das Pleistozän

II.1.3 Nacheiszeit

II.2 Die heutige Ostsee

II.2.1 Geologische und tektonische Bedingungen

II.2.2 Landformen

II.2.3 Klima und Wasserhaushalt

II.3 Die schleswig-holsteinische Fördenküste

II.3.1 Raumeinheit

II.3.2 Genese

II.3.3 Rezente Morphogenese

II.3.3.1 Die Küstenform

II.3.3.2 Küstendynamik

a) Faktoren und Bedingungen

b) Sedimente und Sedimenttransport

c) Akkumulationsformen

III Forschungsdefizit und Zielsetzung

IV Datengrundlage und Methodik

V Rückgangsdynamik und Steiluferrückgang

V.1 Schemata der Uferrückbildung

V.2 Abbruchsdynamik an ausgewählten Steilufern

V.2.1 Steilufer an Außenküsten

V.2.2 Steilufer in der Eckernförder Bucht

V.3 Rekonstruktion der ehemaligen Klifflinien

VI Auswertung der Ergebnisse

VII Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische und rezente geomorphologische Genese der deutschen Fördenküste, einer touristisch und wissenschaftlich bisher wenig erschlossenen Region. Das primäre Ziel ist die Analyse der Rückgangsdynamik ausgewählter Steilufer sowie die Rekonstruktion ehemaliger Klifflinien unter Berücksichtigung mariner und terrestrischer Einflussfaktoren.

  • Historische und rezente geomorphologische Entwicklung der deutschen Förden
  • Einflussfaktoren der Küstendynamik (Wellen, Strömungen, Sedimenttransport)
  • Vergleichende Analyse der Rückgangsdynamik an Außenküsten und in Förden
  • Methodik zur Rekonstruktion ehemaliger Küstenlinien mittels GIS
  • Lokales Gefährdungspotential durch Steilküstenabbruch

Auszug aus dem Buch

II.3.3.2 Küstendynamik

Der Bereich, in welchem küstendynamische Prozesse stattfinden, beschränkt sich auf eine relativ schmale Übergangszone zwischen Land und Meer. In ihr treffen, mitunter durch Brandungsvorgänge, die Elemente Feststoff, Wasser und Luft aufeinander. Dieser Küstenstreifen, dessen Zentrum die Uferlinie bildet, unterliegt der ständigen Umgestaltung. Den in diesem Übergangsbereich aufeinander treffenden Faktoren und Vorgängen ist das Streben nach einem Gleichgewichtszustand überlagert. Maßgebliche Komponenten dieses Prozesses sind die Wirkungen des einlaufenden Seegangs, die morphologischen Formen sowie die sedimentologische Ausbildung des Meeresbodens (KÖSTER/SCHWARZER 1996). Diese Interaktion führt zu den küstendynamischen Vorgängen der Abrasion, der Erosion und der Anlandung (SCHOTT 1956). Küstenabbruch und Sedimentanlandung prägen daher das Landschaftsbild der schleswig-holsteinischen Ostküste. Dabei stehen sich die Erosionsresistenz der Steilufer und die Abrasions- und Transportenergie der Wellen einander gegenüber (KLUG/STERR 1988). Dieser Prozess des Küstenausgleichs bestimmt seit etwa 4 000 Jahren die Morphogenese der Küstenlandschaft in der südwestlichen Ostsee (SCHOTT 1956).

Aufgrund der Vielgestalt der Küstenkonfiguration und -exposition sowie den spezifischen Wirkungsfaktoren variiert die Küstendynamik je nach Lokation. Die wichtigsten Einflussgrößen sind im submarinen Milieu die Neigung des unteren Strandhangs, die (Nicht-)Existenz eines Sandriffs und dessen durchschnittliche Höhe und Breite sowie das Verhältnis des Anteils grober Sedimente (Geröll, Kies) zu feinen Fraktionen (Sand). Bedeutsame Faktoren im Strandbereich sind die Strandbreite und die Strandhöhe. Ebenso relevant ist die Mächtigkeit der den Strandhang bedeckenden Sedimentauflage. Auch die Topographie des Küstenrücklandes spielt eine wichtige Rolle. Von Entscheidung ist hier die Hangneigung des Supralitorals. So verstärkt ein reflektiver Steilhang die Wellenenergie im Küstenvorfeld, wohingegen ein flacherer Rückhang jene absorbiert. Von großer Bedeutung für die litoralen Prozesse ist das Material des Küstenrücklandes. Der an den Förden anstehende Geschiebemergel ist ein Ton-Schluff-Sand-Kies-Gemisch mit unterschiedlich hohen Stein- und Geröllbeimengungen, die einen hohen Kalkanteil aufweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung ordnet die deutsche Fördenküste in den Kontext der Ostseeküste ein und stellt die Relevanz der Untersuchung dieser bisher wenig erforschten Region dar.

II Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert die geologische Entstehung der Ostsee, ihre klimatischen Bedingungen und die physikalischen Voraussetzungen der Fördenbildung.

III Forschungsdefizit und Zielsetzung: Hier wird der Mangel an aktuellen, fundierten Daten zur Rückgangsdynamik der Steilküsten adressiert und das methodische Vorgehen der Arbeit begründet.

IV Datengrundlage und Methodik: Dieses Kapitel listet die verwendeten Messdaten, Karten und Beobachtungen auf und erklärt den GIS-gestützten Prozess der Rekonstruktion ehemaliger Klifflinien.

V Rückgangsdynamik und Steiluferrückgang: Das Hauptkapitel präsentiert die Schemata der Uferrückbildung und analysiert detailliert acht ausgewählte Steilufer hinsichtlich ihrer spezifischen Abbruchsprozesse.

VI Auswertung der Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse synthesiert und die Unterschiede in der Morphodynamik zwischen Außen- und Innenküsten diskutiert.

VII Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die geomorphologischen Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung sowie den Bedarf an Schutzmaßnahmen im Kontext des Klimawandels.

Schlüsselwörter

Fördenküste, Steilküsten, Küstendynamik, Geschiebemergel, Abrasion, Sedimenttransport, Kliff, Ostsee, Geomorphologie, Litorina-Transgression, Küstenausgleich, Schleswig-Holstein, Morphogenese, Uferrückgang, Sandriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der geomorphologischen Entwicklung, insbesondere der Rückgangsdynamik, der deutschen Fördenküste im südwestlichen Ostseeraum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historischen und rezenten Abbruchsprozesse an ausgewählten Steilküsten, die Analyse von Sedimenttransporten sowie die Wirkung exogener Kräfte wie Wellen und Wind.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Genese der Förden zu entwickeln und den Rückgang der Kliffoberkanten durch die Rekonstruktion historischer Klifflinien quantitativ und qualitativ zu veranschaulichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert die Auswertung historischer Messdaten von Forschern wie Kannenberg und Sterr mit eigenen Geländebeobachtungen und der GIS-gestützten Analyse topographischer Karten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Schemata der Steiluferentwicklung sowie die detaillierte Fallstudien-Analyse von acht ausgewählten Steilufern, unterteilt in Außen- und Eckernförder Bucht-Küsten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Typische Schlüsselbegriffe sind Fördenküste, Steilküste, Abrasion, Sedimenttransport, Geschiebemergel und Morphogenese.

Warum weichen die Rückgangsraten bei verschiedenen Autoren teilweise voneinander ab?

Unterschiedliche Messzeiträume, verschiedene definierte Abbruchslängen und unterschiedliche methodische Herangehensweisen der Forscher erschweren eine direkte Vergleichbarkeit der Daten.

Welche Rolle spielt der anthropogene Eingriff an den Steilufern?

Anthropogene Strukturen, wie etwa die Militäranlage bei Surendorf, beeinflussen die lokale Wellen- und Strömungsdynamik massiv und können dadurch die natürliche Rückgangsrate der Steilküste deutlich erhöhen.

Final del extracto de 86 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Morphogenese der deutschen Fördenküste
Universidad
University of Tubingen  (Geographisches Institut)
Calificación
2
Autor
Berit Friedrich (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
86
No. de catálogo
V173206
ISBN (Ebook)
9783640935277
ISBN (Libro)
9783640935215
Idioma
Alemán
Etiqueta
Küstengeomorphologie Deutsche Ostsee
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Berit Friedrich (Autor), 2010, Die Morphogenese der deutschen Fördenküste, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173206
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