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Kierkegaard im Spiegel der Gesellschaft

Título: Kierkegaard im Spiegel der Gesellschaft

Trabajo , 2010 , 24 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Marcel Nakoinz (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XIX
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Ich möchte verstehen, wie dieser Eindruck der Konsistenz des Selbst, den nicht nur wir, sondern auch Andere von uns haben, mit dem unbestreitbaren Einfluss, den andere Subjekte auf unsere Selbstdefinition ausüben, zu vereinbaren ist. In der vorliegenden Abhandlung sollen zu diesem Zweck unsere Handlungen, die wir in der menschlichen Gemeinschaft ausführen, untersucht werden. Dabei lasse ich mich von zwei Hypothesen leiten:
Handlungen dienen, so die erste Hypothese, als Indikatoren der Persönlichkeit, für sich und andere Subjekte.
Bedingen nun aber meine Entscheidungen, Handlungen und somit all das, was so verstanden meine Existenz ausmacht eine Form von Ethik? Im Umgang miteinander, haben die Menschen zumindest schon immer Regeln aufstellen müssen, um einen möglichst reibungslose Koexistenz zu sichern und die Überlebenschancen zu steigern. Eine Ethik der Existenz, im hier vorgestellten, traditionellen Sinne muss sich also zumindest die Frage stellen, welche Rolle die Handlungen des Einzelnen für das gute Leben in der Gesellschaft spielen. Die zweite Hypothese lautet demnach: Die Handlungen des Subjekts und damit auch seine Identität, sind nie unabhängig von der Gesellschaft in der sich das Subjekt befindet.
Die vorliegende Abhandlung möchte diese Hypothesen untersuchend herausarbeiten, inwieweit es plausibel ist davon zu sprechen, dass die Gemeinschaft die Existenz des Einzelnen durch dessen wechselseitige Handlungen im moralischen Raum, den die Gemein-schaft darstellt, formt. Ausgangspunkt sei hierzu das Ethikkonzept Søren Aabye Kierkegaards, da es die Rolle der Handlungen für die Konstitution des Selbst hervorhebt. Die zweite Komponente, dass diese Handlungen in einem gemeinschaftlichen Raum stattfinden, wird dagegen vom tiefgläubigen Kierkegaard weitgehend ignoriert, der den ethischen Aspekt seiner Theorie nur als Zwischenstation zu der subjektiven Auseinandersetzung mit Gott versteht. Seine Theorie geriet darum im Zuge der Säkularisierung in der modernen Welt größtenteils in Vergessenheit.
Deswegen wird zunächst versucht werden die erste Komponente bei Kierkegaard stark zu machen, während im zweiten Teil der Arbeit ein Kompromiss diskutiert wird, ob, bildlich gesprochen, an die Stelle Gottes nicht menschliche Gemeinschaftsstrukturen gesetzt werden könnten. Diese werden am Beispiel der Theorie des Philosophen und Psychologen George Herbert Mead eingeführt werden, der die Sozialität des Menschen betont.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Zur Themenstellung

2 Zur Notwendigkeit in den Spiegel der Gesellschaft zu blicken

2.1 Kierkegaards Existenz-Theorie – Der blinde Spiegel

2.2 Gott ist tot

2.3 Die ganze Welt ist Bühne – Einladung zum Maskenball

3 Meads Entwurf eines Spiegels der Gesellschaft

3.1 Meads Existenz-Theorie

3.2 Das „I“ im „me“ – Meads schwacher Externalismus

4 Kierkegaard in Meads Spiegel der Gesellschaft

4.1 Verhalten ist nicht gleich Verhalten

4.2 Ein fragwürdiger ethischer Imperativ

4.3 Die Rache Gottes

5 Schluss – „Nur im Tun, kann man das Leben gewinnen“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Søren Kierkegaards internalistischem Ethikkonzept mit einem externalistischen, gesellschaftsbasierten Ansatz, um das Zustandekommen der Identität des modernen Subjekts neu zu beleuchten.

  • Kritische Analyse von Kierkegaards „Ethik der Existenz“ vor Gott
  • Modernisierung des Selbstverständnisses durch Einbezug sozialer Strukturen
  • Anwendung der Theorie von George Herbert Mead auf die Identitätsbildung
  • Untersuchung der Bedeutung von Rollenübernahme und intersubjektivem Handeln
  • Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung

Auszug aus dem Buch

3.1 Meads Existenz-Theorie

Wenn wir Meads Philosophie in die Debatte einführen wollen, muss dabei dessen völlig von Kierkegaard abweichender philosophischer Zugang beachtet werden. Mead interessiert sich nicht für die Problematik der Selbstdefinition durch eine internalistisch erstpersönliche Autorität. Sondern im Gegenteil nur dafür, wie das Selbst des Menschen durch sein kommunikatives Verhalten zu erklären ist (vgl. Mead, 217; Tugendhat, 248). Die Frage die uns darum in diesem Zusammenhang interessieren muss lautet, welche Stimuli und Reaktionen Mead aufzeigt, um das Verhältnis zu sich zu erklären, womit wir die Lücke in Kierkegaards internalistischen Theorie externalistisch schließen könnten.

