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Über Moral und Urteilsfähigkeit in der politischen Theorie Hannah Arendts

Titre: Über Moral und Urteilsfähigkeit in der politischen Theorie Hannah Arendts

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Kristin Freter (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Zeit ihres Lebens hat sich Hannah Arendt (1906-1975) mehr als politische Theoretikerin denn als Philosophin verstanden. Die Tochter eines bürgerlichen jüdischen Ehepaares absolvierte ihr Philosophiestudium u.a. bei Heidegger, Husserl sowie Jaspers und engagierte sich bereits in den frühen 1930er Jahren im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ihr Denken ist geprägt von den Erfahrungen der Verfolgung, des Holocausts und des Exils in Frankreich und den USA. Mit ihrer Annahme der amerikanischen Staatsbürgerschaft im Jahre 1951 wurde New York zu ihrer Exil-Heimat, auch wenn sie Europa bereits im November 1949 wieder regelmäßig bereiste. Die Auseinandersetzung mit dem Schrecken des Naziregimes war bis zuletzt Antrieb ihres politischen Denkens.
Ausgehend von ihrer Vorlesung „Über das Böse“ ist es Ziel dieser Hausarbeit, Arendts Be-stimmung von Moral sowie die Voraussetzungen der Urteilsfähigkeit zu untersuchen. Der erste Teil behandelt das facettenreiche Thema Moral, der zweite Teil ist dem politischen Ver-ständnis Hannah Arendts gewidmet. Proklamierte Arendt in der „Vita activa“ das Handeln als politischste aller menschlichen Tätigkeiten, so wandte sie sich in ihrem späten Werk „Vom Leben des Geistes“ der vita contemplativa zu, in welcher sie das Vermögen der Urteilskraft als das politischste der geistigen Vermögen des Menschen erkannte. Ihr plötzlicher Tod hinterließ vom letzten Band der Trilogie nur das Titelblatt „Über das Urteilen“ , weshalb Arendts Vorlesungsmanuskripte „Über Kants politische Philosophie“ (1970) als wichtige For-schungsquellen zu diesem Thema gelten, da sie in ihnen bereits wesentliche Gedanken zur Urteilskraft formuliert. Neben den oben genannten Titeln liegen der Hausarbeit Werke aus dem Nachlass Arendts, die „Denktagebücher“ (2002) sowie „Was ist Politik?“ (2003) zu-grunde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. MORALISCHE NORMEN – EINE FRAGE DER GEWOHNHEIT?

1.1 MORALISCHES VERHALTEN

1.2 DAS SELBST ALS MAßSTAB – MORAL IN ZEITEN DER KRISE

2. POLITIK - DER MENSCH IM PLURAL

2.1 OHNMACHT – DIE FURCHT VOR DER FREIHEIT

3. URTEILSFÄHIGKEIT ALS POLITISCHES VERMÖGEN

3.1 EXKURS: VORURTEILE UND STEREOTYPE

3.2 DIE ROLLE DES ZUSCHAUERS ALS UNPARTEILICHER RICHTER

3.3 DER FAKTOR PUBLIZITÄT ALS GARANT FÜR MORALISCHES HANDELN

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Hannah Arendts Bestimmung von Moral und die Voraussetzungen für Urteilsfähigkeit unter Berücksichtigung ihres politischen Denkens. Dabei wird insbesondere analysiert, wie in totalitären Systemen moralische Maßstäbe kollabieren und welche Rolle das individuelle Selbst sowie die politische Öffentlichkeit für ein moralisches Handeln spielen.

  • Grundlagen von Ethik und Moral im gesellschaftlichen Kontext
  • Die Rolle des "Selbst" als Maßstab in Krisenzeiten
  • Politik und menschliche Pluralität
  • Die Bedeutung der Urteilsfähigkeit als politisches Vermögen
  • Der Einfluss von Vorurteilen und Stereotypen auf das Urteilen

Auszug aus dem Buch

1. Moralische Normen – Eine Frage der Gewohnheit?

Der theoretische Überbau aus Normen und Werten, der Individuen bzw. Gesellschaften im Umgang untereinander Orientierung bietet, wird als philosophische Disziplin von der Ethik [vom griechischen ēthos für „Gewohnheit“, „Herkunft“, „Sitte“] gebildet.

Unter Moral [vom lateinischen mos für „Sitte“, „Brauch“, „Gewohnheit“] versteht man ein verbindlich akzeptiertes Normensystem des Handelns innerhalb einer bestimmten Gesellschaft bzw. Gruppierungen einer Gesellschaft (Subsysteme, beispielsweise Familien, Schulklassen, Freundeskreis etc.).

Erfahrungsgemäß wandeln sich Bräuche und Konventionen mit der Zeit und ihren gesellschaftlichen Strukturen. Wie verhalten sich diese Definitionen von Ethik und Moral aber nun zu der Annahme, dass gewisse Werte universell und perpetuell seien?

Nach Hannah Arendt konstituieren sich Werte erst in gesellschaftlichen Bezügen und können dementsprechend überhaupt keinen Anspruch auf Unabhängigkeit und Universalität erheben. In ihren Denktagebüchern notiert sie, dass Werte die »bona«, Güter, als das, was unabhängig vom Gebrauch gut an sich sei, abgelöst hätten. Nur das sei »bonum«, gut, was einen gesellschaftlichen Wert hat, was in der Gesellschaft etwas gilt. Auch die „Moral bezieht sich auf unser »behavior«, ist also von vornherein ein Gesellschafts-[…]begriff.“

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Einführung in Hannah Arendts Denken, ihre politischen Schwerpunkte und die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich Moral und Urteilskraft.

