Erfolgsanalyse in der Energiewirtschaft – Untersucht am Beispiel des Konzerns RWE


Diplomarbeit, 2010

83 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Bilanzanalyse nach IFRS bilanzierender Unternehmen
2.1 Bilanz-/Jahresabschlussanalyse
2.1.1 Definition, Ziel und Arten der Bilanzanalyse
2.1.2 Adressaten
2.1.3 Vorgehensweisen und Instrumente
2.1.4 Einschränkungen der externen Bilanzanalyse

3 Rentabilitätsanalyse als Bestandteil der Bilanzanalyse
3.1 Grundlagen
3.1.1 Der Begriff der Rentabilität
3.1.2 Aussagekraft und Nutzen von Rentabilitätsanalysen
3.2 Rentabilitätsanalyse mithilfe von Kennzahlen
3.2 Vorstellung ausgewählter Kennzahlen
3.2.1 Die Ergebnisgrößen der Rentabilität
3.2.2 Vorstellung ausgewählter Kennzahlen
3.3. Überblick der ausgewählten Kennzahlen

4 Einsatz der Rentabilitätskennzahlen auf den Konzern RWE
4.1 Vorstellung des Konzerns RWE
4.2.2 Eigenkapitalrentabilität
4.2.3 Leverage-Effekt
4.2.5 Umsatzrentabilität
4.2.5 Betriebsrentabilität
4.3 Cashflow-Varianten

Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Gliederung der Bilanzanalyse eigene Darstellung in Anlehnung an Coenenberg

Abbildung 2: Grundform Gesamtkapitalrentabilität

Abbildung 3: Grundform Rentabilität

Abbildung 4: Handelsrechtliche- und bilanzanalytische Erfolgsspaltung

Abbildung 5: Grundform Gesamtkapitalrentabilität II

Abbildung 6: Gesamtkapitalrentabilität Variante I

Abbildung 7: Gesamtkapitalrentabilität Variante II

Abbildung 8: Grundform Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 9: Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 10: Herleitung Leverage - Effekt

Abbildung 11: Leverage-Effekt

Abbildung 12: Grafische Darstellung des Leverage-Effekts

Abbildung 13: Grundform Umsatzrentabilität

Abbildung 14: Grundform Betriebsrentabilität

Abbildung 15: Berechnungsschema Betriebsnotwendiges Vermögen

Abbildung 16: Grundform Return on Investment (RoI)

Abbildung 17: Grundform Cashflow-Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 18: Grundform Cashflow-Betriebsrentabilität

Abbildung 19: Darstellung der Geschäftsfelder und Umsatzverteilung des RWE Konzerns

Abbildung 20: Berechnung des ordentlichen Betriebsergebnisses

Abbildung 21: Berechnung des ordentlichen Finanzergebnisses

Abbildung 22: Ermittlung Gesamtkapitalrentabilität

Abbildung 23: Verlauf der Gesamtkapitalrentabilität RWE-Konzern

Abbildung 24: Ermittlung der Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 25: Entwicklung Eigenkapitalrentabilität 2007-2009

Abbildung 26: Formel Leverage-Effekt

Abbildung 27: Ermittlung der Fremdkapitalzinssätze 2007-2008

Abbildung 28: Ermittlung der Verschuldungsgrade 2007-2008

Abbildung 29: Leverage-Effekt anhand fiktivem Szenario

Abbildung 30: Formel Umsatzrentabilität

Abbildung 31: Berechnung Umsatzrentabilität 2007-2009

Abbildung 32: Entwicklung der Umsatzrentabilität 2007-2009

Abbildung 33: Formel Betriebsrentabilität

Abbildung 34: Berechnung Betriebsnotwendiges Vermögen 2007-2009

Abbildung 35: Berechnung Betriebsrentabilität 2007-2009

Abbildung 36: Entwicklung der Betriebsrentabilität 2007-2009

Abbildung 37: Formel Return on Investment (RoI)

Abbildung 38: Berechnung der Umschlagshäufigkeit des BV 2007-2009

Abbildung 39: Berechnung des RoI 2007-2008

Abbildung 40: Cashflow-Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 41: Berechnung Cashflow-Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 42: Cashflow-Betriebsrentabilität

Abbildung 43: Berechnung Cashflow-Betriebsrentabilität

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Wie rentabel und gewinnträchtig sind Unternehmen? Diese Frage beschäftigt nicht nur potentielle Börsenanalysten und Aktienkäufer. Die Zahl der Interessenten an ausgewerteten Informationen ist bei international operierenden Unternehmen groß, zumal der Kreis der von der Unternehmensentwicklung berührten Personen sich nicht nur auf diejenigen im Inland beschränkt. Eine erste Antwort auf die Frage nach Gewinnträchtigkeit bieten unter anderem Erfolgsanalysen, die ein wichtiger Bestandteil von Jahresabschlussanalysen sind.

Die vorliegende Arbeit hat die erfolgswirtschaftliche Analyse des international agie- renden Energieunternehmens RWE, mit dem Fokus auf der Rentabilität zum Gegen- stand.

Im Rahmen der Jahresabschlussanalyse bietet die Analyse der Rentabilität mit Hilfe von Kennzahlen die Möglichkeit den wichtigsten Aspekt erwerbswirtschaftlich ori- entierter Unternehmen zu untersuchen. Die Rentabilität als der relative Ausdruck von Erfolg ist nach der Wirtschaftlichkeit die wichtigste Prämisse für das Fortbestehen von Unternehmen und ist somit ein vorrangiges Ziel. Sie zeigt die Ertragslage und Ertragskraft auf und ermöglicht dadurch Rückschlüsse auf die zukünftige Gewinn- entwicklung.

Im zweiten Kapitel wird die Bilanzanalyse definiert, beschrieben und ihre Grundlagen erläutert. Es werden die Adressaten und die Methoden der Bilanzanalyse erörtert. Mit dem Aufzeigen der Einschränkungen werden die Möglichkeiten der Bilanzanalyse abgegrenzt und die Beschreibung ihrer Grundlagen abgeschlossen.