Meads Theorie fokussiert für seine Erklärung des Verhältnisses zu sich das kommunikative Verhalten des Menschen in Gestalt seiner einzigartigen Sprachfähigkeit. Nur in dieser kommen bedeutsame Symbole in Form der vokalen Gesten des Menschen vor. Deren Besonderheit darin liegt, dass sie im Prozess des Sprechens beim Sprecher die gleichen Reaktionen auslösen, wie bei dem jeweiligen Hörer (vgl. Mead, 107f, 187). Entscheidend für die symbolische Kommunikation ist, „daß das Symbol in der eigenen Identität das gleiche wie im anderen Individuum auslöst.“ (ebd., 191) Wie erklärt Mead dieses Prinzip? Dieses Nachahmungsprinzip wird dadurch möglich, dass in einem Individuum bereits Handlungen angelegt sind, die denen der anderen Individuen gleichen (vgl. ebd., 107): „Wir sehen uns mehr oder weniger unbewußt so, wie andere uns sehen.“ (ebd., 108)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zur Themenstellung: Einführung in die Problematik der Identitätskonsistenz und Formulierung der Hypothesen über den Einfluss der Gemeinschaft auf das Selbst.

2 Zur Notwendigkeit in den Spiegel der Gesellschaft zu blicken: Erläuterung von Kierkegaards Existenzphilosophie und die daraus resultierende Notwendigkeit, eine moderne Ethik der Gesellschaft zu entwickeln.

3 Meads Entwurf eines Spiegels der Gesellschaft: Einführung der Theorie von George Herbert Mead zur Erklärung des Selbst durch intersubjektives Handeln und Kommunikation.

4 Kierkegaard in Meads Spiegel der Gesellschaft: Kritische Zusammenführung beider Theorien und Diskussion möglicher Einwände gegen die Verbindung von Kierkegaard und Mead.

5 Schluss – „Nur im Tun, kann man das Leben gewinnen“: Fazit über die Notwendigkeit einer intersubjektiven Perspektive auf die Selbstdefinition des Menschen.

Schlüsselwörter

Kierkegaard, George Herbert Mead, Identität, Selbstdefinition, Ethik, Existenz, Gemeinschaft, Sozialisation, Intersubjektivität, Rollenverständnis, Individuum, Handlungen, Masken, Authentizität, Fremdbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das menschliche Selbst definiert wird und ob Kierkegaards auf den Einzelnen bezogene Ethik durch soziologische Erkenntnisse von George Herbert Mead modernisiert werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Philosophie der Existenz, dem Identitätsbegriff, der Bedeutung sozialer Interaktion für das Selbst und der kritischen Auseinandersetzung mit der Rolle der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Modell zu entwerfen, das sowohl die erstpersönliche Erfahrung der Identität als auch den unbestreitbaren Einfluss externer gesellschaftlicher Bewertungen und Rollenzuweisungen miteinander versöhnt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine philosophische Abhandlung, die durch den Vergleich und die Verknüpfung zweier theoretischer Ansätze (Kierkegaard und Mead) eine neue Synthese für das Verständnis des Selbst im gesellschaftlichen Kontext sucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert erst Kierkegaards Fokus auf das „Wählen“ des Selbst, führt dann Meads behavioristische Theorie des „verallgemeinerten Anderen“ ein und diskutiert schließlich die Vereinbarkeit beider Perspektiven unter Einbeziehung kritischer Gegenargumente.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identität, Ethik der Existenz, Externalismus, soziale Rolle, Intersubjektivität, Handeln und das „me“ sowie „I“ bei Mead.

Wie unterscheidet sich die Rolle des „Anderen“ bei Kierkegaard und Mead?

Während Kierkegaard den Einfluss der Gesellschaft oder „der Anderen“ oft negativ als Flucht vor der existenziellen Entscheidung vor Gott bewertet, sieht Mead die Teilhabe am gesellschaftlichen Ganzen und die Übernahme von Rollen als notwendige Voraussetzung für die Identitätsbildung.

Was bedeutet die „Dezentralisierung des Selbst“ am Ende der Arbeit?

Sie korrigiert den Anspruch, dass das Individuum völlig unabhängig oder ein autonomer „Übermensch“ sei, und betont stattdessen, dass das Selbst in einem kontinuierlichen Prozess der wechselseitigen Beeinflussung innerhalb einer Gemeinschaft entsteht.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Kierkegaard im Spiegel der Gesellschaft
Universidad
Free University of Berlin  (Philosophie)
Curso
Haupseminar: Ethik und Ästhetik der Existenz
Calificación
1,0
Autor
Marcel Nakoinz (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
24
No. de catálogo
V174015
ISBN (Ebook)
9783640943456
ISBN (Libro)
9783640943180
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kierkegaard Mead Gesellschaft Religion Gott Ästhetik Sozial Selbst Andere Person Mensch Ethik Existenz Handlung Wahl Theorie Subjekt Externalismus Internalismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marcel Nakoinz (Autor), 2010, Kierkegaard im Spiegel der Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174015
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