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Neuerungen bei der Umsatzrealisierung nach IFRS

Title: Neuerungen bei der Umsatzrealisierung nach IFRS

Bachelor Thesis , 2011 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan Pientka (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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“How hard can it be to recognize revenue? Very, and it’s not getting easier.” Die Worte, mit denen Dean Petracca, Global Software Industry Leader bei PricewaterhouseCoopers, die Umsatzrealisierung nach US-GAAP charakterisiert sind klar strukturiert. Ebenso einfach sollte die Erfassung generierter Umsätze im Unternehmen sein, denn die Erbringung einer Leistung in einem bestmmten Zeitraum lässt sich in der Theorie einfach beziffern. Im Zuge der Kapitalmarktausrichtung wurde der Umsatz jedoch zu einem Gradmesser für den Unternehmenserfolg, entweder in Form eines simplen Periodenvergleiches oder verpackt in Rentabilitätskennzahlen. Die Abhängigkeit von Investoren lässt sich bereits in den 80er Jahren nachweisen, als eine Studie des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission zu dem Ergebnis kommt, dass „bei rund der Hälfte der … in den Jahren 1987 bis 1997 aufgedeckten Betrugsdelikte… die Umsatzrealisation dem Grunde oder der Höhe nach manipuliert wurde.“ Auch nach der Wahrnehmung der Problematik durch die Security and Exchange Commission konnten große Unternehmen in Zeiten der New Economy Umsätze steuern und manipulieren. Die Firma Xerox bspw. hat zwischen 1997 und 2001 6,1 Mrd. Euro an unrealisierten Umsätzen ausgewiesen, die zu großen Teilen aus langfristigen Leasingverträgen stammten. Insbesondere diese Vorfakturierung unrealisierter Umsätze kritisierte der Chairman der Security and Exchange Commission, Levitt, in seiner berühmten Rede „The Numbers Game.“ Die etwa 100, aus der Praxis abgeleiteten, amerikanischen Standards bieten heute zwar aufgrund einer „kasuistische[n] Generierung von Normen“ Einzelfallentscheidungen, jedoch verlangen die globalen Kapitalverflechtungen eine einheitliche Sprache, die geschäftliche Transaktionen hinreichend genau beschreibt und andererseits genügend Freiraum für branchen- und länderspezifische Anpassungen besitzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prinzipien und Begriffe der Umsatzrealisation

2.1. Grundprinzipien deutscher und amerikanischer Rechnungslegung

2.2. Erträge und Aufwendungen

3. Umsatzrealisation nach IFRS

3.1. Standard und Zeitpunkt der Umsatzrealisation

3.2. Umsatzrealisation nach IAS 18

3.2.1. Umsatzrealisation bei einem Kaufvertrag

3.2.2. Sonstige Umsatzrealisation

4. Bilanzierung von Mehrkomponentenverträgen

4.1. Bilanzierungsansatz der IFRS

4.2. Ansätze des EITF 00-21

4.3. Umsatzrealisierung für Software nach SOP 97-2

4.4. Mehrkomponentenverträge nach SOP 97-2

5. ED 2010/6

5.1. Anwendung und Grundprinzipien des ED

5.2. Umsatzrealisierung nach den Kernprinzipien

5.2.1. Vertragsidentifizierung

5.2.2. Identifizierung der Leistungsverpflichtungen

5.2.3. Determinierung des Transaktionspreises

5.2.4. Verteilung des Transaktionspreises auf Leistungsverpflichtungen

5.2.5. Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung

5.3. Sonstige Bestimmungen des ED

5.4. Mehrkomponentengeschäfte im Beispiel

6. Kritische Würdigung ausgewählter Aspekte

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Bachelor-Thesis untersucht die Neuerungen bei der Umsatzrealisierung nach IFRS durch den Entwurf ED 2010/6 im Vergleich zu bestehenden Standards. Ziel ist es, die Herausforderungen bei der Bilanzierung von Mehrkomponentenverträgen, insbesondere in der IT-Branche, zu analysieren und aufzuzeigen, wie das neue prinzipienorientierte Modell zu einer international vergleichbaren Ertragsrealisierung beitragen soll.

  • Grundlagen der Umsatzrealisierung nach IFRS und US GAAP
  • Herausforderungen bei Mehrkomponentenverträgen (Multi-Element Arrangements)
  • Analyse der fünf Kernprinzipien des ED 2010/6
  • Praxisbeispiele zur Umsatzallokation bei komplexen Leistungsverpflichtungen
  • Kritische Würdigung der Auswirkungen auf Bilanzierungspraxis und Nebenbuchhaltung

Auszug aus dem Buch

4. BILANZIERUNG VON MEHRKOMPONENTENVERTRÄGEN

Die Geschäftswelt der Informations- und Kommunikationstechnologie ist geprägt von hoher Dynamik und wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Hardware, Software und Services. Um Kundenwünsche aus allen Perspektiven erfüllen zu können ist es für IT-Unternehmen maßgeblich, das Portfolio in geeigneter Weise anzupassen und flexibel auf Änderungen zu reagieren. Gerade heute, in Zeiten neuer Services wie Virtualisierung und Cloud Computing, verschwimmen die Grenzen zwischen Handel und Dienstleistung, Haupt- und Nebenleistungen. Neue Kombinationen bisher angebotener Leistungen als multiple elements arrangements, also Mehrkomponentenverträge, sollen die Unternehmen dabei wettbewerbsfähiger machen. Leistungen mit unterschiedlichen Gewinnmargen können als Paket ein attraktiveres Angebot darstellen, gerade weil die Einzelpreise nicht mehr nachvollzogen werden müssen. Explizite Anwendungsgebiete dieser Überlegungen stellen z.B. Verkäufe mit Finanzierungskomponenten, Verkäufe mit erweiterten Garantien, Nachbetreuungsleistungen für Produkte, die Kombination mehrerer Verkäufe oder die Kombination mit Fertigungsaufträgen dar.

Die Regelungen der IFRS bezüglich der Mehrkomponentenverträge sind jedoch weitgehend rudimentär. Aufgrund der hohen praktischen Relevanz musste auch das IASB anerkennen, dass “IAS 18 … gives insufficient guidance on contracts that provide more than one good or service to the customer.” Durch unterschiedliche Realisierungszeitpunkte bei zwei gleich operierenden Unternehmen kann die Erfassung periodengerechter Umsätze und damit die der Vergleichbarkeit von Abschlüssen erheblich beeinträchtigt werden. Die Folge solcher Bilanzierungslücken können „breite Diversifikation[en] in der praktischen Anwendung“ sein. Auch die Höhe der zu bilanzierenden Umsätze oder die Einbeziehung impliziter Finanzierungskomponenten kann die Aussagekraft von Periodenergebnissen für externe Beobachter unbrauchbar machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Bedeutung der Umsatzrealisierung als Gradmesser für den Unternehmenserfolg und beleuchtet die Problematik der Bilanzmanipulationen sowie die Notwendigkeit einer einheitlichen, prinzipienorientierten Rechnungslegung.

2. Prinzipien und Begriffe der Umsatzrealisation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen wie den revenue-expense view und den asset-liability approach sowie die zentralen Definitionen von Erträgen und Aufwendungen innerhalb des IFRS-Rahmenkonzepts.

3. Umsatzrealisation nach IFRS: Hier wird der maßgebliche Standard IAS 18 behandelt, wobei insbesondere die Kriterien für den Güterverkauf und die Dienstleistungserbringung sowie der Zeitpunkt des Gefahrenübergangs analysiert werden.

4. Bilanzierung von Mehrkomponentenverträgen: Das Kapitel widmet sich den Herausforderungen bei Verträgen mit mehreren Leistungskomponenten, unter anderem durch die Betrachtung des EITF 00-21 und des SOP 97-2 für Softwareverträge.

