Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Teología - Teología práctica

Der Menschheit schöner Traum. Oder: Prinzip Gerechtigkeit

Zum Begriff und Geschichte der Gerechtigkeit im Lichte philosophisch-ethischer Diskussion.

Título: Der Menschheit schöner Traum. Oder: Prinzip Gerechtigkeit

Trabajo Escrito , 2011 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Richard Salomo (Autor)

Teología - Teología práctica
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Kaum eine Idee ist so unsagbar wichtig für das Verstehen von Mensch und Gesellschaft, so vielfältig wandelbar, so eingängig und doch im Grunde fremd, wie die Gerechtigkeit. Kaum ein Begriff aber auch, der gleichermaßen strittig ist wie sie.
Ihrem Wesen nach polymorph, ist sie ebenso ein politischer Kampfbegriff wie Ordnungsprinzip und Tugend. Eine Chimäre also, der schwer nur beizukommen ist, mit dem Bemühen, ihre allgemeinsten Mechanismen offen zu legen. Kulturübergreifend suchten und suchen die Menschen eine universelle Antwort zu finden, auf die Frage hin, was denn Gerechtigkeit vom Grunde auf sei, und die Mannigfaltigkeit ihrer Antworten in Geschichte und Gegenwart macht umso deutlicher, dass die Frage der Gerechtigkeit immer wohl Aporie bleiben muss. Sicher haben sich im Laufe der Debatte konkrete Denk- bzw. Spielarten der Gerechtigkeit herauskristallisiert, die Schwerpunkte allerdings verschieben sich kontinuierlich. Ein fundamentales Prinzip zu konstatieren fällt demnach weiterhin schwer.
In diesem Sinne schickt sich die vorliegende Arbeit an, lediglich einen kritischen Überblick zu gewähren, über die Lokalisation des Gerechtigkeitsbegriffs in Gegenwart und Vergangenheit. Dabei soll es vordergründig um ein prinzipielles Verstehen, teilweise auch Beurteilen der jeweiligen Ansätze der Geistesgeschichte gehen, also expressis verbis um einen Versuch allgemeinen und rein theoretischen Herangehens.
Dahin gehend ist der Hauptteil der Arbeit der Genealogie der Gerechtigkeit gewidmet, das heißt den Begriffsursprüngen mit besonderer Berücksichtigung archaischer (vor allem altjüdischer) sowie antiker Vorstellungen der Gerechtigkeit.
Darüber hinaus wird die konzeptionelle Entwicklung anhand unterschiedlicher Theorien von Antike bis Moderne zu skizzieren versucht.
Es folgt abschließend eine kurze Zusammenfassung und fernerhin der kritische Hinweis auf die spezifischen Probleme im Zusammenhang mit den dargebotenen Gerechtigkeitskonzeptionen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Auftakt

2 Genealogie der Gerechtigkeit

2.1 Wurzeln

2.1.1 Frühzeitliche Provenienz

2.1.2 Drei Grundprinzipien archaischer Gerechtigkeit

2.2 δικαιοσύνη – Basis neuzeitlicher Gerechtigkeit

2.2.1 Platon: von Tugend und Gerechtigkeit

2.2.1.1 Die Idee der Gerechtigkeit im Werke Platons

2.2.1.2 „Über das Gerechte“ in der Politeia

2.2.1.3 Fazit zur platonischen Gerechtigkeit

2.2.2 Aristoteles – vom engen und weiten Verständnis der Gerechtigkeit

2.2.3 Wert und Wirkung der Antike

2.3 Vom personalistischen Ansatz zur Verfahrensgerechtigkeit

2.3.1 Mittelalter und Scholastik

2.3.2 Konzeptionen der Neuzeit

2.3.3 Das 20. Jahrhundert: Relativismus, Liberalismus, Kommunitarismus

3 Ausklang – Zwischen Freiheit und Gleichheit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit unternimmt einen theoretischen Streifzug durch die Geschichte der Gerechtigkeitsvorstellungen, um die Vielschichtigkeit des Begriffs von der Antike bis in die Moderne zu verdeutlichen und dessen Wandlungen im Hinblick auf aktuelle Debatten kritisch zu reflektieren.

