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Ingeborg Bachmann: Das Buch Franza

Die Wüste in der "Ägyptischen Finsternis", Bedeutungen und Auswirkungen

Titre: Ingeborg Bachmann: Das Buch Franza

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2001 , 23 Pages , Note: --

Autor:in: Anja Meisner (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Schon die ersten beiden Seiten der „Ägyptischen Finsternis“ im „Buch Franza“ erregen Aufmerksamkeit und Staunen. Zwei Geschwister treffen in der Wüste ein und eine metaphorische Dichte erschlägt den Leser fast. Wir bemerken nicht gleich, was uns fast atemlos macht. Aber der zweite und dritte Blick offenbaren immer neue Schichten des Textes und werfen Fragen auf: Was passiert, worum geht es? Und dieses Staunen und Sich-Fragen bleibt nicht nur auf den Anfang beschränkt. Wir haben mit den ersten beiden Kapiteln („Heimkehr nach Galicien“ und „Jordanische Zeit“) das Geschwisterpaar Martin und Franza kennengelernt und durften die Ursachen für die Krankheit und das Leiden Franzas erfahren. Wir reisen mit ihnen – den durch Blut Verbündeten – durch diese Krankheit und tauchen mit der Ankunft in Ägypten noch tiefer in die Geschichte ein.
Daß so viele fesselnde Fragen auftraten, ließ mich neugierig werden und eingehender mit dem Text beschäftigen. Eine übergeordnete Rolle spielte dabei das Motiv der Wüste, mit dem ich mich auch in dieser Arbeit auseinandersetzen möchte. Sie ist quasi der Handlungsort der Kapitel „Ägyptische Finsternis (Teil I, Hauptfassung)“ und „Ägyptische Finsternis (Teil III, Hauptfassung)“ im „Buch Franza“ und scheint Auslöser bestimmter geistiger Prozesse bei Franza zu sein und die Entwicklung ihres Leidens zu beeinflussen. Auf welche Art und Weise und aus welchen Gründen will ich untersuchen.
Zuvor aber ist ein kurzer Blick auf Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Projekt und den Begriff „Wüste“ unumgänglich. Es steht anstatt eines Überblicks über die Biographie. Genauso sind die „Vorabbetrachtungen zur ‚Wüste‘“ keine vollständige Auseinandersetzung mit dem Begriff, sondern es ist ein „Andenken“, ein Zusammentragen von Assoziationen.
Danach möchte ich Schritt für Schritt einige „Teile“ des Motivs untersuchen, die mir als die Wichtigsten erschienen und Verständnismöglichkeiten für den Text liefern. Das Kapitel 5 ordnet dann die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext des „Buchs Franza“ ein, um die Bedeutung Wüste noch einmal zu verdeutlichen und das Gesagte zu vertiefen.
Methodisch werde ich mich dem Text größtenteils durch semantische Wortfeldanalyse nähern, da sie mir zu Beantwortung meiner Fragen geeigneter scheint als etwa eine psychoanalytische oder hermeneutische Analyse. Ausgangspunkt meiner Fragen waren eben Wörter oder Wortgruppen und hier spielen besonders Assoziationen und biblische oder mythische Hintergründe eine Rolle.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 EINBLICK IN DAS „TODESARTEN“-PROJEKT

3 VORABBETRACHTUNGEN ZUR „WÜSTE“

4 DIE WÜSTE IN DER „ÄGYPTISCHEN FINSTERNIS“ (TEIL I UND III)

4.1 DIE WÜSTE ALS „HEILANSTALT“ FÜR FRANZA

4.2 „DAS GROßE, UNVERLAßBARE PURGATORIUM“ ([1]: 90)