5. ED 2010/6: Dieser zentrale Teil der Arbeit analysiert den Entwurf ED 2010/6, dessen fünf Kernprinzipien und deren Auswirkungen auf die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, die Transaktionspreisbestimmung und die Umsatzrealisierung.

6. Kritische Würdigung ausgewählter Aspekte: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Praxistauglichkeit der neuen Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Ermessensspielräume und der Komplexität bei der Allokation von Transaktionspreisen.

7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des ED zur Schaffung einer international vergleichbaren und einheitlichen Ertragsrealisierung in einer komplexen Geschäftswelt.

Schlüsselwörter

Umsatzrealisierung, IFRS, ED 2010/6, Mehrkomponentenverträge, IAS 18, Rechnungslegung, Ertragsrealisation, Leistungsverpflichtung, Transaktionspreis, Bilanzierung, IT-Branche, Revenue Recognition, Asset-Liability-Approach, Fair Value, Finanzierungskomponente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Umsatzrealisierung bei komplexen Mehrkomponentenverträgen und bewertet den Entwurf des IASB (ED 2010/6) als neue Grundlage für eine prinzipienorientierte und international vergleichbare Bilanzierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Thesis?

Die Arbeit behandelt die bestehenden IFRS-Standards (IAS 18), die Bilanzierung von Softwareverträgen (SOP 97-2), die Problematik von Mehrkomponentenverträgen (EITF 00-21) sowie die neugeschaffenen Regeln des ED 2010/6.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der ED 2010/6 bestehende Regelungslücken bei Mehrkomponentenverträgen schließen soll und welche Anforderungen dieses neue Modell an Unternehmen stellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Normenanalyse durch, vergleicht bestehende Rechnungslegungspraktiken mit den Anforderungen des ED 2010/6 und veranschaulicht diese durch praktische Beispiele aus der IT-Branche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe, Prinzipien), eine Analyse des aktuellen Bilanzierungsstandes (IAS 18, SOP 97-2) und eine detaillierte Untersuchung der fünf Kernprinzipien des ED 2010/6 inklusive Anwendungsbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Umsatzrealisierung, Mehrkomponentenverträge, ED 2010/6, IFRS, Leistungsverpflichtungen und Rechnungslegung.

Warum sind Mehrkomponentenverträge für IT-Unternehmen so schwierig zu bilanzieren?

Aufgrund der engen Verknüpfung von Hardware, Software und Servicekomponenten ist es oft schwierig, die Einzelpreise und den Zeitpunkt der Ertragsrealisierung für die jeweiligen Bestandteile eindeutig zu bestimmen.

Was bedeutet die "Entkopplung von Rechnungsstellung und Umsatzrealisation" im neuen ED 2010/6?

Unter dem neuen Modell muss der Umsatz oft unabhängig vom Rechnungsbetrag basierend auf der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen und der Allokation des Transaktionspreises erfasst werden, was zu einer komplexeren Nebenbuchhaltung führt.

Welche Rolle spielt die "Catch-up Buchung" bei nachträglichen Vertragsänderungen?

Sie dient dazu, bereits erfasste Umsätze korrigierend anzupassen, wenn sich der Transaktionspreis durch neue Komponenten oder Vertragsänderungen nachträglich ändert.

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Details

Title
Neuerungen bei der Umsatzrealisierung nach IFRS
College
Leipzig University of Applied Sciences  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Jan Pientka (Author)
Publication Year
2011
Pages
57
Catalog Number
V173284
ISBN (eBook)
9783640934546
ISBN (Book)
9783640934720
Language
German
Tags
ED 2010/6 ED Umsatz Revenue Revenue Recognition Umsatzrealisation Umsatzrealisierung Periodenerfolg Bilanztheorie Ertrag Erträge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Pientka (Author), 2011, Neuerungen bei der Umsatzrealisierung nach IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173284
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