Kontextuelle Information


Seminararbeit, 2011
10 Seiten

Leseprobe

Kontextuelle Information

Adam Staisch

Student Wirtschaftsinformatik, Hochschule München, E-Mail: adam@staisch.net befindet, präzise erfassen und interpretieren. Deshalb könnte

Kurzfassung —Dieses Dokument wurde im Rahmen des Seminars „Mobile, kontextbasierte und intelligente Systeme“ an der Hochschule München verfasst und beschäftigt sich mit dem Forschungsgebiet der kontextuellen Informationen. Dazu werden der Ursprung und der Begriff der kontextuellen Information ausgearbeitet. Die Seminararbeit beschreibt anhand von drei unterschiedlichen Forschungsprojekten wie durch kontextuelle Information ein konkreter Vorteil für den Anwender erzeugt wird. Im letzten Teil werden Überlegungen zu möglichen Herausforderungen und zukünftigen Forschungsprojekten angestellt.

Schlüsselwörter —Kontextuelle Informationen, Kontext, Forschungsprojekte, Mobile Systeme, Hochschule München

I. EINFÜHRUNG UND MOTIVATION

Die kontinuierliche Entwicklung von Anwendungen die Antwort auf die vorhin gestellte Frage die Kommunikation von Anwender und System deutlich verbessern und zu einer hohen Benutzerfreundlichkeit führen. eines neuen Erlebnisses für Anwender. Computer werden immer leichter und kleiner, während gleichzeitig die Übertragungsgeschwindigkeit von drahtlosen Netzen weiter zunimmt. Einige Anwendungen sind inzwischen in der Lage, Informationen zu nutzen, die sie aus ihrer Umgebung entnehmen können. Diese Informationen könnten für Dienste genutzt werden, die sich an den Anwender und dessen Interessen anpassen. Für diese Anpassung wird der sogenannte Kontext des Anwenders berücksichtigt, welcher Eigenschaften des Anwenders sowie seiner Ressourcen beschreibt. Der Einsatzbereich für solche kontextsensitiven Anwendungen erstreckt sich dabei von professionellen Anwendungen, beispielsweise im Tourismus, über mobile Fahrassistenz- Systeme bis hin zu Anwendungen zur persönlichen Organisation. Kontextsensitive Anwendungen sind besonders bei der Nutzung mobiler Geräte von großem Interesse. Mobile Geräte ermöglichen dem Anwender eine maximale Bewegungsfreiheit. Hierdurch erhält der Anwender jederzeit und überall Zugriff auf Unternehmens-, persönliche oder öffentlich verfügbare Daten[1]. Die Mobilität führt aber dazu, dass der Kontext eines Anwenders wie zum Beispiel sein Aufenthaltsort oder die Personen und Objekte in seiner Umgebung sich schnell ändern kann.

Eine Frage, die sich dabei stellt, ist, wie man den mobilen Geräten beibringen kann auf die gleiche Art und Weise auf Kontext zu reagieren wie wir Anwender. Ein großer Vorteil von uns Menschen ist der natürliche Umgang mit Kontext. Jeder Anwender kann den Kontext, in dem er sich gerade befindet, präzise erfassen und interpretieren. Deshalb könnte die Antwort auf die vorhin gestellte Frage die Kommunikation von Anwender und System deutlich verbessern und zu einer hohen Benutzerfreundlichkeit führen.

Der falsche Weg dabei wäre den Anwender dazu zu bringen, alle benötigten Informationen in den Computer manuell einzupflegen. Dies würde nicht zu der Vorgabe, eine einfachere Kommunikation zwischen Anwender und System, passen. Zudem wüssten die allermeisten Anwender nicht genau, welcher Kontext gerade relevant für die Anwendung ist und könnten ihn nicht explizit angeben. Stattdessen müssen die Anwendungen selbständig alle benötigten Informationen erfassen und sammeln. Der Entwickler einer kontextsensitiven Anwendung kann seinen Fokus auf das Analysieren der Situation legen, unter welcher die Anwendung gerade ausgeführt wird. Damit wird entschieden, welche Information für den Anwender relevant ist und passend aufgearbeitet Dermöglichte in den vergangenen Jahren das Entstehen werden muss[2]. Dabei ist die Relevanz der Informationen wiederum abhängig vom Kontext, in dem sich der Anwender gerade befindet.

Es existieren bereits viele Versuche von Wissenschaftlern, Kontext und die kontextsensitive Anwendungsentwicklung zu definieren sowie Kategorien für kontextsensitive Anwendungen zu finden. Diese Seminararbeit versucht einen Überblick über die wichtigsten Ausarbeitungen zu geben und geht dabei im Speziellen auf den Ursprung und Begriff der kontextuellen Informationen als eine Kategorie von kontextsensitiven Anwendungen ein. Dazu wird anhand von drei ausgewählten Forschungsprojekten praktisch dargestellt, wo durch kontextuelle Informationen ein Vorteil für den Anwender erzeugt wird.

II. DEFINITION VON KONTEXT

Um den Begriff der kontextuellen Information zu verstehen sollten wir zunächst Kontext beschreiben und erklären können. Das Wort „Kontext“ ist im Duden[3] als „inhaltlicher Sinnzusammenhang, in dem eine Äußerung steht, und Situationszusammenhang, aus dem heraus sie verstanden werden muss“ definiert. Da dies eine generelle sprachwissenschaftliche Definition ist, hilft sie uns hier nicht weiter. Eine weitere Problematik ist der Gebrauch des Begriffs „Kontext“. Dieser neigt dazu unklar zu sein, da alles in der Welt in einem bestimmten Kontext passiert. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf den Kontext der von Anwendungen für mobile Geräte benutzt wird.

A. Erste Definitionen

In der Wissenschaft gibt es viele Versuche Kontext zu definieren. Während die meisten Menschen im Groben die Bedeutung von Kontext verstehen, fällt es Ihnen schwer diesen genau zu erklären. Die ersten Definitionen sind daher Aufzählungen von Beispielen oder Synonyme für Kontext.

Schilit und Theimer[4] sagen in einem der ersten Werke zu diesem Thema, dass Kontext Ort, Identität von Personen und Objekte in der Umgebung und deren Dynamik ist. Ähnlich gehen auch Brown et al.[5] vor. Sie definieren Kontext ebenfalls als Ort und Identität von Personen in der Umgebung. Weiter aber auch als die aktuelle Tageszeit, Jahreszeit, Temperatur, etc. Diese Definitionen, die Kontext mit Beispielen erklären, haben aber den gravierenden Nachteil nicht immer anwendbar zu sein. Es ist praktisch nicht möglich eine nicht aufgelistete Information dahingehend zu bewerten, ob diese zum Kontext gehört.

B. Synonyme

Wie bereits erwähnt, wird Kontext auch über Synonyme definiert. Franklin und Flachsbart[6] sehen Kontext als Situation des Anwenders. Brown[7] hingegen sagt, Kontext seien die Elemente der Anwenderumgebung, die der verwendete Computer kennt. Wie bei den Definitionen von Kontext anhand von Beispielen, sind diese hier in der Praxis oftmals schwer anwendbar. Des Weiteren verschiebt sich das Problem. Man müsste jetzt das verwendete Synonym definieren.

C. Definition nach Schilit et al.

Die Ausarbeitung von Schilit et al.[8] kommt daher schon näher an das Ziel einer Definition von allgemeiner Form. Die Autoren definieren Kontext als die ständig wechselnde und ausführbare Umgebung. Dabei teilen sie die Umgebung in drei Kategorien auf:

- Computing context - Damit ist die technische
Umgebung gemeint. Netzwerkverbindung, Bandbreite, Kosten aber auch naheliegende Ressourcen wie Drucker, Bildschirme und PC-Arbeitsplätze.
- User context - Betrachtet die Benutzerumgebung. Ort des Anwenders, umgebende Personen, aber auch die
aktuellen soziale Situation.
- Physical context - Informationen die aus Sensoren gewonnen werden. Helligkeit, Geräuschpegel oder Temperatur.
G. Chen und D. Kotz[1] fügen in ihrer Arbeit dieser Kategorisierung noch eine weitere hinzu. Die Zeit wird als vierter Punkt mit aufgenommen, da Zeit ein natürliches Element und deshalb wichtig für viele Anwendungen ist.
- Time context - Angaben zur aktuellen Tageszeit, Woche, Monat und Jahreszeit.

Diese Definitionen vermitteln uns bereits ein gutes Grundverständnis von Kontext, sind jedoch noch zu speziell gehalten. Wir können nicht alle möglichen Aspekte für die unterschiedlichsten Situationen, in der sich ein Anwender gerade befindet, aufzählen. In einem Fall beispielsweise ist die physikalische Umgebung von sehr großer Bedeutung, in einem anderen Fall kann diese komplett ignoriert werden. Für eine Navigationsanwendung ist der Ort als Kontext erforderlich. Hingegen für Anwendungen die mit einem stationären Gerät verknüpft sind, ist dieser nicht relevant. Es muss also bei der Erfassung der aktuelle Anwendungsfall herangezogen werden.

D. Definition nach Dey und Abwod

Die am häufigsten zitierte Definition von Kontext in der Wissenschaft liefern Anind K. Dey und Gregory D. Abowd:

Context is any information that can be used to characterize the situation of an entity. An entity is a person, place, or object that is considered relevant to the interaction between a user and an application, including the user and applications themselves [2].

Sinngemäß übersetzt bedeutet dies: Kontext ist jede Information, welche dazu benutzt werden kann, die Situation einer Entität zu beschreiben. Eine Entität ist eine Person, ein Ort oder ein Objekt, die für die Interaktion zwischen Anwender und Anwendung erheblich ist, einschließlich des Anwenders und der Anwendung selbst.

Durch die allgemeine Form hat die Definition den Vorteil, die Wichtigkeit der Informationen in den Vordergrund zu stellen. Dey und Abowd teilen die Umgebung dazu nicht in Kategorien auf. Auch auf das Unterstützen anhand von Beispielen wird verzichtet. Weiterhin entscheidet der Entwickler hier selbst, welche Informationen er als Kontext verwendet. Dabei wird auch nicht unterschieden, ob der Kontext implizit, zum Beispiel über Sensoren, oder explizit, zum Beispiel durch eine Anwendereingabe festgestellt wird.

Da wir jetzt eine Vorstellung davon haben, was Kontext ist, können wir uns damit beschäftigen wie Kontext in mobilen Anwendungen verwendet werden kann.

III. DEFINITION VON KONTEXTSENSITIVEN ANWENDUNGEN

Kontextsensitive Anwendungen beziehen sich immer auf die verfügbaren Informationen des aktuellen Kontextes. Wie man diese Informationen am effektivsten nutzt, ist eine große Herausforderung für Programmierer, die unterschiedlich bewertet und deshalb hier geklärt wird.

A. Schilit und Theimer

Auch hier liefern Schilit und Theimer[4] eine der ersten Definitionen für Kontextsensitive Anwendungen. Nach ihrem Verständnis aus dem Jahr 1994 sind Anwendungen kontextbasiert wenn sie die Fähigkeit besitzen eine Anpassung an den Ort der Nutzung, den Personen und Objekten in der Umgebung und deren ständigen Veränderungen, also der Dynamik, vorzunehmen. Diese Definition beschränkt implizit die Anwendungen dahin gehend, dass diese sich nur an den aktuellen Kontext anpassen können.

Hull et al. [9] definieren Kontextsensitivität als die Möglichkeit der mobilen Systeme den Kontext zu erfassen, zu interpretieren und eine passende Antwort bzw. Auswertung für die lokale Benutzerumgebung und sich selbst zu generieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Kontextuelle Information
Hochschule
Hochschule München
Veranstaltung
Mobile, kontextbasierte und intelligente Systeme
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V173981
ISBN (eBook)
9783640942961
ISBN (Buch)
9783640942879
Dateigröße
801 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kontextuelle, information
Arbeit zitieren
Adam Staisch (Autor), 2011, Kontextuelle Information, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173981

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