4.3 DIE WÜSTE ALS „GEGEN-ORT“ DES „WEIßEN“

4.4 DIE WÜSTE ALS ORT, AN DEM FRANZA ZU RECHT KOMMT

5 EINGLIEDERUNG DER „ÄGYPTISCHEN FINSTERNIS“ IN „DAS BUCH FRANZA“

5.1 DAS FINDEN DER SPRACHE IN DER WÜSTE

5.2 DIE WÜSTE ALS ORT DER BEWÄLTIGUNG BZW. ERKENNTNISGEWINNUNG

5.3 ZUSAMMENFASSUNG: DIE BEDEUTUNG DER WÜSTENREISE

6 ABSCHLUßBEMERKUNGEN

7 LITERATURVERZEICHNIS

7.1 PRIMÄRLITERATUR

7.2 SEKUNDÄRLITERATUR

7.3 WEITERFÜHRENDE LITERATUR

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Wüstenmotivs in Ingeborg Bachmanns „Das Buch Franza“ und analysiert dessen Funktion als Handlungsort, der bei der Protagonistin Franza spezifische geistige Prozesse auslöst und ihre Leidensentwicklung maßgeblich beeinflusst.

  • Die Wüste als therapeutischer (Heilanstalt) und symbolischer Raum
  • Die Auseinandersetzung mit dem „Weißen“ als zerstörerische Kraft
  • Die Entwicklung von Franzas Identität und Sprache durch die Wüstenreise
  • Der Einfluss von Trauma und gesellschaftlichen Rollenbildern auf die Protagonistin
  • Die Verbindung des Wüstenmotivs zum gesamten „Todesarten“-Projekt

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Wüste als „Heilanstalt“ für Franza

Nach ihrer Reise durch Griechenland und über das Mittelmeer erreichen die beiden Geschwister Martin und Franza Ägypten. Sie betreten die Wüste und: „Die Anstalt hatte sie aufgenommen“ ([1]: 90). Diese Anstalt wird auch als „Die große Heilanstalt“ ([1]: 90) und die „Gummizelle aus Himmel, Licht und Sand“ ([1]: 91) bezeichnet.

Schon in den vorherigen Kapiteln erhielten wir Einblick in Franza‘s Krankheit bzw. Leiden, daß von Jordan verursacht wurde. Franza zeigt mit ihrer Flucht aus dem Hospital ([1]: 14 ff.) und nach Galicien, dem Ort ihrer Kindheit Bereitschaft zur Änderung ihres bisherigen Lebens mit Jordan. Und so reist sie mit ihrem Bruder nach Ägypten, daß nun, wie weiter oben schon veranschaulicht, sie heilen soll. Inwiefern dies geschieht, in welcher Form und mit welchen Auswirkung soll hier Gegenstand sein.

Die Gründe warum ausgerechnet der Mangel an Zivilisation und Leben in der Wüste Franza helfen und heilen soll, sehe ich in der Charakteristik der Wüste als „Gummizelle aus Himmel, Licht und Sand“, in der für Europäer optischen Leere der Wüste, in der Distanz zu Wien und damit zu Jordan und in der Abwesenheit des „Weißen“.

Unter „Gummizelle“ verstehen wir einen Raum in einer Nervenheilanstalt, in den Personen/Patienten zur Beruhigung zeitweise eingesperrt werden, wenn sie einen Anfall haben und dadurch unkontrollierbar sind, somit eine Gefahr für sich selbst und andere. Dieser Raum ist in unserer Vorstellung gut gepolstert, so daß sich der Patient nicht selbst verletzen kann. Hier besteht dieser (natürliche) Raum aus Himmel, Sand und Licht, Dinge, die auf den ersten Blick unmöglich zur Verletzung erscheinen. Dennoch wird Franza am Ende ihrer Geschichte in dieser Gummizelle tödlich verletzt ([1]: 134 ff.) – ob durch sich selbst oder andere bleibt dabei unklar. Diese Verletzung geschieht an menschlichen Bauten – quasi ein Bruch in der Gummizelle, etwas, was nicht da sein dürfte – an den Pyramiden von Gizeh, während und nach einer Vergewaltigung. Insofern kann man mutmaßen, daß dieser „Fehler“ (ein von Menschenhand geschaffener Bau) der Gummizelle eine Todesursache war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Forschungsfrage dar, das Motiv der Wüste in Bachmanns „Buch Franza“ hinsichtlich seiner Auswirkungen auf das Leiden und die Entwicklung der Protagonistin zu untersuchen.