1. MORALISCHE NORMEN – EINE FRAGE DER GEWOHNHEIT?: Analyse des moralischen Begriffs im philosophischen Kontext und der Infragestellung universeller Werte durch gesellschaftliche Wandel.

1.1 MORALISCHES VERHALTEN: Untersuchung der Kantschen Moralphilosophie im Vergleich mit Arendts Reflexionen über das Handlungsmotiv.

1.2 DAS SELBST ALS MAßSTAB – MORAL IN ZEITEN DER KRISE: Erörterung der Selbstachtung und des "Zwiegesprächs mit sich selbst" als Schutz vor moralischer Entgleisung.

2. POLITIK - DER MENSCH IM PLURAL: Reflexion über die Bedeutung von Pluralität, Macht und Handeln als politische Grundbedingungen.

2.1 OHNMACHT – DIE FURCHT VOR DER FREIHEIT: Analyse von Ohnmachtserfahrungen und der Zerstörung des politischen Zwischenraums durch totalitäre Tendenzen.

3. URTEILSFÄHIGKEIT ALS POLITISCHES VERMÖGEN: Darstellung der Urteilskraft als geistiges Vermögen, das den Kontakt zur Welt herstellt und politisches Urteilen ermöglicht.

3.1 EXKURS: VORURTEILE UND STEREOTYPE: Untersuchung der Gefahr, die durch das Ersetzen von Urteilen durch verfestigte Vorurteile für das Politische entsteht.

3.2 DIE ROLLE DES ZUSCHAUERS ALS UNPARTEILICHER RICHTER: Erörterung der notwendigen Distanz und Einbildungskraft für den Prozess des unparteilichen Urteilens.

3.3 DER FAKTOR PUBLIZITÄT ALS GARANT FÜR MORALISCHES HANDELN: Bedeutung der Öffentlichkeit für moralisches Handeln und politische Rechenschaftspflicht.

4. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz moralischer Fragestellungen und der Rolle des öffentlichen Diskurses in der modernen Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Moral, Urteilsfähigkeit, Politik, Pluralität, Ethik, Kant, Handeln, Öffentlichkeit, Denken, Vorurteil, Totalitarismus, Verantwortung, Selbstachtung, Urteilskraft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung moralischer Normen und der Voraussetzungen von Urteilsfähigkeit auf Basis des politischen Denkens von Hannah Arendt.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Philosophie der Moral, die Struktur menschlichen Handelns im politischen Raum, die Rolle der Urteilskraft sowie die Gefahren totalitärer Systeme für das individuelle Urteilsvermögen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Arendts Bestimmung von Moral zu ergründen und aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen Menschen in Krisenzeiten wie dem Nationalsozialismus ihre moralische Integrität wahren konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und politiktheoretische Analyse, die auf Arendts Vorlesungen, Schriften und Denktagebüchern sowie auf Sekundärliteratur zur Moralpsychologie und politischen Philosophie basiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil erörtert die Definition moralischer Normen, das Konzept des Selbst als moralischem Maßstab, die Bedeutung politischer Pluralität und schließlich die Urteilskraft als zentrales politisches Vermögen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Besonders prägend sind die Konzepte der Urteilskraft, der Pluralität, des Handelns, der Verantwortung und der Bedeutung der Öffentlichkeit für moralische Prozesse.

Welche Rolle spielt Sokrates in Arendts Argumentation innerhalb dieser Arbeit?

Sokrates dient als Beispiel für das Denken als "Zwiegespräch mit sich selbst", welches den Menschen befähigt, moralisch zu handeln, auch wenn traditionelle Normen in Krisenzeiten wegbrechen.

Was versteht Arendt unter der "Binnenmoral" der Täter im Dritten Reich?

Die Binnenmoral beschreibt die Verschiebung moralischer Normen innerhalb eines totalitären Systems, bei der verbrecherisches Handeln als historische Notwendigkeit oder innerhalb eines neuen "normativen Referenzrahmens" als legitim wahrgenommen wurde.

Warum hält Arendt den "Zuschauer" für wichtiger als den "Akteur" für die Urteilsbildung?

Arendt argumentiert, dass der direkt Handelnde in seinem Tun "befangen" ist, während der Zuschauer durch seine Distanz die nötige Unparteilichkeit bewahren kann, um Ereignisse historisch und moralisch richtig zu bewerten.

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Résumé des informations

Titre
Über Moral und Urteilsfähigkeit in der politischen Theorie Hannah Arendts
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Seminar)
Cours
Hannah Arendt - Moralphilosophie
Note
1,0
Auteur
Kristin Freter (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
24
N° de catalogue
V173970
ISBN (ebook)
9783640944132
ISBN (Livre)
9783640944408
Langue
allemand
mots-clé
moral urteilsfähigkeit theorie hannah arendts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kristin Freter (Auteur), 2011, Über Moral und Urteilsfähigkeit in der politischen Theorie Hannah Arendts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173970
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Extrait de  24  pages
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