Welchen Risiken wird die Supply Chain in den nächsten Jahren ausgesetzt sein?
In diesem Zusammenhang wird die genannte Forschungsfrage mit einem spezifischen Wirtschaftszweig in Verbindung gebracht, um einen Einblick in die brancheninternen Risiken zu erhalten erhalten. Eine prädestinierte Branche stellt die internationale Seeschifffahrt dar. Dabei steht die Containerschifffahrt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ausschlaggebend für die Auswahl ist die Tatsache, dass die Containerschiffe aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und der damit verbundenen Globalisierung für das Aufrechthalten internationaler Lieferketten in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben.
Somit bildet die Klärung zukünftiger Risiken, die die Containerschifffahrt einschränken und den Welthandel ausbremsen können die Grundlage dieser Seminararbeit. Die Fragestellung wird dabei sowohl durch die Ableitung aus vergangenen Ereignissen als auch mit einem Blick in die Zukunft erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodik
1.4 Aufbau
2. Grundlagen zum Business Continuity Management
2.1 Entwicklung BCM
2.2 Definition BCM
2.3 Auswirkungen eines BCM
3. Die Containerschifffahrt und ihre Risiken
3.1 Vorstellung der Containerschifffahrt
3.2 Vergangene Ereignisse und Herausforderungen
3.3 Zukünftige Risiken und Unsicherheiten
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die kritische Bedeutung und Anwendung des Business Continuity Managements (BCM) zur Steigerung der Resilienz in der internationalen Containerschifffahrt angesichts zunehmender globaler Krisen und Unsicherheiten.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Business Continuity Managements
- Analyse der Bedeutung und Entwicklung der weltweiten Containerschifffahrt
- Untersuchung vergangener Störungen und deren Auswirkungen auf Lieferketten
- Identifikation zukünftiger Risiken wie geopolitische Instabilitäten und Dekarbonisierungsanforderungen
- Ableitung von Strategien für ein resilienteres Management der Seeschifffahrt
Auszug aus dem Buch
3.3 Zukünftige Risiken und Unsicherheiten
Rückblickend wurden in Kapitel 3.2 vergangene Ereignisse mit negativen Auswirkungen auf die Containerschifffahrt angesprochen. Auf deren Grundlage werden in diesem Teil zukünftige Risiken bzw. Unsicherheiten abgeleitet und erweitert. Dafür ist es von Vorteil eine Unterscheidung zwischen den zwei Faktoren vorzunehmen: Laut Kolmar liegt der Unterschied zwischen Risiko und Unsicherheit in der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Zustandes oder Ereignisses. Während bei Risiken die Wahrscheinlichkeiten gut bis zuverlässig abschätzbar sind, ist dies bei Unsicherheiten lediglich zum Teil bis gar nicht möglich (Kolmar, 2021, S. 2). Aus diesem Grund ist es eine Herausforderung, Unsicherheiten in die Supply Chain Planung zu integrieren, da sie nicht ex ante bestimmt werden können, bzw. die Anpassung der Supply Chain an Unsicherheiten entsprechend skaliert und abgestuft werden sollte (Habermann et al., 2024, S. 96).
Das erste Betrachtungsfeld, das zukünftige Bedrohungen darstellt und einen reibungslosen Betrieb der Containerschifffahrt verhindert, sind geopolitische Unsicherheiten. Gaby Bornheim, Präsidentin des Verband Deutscher Reeder, äußerte ihre Sorge vor weiteren Spannungen auf der Welt, denn die Schifffahrt strebt nach Sicherheit und Stabilität, ist allerdings zunehmend den Auswirkungen von Kriegen und Konflikten ausgesetzt (Verband Deutscher Reeder, 2024). Nicht nur der Ukraine-Krieg oder der Gaza-Krieg, sondern auch die jüngsten Erkenntnisse auf den Weltmeeren zeigen eine steigende Tendenz von Kriegsgebieten, welche den Schiffsverkehr zum Erliegen bringen können bzw. dies bereits tun. So wurden bspw. die Gebiete rund um das Schwarze, Rote und Südchinesische Meer als Krisenregionen eingestuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung von Risikomanagement in einer zunehmend krisenanfälligen globalen Wirtschaft und leitet die Forschungsfrage bezüglich zukünftiger Risiken für die Containerschifffahrt ab.
2. Grundlagen zum Business Continuity Management: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung, die Definition sowie die Auswirkungen eines Business Continuity Management Systems zur Stärkung der Unternehmensresilienz.
3. Die Containerschifffahrt und ihre Risiken: Der Hauptteil analysiert die Entwicklung der Schifffahrtsbranche, untersucht historische Störungen und identifiziert kritische zukünftige Herausforderungen wie Geopolitik, Größenwachstum und Dekarbonisierung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit von Strategien zur Bewältigung unvorhersehbarer Unsicherheiten und regt zum weiteren Nachdenken über zukunftsfähige Entscheidungen in der Branche an.
Schlüsselwörter
Business Continuity Management, Containerschifffahrt, Supply Chain, Resilienz, Geopolitik, Dekarbonisierung, Risikomanagement, Lieferketten, Globalisierung, Schiffsgrößen, Nachhaltigkeit, Logistik, Unsicherheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des Business Continuity Managements als Instrument zur Sicherung der Resilienz in der internationalen Containerschifffahrt gegenüber globalen Krisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen des BCM, die historische Entwicklung der Containerschifffahrt, die Analyse vergangener Lieferketten-Störungen sowie die Identifikation zukünftiger geopolitischer und ökologischer Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Risiken und Unsicherheiten aufzuzeigen, denen die Supply Chain in der Containerschifffahrt in den nächsten Jahren gegenübersteht, und die Rolle des BCM bei der Bewältigung dieser Herausforderungen zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden und systematischen Literaturübersicht, bei der wissenschaftliche Studien, Fachartikel und Branchenberichte unter Anwendung definierter Suchkriterien analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen zum BCM gelegt, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung der Risikolandschaft der Containerschifffahrt, inklusive der Auswirkungen von Pandemien, politischen Konflikten und Umweltfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Business Continuity Management, Resilienz, Containerschifffahrt, Lieferketten, Geopolitik und Dekarbonisierung.
Welche Rolle spielt das Größenwachstum von Schiffen als Risikofaktor?
Das Größenwachstum führt zwar zu Effizienzsteigerungen, birgt jedoch operationelle Risiken wie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Havarien, komplexe Bergungsarbeiten und das Risiko verheerender Brände durch fehlerhaft deklarierte Fracht.
Warum ist die Dekarbonisierung eine besondere Herausforderung für Reedereien?
Der Zwang zur Netto-Null-Emission bis 2050 erfordert Investitionen in neue Antriebstechnologien, die bisher nicht ohne Weiteres auf Schiffe übertragbar sind, und verursacht erhebliche Kosten bei gleichzeitiger Unsicherheit über die Verfügbarkeit alternativer Kraftstoffe.
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- Anonym (Author), 2024, Business Continuity Management. Kritische Betrachtung des Ansatzes für resiliente Supply Chains, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1732095