2 EINBLICK IN DAS „TODESARTEN“-PROJEKT: Dieses Kapitel erläutert den Kontext des „Todesarten“-Zyklus und zeigt die Verknüpfung von Bachmanns Biographie mit ihrem Werk sowie die Thematik des weiblichen Leidens am Geschlechterkampf.

3 VORABBETRACHTUNGEN ZUR „WÜSTE“: Es werden verschiedene Assoziationen zum Begriff „Wüste“ zusammengetragen, von geographischen Gegebenheiten bis hin zu spirituellen und symbolischen Deutungen im Kontext von Bachmanns Texten.

4 DIE WÜSTE IN DER „ÄGYPTISCHEN FINSTERNIS“ (TEIL I UND III): Das Hauptkapitel analysiert die Wüste als Heilanstalt, Purgatorium, Gegen-Ort zum „Weißen“ sowie als Ort, an dem Franza ihr Recht sucht.

5 EINGLIEDERUNG DER „ÄGYPTISCHEN FINSTERNIS“ IN „DAS BUCH FRANZA“: Hier werden die Erkenntnisse in den Gesamtkontext eingegliedert, wobei das Wiederfinden der Sprache, Bewältigungsmechanismen und die Bedeutung der Wüstenreise reflektiert werden.

6 ABSCHLUßBEMERKUNGEN: Die Verfasserin reflektiert kritisch über ihre Arbeit, die Schwierigkeiten beim Verständnis der Komplexität des Textes und die offen gebliebenen Fragen.

7 LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie weiterführender Quellen.

Schlüsselwörter

Ingeborg Bachmann, Das Buch Franza, Todesarten-Projekt, Wüste, Ägyptische Finsternis, Franza, Identitätsverlust, Sprachverfall, Geschlechterkampf, Purgatorium, Trauma, Heilung, Jordan, Symbolik, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Wüste in Ingeborg Bachmanns Romanfragment „Das Buch Franza“ und dessen symbolische sowie therapeutische Bedeutung für die Protagonistin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die psychische Situation der Protagonistin Franza, die zerstörerischen Einflüsse gesellschaftlicher Strukturen (das „Weiße“) und die Suche nach Heilung oder Selbsterkenntnis in einer extremen Umwelt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, auf welche Weise die Wüste als Handlungsort in den Kapiteln der „Ägyptischen Finsternis“ fungiert und wie sie die Entwicklung des Leidens von Franza beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt größtenteils durch eine semantische Wortfeldanalyse, ergänzt durch die Einbeziehung biblischer, mythischer und literaturwissenschaftlicher Hintergründe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Wüste als „Heilanstalt“, als Purgatorium, als Gegen-Ort zur Zivilisation sowie als Ort der individuellen Rechtsfindung und Selbstbehauptung der Protagonistin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ingeborg Bachmann, Das Buch Franza, Wüste, Identitätsverlust, Purgatorium, Trauma und Geschlechterkampf.

Inwiefern spielt das „Todesarten“-Projekt eine Rolle für das Verständnis von Franza?

Die Arbeit ordnet Franza in den übergeordneten Zyklus ein, in dem Ingeborg Bachmann das Leiden von Frauen an gesellschaftlichen Rollenbildern und die Unmöglichkeit, ihre Geschichte in eine Form zu bringen, thematisiert.

Welche Funktion hat die „Gummizelle aus Himmel, Licht und Sand“ in der Interpretation?

Die Metapher wird als natürlicher, polsternder Raum gedeutet, in dem Franza kurzzeitig Besserung erfährt, der jedoch zugleich die Ausweglosigkeit ihrer Situation symbolisiert und letztlich mit ihrem Tod verbunden ist.

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Résumé des informations

Titre
Ingeborg Bachmann: Das Buch Franza
Sous-titre
Die Wüste in der "Ägyptischen Finsternis", Bedeutungen und Auswirkungen
Université
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Cours
Ingeborg Bachmann Todesarten-Projekt
Note
--
Auteur
Anja Meisner (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
23
N° de catalogue
V173891
ISBN (ebook)
9783640941698
ISBN (Livre)
9783640941728
Langue
allemand
mots-clé
Franza Bachmann
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anja Meisner (Auteur), 2001, Ingeborg Bachmann: Das Buch Franza, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173891
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Extrait de  23  pages
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