Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Cyborg-Konzept nach Donna Haraway und untersucht, wie diese hybride Figur sowohl theoretisch als auch künstlerisch genutzt werden kann, um Machtstrukturen, Identitätsmodelle und gesellschaftliche Ordnungen kritisch zu analysieren. Das Cyborg-Konzept fungiert dabei als analytisches Werkzeug, das bestehende Dualismen, wie Natur/Kultur, Subjekt/Objekt oder männlich/weiblich, destabilisiert und die relationalen Zusammenhänge von Wissen, Macht und Subjektivität sichtbar macht. Angesichts einer zunehmend vernetzten, digitalisierten Welt, in der populistische Strömungen erstarken und der Ruf nach einfachen Kategorien wächst, ist die Arbeit mit hybriden Subjekten wie dem Cyborg heute besonders relevant. In dieser theoretischen Arbeit wird das Konzept des Cyborgs im Kontext von Donna Haraways Manifest für Cyborgs reflektiert und auf zeitgenössische feministische Kunst bezogen. Die zentrale Intention besteht darin, das Konzept des Cyborgs als interdisziplinäres, analytisches Werkzeug zu nutzen, um bestehende gesellschaftliche Ordnungen zu subvertieren. Dabei verfolgt die Arbeit das Ziel, den Menschen als hybrides Wesen zwischen Mensch und Technologie zu begreifen, um hegemoniale Kategorien wie Gender, Klasse und Identität zu dekonstruieren. Haraways posthumanistische Theorie, historische Analysen der Militärtechnologie und künstlerische Strategien dienen dazu, aktuelle Machtstrukturen und soziale Unsicherheiten aufzuzeigen und die Bedeutung technologischer Artefakte in gesellschaftlichen Brüchen und Veränderungen zu verstehen.
- Arbeit zitieren
- Hannah Reith (Autor:in), 2026, Cyborgs. Disobediente Körper. Über Väter und ihre Abkömmlinge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1737466