Zwischen den ökonomischen Bedingungen seiner Branche und des Wirtschaftssystems einerseits und ethischen Ansprüchen andererseits arbeitet der Journalist. In diesem Spannungsfeld wird erwartet, dass er Qualität liefert. Welche Aspekte von Qualität dem Journalismus und Theorie und Praxis zukommen könnten, ist zu klären. Daran anschließend stellen sich die Fragen, welche Vorgaben für diese Qualitäten gelten und wer das alles kontrolliert.
Schließlich lassen sich Folgerungen für das Journalistik-Studium ableiten, das nicht nur berufliche Fertigkeiten vermitteln, sondern auch zu einer konstruktiv-kritischen, akademischen Haltung führen soll. Dazu soll in diesem Kontext auch die Frage gehören, welche erkenntnistheoretische Perspektive geeignet ist, den notwendigen Raum für das Bewusstsein der ethischen Verantwortung des Journalisten zu schaffen.
Eine qualitätsorientierte Journalistik-Ausbildung muss demnach konstruktivistisch geprägt sein, damit entscheidende Qualitätsmerkmale nicht zweitrangig werden. Zu ihnen gehört die ständige Orientierung an den Instrumenten von Ethik, Normen, Recht und Regeln. Diese Orientierung wird erkennbar zur Haltung des Journalisten. Sie ist notwendig, um bei den journalistischen Produktionen – verstanden als Angebote zur Wirklichkeitskonstruktion – die Freiheit und Würde der Rezipienten sowie auch derer im Blick zu behalten, über die man berichtet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einführung
- 2 Indikatoren von Qualität
- 2.1 Umgang mit den journalistischen Arbeitsmitteln
- 2.2 Wahrnehmung der journalistischen Arbeitsprozesse
- 2.3 Wissenschaftlich fundiertes Abstraktionsniveau
- 3 Qualitätsvorgaben
- 3.1 Anforderungen der Mediensysteme
- 3.2 Abhängigkeiten von Werbung
- 3.3 Zusammenwirken mit Public Relations
- 3.4 Ethik
- 3.5 Recht
- 3.6 Normen
- 4 Qualitätskontrolle
- 5 Folgerungen für Studienangebote
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Qualität im Journalismus, indem sie die Spannungen zwischen ökonomischen Bedingungen, ethischen Ansprüchen und den Anforderungen der Praxis beleuchtet. Sie analysiert die Indikatoren für journalistische Qualität, die Vorgaben, die diese Qualität beeinflussen, und die Rolle der Qualitätskontrolle.
- Die Definition von „Qualität“ im Journalismus
- Die Bedeutung von Kompetenzen (Sach-, Sozial-, Fach- und technische Kompetenzen) für die Qualität journalistischer Arbeit
- Die Rolle von ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Qualität im Journalismus
- Die Herausforderungen der Qualitätskontrolle im Journalismus
- Die Bedeutung des Journalistik-Studiums für die Ausbildung einer konstruktiv-kritischen und ethisch verantwortungsvollen Haltung
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einführung
Die Einleitung stellt die zentrale Frage nach der Definition von „Qualität“ im Journalismus. Sie analysiert die Spannungen zwischen Theorie und Praxis, den Einfluss von Rahmenbedingungen auf journalistische Produkte und die Bedeutung von ethischen Ansprüchen.
Kapitel 2: Indikatoren von Qualität
Dieses Kapitel identifiziert die Indikatoren für journalistische Qualität, die aus den beruflichen Kompetenzfeldern abgeleitet werden. Es untersucht die Bedeutung von Sach-, Sozial-, Fach- und technischen Kompetenzen für die Produktion qualitativ hochwertiger journalistischer Inhalte.
Kapitel 3: Qualitätsvorgaben
In diesem Kapitel werden die Vorgaben für journalistische Qualität analysiert. Es werden die Anforderungen der Mediensysteme, die Abhängigkeiten von Werbung, das Zusammenwirken mit Public Relations, die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und die Bedeutung von Normen beleuchtet.
Kapitel 4: Qualitätskontrolle
Dieses Kapitel untersucht die Mechanismen der Qualitätskontrolle im Journalismus. Es analysiert die verschiedenen Formen der Kontrolle und die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen.
Kapitel 5: Folgerungen für Studienangebote
Das letzte Kapitel zieht Schlussfolgerungen für die Ausrichtung von Journalistik-Studien. Es beleuchtet die Bedeutung der Vermittlung beruflicher Fertigkeiten, einer konstruktiv-kritischen Haltung und eines Bewusstseins für die ethische Verantwortung von Journalist*innen.
Schlüsselwörter
Journalistische Qualität, Ethik, Ökonomie, Medien, Praxis, Theorie, Indikatoren, Kompetenzen, Qualitätsvorgaben, Qualitätskontrolle, Journalistik-Studium
Häufig gestellte Fragen
In welchem Spannungsfeld arbeiten Journalisten heute?
Journalisten bewegen sich in einem ständigen Konflikt zwischen ökonomischen Zwängen des Mediensystems und ethischen Ansprüchen an ihre Berichterstattung.
Was sind die wichtigsten Indikatoren für journalistische Qualität?
Qualität definiert sich über Sach-, Sozial-, Fach- und technische Kompetenzen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Arbeitsmitteln und -prozessen.
Wie beeinflussen Werbung und PR den Journalismus?
Die Arbeit untersucht die Abhängigkeiten von Werbeeinnahmen und das Zusammenwirken mit Public Relations als potenzielle Risiken für die journalistische Unabhängigkeit.
Welche Rolle spielt die Ethik in der Journalistik-Ausbildung?
Ein qualitätsorientiertes Studium soll nicht nur Handwerk vermitteln, sondern eine konstruktiv-kritische Haltung fördern, die sich an Normen, Recht und ethischer Verantwortung orientiert.
Was bedeutet ein konstruktivistischer Ansatz für die Journalistik?
Journalistische Produkte werden als Angebote zur Wirklichkeitskonstruktion verstanden, bei denen die Würde der Rezipienten und der Berichterstattungsgegenstände gewahrt bleiben muss.
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- Prof. Dr. Martin Gertler (Author), 2011, Zwischen Ökonomie und Ethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173757