Das dritte Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen der Rentabilitätsanaly- se. Nach der Definition des Begriffs der Rentabilität und der Darlegung ihres Nut- zenpotentials wird die Vorgehensweise von Rentabilitätsanalysen beschrieben. Hier- bei spielen Kennzahlen die zentrale Rolle. Die für die Bildung dieser Kennzahlen entscheidenden Ergebnisgrößen werden im Rahmen der Beschreibung von Erfolgs spaltungskonzeptionen auf Eignungskriterien hin geprüft und ausgewählt. Hiernach erfolgt die Vorstellung ausgewählter Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse.

Nach der Darstellung der theoretischen Grundlagen der Bilanz- und Rentabilitätsanalyse wird einleitend im vierten Kapitel der zu analysierende Konzern kurz beschrieben. Die zuvor erläuterten Kennzahlen werden auf den Konzern angewandt und somit die Rentabilität und der Erfolg des Unternehmens analysiert. Hierzu werden die Geschäftsberichte der Jahre 2007, 2008 und 2009 herangezogen. Zum Abschluss des vierten Kapitels werden die aus der praktischen Untersuchung resultierenden Erkenntnisse in einem kurzen Fazit zusammengefasst.

2 Grundlagen der Bilanzanalyse nach IFRS bilanzierender Unternehmen

2.1 Bilanz-/Jahresabschlussanalyse

2.1.1 Definition, Ziel und Arten der Bilanzanalyse

Mit dem Begriff Bilanzanalyse wird die Gesamtheit der Methoden und Aktivitäten bezeichnet, mit deren Hilfe der Jahresabschluss und andere Informationen aufbereitet und ausgewertet werden, um ein Bild von der wirtschaftlichen Lage eines Unterneh- mens zu erhalten.[1] Der Begriff der „wirtschaftlichen Lage“ schließt sowohl die Ver- mögens-, die Finanz- als auch die Ertragslage mit ein.[2] Die Bilanzanalyse hat die Gewinnung von entscheidungsnützlichen Informationen über die gegenwärtige Lage und der zukünftigen Entwicklung eines Unternehmens zum Ziel.[3] Der zunächst aus- schließliche Bezug auf die Abschlussbestandteile Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung sowie den Anhang kann als Bilanzanalyse im engeren Sinne bezeichnet werden.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Gliederung der Bilanzanalyse eigene Darstellung in Anlehnung an Coenenberg[5]

Analog werden in die Bilanzanalyse im weiteren Sinne jegliche sonstigen sachdienli- chen und freiwillig veröffentlichten Informationen des Unternehmens einbezogen.[6] Weiterhin wird in der Fachliteratur wie in der Abbildung 1 dargestellt stets eine Un- terscheidung in externe und interne Bilanzanalyse angenommen. Der externen Bi- lanzanalyse stehen lediglich allgemein zugängliche Informationen zur Verfügung, wohingegen der internen Bilanzanalyse, die auch als Betriebsanalyse bezeichnet wird, grundsätzlich alle betrieblichen Daten uneingeschränkt zugänglich sind.[7] Durch die erweiterte Informationsbasis ist die interne Analyse daher umfassender und zu- verlässiger als eine Analyse, die sich nur auf gesetzliche und freiwillige Berichter- stattung stützt.[8] Daher kann der internen Analyse mit Bezug auf die Unternehmens- leitung neben der Informationsfunktion auch eine Planungs- und Lenkungsfunktion zugesprochen werden.[9] Weiterhin kann die Bilanzanalyse als Hilfsmittel für die Umwandlung von allgemeinen Unternehmensdaten in bedarfsorientierte und ent- scheidungsnützliche Informationen angesehen werden.[10]

Ziel jeder (gewinnorientieren, Anm. d. Verf.) Unternehmung ist es Geld zu verdienen und die Verdienstquelle zu sichern.[11] Analog zu diesen zwei Zielen können die beiden Hauptziele der Bilanzanalyse in Gewinnung von Informationen über die Ertragslage einerseits und Gewinnung von Informationen über die Vermögens- und Finanzlage andererseits getrennt werden.[12] Die Bilanzanalyse wird daher traditionell auch in erfolgswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Analyse unterteilt.[13]

Die finanzwirtschaftliche Analyse hat ihren Fokus auf der Vermögens- und Finanz- lage. Sie soll Erkenntnisse über die Sicherung der jederzeitigen - also der kurz-, mit- tel- und langfristigen - Zahlungsfähigkeit liefern.[14] Da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Rentabilitätsanalyse als Teil der erfolgswirtschaftlichen Analyse liegt, wird die finanzwirtschaftliche Analyse an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt.

Die erfolgswirtschaftliche Analyse hat die Abbildung der Erfolgslage und Ertrags- kraft zum Gegenstand.[15] Da die Ertragskraft die Fähigkeit ist, in der Zukunft Gewin- ne erzielen zu können, der Jahresabschluss jedoch vergangenheitsbezogen ist, kann die zukünftige Ergebnisentwicklung aus der vergangenen Entwicklung lediglich nä- herungsweise hochgerechnet werden.[16] Hierbei wird der erfolgswirtschaftlichen Ana- lyse daher auch eine Ermittlungs- und Erklärungsaufgabe zugesprochen.[17] Im Rah- men der Ermittlungsaufgabe werden die in den vergangenen Perioden tatsächlich erwirtschafteten Erfolge als Basis für die Vorausschau bestimmt.[18] Hierbei kommt jedoch das Problem auf, dass aufgrund von Bilanzgestaltungsspielräumen die Kenn- ziffern Bilanzgewinn und Jahresüberschuss nicht dem tatsächlichen betriebswirt- schaftlichen Gewinn entsprechen.[19] Es wird daher versucht durch eine betragsmäßige Ergebnisanalyse die Höhe der stillen Reserven und Lasten zu bestimmen.[20] Im Rah- men der Erklärungsaufgabe wird eine strukturelle Analyse durchgeführt, die durch Erfolgsspaltung die Quellen des Erfolgs aufzeigen und seine Entstehung beleuchten soll.[21] Primäres Ziel des Bilanzanalytikers ist es, die wichtigsten Erfolgsquellen zu bestimmen und Aussagen über die Nachhaltigkeit des Erfolges zu erhalten.[22] „Die Nachhaltigkeit ist der zentrale Begriff der Bilanzanalyse.“[23]

Weiterer und wichtiger Bestandteil der Untersuchung der Erfolgslage und der Er- tragskraft ist die Rentabilitätsanalyse. Da beispielsweise ein in aufeinanderfolgenden Perioden gleich hoher Gewinn oder Verlust mit unterschiedlichem Kapital- oder Vermögenseinsatz erzielt worden sein kann, sind relative Erfolgsmaße der Rentabili- tät erforderlich, die die Effizienz des eingesetzten Kapitals und Vermögens ausdrü- cken können.[24] Relatives Erfolgsmaß bedeutet in diesem Zusammenhang eine Ver- hältniszahl bei der eine Ergebnisgröße ins Verhältnis gesetzt wird zu einer vermute- ten Einflussgröße.[25] Als Einflussgrößen werden insbesondere Kapital, Vermögen und

Umsatz herangezogen, als Ergebnisgrößen das Jahresergebnis vor oder nach Steuern, spezifisch ermittelte Teilergebnisse wie ordentliches Jahresergebnis, ordentliches Betriebsergebnis oder alternativ zu einem Ergebnis der Cashflow erfasst.[26] Im Rah- men der in dieser Arbeit durchgeführten Rentabilitätsanalyse werden sowohl die re- gelmäßig angewandten Rentabilitätskennzahlen Gesamtkapital-, Eigenkapital-, Be- triebs- und Umsatzrentabilität als auch der Return on Investment und der Cashflow untersucht.

2.1.2 Adressaten

Der Aufteilung in interne und externe Analyse folgend, werden die Adressaten ebendiesen Sichtweisen zugeordnet:[27]

Interne Adressaten: Unternehmensleitung (Vorstand, Geschäfsführung), Kontrollorgane (Aufsichtsrat, Beirat, Abschlussprüfer), Beteiligungscontroller, Großaktionäre, Großkreditgeber, Finanzverwaltung Externe Adressaten: Kreditgeber, Kreditversicherer, Auskunfteien, (Klein-) Aktionäre, externe Gesellschafter, Rating-Agenturen, Lieferanten, Kunden, Finanzanalysten, Bundesbank, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Konkurrenz- unternehmen, Presse Die verschiedenen Adressaten von Bilanzanalysen haben ebenso unterschiedliche Interessen, die sie motivieren sich über das Unternehmen zu informieren. Im folgen- den soll exemplarisch auf Aktionäre, Fremdkapitalgeber und Arbeitnehmer einge- gangen werden.

Aktionäre können ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren. Bei gutem Geschäftsverlauf hingegen sind sie es, die über einen Rechtsanspruch von Ausschüttungen profitieren.[28] Naturgemäß haben Investoren die sich am Unterneh- men beteiligt haben somit ein Interesse daran, die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage mitzuverfolgen. Sie treffen Anlageentscheidungen auf Basis der Informationen der Jahresabschlussanalyse darüber, ob sie ihre vorhandenen Investments beibehalten, diese beenden oder neue Investments tätigen.[29]

Die Fremdkapitalgeber informieren sich anhand der Jahresabschlussanalyse über die Sicherheit der gewährten Kredite bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass das Unterneh- men die Tilgungs- und Zinszahlungsverpflichtung einhalten kann.[30] Neben den Aktionären und Fremdkapitalgebern erkundigen sich auch Arbeitnehmer mittels Bilanzanalyse. Sie erhalten Informationen z.B. über die Sicherheit ihres Ar- beitsplatzes, Vermögens- und Erfolgsbeteiligungssystemen am Bilanzgewinn und betriebliche Sozialleistungen. Auch Gewerkschaften, Betriebsräte und Wirtschafts- ausschüsse sammeln somit Informationen um beispielsweise bei Tarifverhandlungen auf gestiegene Gewinne verweisen zu können.

2.1.3 Vorgehensweisen und Instrumente

Grundsätzlich bedienen sich alle bilanzanalytischen Methoden der gleichen Instru- mente:[31]

1. Aufbereitung
2. Auswertung
3. Vergleich

Um das umfangreiche und vielgestaltige Informationsmaterial wie Abschluss, Kapi- talflussrechnung, Segmentreport usw. für die Zwecke der Analyse gezielt auswerten zu können ist es erforderlich dass die Daten zuerst aufbereitet werden.[32] Durch ge- zielte Aufbereitung und Auswertung sollen andere - latent vorhandene - Informati- onen erschlossen werden als sie in ihrer ursprünglichen Form, wie beispielsweise dem Jahresabschluss, vorhanden sind.[33] Im Zuge der Aufbereitung werden, entweder durch Umgliederung oder durch Umbewertung, die Grunddaten[34] wie beispielsweise Eigenkapital, langfristiges oder kurzfristiges Kapital, betriebsnotwendiges Vermögen etc. aus dem Abschluss abgeleitet. Umgliederung kann durch Umgruppierung, Neu bildung, Aufspaltung oder ganz oder teilweiser Saldierung von verschiedenen Posten erreicht werden.[35]

Die Auswertung der Grunddaten erfolgt über Kennzahlen. „Als Analysemethoden bedient sich die Bilanzanalyse vorwiegend der Kennzahlenbildung und des Kennzah- lenvergleichs. Insofern wird die Bilanzanalyse häufig auch als Kennzahlenrechnung betrachtet oder die Kennzahlenrechnung als klassische, traditionelle oder konventio- nelle Bilanzanalyse bezeichnet.“[36] „Die Auswahl, die Errechnung und der Vergleich von Kennzahlen stellen den Kern der Bilanzanalyse dar.“[37] Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Untersuchung der ausgewählten Kennzahlen der Rentabilität und der zusätzlichen Kennzahl Cashflow. Mit Hilfe von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen werden komplizierte betriebswirtschaftliche Sachverhalte in verdichteter Form abge- bildet um die Transparenz der Bilanzanalyse zu erhöhen und Informationen mög- lichst prägnant zu vermitteln.[38] Die Voraussetzung dafür ist die Quantifizierbarkeit der Sachverhalte, d.h. die Möglichkeit sie in Zahlen ausdrücken zu können.[39]

Für die bilanzanalytische Auswertung kommen absolute Kennzahlen wie beispiels- weise Jahresüberschuss, Gesamtvermögen, Cashflow etc. und relative Kennzahlen in Betracht.[40] Absolute Zahlen können Einzelkennzahlen, Summen, Differenzen, Mittelwerte, Produkte und Quotienten sein.[41] Ohne eine Vergleichs- oder Bezugs- größe ist die Aussagekraft einer absoluten Kennzahl jedoch gering.[42] Daher werden aus i.d.R. zwei absoluten Kennzahlen relative Kennzahlen in Form von Quotienten gebildet.[43] Relative Kennzahlen verdeutlichen eine Beziehung zwischen einer Ergeb- nisgröße im Zähler und einer Einflussgröße im Nenner des Quotienten. Relative Kennzahlen werden daher auch Verhältniszahlen genannt und werden unterteilt in:[44]

- Gliederungszahlen

Als Beispiel kann hier genannt werden, dass bei Gliederungszahlen Teilgrößen werden ihrer ensprechenden Gesamtgröße gegenübergestellt um das relative Gewicht einzelner Größen zum Ganzen aufzuzeigen.

- Beziehungszahlen

Verschiedenartige Entitäten (Ganzheiten), die in einem sachlogischen Zusammenhang zueinander stehen werden aufeinander bezogen. Als Beispiel sei hier die Gesamtkapitalrentabilität genannt, also Gewinn vor Fremdkapitalzinsen zu Gesamtkapital. Beispielhaft hier die Gesamtkapitalrentabilität:

GKR = Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen Gesamtkapital

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Grundform Gesamtkapitalrentabilität

- Indexzahlen

Ein Einzelwert einer Größe wird zu einem bestimmten Zeitpunkt als 100% dekla- riert, also als Basiswert festgesetzt, und alle weiteren Werte der gleichen Größe, je- doch verschiedener Zeitpunkte werden auf den Basiswert bezogen und so gemessen. Als Beispiel können hier Aktien- und Preisindizes genannt werden. Naturgemäß eig- nen sich Indizes zur Darstellung zeitlicher Veränderungen und Entwicklungen.

Bei praktischen Untersuchungen besteht die Kunstfertigkeit der Bilanzanalyse darin die jeweils zweckmäßigen Kennzahlen auszuwählen und richtig zu interpretieren.[45]

Eine Beurteilung und Interpretation der aufbereiteten und ausgewerteten Sachverhal- te ist ohne Vergleiche nicht möglich.[46] Zwar beinhaltet die Bilanzanalyse auch im- plizite Vergleiche durch Normvorstellungen des Analytikers, jedoch reicht eine stati- sche Betrachtung von beispielsweise einem einzigen Jahresabschluss trotz Erkenn- barkeit einiger Auffälligkeiten im Abschluss nicht aus.[47] Folglich werden Ver- gleichsmaßstäbe herangezogen mittels Zeit-, Soll-Ist- und Betriebsvergleich.[48]

Im Zeitvergleich werden Daten des besagten Unternehmens aus früheren Perioden herangezogen um die Entwicklung z.B. einzelner Kennzahlen zu beobachten und zu untersuchen.[49] Soll-Ist-Vergleiche ermöglichen den Abgleich zwischen vorgegeben oder geplanten Zielwerten und tatsächlich erreichten Werten. Es kann sein dass sol- che Werte nicht verfügbar sind und der Soll-Ist-Vergleich daher für eine externe Analyse nicht durchführbar ist.[50] Im Betriebsvergleich werden die Kennzahlen mit denen eines anderen Unternehmens oder dem Branchendurchschnitt verglichen. Der Branchenvergleich, bei dem neben dem Branchendurchschnitt auch der Durschnitt einer Zahl ausgewählter Repräsentativer Unternehmen herangezogen werden kann, zählt ebenfalls zum Betriebsvergleich.[51] Auch wenn viele Störquellen existieren, wie beispielsweise unterschiedliche Abschlussstichtage, unterschieliche Größe, techn. Ausstattung usw. zeigt dennoch erst ein Betriebsvergleich die spezifischen Stärken und Schwächen eines Unternehmens gegenüber Wettbewerbern und ermöglicht wei- tere Untersuchungen der Hintergründe der Unterschiede.[52]

2.1.4 Einschränkungen der externen Bilanzanalyse

Die Aussagekraft der externen Bilanzanalyse ist eingeschränkt, aufgrund der zur Verfügung gestellten Informationen, der Aktualität der Quellen und den Fähigkeiten und Begrenzungen der Analytiker.

Jahresabschlüsse sind dominiert von einem Vergangenheitsbezug.[53] Zudem liegt zwischen Bilanzstichtag und Jahresabschlussveröffentlichung ein längerer Zeitraum, was die Daten somit veraltet wirken lässt.[54] Die mangelnde Zukunftsbezogenheit erschwert somit das Ziel, Erkenntnisse über zukünftige Entwicklungen zu erlangen.[55] Es zeichnet sich jedoch allmählich ab, dass vorgeschriebene und zusätzliche prospek- tive Publizität wie z.B. Lagebericht und Zwischenberichte, umfangreicher und zuver- lässiger werden.[56]

Wesentliche qualitative Aspekte - wie z.B. Image, technologischer Entwicklungs- stand der Prozesse und Produkte, Wettbewerbsposition auf den Märkten - sind als signifikante Einflussgrößen zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens zu betrach- ten und können von einem Externen jedoch kaum eingeschätzt werden.[57] Da der Jah resabschluss somit nicht alle, für eine aussagefähige Bilanzanalyse erfoderlichen Informationen enthält und die qualitativen Aspekte nicht in die Kennzahlen mit ein- fließen, wirkt sich die Unvollständigkeit des Jahresabschlusses insoweit auch auf die Bilanzanalyse aus und schränkt deren Aussagekraft ein.[58] Born[59] betont in diesem Zusammenhang die steigende Bedeutung von immateriellen Werten gegenüber den materiellen.

Als weitere Einschränkung muss zweifelsohne die Verzerrung der Bilanzen durch Bilanzpolitik erwähnt werden. Eine Bilanzanalyse muss demnach bemüht sein, die Färbung durch bilanzpolitische Maßnahmen zu neutralisieren.[60] Da im Rahmen die- ser Diplomarbeit das vorrangige Ziel jedoch die Analyse der ausgewählten Rentabi- litätskennzahlen ist, kann aus Gründen des Umfangs nicht oder nur in begrenztem Maße auf bilanzpolitische Maßnahmen eingegangen werden. Dennoch seien die wichtigsten kurz erwähnt. Das Ausnutzen von Ansatz- und Bewertungswahlrechten, Ermessenspielräumen sowie Sachverhaltsgestaltungen sind die Instrumente der Bi- lanzpolitik. Wahrgenommene explizite Wahlrechte stellen kein großes Problem mehr dar, da sie meist im Anhang angegeben werden und ihre Anzahl durch Gesetze und Standards kontinuierlich abnimmt.[61] Ermessenspielräume und Sachverhaltsge- staltungen, die gerade in der internationalen Rechnungslegung häufig antreffbar sind, sind dagegen als problematischer anzusehen, da sie oft nicht nachprüfbar und er- kennbar sind für Externe.[62]

Auf die Einschränkungen die sich durch die Kennzahlenrechnung als vorrangiges Analyseinstrument ergeben, wird im Kapitel 3.2.1 gesondert eingegangen. Vielfach wird in der Literatur aufgeführt, dass die Ableitung und Verdichtung von Informationen aus einem ohnehin die Realität reduziert spiegelnden Abbild, dem Jahresabschluss, nicht aussagekräftig sein kann. Hierzu betont Subramanyam:[63] „Accounting for Business Activities is imperfect and has limitations. It is easy to focus on these imperfections and limitations. However, there is no comparable subs- titute. Financial accounting is and remains the only relevant and reliable system for recording, classifying, and summarizing business activities. Improvement rests with refinements in this time-tested system. It is incumbent on anyone who desires to perform effective financial analysis to understand accounting, its terminology, and its practices, including its imperfections and limitations.“

Die benannten Umstände schränken die Aussagefähigkeit der Bilanzanalyse ein. Dennoch ist sie bei der Unternehmensbeurteilung unverzichtbar, da sie nicht endgül- tige, sichere Urteile über Unternehmen abgeben soll, sondern vielmehr Entwick- lungstendenzen, Fehlentwicklungen und andere Auffälligkeiten erkennbar macht.[64] Neben der Analysefunktion ist somit die Existenz einer Indikatorfunktion zu beto- nen.[65]

3 Rentabilitätsanalyse als Bestandteil der Bilanzanalyse

3.1 Grundlagen

3.1.1 Der Begriff der Rentabilität

„Obwohl der Begriff der Rentabilität nicht einheitlich definiert ist, kann er in allge- meiner Form als Beziehungszahl dargestellt werden, die sich als Quotient aus einer Erfolgsgröße und einer Bezugsgröße bilden lässt. Hierdurch wird eine wertmäßige Ergiebigkeit ( Effizienz ) der Bezugsgröße in einem relativen Ausdruck ermittelt. In der Literatur werden z.T. unter dem Begriff der Rentabilität auch absolute Erfolgs- größen wie z.B. Gewinn subsumiert(…). Rentabilitätskennzahlen werden in der Re- gel als Informationen für betriebliche Entscheidungsrechnungen genutzt. Dabei kann eine solche Zahl sowohl als Ziel als auch als Instrument zur Zielerreichung einge- setzt werden.“[66] Die in Frage kommenden Einflussgrößen - auch Bezugsgrößen ge- nannt - sind das Kapital, das eingesetzte Vermögen sowie der Umsatz.[67]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Grundform Rentabilität

Kennzahl besteht und die hier im Fokus steht - muss bei der Darstellung ihrer Relation durch Ergebnisgröße und Einflussgröße eine sachliche, zeitliche und wertmäßige Entsprechung von Zähler und Nenner beachten.[68] Dennoch liegt der vorgezeigten Relation kein direkter funktionaler Zusammenhang zugrunde sondern eine vermutete Ursache-Wirkungs-Beziehung.[69]

Von den Begriffen der Produktivität und der Wirtschaftlichkeit ist die Rentabilität folgendermaßen abzugrenzen:[70]

- Produktivität ist als das Verhältnis der Ausbringungsmenge produzierter Gü- ter zu der Einsatzmenge ihrer Produktionsfaktoren definiert.
- Wirtschaftlichkeit ist das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand oder Leistung zu Kosten.

Die Kennzahlen der Produktivität, der Wirtschaftlichkeit und der Rentabilität werden als Erscheinungsformen des Rationalprinzips charakterisiert wobei die Rentabilität die finanzwirtschaftliche Rationalität aufzeigt.[71] Gräfer[72] definiert allgemein, jedoch nicht minder zutreffend: „Unter Rentabilität versteht man das prozentuale Verhältnis des in einer Periode erzielten Gewinnes zum eingesetzten Kapital. Der Gewinn wird gewissermaßen als Verzinsung des investierten Kapitals betrachtet.“ Ein solcher Pro- zentsatz kann intern als zu erreichende Mindestrendite vorgegeben werden um ein Unternehmensweites Ziel zu kommunizieren und die Ressourcen im Unternehmen dahingehend zu mobilisieren und zu motivieren. Neben der Messung und Darstellung der relativen Gewinnträchtigkeit, die auf englisch mit Profitability übersetzt werden kann, dient die Rentabilität somit auch zur Messung der Zielerreichung des gesamten Unternehmens oder wahlweise von Tochterunternehmen, einzelner Segmente, Teil- betriebe, Projekte usw. In der vorliegenden Arbeit wird das Unternehmen als ganzes, namentlich der zum DAX-30-Index gehörende Energiekonzern RWE auf seine Rentabilität hin mit externer Sicht untersucht.

3.1.2 Aussagekraft und Nutzen von Rentabilitätsanalysen

Die Rentabilität hat große praktische Bedeutung, ist eine entscheidende wirtschaftli- che Kennzahl und ist ein erstrangiger Indikator für die Ertragskraft des Unterneh- mens.[73] Erst durch die relativen Kennzahlen zur Rentabilität, die die Fähigkeit der Unternehmung Gewinne zu erwirtschaften widerspiegeln, wird z.B. ein Soll-Ist- Vergleich überhaupt möglich und Erfolg und Misserfolg der unternehmerischen Tä- tigkeit offengelegt damit Unternehmensleitung, Anteilseigner und Gläubiger auf die- ser Grundlage Entscheidungen treffen können.[74] Ferner sind Rentabilitätsanalysen notwendig, wenn gemäß dem ökonomischen Prinzip - im vorigen Abschnitt auch „Rationalprinzip“ genannt - eine bestimmte Ertragszielgröße mit minimalem Faktoreinsatz erzielt werden soll (Minimumprinzip) oder wenn bei Vorgabe eines bestimmten Faktoreinsatzes die Ertragszielgröße maximiert werden soll (Maximumprinzip).[75] Der Nutzen von Rentabilitätsanalysen sollte somit hinlänglich deutlich geworden zu sein.

Über die in dieser Arbeit fokussierten Analyse des Erfolgs hinaus sind Rentabilitäts- betrachtungen beispielsweise auch für Investitionsrechnungen- und Entscheidungen anwendbar.[76]

Was die Aussagekraft von finanziellen Kennzahlen - darunter die der Rentabilität - angeht bemerkt Weber[77], dass sie auf Grund ihres hohen Aggregationsniveaus zwar nicht ausreichen für eine detaillierte, umfassende Beurteilung, jedoch der Unterneh- mensführung schnelle, überblicksartige Informationen von besonderer Wichtigkeit bieten, um Aussagen über den finanziellen Erfolg zu ermöglichen. Im Rahmen der Informationsfunktion haben sich Kennzahlen und auch Kennzahlensysteme als In- strumente des Controlling mehrheitlich in Unternehmen etabliert.[78] Da die oberste Ebene von Kennzahlensystemen fast uneingeschränkt nach Gewinn- und Rentabili- tätsmaximierung ausgerichtet ist und die Mehrzahl dieser Systeme an der Spitze der Pyramide eine Rentabilitätskennzahl hat, stellt somit das Rentabilitätskennzahlensys- tem den Inbegriff eines Kennzahlensystems dar.[79] Unabhängig von ihrer Aussage- kraft wird hier die Unverzichtbarkeit von Rentabilitätskennzahlen deutlich. Dennoch bleibt zu beachten, dass die Maximierung der Rentabilität und ihr Entwicklungsver- lauf nicht zwangsläufig zur Maximierung des Gewinns oder paralleler Entwicklung des Gewinns führen muss, da die Rentabilität relativ und der Unternehmensgewinn absolut bemessen wird.[80]

3.2 Rentabilitätsanalyse mithilfe von Kennzahlen

Aufgrund der Tatsache, dass in der betriebswirtschaftlichen Theorie - ähnlich wie beim Gewinn - die Größen Kapital, Vermögen und Umsatz je nach Bedarf und Sichtweise unterschiedlich definiert, bereinigt und angewendet werden existieren diverse Rentabilitätskennzahlen. In der vorliegenden Arbeit werden die am häufigs- ten angewandten und damit bewährtesten Rentabilitätskennzahlen herangezogen und auf diese Weise versucht die Erfolgslage aus der externen Sicht abzubilden und die nachhaltige Ertragskraft anzudeuten. Absolute Kennzahlen werden nicht herangezo- gen da ihre Aussagekraft für Vergleiche bezüglich der Rentabilität nur gering ist.[81] So ist beispielsweise der absolute Jahresüberschuss ohne Relation zum eingesetzten Kapital kein geeignetes Mittel um den Erfolg eines Unternehmens im Zeit- oder Be- triebsvergleich aufzuzeigen.[82]