  • Genese und Bedeutungswandel des Gerechtigkeitsbegriffs
  • Vergleich zwischen archaischen, antiken und neuzeitlichen Gerechtigkeitsmodellen
  • Analyse der platonischen und aristotelischen Konzepte
  • Bedeutung von Freiheit und Gleichheit als Kernkategorien
  • Diskussion zeitgenössischer Ansätze wie Liberalismus und Kommunitarismus

Auszug aus dem Buch

2.2.1.2 „Über das Gerechte“ in der Politeia

Schon im ersten Buch der Politeia wird das Problem der Gerechtigkeit als zentrale Frage aufgeworfen. Es gilt zwar bereits hier, dass Ungerechtigkeit niemals lohnenswerter sein kann als Gerechtigkeit. Dieser Schluss allerdings wird allein dadurch relativiert, dass es seiner Herleitung willen, des Wissens um das Wesen der Gerechtigkeit bedarf, das hier (im ersten Buch) allerdings noch im Verborgenen bleibt.

Ferner wird im zweiten Buch die Deduktion als Methode der Gerechtigkeitsuntersuchung gewählt, wenn Sokrates sagt:

„Gerechtigkeit ist doch Sache des einzelnen Menschen wie eines ganzen Staates? [...] Vielleicht ist nun in einem größeren Gebilde eine größere Gerechtigkeit drinnen, die leichter zu erkennen ist? [369a] Wenn ihr wollt, dann untersuchen wir zuerst an den Staaten ihr Wesen und dann wollen wir sie auch in jedem einzelnen betrachten, wobei wir das größere in seiner Ähnlichkeit mit der Gestalt des Kleineren überprüfen.“

Ist hier vom Staat bzw. von den Staaten als Objekt der Untersuchung die Rede, so ist damit ausschließlich Platons Idealstaat gemeint, den er im Folgenden zu entwerfen sucht. Denn nur der gute Staat ist auch gerecht. Darüber hinaus nehmen hier zwei unterschiedliche Gerechtigkeitsdimensionen Form an, zwischen denen jedoch Platon anders als Aristoteles noch nicht zu differenzieren vermag. Eine personelle und eine institutionelle/politische Dimension. Zwar kann grundsätzlich von einem personalistischen Ansatz Platons gesprochen werden, wenngleich aber zu bedenken ist, dass der Einzelne ob seiner politischen Natur (bei Aristoteles zoon phsei politikon) immerzu mit der Polis in Wechselbeziehung gedacht werden muss bzw. erst im Verhältnis zu ihr seinen Wert erhält. In diesem Sinne nimmt Platon „eine genaue Entsprechung (Isomorphie) von Bürgern und Gemeinwesen an“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Auftakt: Einführung in die Vielschichtigkeit und Wandelbarkeit des Gerechtigkeitsbegriffs als politischer Kampfbegriff und Tugend.

2 Genealogie der Gerechtigkeit: Historische Herleitung und Analyse der Gerechtigkeitsvorstellungen von archaischen Kulturen über die klassische Antike bis zur Neuzeit.

2.1 Wurzeln: Beleuchtung der frühzeitlichen Provenienz und der religiös geprägten Konzepte archaischer Gerechtigkeit.

2.1.1 Frühzeitliche Provenienz: Untersuchung der Gerechtigkeit als globales Phänomen in Verbindung mit kosmischer Ordnung und göttlichem Willen.

2.1.2 Drei Grundprinzipien archaischer Gerechtigkeit: Zusammenfassung der gemeinsamen Merkmale archaischer Modelle trotz inhaltlicher Disparitäten.

2.2 δικαιοσύνη – Basis neuzeitlicher Gerechtigkeit: Untersuchung der antiken Grundlagen, die das Fundament für spätere Gerechtigkeitstheorien legten.

2.2.1 Platon: von Tugend und Gerechtigkeit: Analyse der platonischen Gerechtigkeitsauffassung als politisches und persönliches Ideal.

2.2.1.1 Die Idee der Gerechtigkeit im Werke Platons: Darstellung der untrennbaren Verbindung der Idee der Gerechtigkeit mit dem Guten in Platons Philosophie.

2.2.1.2 „Über das Gerechte“ in der Politeia: Auseinandersetzung mit der methodischen Untersuchung von Staat und Individuum bei Platon.

2.2.1.3 Fazit zur platonischen Gerechtigkeit: Einordnung der platonischen Gerechtigkeit als Voraussetzung für Ordnung und Glückseligkeit.

