Die Masterarbeit mit dem Thema „Realität und Anspruch des Stadt- und Regionalmarketings unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Köln“ legt den aktuellen Wissensstand zum Stadt- und Regionalmarketing in der Forschung dar und analysiert diesen durch das praxisbezogene Beispiel Köln. Die sich hieraus ergebenden zukünftigen Entwicklungen und tendenziellen Perspektiven werden kritisch und insbesondere im Hinblick auf das Leitbild Köln 2020 gewürdigt. Dazu wird untersucht, wie die Stadt Köln trotz vielfältiger Aufgaben- und Problemfelder und zunehmenden Wettbewerbs mit Hilfe eines geeigneten Stadt- und Regionalmarketings gestaltet werden könnte.
Zwar hat Köln mit dem entwickelten Leitbild ganz nach den Vorgaben der Stadt- und Regionalmarketingtheorie ein Zielfenster formuliert. Ein ganzheitliches Stadtmarketing-Konzept ist mit der bloßen Entwicklung eines Leitbildes allerdings noch nicht erreicht worden. Als Resultat bleibt festzuhalten, dass man sich in Köln mit einer einheitlicheren Koordination aller beteiligten Organisationen noch mehr im Sinne der in der Masterarbeit vorgestellten Stadt- und Regionalmarketingtheorie verhalten könnte. So bleibt die Suche nach Ideen, durch eine bessere Außendarstellung einen möglichst weltweit emotional und positiv beladenen Bezug zum Standort herzustellen, weiterhin aktuell und ist noch längst nicht vollendet.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
0.1 Problemdarstellung
0.2 Zielsetzung, Quellen und Gliederung
1 Prozess des Marketings für Kommunen und Regionen
1.1 Übertragung des privatwirtschaftlichen Marketings auf den öffentlichen Bereich
1.2 Definition des Stadtmarketings
1.3 Bedeutung und Ausmaß des Stadtmarketings
1.3.1 Tourismusmarketing
1.3.2 Standortmarketing
1.3.3 Stadtteil- und Innenstadtmarketing
1.3.4 Verwaltungsmarketing
1.4 Regionalmarketing
1.5 Ziele des Stadt- und Regionalmarketings
2 Wahrnehmung des Standorts
2.1 Das Image
2.2 Identität einer Stadt und Region
2.3 Einfluss der Wahrnehmung auf das Marketing
2.4 Die Corporate Identity
3 Prozess des Stadtmarketings
3.1 Der Verlauf und die Organisation des Stadtmarketing-Prozesses
3.2 Start- und Analysephase
3.3 Leitbildentwicklungsphase
3.4 Umsetzungs- und Kontrollphase
4 Zwischenbetrachtung
5 Marketing für Köln
5.1 Die Großstadt Köln
5.2 Standortanalyse
5.2.1 Köln im Ranking der Städte
5.2.2 Die Kölner und ihr Image
5.3 Leitbild Köln 2020
5.4 Entstehung des Stadtmarketings für Köln
5.5 Kölner Stadtmarketing und seine beteiligten Organisationen
5.5.1 Tourismusmarketing für Köln
5.5.2 Verwaltungsmarketing für Köln
5.5.3 Standortmarketing für Köln
5.5.4 Stadtteil- und Innenstadtmarketing für Köln
6 Regionalmarketing innerhalb der Metropolregion
6.1 Vorstellung der Metropolregion Köln/Bonn
6.2 Regionalmarketing und seine Ziele
7 Perspektiven des Marketings für Köln und die Region
7.1 Gründung von „Business Improvement Districts“
7.2 Kooperation zwischen Stadt und Region
7.3 Gründung einer „Köln Marketing GmbH“
7.3.1 Zukünftige Aufgaben und Ziele
7.3.2 Köln als Marke
7.4 Events als „Zeitmaschinen“
8 Schlussbetrachtung
8.1 Fazit
8.2 Persönliches Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zum Stadt- und Regionalmarketing und analysiert dessen Anwendung anhand des Praxisbeispiels Köln. Ziel ist es, die theoretischen Ansätze auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen, Herausforderungen zu identifizieren und Perspektiven für eine zukunftsgerichtete Entwicklung des Standorts zu erarbeiten.
- Grundlagen des Stadt- und Regionalmarketings als integratives Steuerungsinstrument.
- Einfluss von Image, Identität und Corporate Identity auf die Standortwahrnehmung.
- Strukturen und Prozesse des Stadtmarketings sowie deren Koordinationsbedarf.
- Analyse der Marketing-Initiativen in der Stadt Köln sowie der regionalen Kooperationen.
- Potenziale für zukünftige Entwicklungen wie Business Improvement Districts, Stadtmarkenbildung und Großveranstaltungen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Übertragung des privatwirtschaftlichen Marketings auf den öffentlichen Bereich
Seit Beginn der achtziger Jahre wird das klassische Marketing zunehmend auch von Städten eingesetzt. Marketing bedeutet ursprünglich zunächst Unternehmensführung als Marktanpassung, wobei dies die bewusste Ausrichtung aller Aktivitäten des Unternehmens auf den Markt bedingt. Den Unternehmen kommt eine aktive Rolle zu und sie suchen mutmaßliche Nachfragerbedürfnisse, die sie zu erkennen hoffen. Dabei versuchen sie sich gegenseitig bei der Bedürfnisbefriedigung zu überbieten.8 Seit rund 30 Jahren werden Begriffe des traditionellen Marketings, wie Marketing-Mix, Marktorientierung oder Produktpolitik vermehrt auch bei Kommunen angewandt. „Die Leistungskraft einer Kommune muss ähnlich wie die eines Unternehmens unter Berücksichtigung des Wettbewerbs anderer Gemeinden geplant und hergestellt werden.“9 Darüber hinaus wird die Definition der „American Marketing Association“ in der Wissenschaft häufig herangezogen, wenn die Übertragbarkeit des Marketing-Begriffs auf eine Stadt oder Region geprüft wird. Dort heißt es: „Marketing is the process of planning and executing the conception, pricing, promotion and distribution of ideas, goods and services to create exchanges that satisfy individual and organizational objectives.”10 Der Marketing-Begriff kann dieser Auslegung folgend auch auf nicht kommerzielle Bereiche wie Kommunen und Regionen ausgeweitet werden. Im operativen Bereich wird vergleichbar wie im herkömmlichen Marketing von einem so genannten „Stadtmarketing-Mix“ gesprochen. Dieser Stadtmarketing-Mix umfasst die Festlegung von Verkaufspreisen für die einzelnen Bereiche des kommunalen Produktes, die Distribution und die Nutzung aller erforderlichen Instrumente der Kommunikation.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Einführung in die Wettbewerbssituation von Städten und die Relevanz von Stadtmarketing.
1 Prozess des Marketings für Kommunen und Regionen: Theoretische Grundlagen und die Übertragung privatwirtschaftlicher Instrumente auf den öffentlichen Sektor.
2 Wahrnehmung des Standorts: Analyse der Bedeutung von Image, Identität und Corporate Identity.
3 Prozess des Stadtmarketings: Erläuterung der Phasen und der Organisation eines Stadtmarketing-Prozesses.
4 Zwischenbetrachtung: Zusammenfassung der Theorie als Übergang zur Praxisanalyse.
5 Marketing für Köln: Untersuchung der aktuellen Marketingaktivitäten und Strukturen der Stadt Köln.
6 Regionalmarketing innerhalb der Metropolregion: Analyse der regionalen Kooperationen am Beispiel Köln/Bonn.
7 Perspektiven des Marketings für Köln und die Region: Diskussion zukünftiger Handlungsfelder und Potenziale wie BIDs und Markenbildung.
8 Schlussbetrachtung: Fazit der Ergebnisse und persönliches Resümee des Autors.
Schlüsselwörter
Stadtmarketing, Regionalmarketing, Standortmarketing, Tourismusmarketing, Verwaltungsmarketing, Stadtentwicklung, Corporate Identity, Köln, Leitbild, Metropolregion, Wettbewerbsfähigkeit, Identität, Markenführung, Bürgerbeteiligung, Business Improvement Districts.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Realität und den Anspruch von Stadt- und Regionalmarketing, wobei sie den theoretischen Forschungsstand beleuchtet und die Anwendung dieser Instrumente konkret an der Stadt Köln untersucht.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Übertragung privatwirtschaftlicher Marketingansätze auf öffentliche Institutionen, die Bedeutung der Standortwahrnehmung, die Struktur des Stadtmarketingprozesses sowie die regionale Vernetzung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand darzulegen und mittels einer Analyse der Stadt Köln aufzuzeigen, wie Städte ihre Attraktivität durch strategische Konzepte steigern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturrecherche, der Auswertung von Fachliteratur und Studien sowie der Analyse von konkreten Marketing-Initiativen und Projekten in Köln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse des Standorts Köln (inklusive Image und laufender Projekte) sowie eine Untersuchung regionaler Kooperationsmöglichkeiten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stadtmarketing, Standortqualität, Identität, Kooperation, Leitbildentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Leitbild Köln 2020“?
Der Autor sieht im Leitbild ein notwendiges, zukunftsorientiertes Instrument für die Stadt, betont jedoch, dass für eine erfolgreiche Umsetzung die Ausrichtung aller Akteure an diesem Leitbild noch gestärkt werden muss.
Welche Rolle spielen „Zeitmaschinen“ im Kontext des Marketings?
Der Begriff bezieht sich auf Großveranstaltungen, die als Katalysatoren wirken, um Planungszeiten zu verkürzen, Widerstände abzubauen und Investitionen sowie Infrastrukturentwicklungen in der Stadt zu stimulieren.
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- Anonym (Author), 2011, Realität und Anspruch des Stadt- und Regionalmarketings unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Köln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173493