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Über die Normalität von Kriminalität

Abweichendes Verhalten im Leben junger Menschen

Title: Über die Normalität von Kriminalität

Bachelor Thesis , 2009 , 88 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lena Kölblin (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Ereignisse, die von der Gesellschaft, in der er lebt, als grenzwertig oder abweichend betrachtet werden. Beinahe jeder hat die Erfahrung gemacht, einem anderen etwas ohne dessen Wissen zu entwenden, einen Diebstahl zu begehen. Sei es der Mutter im Jugendalter Geld aus dem Portemonnaie zu stehlen oder im Kindesalter eine auf Blickhöhe stehende Süßigkeit aus einem Supermarkt mitzunehmen. Strafrechtlich gesehen sind diese Geschehnisse Diebstähle.

Nach § 242 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) begeht einen Diebstahl,

„wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der
Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten
rechtswidrig zuzueignen“.

Doch ist es nicht normal, dass jeder Mensch während seines individuellen Lebensweges solche Erfahrungen sammelt und sogar für seine Entwicklung benötigt? Gibt es daher ein natürliches oder auch normales kriminelles Verhalten?

Auch Raufereien oder Prügeleien unter pubertierenden männlichen oder unter weiblichen Jugendlichen sind nach dem Strafgesetzbuch eine Straftat, es ist nicht legal und nicht konform mit der deutschen Rechtssprechung, einen anderen Menschen körperlich anzugreifen und/oder Körperverletzungen zu begehen.

Nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts für den Bundesverband der Unfallkassen sind

„von 8,3 Mio. Schülern (...) der allgemeinbildenden Schulen 93.295
infolge von aggressiven Handlungen verletzt worden“

Es werden nicht alle erlittenen Verletzungen tatsächlich zur Anzeige gebracht oder werden zu einem kostenpflichtigen Fall für eine Versicherung. Vermutlich begehen alle Menschen in ihrem Lebensweg Straftaten oder verhalten sich in gewissen Formen, Phasen oder ein Leben lang abweichend, jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen.

Es hängt vermutlich davon ab, ob man entdeckt wird oder nicht. Des Weiteren muss im Zuge der Entdeckung eine Anzeige erfolgen, damit das Delikt als registrierte Straftat verfolgt wird, fraglich ist, inwiefern das Anzeigeverhalten ausgeübt wird. Gibt es prägende Ereignisse, die die kriminelle wie auch normale Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen beeinflussen? Ist Kriminalität tatsächlich allgemein vorkommend und somit ein Stück der bürgerlichen, aber tabuisierten Normalität?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Kriminalität und Normalität – Definitionen und Abgrenzungen

2.1 Kriminalität

2.2 Delinquenz

2.3 Normalität

Kapitel 3: Über die Relevanz von Entwicklungs- und Lebenspfaden

3.1 Persönliche Ressourcen

3.2 Soziales Umfeld

3.3 Lebenserfahrungen

3.4 Abweichendes Verhalten im Leben von Jugendlichen

Kapitel 4: Exkurs – Entwicklungs- und Lebenspfade jugendlicher Straftäter

4.1 Orte des Lebenswegs

4.2 Weichenstellungen des Lebenswegs

4.3 Lebenspfad als Entwicklungsprozess

Kapitel 5: Die Ubiquität von Kriminalität?

5.1 Die Ubiquitätsthese

5. 2 Nulltoleranzstrategie: Die Broken-Window-Theorie

5.3 Kriminalität als ubiquitärer gesellschaftlicher Bestandteil

Kapitel 6: Diskussion und Aussichten

Kapitel 8: Interviews und Memos

8.1 Interviews

8.2 Memos

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These der „Normalität von Kriminalität“ im Kontext der Lebensläufe junger Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit abweichendes Verhalten eine notwendige und temporäre Entwicklungsphase darstellt, anstatt als dauerhafte pathologische Abweichung gewertet zu werden.

  • Definition von Kriminalität, Delinquenz und Normalität im gesellschaftlichen Diskurs.
  • Die Bedeutung von Entwicklungs- und Lebenspfaden unter Berücksichtigung persönlicher Ressourcen und sozialer Umfelder.
  • Empirische Rekonstruktion der Lebenswege jugendlicher Straftäter mittels qualitativer Interviews.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Ubiquitätsthese und Ansätzen der Nulltoleranzstrategie.

Auszug aus dem Buch

Kapitel 1: Einleitung

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Ereignisse, die von der Gesellschaft, in der er lebt, als grenzwertig oder abweichend betrachtet werden. Beinahe jeder hat die Erfahrung gemacht, einem anderen etwas ohne dessen Wissen zu entwenden, einen Diebstahl zu begehen. Sei es der Mutter im Jugendalter Geld aus dem Portemonnaie zu stehlen oder im Kindesalter eine auf Blickhöhe stehende Süßigkeit aus einem Supermarkt mitzunehmen. Strafrechtlich gesehen sind diese Geschehnisse Diebstähle.

Nach § 242 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) begeht einen Diebstahl, „wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen“.

Doch ist es nicht normal, dass jeder Mensch während seines individuellen Lebensweges solche Erfahrungen sammelt und sogar für seine Entwicklung benötigt? Gibt es daher ein natürliches oder auch normales kriminelles Verhalten?

Auch Raufereien oder Prügeleien unter pubertierenden männlichen oder unter weiblichen Jugendlichen sind nach dem Strafgesetzbuch eine Straftat, es ist nicht legal und nicht konform mit der deutschen Rechtssprechung, einen anderen Menschen körperlich anzugreifen und/oder Körperverletzungen zu begehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung hinterfragt, ob kriminelles Verhalten im Jugendalter als normaler Teil der menschlichen Entwicklung betrachtet werden kann.

Kapitel 2: Kriminalität und Normalität – Definitionen und Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Kriminalität, Delinquenz und Normalität und beleuchtet deren soziologische und strafrechtliche Bedeutung.

Kapitel 3: Über die Relevanz von Entwicklungs- und Lebenspfaden: Die Bedeutung von individuellen Ressourcen, dem sozialen Umfeld und Lebenserfahrungen für die Entwicklung eines jungen Menschen steht hier im Zentrum.

Kapitel 4: Exkurs – Entwicklungs- und Lebenspfade jugendlicher Straftäter: Ein qualitativer Forschungsansatz, der anhand von Interviews mit Straftätern Weichenstellungen auf deren Lebenswegen rekonstruiert.

Kapitel 5: Die Ubiquität von Kriminalität?: Hier wird die These diskutiert, dass Kriminalität in allen gesellschaftlichen Schichten ubiquitär vorkommt, ergänzt um eine Analyse der „Broken-Window-Theorie“.

Kapitel 6: Diskussion und Aussichten: Eine zusammenfassende Reflexion über die Normalität abweichenden Verhaltens und die Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Reintegration.

Kapitel 8: Interviews und Memos: Dieser Teil enthält die Rohdaten der qualitativen Befragungen sowie die methodischen Memos zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Kriminalität, Normalität, Jugenddelinquenz, Lebenspfad, Sozialisation, Abweichendes Verhalten, Entwicklungsaufgabe, Labeling Approach, Ubiquitätsthese, Stigmatisierung, Jugendkriminalität, Soziales Umfeld, Qualitative Forschung, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Annahme, dass Kriminalität im Jugendalter nicht als rein pathologisches Phänomen, sondern als Teil eines normalen Entwicklungsprozesses und des „Ausprobierens“ angesehen werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittmenge von Entwicklungspsychologie, Kriminologie und Soziologie, insbesondere auf die Bedeutung von Sozialisation und Stigmatisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum junge Menschen straffällig werden und inwieweit diese Phase als Teil eines temporären Lebenspfads verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie, angelehnt an die Grounded Theory, und führt Interviews mit inhaftierten jugendlichen Straftätern durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Normalität, Kriminalität), die Einflüsse von Lebenspfaden sowie Ergebnisse der qualitativen Interviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Ubiquität, Delinquenz, Labeling Approach, Lebenspfad und soziale Sozialisation.

Welche Rolle spielen „Broken Windows“ in der Argumentation?

Das Konzept wird als Beispiel für Nulltoleranzstrategien herangezogen, um zu illustrieren, wie der Fokus auf Ordnung im öffentlichen Raum das Verständnis von Kriminalität beeinflusst.

Wie bewertet die Arbeit die Straffälligkeit von Jugendlichen?

Die Arbeit ordnet Jugendkriminalität überwiegend als vorübergehendes, episodisches Verhalten ein, das als Teil des Abnabelungsprozesses und der Identitätsbildung interpretiert werden kann.

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Details

Title
Über die Normalität von Kriminalität
Subtitle
Abweichendes Verhalten im Leben junger Menschen
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter
Grade
1,3
Author
Lena Kölblin (Author)
Publication Year
2009
Pages
88
Catalog Number
V173458
ISBN (eBook)
9783640938179
ISBN (Book)
9783640938070
Language
German
Tags
normalität kriminalität abweichendes verhalten leben menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Kölblin (Author), 2009, Über die Normalität von Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173458
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