Dieser Unterrichtsentwurf für das Fach Evangelische Religion thematisiert die biblische Erzählung von Zachäus (Lk 19,1–10). Im Mittelpunkt der Unterrichtsstunde steht die Begegnung zwischen Zachäus und Jesus sowie die damit verbundene Erfahrung von Annahme, Wertschätzung und Veränderung. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Perspektiven der handelnden Personen auseinander und erschließen die Bedeutung der Geschichte für ein christliches Menschenbild. Dabei werden zentrale religiöse Kompetenzen gefördert, indem die Lernenden die Botschaft der Erzählung auf eigene Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Neuanfang beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsreihe
1.1 Thema der Unterrichtsreihe
1.2 Ziel der Unterrichtsreihe
1.3 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit
1.4 Thema der Unterrichtsstunde
1.5 Ziel der Unterrichtsstunde
1.6 Medien und Arbeitsmittel
1.7 Literatur
2. Begründung didaktischer / methodischer Entscheidungen
3. Begründung einer grundlegenden medialen Entscheidung
4. Verlaufsplanung
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Zweitklässlern im evangelischen Religionsunterricht die biblische Erzählung von Zachäus (Lk 19, 1-10) näherzubringen. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit den Themen Ausgrenzung und bedingungslose Annahme durch Jesus, um den SuS eine ethische Reflexion über menschliches Verhalten und göttliche Zuwendung zu ermöglichen.
- Biblische Erzählung von Zachäus (Lk 19, 1-10)
- Erfahrungen von Ausgrenzung und Annahme im Lebensalltag
- Perspektivwechsel durch handelnde Auseinandersetzung (Standbilder)
- Vergleich zwischen menschlichem Verhalten und Jesu Handeln
- Transfer auf eigene soziale Erfahrungen
Auszug aus dem Buch
2. Begründung didaktischer / methodischer Entscheidungen
Die Behandlung der Zachäuserzählung (Lk 19,1-10) ist im Religionsunterricht der Grundschule in besonderer Weise legitimiert, da sie eine zentrale Botschaft des Evangeliums in kindgerechter Form erschließt: Jesus nimmt Außenseiter an. Damit werden fundamentale Grunderfahrungen der Kinder aufgegriffen: Ausgeschlossenwerden, Ablehnung und das Erleben von Gemeinschaft und Annahme. Solche Erfahrungen gehören bereits zum Alltag von SuS. Die Erzählung bietet die Möglichkeit, diese Erfahrungen im Spiegel einer biblischen Geschichte zu reflektieren und aus einer neuen, befreienden Perspektive zu deuten. Während die Menge Zachäus verachtet, richtet Jesus seinen Blick auf ihn, spricht ihn an und kehrt bei ihm ein. Dadurch wird Veränderung und Heil möglich. Der Lerngegenstand ist somit exemplarisch geeignet, den Kindern die heilvolle Zuwendung Jesu nahe zu bringen und entspricht zugleich den Anforderungen des Lehrplans, die Bedeutung der Botschaft Jesu für das Leben der Kinder erfahrbar zu machen.
Besonders in der zweiten Klasse ist dieser Gegenstand bedeutsam, weil Kinder in diesem Alter besonders sensibel auf Fragen von Anerkennung, Zugehörigkeit und Ablehnung reagieren. Erfahrungen des Nicht-Dazugehörens sind ihnen aus dem Spielplatz, der Klassengemeinschaft, dem Schulhof oder aus Alltagssituationen vertraut. Die Geschichte vom Zöllner Zachäus knüpft daran an und eröffnet die Möglichkeit, eigene Erlebnisse in der Begegnung mit der biblischen Erzählung zu deuten. Die zentrale Szene, in der Jesus zu Zachäus spricht „Ich möchte heute dein Gast sein“, macht diesen Perspektivwechsel sichtbar: Aus dem Ausgestoßenen wird durch die vorbehaltlose Annahme Jesu ein Angenommener, dessen Leben sich verändern kann.
Für die konkrete Lerngruppe ist die Erzählung besonders geeignet, weil sie über erste Kenntnisse zu Jesusgeschichten verfügt und biblische Texte in anschaulicher und handelnder Weise erschließen kann. Die Kinder können sich in die Rollen von Zachäus, Jesus und der Anderen hineinversetzen und über nonverbale Ausdrucksformen wie Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Positionierung zentrale Aspekte der Geschichte erfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel definiert das Thema, die Lernziele und den inhaltlichen Aufbau der gesamten Unterrichtseinheit sowie die genutzten Medien und die zugrundeliegende Literatur.
2. Begründung didaktischer / methodischer Entscheidungen: Hier wird die fachdidaktische Relevanz der Zachäus-Geschichte für die Grundschule erläutert und die Wahl der Methode zur lebensweltlichen Anbindung begründet.
3. Begründung einer grundlegenden medialen Entscheidung: Dieses Kapitel erläutert, warum die Bilder von Kees de Kort als zentrales Arbeitsmedium gewählt wurden und wie diese die kindgerechte Erschließung der Erzählung unterstützen.
4. Verlaufsplanung: Dieses Kapitel skizziert den konkreten, zeitlich strukturierten Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Sozialformen und didaktischer Kommentare.
Anhang: Der Anhang enthält die kindgerechte Fassung der Zachäuserzählung sowie zusätzliche Materialien und Dokumentationen zur Unterrichtsvorbereitung.
Schlüsselwörter
Zachäus, Evangelische Religionslehre, Grundschule, Ausgrenzung, Nächstenliebe, Jesus Christus, Standbildmethode, Soziales Lernen, Unterrichtsentwurf, biblische Erzählung, Inklusion, Perspektivwechsel, Didaktik, Lebensweltorientierung, Wertschätzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Planung einer Religionsstunde zum Thema Zachäus für eine zweite Grundschulklasse, wobei der Fokus auf der Erfahrung von Ausgrenzung und der verändernden Kraft der Annahme durch Jesus liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die biblische Erzählung (Lk 19, 1-10), soziale Ausgrenzung, der Zöllner als historische Randfigur sowie die christliche Botschaft der bedingungslosen Zuwendung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler die heilvolle Zuwendung Jesu erkennen und diese im Kontrast zu menschlicher Ausgrenzung reflektieren und auf ihre eigene Lebenswelt beziehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Im Zentrum steht die methodische Entscheidung für das Standbild, welches ein ganzheitliches und interaktives Lernen ermöglicht, indem SuS Situationen körperlich nachstellen und deuten.
Was wird im Hauptteil der Unterrichtsplanung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Erarbeitungsphase, in der die Kinder in Gruppen Standbilder zur Szene erstellen, sowie eine anschließende Reflexionsphase, in der das Verhalten der Akteure kritisch betrachtet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Zachäus, Inklusion, Standbildmethode, Nächstenliebe und Lebensweltorientierung beschreiben.
Warum wurde die Methode des Standbildes gewählt?
Diese Methode wurde gewählt, um Kindern einen körperlichen Zugang zur biblischen Szene zu ermöglichen und ihnen zu helfen, komplexe Gefühle wie Distanz und Nähe sowie Ablehnung und Annahme aktiv zu erfahren.
Welche Rolle spielt die "kindgerechte Zachäuserzählung" im Anhang?
Sie dient als didaktisch reduziertes Textmaterial, das die zentralen Elemente der Erzählung (Zöllner, Außenseiter, Jesus-Begegnung) für Grundschüler sprachlich und inhaltlich zugänglich macht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2025, Zachäus der Zöllner. Unterrichtsentwurf Religion (Klasse 2, Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1736123