2.2.2 Aristoteles – vom engen und weiten Verständnis der Gerechtigkeit: Differenzierung zwischen Gesamtgerechtigkeit und partikularer Gerechtigkeit in der aristotelischen Ethik.

2.2.3 Wert und Wirkung der Antike: Würdigung der bleibenden Bedeutung der antiken Gerechtigkeitsbegriffe für die abendländische Philosophie.

2.3 Vom personalistischen Ansatz zur Verfahrensgerechtigkeit: Übergang von der antiken Tugendethik hin zu formaleren, systemischen Gerechtigkeitskonzeptionen.

2.3.1 Mittelalter und Scholastik: Interpretation der aristotelischen Gerechtigkeit durch scholastische Denker wie Thomas von Aquin.

2.3.2 Konzeptionen der Neuzeit: Untersuchung des Paradigmenwechsels durch den Kontraktualismus und die Entstehung moderner Ordnungsvorstellungen.

2.3.3 Das 20. Jahrhundert: Relativismus, Liberalismus, Kommunitarismus: Diskussion moderner Gerechtigkeitstheorien in der Auseinandersetzung zwischen individuellen Rechten und gesellschaftlichem Status.

3 Ausklang – Zwischen Freiheit und Gleichheit: Zusammenfassende Reflexion der Spannung zwischen Freiheit und Gleichheit als zentrale Herausforderung moderner Gerechtigkeit.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Ethik, Politische Philosophie, Antike, Platon, Aristoteles, Tugendethik, Kontraktualismus, Verfahrensgerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit, Liberalismus, Kommunitarismus, Scholastik, Gesellschaftsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und den Bedeutungswandel des Begriffs der Gerechtigkeit von der Antike bis in die moderne Philosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die archaischen Wurzeln, die antike Philosophie (Platon/Aristoteles), die scholastische Rezeption sowie neuzeitliche und moderne Gerechtigkeitskonzeptionen wie Liberalismus und Kommunitarismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen kritischen Überblick über die Genese der Gerechtigkeitsvorstellungen zu geben und zu zeigen, wie sich der Fokus von der Tugendfrage hin zu strukturellen und prozeduralen Prinzipien verschoben hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einem geistesgeschichtlichen und theoretischen Ansatz, der primäre Gerechtigkeitskonzepte analysiert, vergleicht und in ihre historischen Kontexte einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Genealogie der Gerechtigkeit, die detaillierte Betrachtung platonischer und aristotelischer Modelle sowie die Analyse des Übergangs zum modernen, verfahrensorientierten Verständnis von Gerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Gerechtigkeit, Ethik, Antike, Politische Philosophie, Tugend, Freiheit, Gleichheit, Kontraktualismus, Rechtsordnung und Gesellschaftsvertrag.

Wie unterscheidet sich die platonische Auffassung von der späteren scholastischen Sichtweise?

Während Platon Gerechtigkeit stark als harmonische Tugend und Ordnung innerhalb der Seele und des Staates begreift, integriert die Scholastik, etwa durch Thomas von Aquin, diese Konzepte in ein stärker ausdifferenziertes, religiös und rechtlich geprägtes Modell.

Welche Rolle spielt der Begriff des „Eigentums“ in der neuzeitlichen Gerechtigkeitsdebatte?

Im neuzeitlichen Kontraktualismus, etwa bei Hobbes oder Rousseau, wird Eigentum oft als eine grundlegende Bedingung für das Entstehen von Gerechtigkeit und staatlicher Ordnung betrachtet, wodurch sich der Fokus von der rein moralischen Tugend weg hin zu materiellen und vertraglichen Grundlagen verlagert.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Menschheit schöner Traum. Oder: Prinzip Gerechtigkeit
Subtítulo
Zum Begriff und Geschichte der Gerechtigkeit im Lichte philosophisch-ethischer Diskussion.
Universidad
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Theologie und Ethik)
Curso
Grundlagen der Ethik: Christliche Sozialethik
Calificación
1,0
Autor
Richard Salomo (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
20
No. de catálogo
V173667
ISBN (Ebook)
9783640939404
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gerechtigkeit Platon Aristoteles Religion Ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Richard Salomo (Autor), 2011, Der Menschheit schöner Traum. Oder: Prinzip Gerechtigkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173667
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  20  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint