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Adenauers Moskaubesuch 1955: Voraussetzungen, Akteure, Folgen

Title: Adenauers Moskaubesuch 1955: Voraussetzungen, Akteure, Folgen

Term Paper , 2011 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Thöne (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Im September 1955 war die Bundesrepublik Deutschland nur sechs Jahre nach ihrer Gründung fest in die westlichen Bündnissysteme integriert. Ausgerechnet jetzt erging die Einladung der kommunistischen Führungsmacht Sowjetunion an den westdeutschen Bundeskanzler Adenauer, nach Moskau zu reisen, um die sowjetischen Führungspolitiker zu treffen.

Adenauer nahm an, da er die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion erreichen. Dafür verlangten die Sowjets jedoch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion.

Doch konnte die bundesdeutsche Seite den Sowjets trauen? Und welche Rolle spielte bei den Verhandlungen der erst zehn Jahre zurückliegende Zweite Weltkrieg?

Als die Sowjets für die schriftliche Aufnahme diplomatischer Beziehungen lediglich ihr Ehrenwort für eine anschließende Freilassung der kriegsgefangenen gaben, sollte Bundeskanzler Adenauer mit einer mutigen Entscheidung den Ausschlag geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

a) Beginn der Westbindung 1949-1955

b) Hauptakteure der Weltpolitik 1955

c) Sowjetische Signale an die Bundesrepublik

d) Adenauers Absprache mit Westalliierten und innerdeutsche Opposition

e) Verhandlungen mit den Sowjets

f) Adenauers Entscheidung

g) Die Hallstein-Doktrin und mehr Souveränität für die DDR

h) Rückkehr der Kriegsgefangenen

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die historischen Voraussetzungen, den Verlauf und die politischen Folgen des Moskaubesuchs von Konrad Adenauer im Jahr 1955, wobei ein besonderer Fokus auf dem spannungsreichen Verhältnis zwischen der Westbindung der Bundesrepublik und der angestrebten Freilassung deutscher Kriegsgefangener liegt.

  • Die Etablierung der westdeutschen Außenpolitik und Westbindung im Kontext des Kalten Krieges.
  • Die Rolle zentraler Akteure wie Adenauer, Eisenhower und Chruschtschow in der Weltpolitik der 1950er Jahre.
  • Die Verhandlungstaktik Adenauers gegenüber der sowjetischen Führung unter Bulganin und Chruschtschow.
  • Die Auswirkungen der Moskaureise auf die Hallstein-Doktrin und das deutsch-deutsche Verhältnis.
  • Die Bedeutung der Rückkehr der Kriegsgefangenen für Adenauers innenpolitische Legitimation.

Auszug aus dem Buch

Verhandlungen mit den Sowjets

Die bundesdeutsche Delegation in Moskau bestand aus den Staatssekretären Hans Globke und Walter Hallstein, den bundesrepublikanischen Botschaftern bei NATO und UNO, Herbert Blankenhorn und Felix von Eckardt, den Ministerialdirigenten des Auswärtigen Amtes, van Scherpenberg und Trützschler, je zwei Vertretern der Ministerien für Wirtschaft und gesamtdeutsche Fragen. Begleitet wurde Adenauer von dem Münchner Osteuropahistoriker Hans Koch sowie den Vorsitzenden der jeweiligen Auswärtigen Ausschüsse von Bundestag und Bundesrat, Kurt Georg Kiesinger und Karl Arnold. Auch der Stellvertreter von Kiesinger, Carlo Schmid, gehörte zur Delegation. Schmid wurde wahrscheinlich von Adenauer mitgenommen nach Moskau, um m Sinne der Überparteilichkeit auch ein SPD-Mitglied an Bord zu haben.

Während der deutsch-sowjetischen Verhandlungen verblieb man beiderseits nicht immer bei einer zurückhaltenden Diplomatensprache, sondern redete Klartext. Den Anfang machte der sowjetische Ministerpräsident Bulganin als er zum Thema Kriegsgefangene die Politjustiz Stalins als Beurteilungskriterium anlegte, in dem er behauptete: „Es gibt keinerlei deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion (…) In der Sowjetunion befinden sich lediglich Kriegsverbrecher aus der ehemaligen Hitlerarmee, Verbrecher, die von sowjetischen Gerichten für besonders schwere Verbrechen gegen das Sowjetvolk, gegen den Frieden und die Menschlichkeit verurteilt worden sind.“

Bulganin bezichtigte die 9628 deutschen Verurteilten des Mordes, der Brandstiftung und Vergewaltigung. In Wirklichkeit waren die meisten deutschen Kriegsgefangenen keines wirklichen Verbrechens schuldig, sondern in typisch stalinistischer Manier unschuldig verurteilt worden. Niemand wusste das besser als der sowjetische Außenminister Molotow. Schließlich hatte er 1948/49 Stalins Chefankläger Wyschinski – bekannt aus den vielen Schauprozessen in der Zeit der großen stalinistischen Säuberungen – die Weisung erteilt, zehntausende Kriegsgefangene zu verurteilen, „unabhängig davon, ob der einzelne Kriegsverbrechen begangen hat oder nicht“.

Zusammenfassung der Kapitel

Beginn der Westbindung 1949-1955: Beschreibt die strategische Ausrichtung der frühen Bundesrepublik unter Adenauer und die schrittweise Integration in westliche Bündnissysteme.

Hauptakteure der Weltpolitik 1955: Analysiert die politischen Persönlichkeiten und deren Handlungsspielräume in den USA und der UdSSR während der damaligen Ära.

Sowjetische Signale an die Bundesrepublik: Untersucht die diplomatischen Annäherungsversuche der Sowjetunion vor dem Moskaubesuch und deren strategische Hintergründe.

Adenauers Absprache mit Westalliierten und innerdeutsche Opposition: Beleuchtet Adenauers Bemühungen, bei den Westmächten Vertrauen für seine Moskau-Reise zu schaffen und sich gegen parteipolitische Kritik abzugrenzen.

Verhandlungen mit den Sowjets: Dokumentiert den schwierigen Verlauf der Gespräche in Moskau und die Konfrontation mit sowjetischen Vorwürfen.

Adenauers Entscheidung: Analysiert die taktischen Überlegungen Adenauers, die schließlich zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen und zur Rückführung der Gefangenen führten.

Die Hallstein-Doktrin und mehr Souveränität für die DDR: Erläutert die Entstehung der Hallstein-Doktrin als Instrument zur Wahrung des Alleinvertretungsanspruchs.

Rückkehr der Kriegsgefangenen: Beschreibt die soziale und innenpolitische Bedeutung der Heimkehr für die Bundesrepublik und deren Einfluss auf den Wahlerfolg von 1957.

Schlüsselwörter

Adenauer, Moskau 1955, Westbindung, Kriegsgefangene, Hallstein-Doktrin, Sowjetunion, Kalter Krieg, Alleinvertretungsanspruch, Außenpolitik, Diplomatie, Wiedervereinigung, BRD, DDR, Bulganin, Chruschtschow.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und den diplomatischen Verlauf von Konrad Adenauers Reise nach Moskau im Jahr 1955 und deren Auswirkungen auf die deutsche Nachkriegspolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Westintegration der Bundesrepublik, den diplomatischen Verhandlungen mit der Sowjetunion und der Problematik der deutschen Kriegsgefangenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, wie Adenauer trotz der Blockkonfrontation handelte, um das nationale Interesse (Rückkehr der Gefangenen) mit der festen Westbindung in Einklang zu bringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Analyse, die sowohl Sekundärliteratur als auch zeitgenössische Quellen wie Briefwechsel und Zeitzeugenberichte heranzieht.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den Anfängen der Westbindung 1949 bis zur Rückkehr der Kriegsgefangenen 1955 und der Etablierung der Hallstein-Doktrin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Adenauers Außenpolitik, Sowjetunion, Kriegsgefangenenproblematik und Westintegration definiert.

Wie reagierte die innerdeutsche Opposition auf Adenauers Reisepläne?

Die Opposition, insbesondere die SPD, stand der Westpolitik und der engen Bindung an die USA kritisch gegenüber, da sie befürchtete, dies würde die Chancen auf eine Wiedervereinigung dauerhaft blockieren.

Warum lehnte Adenauer die Anerkennung der DDR strikt ab?

Adenauer sah darin eine völkerrechtliche Anerkennung der Teilung Deutschlands und wollte den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik als einzig rechtmäßigen deutschen Staat wahren.

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Details

Title
Adenauers Moskaubesuch 1955: Voraussetzungen, Akteure, Folgen
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Neuere Geschichte II (Prof. Schöllgen))
Course
Die Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949-1991
Grade
1,3
Author
Matthias Thöne (Author)
Publication Year
2011
Pages
28
Catalog Number
V173487
ISBN (eBook)
9783640937028
ISBN (Book)
9783640937240
Language
German
Tags
adenauers moskaubesuch voraussetzungen akteure folgen adenauer außenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Thöne (Author), 2011, Adenauers Moskaubesuch 1955: Voraussetzungen, Akteure, Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173487
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