Informationsvisualisierung in der Technischen Redaktion


Seminararbeit, 2011

19 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition
2.1 Institution
2.2 Technische Redaktion
2.3 Code, Medium und Massenmedien
2.4 Funktion vs. Dysfunktion
2.5 Terror-Management
2.6 Nachhaltigkeit vs. Zukunftsfähigkeit

3 Beobachtung
3.1 Einordnung des Themas in den Forschungsbereich
3.1.1 Wissenschaftliche Visualisierung (Scientific Visualization)
3.1.2 IV (Information Visualization)
3.2 Datenmodelle der Visualisierung
3.2.1 Eindimensionale Datenstruktur
3.2.2 Multi-Dimensionale Datenstruktur
3.3 IV in der TR
3.3.1 Text vs. Bild
3.3.2 Zielgruppe

4 Hypothese

5 Funktionale Analyse
5.1 Nachteile für den Einsatz von Infografiken
5.2 Vorteile für den Einsatz von Infografiken

6 Ausblick

7 Anwendung und Verifikation

8 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.: 1 Übersicht über Forschungsfeld Visualisierung (vgl. Däßler et al., 1998, S. 42)

Abb.: 2 Beispiel Infografik: Wieviel Wasser verbrauchen wir? (zeit.de, 2009)

1 Einleitung

Wie oft begegnen uns heutzutage in den Weiten des Internets Infografiken, um Informationen geeignet darzustellen. Durch die unaufhörliche Informationsflut der heutigen Zeit müssen sich auch die Handbücher, Online-Dokumentationen oder Bedienungsanleitungen von den anderen Informationsquellen abheben, um überhaupt gelesen zu werden.

Mit diesem Gedanken soll auf das Ziel dieser Arbeit eingegangen werden. Den Kernpunkt dieser Arbeit stellt eine Untersuchung der Infografik als Informationsmedium im Bezug auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit dar.

In Kapitel 2 werden die wichtigsten Begriffe für diese Arbeit festgelegt. Anschließend wird in Kapitel 3 der derzeitige Forschungsgegenstand beobachtet, woran in Kapitel 4 eine Hypothese aufgestellt wird. Anschließend wird diese Hypothese in Kapitel 5, anhand der zur Verfügung stehenden Theorie, mithilfe einer Infografik auf ihre Funktion und Dysfunktion analysiert. Nach der Gegenüberstellung der positiven und negativen Eigenschaften von Infografiken wird mit einem Ausblick und weiteren Fragen für eine mögliche Anwendung und Verifikation zur Zusammenfassung und zum Fazit dieser Arbeit übergeleitet.

Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Begrifflichkeiten für diese Arbeit geklärt.

2 Definition

In diesem Kapitel sollen die wichtigsten Begrifflichkeiten für diese Arbeit festgelegt werden.

2.1 Institution

Unter dem Begriff Institution wird Folgendes verstanden:

„Institutionen sind auch markenartig wirksame, identifizierbare soziale Einheiten“ (Rentz, 2011a).

Als Institution soll in dieser Arbeit auf Technische Redaktion eingegangen werden, die im nächsten Punkt erläutert wird. Die Technische Redaktion stellt eine soziale Einheit im Sinne der Definition dar, da sie “ein geschlossenes Ganzes“ ist (wissen, 2000-2011a), das „die Gemeinschaft betrifft“ und „dem Gemeinwohl dient“ (wissen, 2000-2011b).

2.2 Technische Redaktion

Auf der Homepage der Hochschule Karlsruhe findet sich folgendes Berufsfeld, was folgendes Aufgabenspektrum beinhaltet:

„…z.B. Informationsbeschaffung und -verwaltung, Konzeption und Erstellung von Produktinformationen, Entwickeln von Lehr- und Schulungsunterlagen sowohl klassischer Art als auch im Bereich E-Learning, verständliche Aufbereitung von Ergebnissen aus Wissenschaft und Forschung sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Die Technische Redaktion ist also ein innovatives und zeitgemäßes Berufsbild unserer Informationsgesellschaft“ (Hochschule Karlsruhe, o.A.).

Ob diese Einordnung stimmt und Technische Redaktion (TR) eine Institution ist, die ein innovatives und zeitgemäßes Berufsbild im Sinne der Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit ist, soll im Rahmen dieser Arbeit am Beispiel der Informationsvisualisierung (IV) gezeigt werden. Auf die Begriffe Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit wird im weiteren Definitionsteil noch eingegangen.

Seminararbeit: Informationsvisualisierung (IV)

Als nächste Festlegung wird auf „Code und Medium“ eingegangen.

2.3 Code, Medium und Massenmedien

Folgende Definition legt die Grundlage für das Verständnis von Code:

„Code, eine binäre Leitdifferenz ( Binarisierung) oder eine bistabilde Form ( Bistabilität) zur Erzeugung von binären Differenzen oder Unterscheidungen. Codes sind immer zweiwertig, haben einen positiven und einen negativen Wert (Krause, 2005, S. 132)“.

Wie aus dieser Definition abzuleiten ist, sind Codes Abstracta. Damit Codes transportiert werden können, ist ein Medium nötig. Das kann einerseits ein nicht-technisches, wie die Sprache, andererseits ein Massenmedium sein, das den Code technisch vermittelt.

Luhmann definiert Medium folgendermaßen:

„Medium is a superabounding, combinative potencial that gets only useable when and if it is provided with some fixed interconnection” (MMS Uni Hamburg, 2008/2009).

Damit ein Medium aber sein kombiniertes Potential einsetzen kann, muss es zwischen fixierten Punkten angeordnet werden. Demnach benötigt der Code das Medium, um Informationen zu transportieren. Das Medium hingegen benötigt den festgelegten Rahmen des Codes, um zu funktionieren. Wenn beides übereinkommt, kann ein Medium, wie beispielsweise die Sprache, zu einem Medium kommunikativen Verstehens werden.

Der Zusammenhang zwischen Medium und Code lässt sich gut an einem Beispiel zeigen: Geld ist ein Medium. Der Code, der diesem Medium den Rahmen gibt heißt Zahlen oder Nicht-zahlen. Demnach ist das Medium Geld binär codiert (vgl. Krause, 2005, S. 52).

In diesem Fall sieht man, dass es keine dritte Dimension des „vielleicht“ gibt. Das Medium kann nur einen positiven oder negativen Wert tragen. Auch in unserer Kultur ist dieses Medium nicht ohne Bedeutung. Jeder Mensch lernt als kleines Kind, dass einem „Geldstück oder Geldschein“ der Code Zahlen oder Nicht-zahlen zugeordnet wird.

Nach dem Beispiel wird auf die Abgrenzung von Medium und Massenmedien eingegangen. Sprache ist bei Luhmann ein:

„…Medium, das das Verstehen von Kommunikation weit über das Wahrnehmbare hinaus steigert“ (Luhmann, 1984, S. 220).

Zudem sieht Luhmann Sprache als Kommunikation, die nicht technisch gebunden ist, da sie sich durch den Zeichengebrauch auszeichnet und „optische bzw. akustische Zeichen für Sinn“ verwendet. Deshalb grenzt sich Sprache als Medium von den Massenmedien ab (vgl. Luhmann, 1987, S. 220). Da bei Luhmann in der Mediendefinition die Massenmedien ausgeschlossen sind, wird im Weiteren auf die Massenmedien eingegangen:

"Mit dem Begriff der Massenmedien sollen im folgenden alle Einrichtungen der Gesellschaft erfasst werden, die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen" (Luhmann, 1996, S. 10).

In dieser Definition behält Luhmann die soziologische Sichtweise bei, da er sich mit „Einrichtungen der Gesellschaft“ auf alle Institutionen und Organisationen bezieht und diese als Handlungsträger in den Mittelpunkt seiner Definition stellt. Als gemeinsames Mittel der Kommunikation, an der sich alle Massenmedien bedienen und das damit als Kennzeichen für Medien steht, nimmt er die Technik in seine Definition auf (vgl. Miteb.ifs-dortmund, o.A.).

Weil Luhmann auch eine deutlichere Unterscheidung zwischen dem Medium Sprache und den Massenmedien zieht, indem er die Massenmedien als „Verbreitungsmedien“ bezeichnet, soll auch für diese Arbeit diese Unterscheidung gelten (vgl. Luhmann, 1987, S. 221).

Im Laufe der Arbeit wird noch an einem Anwendungsbeispiel auf beide Definitionen eingegangen werden. Die später erwähnten Online-Medien werden als Untergruppierung der Massenmedien gesehen. Wenn im Weiteren von Codierung die Rede ist, muss immer die Wechselwirkung zwischen Code und Medium verstanden werden.

Nach diesen Festlegungen zu „Code und Medium“ soll im Weiteren darauf eingegangen werden, was unter „Funktion, Dysfunktion“ und „Terror Management“ verstanden wird.

2.4 Funktion vs. Dysfunktion

In der Mathematik findet sich folgende Definition für Funktion:

„Eine Funktion dient der Beschreibung von Zusammenhängen zwischen mehreren verschiedenen Faktoren“ (Wirtschaftslexikon, O.A.).

Zur Dysfunktion findet man ein Synonym „Fehlfunktion, Funktionsstörung“, was auch für diese Arbeit gelten soll (The free dictionary, 2011).

2.5 Terror Management

Hier soll noch das grundlegende Verständnis von Terror-Management definiert werden:

“From a TMT perspective it shields individuals from fears surrounding death by enabling them to view themselves as valuable members of an eternal cultural reality that exists beyond the point of their own physical death” (Pyszczynski et al., 1999).

Menschen gehen in eingeengten und bedrängten Situationen in zwei möglichen Verhaltensweisen mit der Situation um, auf die in der Funktionalen Analyse näher eingegangen wird. Im folgenden Unterkapitel soll der Unterschied der Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Zukunftsfähigkeit“ herausgearbeitet werden.

