Die Gottbeziehung - Die Beziehung zu Gott als Kern christlichen Glaubens


Hausarbeit, 2009

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Beziehung zwischen Menschen und Gott
2.1 Im Alten Testament
2.2 Im Neuen Testament

3. Modelle zur Entwicklung von Gottesvorstellungen
3.1 Sigmund Freud
3.2 James Fowler
3.3 Stellungnahme

4. Eine Gottesbeziehung aufbauen
4.1 Gott feiern
4.2 Von Gott erzählen
4.3 Kontingenzbewältigung
4.4 Wissensaufbau
4.5 Beten

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema der vorliegenden Hausarbeit lautet „Die Gottesbeziehung“. Dieses Thema habe ich gewählt, weil für mich die Beziehung zu Gott der Kern christlichen Glaubens ist. Glaube ist und bleibt niemals gleich, er verändert sich ein Leben lang. Dies bedeutet, dass sich auch die Beziehung zu Gott verändert und so ständig im Wandel ist.1

Dabei ist mir besonders wichtig zu erarbeiten, wie eine solche Beziehung entsteht und was das für mich als zukünftige Religionslehrerin bedeutet. Im Folgenden soll herausgearbeitet werden, wie die Beziehung zwischen den Menschen und Gott in der Bibel beschrieben wird. Anschließend sollen zwei kontroverse Meinungen zur Gottesvorstellung erarbeitet werden. Dabei wird hervorgehoben, was diese Auffassungen über die Gottesbeziehung aussagen. Dann wird beschrieben, wie eine Gottesbeziehung aufgebaut werden kann. Dazu wird sich mit verschiedenen Grundformen, die die Gottesbeziehung aufbauen helfen, auseinandergesetzt. Am Ende soll erörtert werden, worauf in den ersten Schuljahren im Religionsunterricht zu achten ist, damit den Kindern ermöglicht wird eine Gottesbeziehung aufzubauen.

2. Die Beziehung zwischen Menschen und Gott

2.1 Im Alten Testament

Der Gott des Alten Testaments wird als der Gott verstanden, der sich zu den Menschen hinwendet. Dies wird als die Liebe Gottes zu den Menschen verstanden und wird besonders bei den Propheten deutlich. Da sich Gott nun den Menschen zuwendet, das heißt alle Grundlage einer Gottesbeziehung geht von Gott aus, denn er schließt den Bund mit den Menschen, ist das Tun der Menschen „hier nur Antwort auf ein vorgängiges göttliches Wort“. Auch im Dekalog wird ersichtlich, dass es Gott nicht darum geht, dass die Menschen Opfergaben oder ähnlichen bringen, um ihren Gottesdienst zu vollziehen. Vielmehr beziehen sich hier die Weisungen auf das Miteinander der Menschen. Dies soll im Vordergrund der Gebote stehen. Hierin, im „Menschen- und Weltdienst“ drückt sich „Gottesdienst“ aus. Der Bund mit Gott soll nicht gebrochen werden, damit die Menschen ihre Beziehung zu Gott nicht gefährden.2

So ergeht es den Menschen im Alten Testament, welche nicht zu denen gehören, mit denen der Bund geschlossen wurde schlecht. Gott vernichtet ganze Gruppen von Menschen, um dem Volk Israel die Landnahme zu ermöglichen. Gott wird also auch als kriegerischer, gewaltsamer Gott beschrieben, welcher aber immer das Wohl seines Volkes im Blick hat.3 Betrachtet man weiterhin die Eigenschaften, die Gott zugesagt werden und die ebenfalls seine Beziehung zu den Menschen charakterisieren, fällt auf, dass er als machtvoll und autoritär aber auch als liebend und fürsorglich beschrieben wird. Eben diese Attribute beschreiben den alttestamentlichen Gott als Vater. Die Vaterschaft bezeugt Lob und Vertrauensäußerungen an Gott. Das Lob bezieht sich auf Situationen, in denen Heil erfahren wurde. Die Menschen erkannten Gott dann als Vater an. In Notsituationen erhofften sich die Menschen durch die Anerkennung Gottes als Vater Hilfe. Dies lässt sich als Vertrauensäußerung verstehen. Die Vaterschaft bezieht sich auf Individuen und auf ganze Gruppen von Menschen, wie zum Beispiel dem Volk Israel. Denn Gott ist Schöpfer, also auch Vater. Es ist keinesfalls wörtlich zu nehmen, dass Gott der Vater der Menschen ist. Vielmehr ist hiermit die Beziehung Gottes zu den Menschen gemeint. Das heißt, das Handeln Gottes an den Menschen. So drückt sich seine Liebe zu ihnen aus.4

2.2 Im Neuen Testament

Im Neuen Testament wird Gott unter anderem als Schöpfer verstanden. Dies kommt besonders im Gottesverständnis Jesu zur Geltung. Die Betonung liegt hierbei auf der Fürsorge Gottes für die Menschen. Jesus will dies den Menschen verkünden und trifft dabei immer wieder auf Unverständnis. Seine Hörerschaft denkt „wie die «Heiden», d.h. ohne Kenntnis des guten Schöpferwillens Gottes.“ Gott als Schöpfer bedeutet allerdings auch, dass ihm eine unermessliche Macht zugeschrieben wird. So ist Gott in der Apokalyptik derjenige, welcher über die Menschen richten und mit ihnen abrechnen wird. Auch diese Position ist Jesus nicht unbekannt. Er legt dies so aus, dass alles „in den Händen Gottes“ liege, er gnädig sein wird und die Menschen sich deshalb auf ihn verlassen können. Sie haben keinen Grund sich zu sorgen. Es scheint also eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Menschen und Gott zu existieren. Es gibt allerdings einige Menschen, die für Gott nichts übrig haben.

Es lässt sich auch im Neuen Testament die Anrede Gottes als Vater finden. Diese sollte hier aber immer in Verbindung zu Gott als Schöpfer gesehen werden. Die Menschen sollen verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgehen. In Mt 5,9 heißt es: „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Jesus tritt als Sohn Gottes im Neuen Testament auf. Er vollzieht Wunder und zeigt somit auf, dass die Herrschaft Gottes mit ihm begonnen hat und veranschaulicht so die Liebe Gottes zu den Menschen.5

[...]


1 Oser, Fritz: „Die emotionale Dimension der Entstehung Gottes im Kinde“ in Merz, Vreni „Alter Gott für neue Kinder“,S.136, Freiburg (Schweiz) 1994

2 Dreissler, Alfons: „Antworten des Alten Testaments“ in Schultz, Hans Jürgen: „Wer ist das eigentlich - Gott?“, S 105ff, München 1969

3 Ebach, Jürgen: „Das Erbe der Gewalt. Eine biblische Realität und ihre Wirkungsgeschichte, S. 14f, Gütersloh 1980

4 Böckler, Annette: „Gott als Vater im Alten Testament - traditionsgeschichtliche Untersuchungen zu Entstehung und Entwicklung eines Gottesbildes“, S. 41ff, Gütersloh ²2002

5 Bormann, Lukas: „Neues Testament“, S. 106ff, Stuttgart 2003

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Gottbeziehung - Die Beziehung zu Gott als Kern christlichen Glaubens
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Evangelische Theologie)
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V173463
ISBN (eBook)
9783640936540
ISBN (Buch)
9783640936830
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beten, S. Freud, J. Fowler
Arbeit zitieren
Meike Voß (Autor:in), 2009, Die Gottbeziehung - Die Beziehung zu Gott als Kern christlichen Glaubens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173463

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