18.Jahrhundert: Kann Kaperei als legitimes Mittel im Seekrieg bzw. zur politischen Einflussnahme angesehen werden? Kann im Zusammenhang mit Kaperei von der Anwendung von unrechtmäßiger und rechtmäßiger Gewalt gesprochen werden? Inwiefern kann die See bzw. der Atlantik als rechts(freier) Raum bezeichnet werden?
„Jeder Nation steht es frei, zu jeder anderen Nation zu reisen und mit ihr Handel zu treiben.“ Dieses Zitat entstammt dem niederländischen Juristen und Philosophen Hugo Grotius und wurde in seinem Werk „Mare Liberum“ oder „Die Freiheit der Meere“ im Jahre 1609 abgedruckt. Grotius schreibt hier von der Neutralität des Meeres und der Möglichkeit bzw. dem Recht, das jeder Staat hat, das Meer für den Seehandel zu nutzen. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte und mit der Zunahme von internationalen Konflikten, auch in Bezug auf die Kolonisierung der Amerikas und den Bestrebungen der Unabhängigkeit, wird dieses von Grotius beschriebene Prinzip oder Recht der einzelnen Staaten weniger geachtet oder neu interpretiert. Die folgende Arbeit greift diesen Wandel auf. Um einen Überblick zu schaffen, soll zunächst die Situation Im und um den Atlantik im 18. Und frühen 19. Jahrhundert beschrieben werden. In diesem Zusammenhang Fallen Begriffe wie Kolonialkriege, Kaperei und Neutralität, wie sie auch schon aus dem Titel dieser Arbeit hervorgehen. Mit dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, diese Begriffe zu ordnen sowie zu definieren. Weiterhin soll die Bedeutung dieser Begrifflichkeiten für die Lage auf See herausgestellt werden. Im Zentrum der Arbeit sollen die Begriffe Legitimität und Rechtmäßigkeit stehen.
- Citar trabajo
- Tobias Postel (Autor), 2023, Konfliktfeld Atlantik. Zwischen Kolonialkrieg, Kaperei und Neutralität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1736662