2.6 Nachhaltigkeit vs. Zukunftsfähigkeit

Unter Zukunftsfähigkeit soll im Bezug auf die TR folgendes Verständnis festgelegt werden:

„Zukunftsfähig bedeutet, ob zukünftig ein Markt für die TR vorhanden ist, ob dieser Markt sich von dem gegenwärtigen Markt unterscheidet und ob die TR über das Instrumentarium verfügt, diesen veränderten Markt zu bedienen“ (Rentz, 2011c).

Zieht man zu dieser Definition die Betrachtung der globalen Trends hinzu, so lässt sich vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen den globalen Trends und der „Nachhaltigen Entwicklung“ geben muss.

„Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben“ (Rentz, 2011b).

Seminararbeit: Informationsvisualisierung (IV)

In diesem Zusammenhang muss sich die Frage gestellt werden, „ob die TR so aufgestellt ist, dass sie eine Rolle“ in dem Prozess der ‚Nachhaltigen Entwicklung‘ (NE) spielt. Oder ob es Veränderungen gibt, die die TR vollziehen müsste.

Zudem muss sich mit der Frage beschäftigt werden, „wie sich die ‚Welt‘ der Dokumentationen durch den Einfluss der NE bereits verändert hat“ (Rentz, 2011c)

Spricht man im Zusammenhang von Zukunftsfähigkeit auch von Nachhaltigkeit, dann bedeutet das, dass sich auch die TR dem Prozess der NE stellen muss. Dafür müssen die Technischen Redakteure das Verständnis des Begriffs „Nachhaltigkeit“ erlangen, um diesen korrekt anwenden zu können. Für diese NE ist eine Formulierung bestimmter Prozesse von Nöten, die die Entwicklung begleiten (vgl. Rentz, 2011d).

Im folgenden Abschnitt soll es um die Darlegung der bisherigen Forschungsergebnisse gehen und um die Einordnung der IV innerhalb des weiten Forschungsfelds.

3 Beobachtung

In diesem Kapitel soll die bisherige Forschungsgrundlage zur IV dargelegt werden. Zudem findet die Einteilung der Visualisierungstechniken statt. Zuletzt wird dargelegt, aus welchen Aspekten sich die IV in der Technischen Dokumentation zusammensetzt.

3.1 Einordnung des Themas in den Forschungsbereich

Wenn man von Visualisierung spricht, müssen zwei Forschungsbereiche unterschieden werden: Zum einen gibt es das Forschungsfeld der Wissenschaftlichen Visualisierung. Zum anderen die IV. Gemeinsam ist beiden Forschungsbereichen die Visualisierung von zeitlichen Phänomenen. Die Grenzen beider Forschungsbereiche sind jedoch weitgehend fließend, da einerseits räumliche Daten mithilfe der IV dargestellt werden, andererseits aber auch Prinzipien aus der IV bei räumlichen Visualisierungstechniken eingesetzt werden (vgl. Tory et al., 2004).

Zuerst soll auf die Wissenschaftliche Visualisierung eingegangen werden.

3.1.1 Wissenschaftliche Visualisierung (Scientific Visualization)

Man spricht von wissenschaftlicher Visualisierung, wenn Daten visualisiert werden, die in einem räumlichen Bezug stehen (vgl. Tory et al., 2004). Näher versucht die Visualisierung von wissenschaftlichen Daten, die Anwendung computergraphischer Methoden zu beschreiben, wodurch die Qualität der Interpretation von Daten erhöht werden soll. In diesem Zusammenhang werden die Daten hauptsächlich aus Messungen und Experimenten, oder als Ergebnis aus wissenschaftlichen computerunterstützten Simulationen gezogen. Ziel dieser Visualisierung ist dabei das zur Verfügung stellen von Konzepten für die visuelle Repräsentation von Daten. Dadurch soll ein neuer Einblick und ein besseres Verständnis in die naturwissenschaftlichen Phänomene vermittelt werden. Im Gegensatz dazu steht die IV, die sich durch ihre abstrakten Informationsräume von den physischen Datenräumen unterscheidet. Deshalb soll nach folgender Grafik die IV näher betrachtet werden (vgl. Däßler et al., 1998, S. 41). Die folgende Grafik Abb.1 zeigt die beiden Visualisierungsbereiche, welche innerhalb des Forschungsfeldes Visualisierung unterschieden werden (vgl. Däßler, 1998, S. 42):

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Informationsvisualisierung in der Technischen Redaktion
Hochschule
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V173694
ISBN (eBook)
9783640939756
ISBN (Buch)
9783640939626
Dateigröße
1563 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
informationsvisualisierung, technischen, redaktion
Arbeit zitieren
Stefanie Pfeiffer (Autor), 2011, Informationsvisualisierung in der Technischen Redaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173694

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Informationsvisualisierung in der Technischen Redaktion



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden