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Analyse der Haltungen von Pflegemitarbeitern zu Zwangsmaßnahmen auf akut psychiatrischen Stationen

Title: Analyse der Haltungen von Pflegemitarbeitern zu Zwangsmaßnahmen auf akut psychiatrischen Stationen

Term Paper , 2022 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Zwangsmaßnahmen sind im Rahmen der psychiatrischen Behandlungsstrukturen und Versorgungssysteme nicht zu leugnen und stellen die beteiligten Akteure sowie die Betroffenen auf allen Ebenen vor besondere Herausforderungen. Sie sind mit komplexen und vielschichtigen Spannungsfeldern verbunden und unterliegen diversen Einflussfaktoren. Mehrere Berufsgruppen sind aus multiprofessioneller Sicht an den Prozessabläufen und den Systemdynamiken beteiligt und in diese eingebunden. Der Verlust von Autonomie ist für von Zwangsmaßnahmen betroffene Personen als hohe psychische und physische Belastung anzusehen. Das diese Thematik zunehmend in den Fokus rückt, belegt unter anderem eine entsprechende S3-Leitlinie aus dem Jahr 2018. In ihr wird ausdrücklich darauf hingewiesen und festgehalten, dass Zwangsmaßnahmen nur als letzte mögliche Intervention auf ärztliche Anordnung von berechtigtem und geschultem Personal durchgeführt werden dürfen.
Deeskalationsversuche sind dabei vorzuschalten und die Maßnahmen dürfen nur Anwendung finden, wenn eine hohe situative Gefahr ein direktes Reagieren erforderlich macht. Der Verhältnismäßigkeit ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, Zweck und Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden. Das Agieren in den entstehenden Spannungsfeldern ist begleitet von vielen Grenzfragen mit oft konkreten Bezugspunkten auf den Arbeitsalltag in psychiatrischen Settings. Zielsetzung dieser Arbeit soll es sein, die Haltung von Pflegekräften auf akutpsychiatrischen Stationen wissenschaftlich fundiert zu erfassen und darzustellen. Aus Sicht des Verfassers der vorliegenden Arbeit stellt dieser Prozess die Grundlage dar, um darauf aufbauend, einrichtungsbezogene Faktoren zu eruieren, die grundsätzlich im Kontext der Zwangsmaßnahmen stehen. Erst wenn diese Basis vorhanden ist, kann es gelingen zielführend Einfluss darauf zu nehmen und darüber die eigentlichen Prozessabläufe, Systemzusammenhänge und Ablaufdynamiken zu steuern, um einen Beitrag zu ethisch humanen Versorgungsstrukturen im Rahmen der psychiatrischen Akutbehandlungen zu leisten. Geplant ist der Einsatz eines testtheoretisch fundierten Fragebogens, welcher die Einstellung des Personals zur Zwangsanwendung in psychiatrischen Einrichtungen erfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

3. Fragestellung der Arbeit

4. Datenerfassung und Messmethodik

5. Design der Studie und Stichprobe

6. Datenauswertung

7. Reflexion und Ausblick im Zusammenhang mit dem Forschungsplan

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit hat zum Ziel, die Haltungen von Pflegemitarbeitern auf akutpsychiatrischen Stationen gegenüber Zwangsmaßnahmen wissenschaftlich fundiert zu erfassen und darzustellen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob diese Haltungen von bestimmbaren Faktoren beeinflusst werden und in welchem Zusammenhang sie mit dem Alter sowie der Berufserfahrung der Mitarbeiter stehen.

  • Analyse der Akzeptanz und Einstellung von Pflegekräften zu Zwangsmaßnahmen.
  • Erfassung emotionaler Aspekte, teaminterner Interaktionsprozesse und institutioneller Rahmenbedingungen.
  • Untersuchung des Einflusses von Alter und Berufserfahrung als Moderatorvariablen.
  • Einsatz des Kölner Fragebogens zu Einstellungen zu Zwangsmaßnahmen (KEZ).
  • Ableitung von Impulsen für die klinikinterne Prozess- und Systemgestaltung zur Förderung ethisch humaner Versorgungsstrukturen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Zwangsmaßnahmen sind im Rahmen der psychiatrischen Behandlungsstrukturen und Versorgungssysteme nicht zu leugnen und stellen die beteiligten Akteure sowie die Betroffenen auf allen Ebenen vor besondere Herausforderungen. Sie sind mit komplexen und vielschichtigen Spannungsfeldern verbunden und unterliegen diversen Einflussfaktoren. Mehrere Berufsgruppen sind aus multiprofessioneller Sicht an den Prozessabläufen und den Systemdynamiken beteiligt und in diese eingebunden.

Der Verlust von Autonomie ist für von Zwangsmaßnahmen betroffene Personen als hohe psychische und physische Belastung anzusehen. Das diese Thematik zunehmend in den Fokus rückt, belegt unter anderem eine entsprechende S3-Leitlinie aus dem Jahr 2018. In ihr wird ausdrücklich darauf hingewiesen und festgehalten, dass Zwangsmaßnahmen nur als letzte mögliche Intervention auf ärztliche Anordnung von berechtigtem und geschultem Personal durchgeführt werden dürfen. Deeskalationsversuche sind dabei vorzuschalten und die Maßnahmen dürfen nur Anwendung finden, wenn eine hohe situative Gefahr ein direktes Reagieren erforderlich macht. Der Verhältnismäßigkeit ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, Zweck und Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden. Das Agieren in den entstehenden Spannungsfeldern ist begleitet von vielen Grenzfragen mit oft konkreten Bezugspunkten auf den Arbeitsalltag in psychiatrischen Settings.

Zielsetzung dieser Arbeit soll es sein, die Haltung von Pflegekräften auf akutpsychiatrischen Stationen wissenschaftlich fundiert zu erfassen und darzustellen. Aus Sicht des Verfassers der vorliegenden Arbeit stellt dieser Prozess die Grundlage dar, um darauf aufbauend, einrichtungsbezogene Faktoren zu eruieren, die grundsätzlich im Kontext der Zwangsmaßnahmen stehen. Erst wenn diese Basis vorhanden ist, kann es gelingen zielführend Einfluss darauf zu nehmen und darüber die eigentlichen Prozessabläufe, Systemzusammenhänge und Ablaufdynamiken zu steuern, um einen Beitrag zu ethisch humanen Versorgungsstrukturen im Rahmen der psychiatrischen Akutbehandlungen zu leisten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie und definiert das Ziel der Arbeit, die Haltung des Pflegepersonals dazu wissenschaftlich zu erfassen.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten wie Zwang und Zwangsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Leitlinien und rechtlichen Definitionen.

3. Fragestellung der Arbeit: Hier wird die explorative Forschungsfrage formuliert, die den Einfluss individueller und institutioneller Faktoren sowie von Alter und Berufserfahrung auf die Haltung zu Zwangsmaßnahmen fokussiert.

4. Datenerfassung und Messmethodik: Es wird die Auswahl des Kölner Fragebogens (KEZ) als Messinstrument begründet und die dreifaktorielle Lösung zur Einstellungsanalyse beschrieben.

5. Design der Studie und Stichprobe: Dieses Kapitel beschreibt die Planung als Querschnittstudie, die Rahmenbedingungen der Datenerhebung sowie Maßnahmen zur Anonymisierung der Teilnehmenden.

6. Datenauswertung: Die Vorgehensweise bei der Datenaufbereitung mittels univariater und multivariater Deskriptivstatistik wird dargelegt, um Zusammenhänge und Faktoren zu identifizieren.

7. Reflexion und Ausblick im Zusammenhang mit dem Forschungsplan: Es erfolgt eine Reflexion über bestehende Gewaltpräventionskonzepte in der Klinik und der Nutzen der Forschungsergebnisse für zukünftige Prozessgestaltungen wird diskutiert.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Grundlagen für diese Arbeit.

Schlüsselwörter

Psychiatrie, Zwangsmaßnahmen, Pflegekräfte, Akutpsychiatrie, Kölner Fragebogen, Gewaltprävention, Deeskalation, Berufserfahrung, Patientenautonomie, Arbeitsbelastung, ethische Versorgung, Systemdynamik, Forschungsdesign, Haltungsanalyse, Interaktionsprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Haltungen von Pflegemitarbeitern gegenüber Zwangsmaßnahmen auf akutpsychiatrischen Stationen und untersucht die zugrunde liegenden Einflussfaktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Einsatz von Zwangsmaßnahmen, Deeskalationsstrategien, die psychiatrische Versorgungsstruktur, sowie die professionelle Haltung und Arbeitsbelastung von Pflegepersonal.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Haltung von Pflegekräften wissenschaftlich zu erfassen, um darauf aufbauend einrichtungsbezogene Faktoren zu identifizieren, die zur Verbesserung ethisch humaner Versorgungsstrukturen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine quantitative Methodik in Form einer Querschnittstudie, bei der der testtheoretisch fundierte Kölner Fragebogen zu Einstellungen zu Zwangsmaßnahmen (KEZ) eingesetzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund, die spezifische Fragestellung, das methodische Vorgehen zur Datenerhebung sowie die Planung der statistischen Datenauswertung detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen psychiatrische Akutbehandlung, Zwangsmaßnahmen, Pflegehaltung, Faktorenanalyse, Gewaltprävention und der Kölner Fragebogen (KEZ).

Warum spielt die Anonymität bei der Datenerhebung eine so große Rolle?

Da es sich um ein kleineres Haus mit begrenzter Bettenzahl handelt, ist die Anonymisierung kritisch, um Verzerrungen zu vermeiden und eine hohe, ehrliche Beteiligung der Pflegemitarbeiter sicherzustellen.

Wie trägt diese Studie zur Weiterentwicklung der klinischen Praxis bei?

Die Ergebnisse dienen als Basisdatensatz, um bestehende Prozessabläufe und Systemzusammenhänge in der Klinik gezielter zu steuern und Impulse für zukünftige Qualitätssicherungsmaßnahmen zu setzen.

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Details

Title
Analyse der Haltungen von Pflegemitarbeitern zu Zwangsmaßnahmen auf akut psychiatrischen Stationen
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter  (Berufspädagogik und Management in der Pflege)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
19
Catalog Number
V1733077
ISBN (PDF)
9783389194584
ISBN (Book)
9783389194591
Language
German
Tags
Psychiatrische Behandlungsstrukturen Herausforderungen Spannungsfelder Einflussfaktoren Zwangsmaßnahmen Deeskalation Personal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Analyse der Haltungen von Pflegemitarbeitern zu Zwangsmaßnahmen auf akut psychiatrischen Stationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1733077
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