Baetge[83] unterscheidet bei der Analyse der Rentabilität die Kennzahlen je nach Wahl der Bezugsgröße in Kapitalrentabilitäten, Vermögensrentabilitäten, RoI oder ROCE auf der einen Seite sowie Umsatzrentabilitäten auf der anderen Seite. Während bei- spielsweise die Kapital- und Vermögensrentabilitäten den nur mittelbaren Zusam- menhang zw. Erfolg und Ressourceneinsatz abbilden, ist der Zusammenhang von Jahresergebnis zu Umsatz unmittelbar.[84] Dass jedes weitere verkaufte Gut oder jede weitere abgesetzte Dienstleistung den Erfolg positiv beeinflusst muss nicht näher erläutert werden. Als weiterer Zusammenhang kann beispielsweise die empirisch festgestellte Korrelation des RoI mit dem relativen Marktanteil genannt werden.[85] Die Rentabilitätsanalyse mittels Kennzahlen ermöglicht die Untersuchung solcher Zusammenhänge und der Veränderungen von Ergebnisgrößen und Einflussgrößen mit mehr als nur einer einzelnen Kennzahl. „Nur der Vergleich mit anderen Kenn- zahlen und die Zerlegung der Kennzahlen mittels weiterer Kennzahlen in ihre Ein- flussfaktoren sowie der Zeit- und/oder Betriebsvergleich ermöglichen Aussagen über Angemessenheit und Ursachen der Kennzahlenhöhe und Kennzahlenveränderung.“[86]

3.2 Vorstellung ausgewählter Kennzahlen

Im Rahmen dieser Arbeit werden die Kennzahlen Gesamtkapital-, Eigenkapital-, Betriebs- und Umsatzrentabilität sowie einer Cashflow-orientierten Rentabilitätsgrö- ße untersucht. Nach einer kurzen Beschreibung der für diese Kennzahlen in Frage kommenden Erfolgsgrößen folgt die Beschreibung der Kennzahlen und ihrer Charak- teristika.

3.2.1 Die Ergebnisgrößen der Rentabilität

Innerhalb der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse stellen die Erfolgsspaltung und die Ergebnisquellenanalyse neben der Cashflow-Analyse einen weiteren Bereich der Analyse dar. Im Rahmen der Bereinigungsrechnung werden GuV-Posten mit Be- rücksichtigung von Anhangangaben und sonstigen erhältlichen Informationen korri- giert und darauf folgend wird der bereinigte Unternehmenserfolg in Teilgewinne aufgespalten, um das ordentliche Betriebsergebnis bzw. das operative Ergebnis zu bestimmen.[87] An dieser Stelle sei erwähnt, dass in der vorliegenden Arbeit keine Bereinigungen oder Erfolgsspaltungen durchgeführt werden. Die ausgewählten Größen werden dem Geschäftsbericht direkt entnommen oder abgeleitet. Dennoch hält es der Verfasser für bedeutsam die für die Zwecke der Rentabilitätsanalyse wichtigsten Erfolgsgrößen genauer zu beleuchten.

„Die Wahl des richtigen Gewinnbegriffes ist ein fundamentales Entscheidungsprob- lem.“[88] Hierfür ist es hilfreich sich erneut das Ziel der Analyse zu vergegenwärti- gen. Durch den Einsatz von bestimmten Kennzahlen soll die Erfolgslage abgebildet und möglichst die Ertragskraft aufgezeigt werden. Dabei ist jedoch der Aspekt der Nachhaltigkeit unbedingt zu berücksichtigen. Es gilt daher im Zähler der Kennzah- lenbrüche als Ergebnisgrößen die angemessenen und zweckmäßigsten Erfolge aus- zuwählen, also diejenigen, welche einen möglichst nachhaltigen Erfolg beinhalten. Nachhaltige Erfolge sind wiederkehrende, regelmäßige Erfolge die man auch in Zu- kunft erwarten kann.[89] Sie sollen also in gewisser Weise „planbar“ sein. Dies deutet bereits an, dass die ausgewählte Erfolgsgröße eine gewisse Prognosefähigkeit inne- haben soll. Neben der Nachhaltigkeit werden die Kriterien Betriebszugehörigkeit und Periodenbezogenheit als die wichtigsten angesehen.[90] Für die Rentabilitätseinschät- zung werden verschiedene Ergebnisse verwendet[91], da für verschiedene Analysezwe- cke auf diverse Rentabilitätskennzahlen zurückgegriffen wird.

In diesem Gliederungspunkt sollen die Teilergebnisse mit Bezug auf die Kriterien der Erfolgsspaltung beschrieben werden. Ein zu überbrückendes Problem hierbei ist der Umstand, dass ein sich aus den Gliederungsvorschriften der GuV ableitendes HGB-Konzept, ein betriebswirtschaftlich orientiertes Spaltungskonzept und ein rudimentäres nach IFRS nebeneinander existieren.

Wie der Abbildung XXX zu entnehmen ist, wird nach dem HGB-Konzept definiti- onsgemäß das Jahresergebnis gespalten in ein „außerordentliches Ergebnis“ und das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ welches weiter unterteilt wird in „ordentliches Betriebsergebnis“ und „Finanzergebnis“.[92] Während ordentliches Betriebsergebnis und Finanzergebnis regelmäßig anfallen - also das eingangs genannte Kriterium der Nachhaltigkeit erfüllen - werden im außer- ordentlichen Ergebnis außergewöhnliche und seltene Erfolge erfasst, die für Verän derungen der Geschäftstätigkeit oder der Geschäftsgrundlage nicht unwesentlich sind[93]. Es ist hier definitionsgemäß aufgrund der strengen Kriterien für zugehörige Sachverhalte sehr eng gefasst. Dieser Umstand wird daher in der Literatur oft kritisiert. In Abbildung 4 definiert Lachnit diese Komponente nach HGB-Konzeption deshalb auch als „außerordentlichen Erfolg im engeren Sinne“.

[...]


[1] Vgl. Lachnit,L. (2004), S. 1 , Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 1

[2] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 1;

[3] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 1

[4] Vgl. Coenenberg, Adolf G. (2005), S. 951

[5] Vgl. Coenenberg, Adolf G. (2005), S. 1017

[6] Vgl. Coenenberg, Adolf G. (2005), S. 951

[7] Vgl. Küting/Weber (2009), S. 3 f.

[8] Vgl. Coenenberg, Adolf G. (2009), S. 1013

[9] Vgl. Küting/Weber (2009), S. 11

[10] Vgl. Küting/Weber (2009), S. 7

[11] Vgl. Baetge (2004), S.2

[12] Vgl Baetge (2004), S.2

[13] Vgl. Gräfer (2008), S3

[14] Vgl. Lachnit, L. (2008), S. 11

[15] Vgl. Lachnit, L. (2008), S. 164

[16] Vgl. Coenenberg A.(2009), S. 1085 f.

[17] Vgl. Coenenberg A.(2009), S.1086

[18] Vgl. Ebd.

[19] Vgl. Gräfer, H. (2008), S. 27. f.

[20] Vgl. Zdrowomyslaw N. (2001), S. 745

[21] Vgl. Coenenberg A.(2009), S. 1086

[22] Vgl. Baetge J./Kirsch H.-J., Thiele S. (2004), S.336

[23] Vgl. Werner T./Padberg T./Kriete T. (2005), S.3

[24] Vgl. Lachnit L. (2008), S. 214

[25] Vgl. Küting, Weber ..

[26] Vgl. Lachnit, L. (2008), S. 214 f.

[27] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 15 ff. , Coenenberg, A. (2004), S. 1017 f.

[28] Vgl. Gräfer,H. (2008), S. 6

[29] Vgl. Gräfer, H. (2008), S. 6;

[30] Vgl. Ebd. S. 6

[31] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 229

[32] Vgl. Lachnit L. (2008), S. 15

[33] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 230

[34] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 229-231, Vgl. auch Lachnit L. (2004), S. 15 „Analysebasisgrößen“

[35] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 230 f.

[36] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009), S. 13

[37] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 18

[38] Vgl. Schult E., Brösel G. (2008), S. 72 in Baetge/Kirsch/Thiele (2004a), S. 35 f.

[39] Vgl. Ebd.

[40] Vgl. Lachnit L. (2004), S. 39

[41] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 237

[42] Vgl. Schult E., Brösel G. (2008), S. 72

[43] Vgl. Schult E., Brösel G. (2008), S. 72

[44] Vgl. Coenenberg A., Haller A., Schulze W. (2009), S. 1034-1036

[45] Vgl. Gräfer H. (2008), S.18

[46] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 250

[47] Vgl. Gräfer H. (2008), S.

[48] Vgl. Coenenberg A., Haller A., Schulze W. (2009), S. 1033

[49] Vgl. Schult E., Brösel G. (2008), S. 43

[50] Vgl. Lachnit L. (2004), S. 51

[51] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 175

[52] Vgl. Ebd. S. 174 In Ihde, G.-B, Betriebsvergleich, Sp.580 f. et al.

[53] Vgl. Küting K., C.-P. Weber 2009 S. 75

[54] Vgl. ebd.

[55] Vgl. Schult Brösel S. 31.

[56] Vgl. Coenenberg A. (2009), S.1018

[57] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 9

[58] Vgl. Küting K. Weber C.-P., (2009) S.76

[59] Vgl. Born K. (2008), S. 10

[60] Vgl. Küting K. Weber C.-P., (2009) S.48, Im gleichen Atemzug werden die Erfolgsaussichten dieses Versuchs jedoch skeptisch gesehen.

[61] Vgl. Coenenberg A. (2009), S.1019

[62] Vgl. ebd.

[63] Subramanyam K., Wild J. (2009), S. 77 f.

[64] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 10

[65] Vgl. Peemöller V. (2003), S. 256

[66] Vgl. Küpper H.-U., Weber J. (1995), S. 284

[67] Vgl. Coenenberg A. (2009), S. 1132

[68] Vgl. Baetge J., Kirsch H.-J., Thiele S. (2004), S. 349

[69] Vgl. ebd. S. 350

[70] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009) S. 318

[71] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009) S. 319

[72] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 61

[73] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009) S. 317 in Schulz-Merin O. (1956), S. 97

[74] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 61

[75] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004a), S. 348 in Küting, K., Weber C.P., (2004) S. 288 f.

[76] Vgl. Perridon L., Steiner M. (2007), S. 35

[77] Vgl. Weber J., Schäffer U. (2006), S. 170

[78] Vgl. Reißig-Thust S. (2008), S. 212 in: Weber J., Sandt J. (2001), S. 12-21

[79] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009) S. 320

[80] Vgl. Schult E., Brösel G. (2008), S. 168

[81] Vgl. Schult/Brösel (2008), S. 72;

[82] Vgl. Hommel, M., Rammert, S. (2006), S. 63

[83] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004a), S. 352 ff.

[84] Vgl. ebd.

[85] Vgl. Baum H.-G., Coenenberg A., Günther T. (2007), S.102

[86] Vgl. Born K. (2008), S. 12

[87] Vgl. Gräfer H. (2008), S. 28

[88] Vgl. Zingel H. (2007), S. 132

[89] Vgl. Küting K., Weber C.-P. (2009) S. 242

[90] Vgl. Baetge J., Kirsch H.-J., Thiele S. (2004), S. 109 ff.

[91] Vgl. Born K., (2008), S. 363

[92] HGB § 275; ferner Coenenberg A., Haller A., Schulze W. (2009), S. 1104

[93] Vgl. Coenenberg A., Haller A., Schulze W. (2009), S. 1104

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Erfolgsanalyse in der Energiewirtschaft – Untersucht am Beispiel des Konzerns RWE
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,8
Autor
Jahr
2010
Seiten
83
Katalognummer
V173725
ISBN (eBook)
9783640958023
Dateigröße
1106 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erfolgsanalyse, energiewirtschaft, untersucht, beispiel, konzerns
Arbeit zitieren
Ömer H. Aydogan (Autor), 2010, Erfolgsanalyse in der Energiewirtschaft – Untersucht am Beispiel des Konzerns RWE, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173725

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