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Bischöfe und Judenpogrome im Kontext der ersten drei Kreuzzüge

Título: Bischöfe und Judenpogrome im Kontext der ersten drei Kreuzzüge

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2011 , 86 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Stefan Langenbach (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Diese Arbeit soll sich mit Judenverfolgungen respektive Judenpogromen im Kontext der ersten drei Kreuzzüge befassen und schildern, wo und unter welchen Umständen solche stattfanden. Die Behandlung des ersten Kreuzzugs soll nach Absprache mit Herrn Prof. Dr. Vones hierbei den Schwerpunkt dieser Examensarbeit ausmachen, was die unterschiedliche Gewichtung der verschiedenen Kapitel erklärt. Zunächst wird erläutert, wie es überhaupt zu dem Phänomen der Kreuzzüge und Volkskreuzzüge kam und was genau solche ausmachte. Gründe für die Bevölkerung an diesen teilzunehmen, sollen ebenso angeführt werden wie solche, es nicht zu wagen. Die Verfolgungen und Tötungen von Juden, über die diese Arbeit in erster Linie berichten soll, werden im Kontext der ersten beiden Kreuzzüge hauptsächlich auf das Rheinland bezogen dargestellt. Bei der Analyse des dritten Kreuzzugs werden die Verfolgungen der Juden in England im Mittelpunkt stehen, wobei das Pogrom in York das gewichtigste darstellt. Zudem soll die Frage beantwortet werden, welche Rolle die Bischöfe bei den Verfolgungen und Pogromen inne hatten – akzeptierten sie diese und unterstützten sie sogar, oder versuchten sie, Ermordungen und Plünderungen zu verhindern? Wie die weltlichen Herrscher und Machthaber mit dieser Frage umgingen, soll ebenfalls geklärt werden.2
Um hierauf näher einzugehen, wird zunächst die rechtliche Situation der Juden in den entsprechenden Gebieten aufgezeigt, ebenso wie die Lebenssituation der Juden in den Städten. Hierdurch soll der rechtliche Rahmen, in dem die im Anschluss geschilderten Verfolgungen und Morde stattfanden, veranschaulicht werden, so dass die Hintergründe der Pogrome in ihrem historischen Kontext richtig eingeordnet werden können. Um Vergleiche aus dem Verhalten mehrerer Bischöfe ziehen zu können, sollen anschließend die Geschehnisse, die im Jahr 1096 in Köln, Worms, Mainz, Trier und Speyer stattfanden, genauer analysiert werden. Dabei werden sowohl christliche, syrische, armenische und arabische als auch hebräische Quellen herangezogen, um eine möglichst objektive, kulturspezifisch unverfälschte Sichtweise zu bieten. Welche Quellen jeweils für die Bearbeitung des Themas gewählt wurden, wird in einem zusätzlichen Kapitel vor der Schilderung der Entstehung des Kreuzzugsgedankens beschrieben, da dies ausschlaggebend für die Ergebnisse dieser Arbeit ist. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Quellenlage

2. Das Konzil von Clermont und der Beginn der Kreuzzüge

3. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem ersten Kreuzzug

3.1. Rechtliche Situation

3.2. Lebenssituation der Juden in den Städten

4. Judenverfolgungen im Kontext des ersten Kreuzzugs

4.1. Das Verhalten Heinrichs IV.

4.2. Die Ereignisse in den einzelnen Städten

4.2.1. Trier

4.2.2. Speyer

4.2.3. Worms

4.2.4. Mainz

4.2.5. Köln

4.2.6. Weitere Städte

4.3 Übereinstimmende Handlungsabläufe in den von Judenverfolgungen heimgesuchten Städten

4.4 Gründe für das Handeln der Pilger

4.5 Ausblick

4.6 Zwischenfazit

5. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem zweiten Kreuzzug

6. Der Verlauf des zweiten Kreuzzugs

7. Judenverfolgungen im Kontext des zweiten Kreuzzugs

7.1. Radulf und Bernhard von Clairvaux

7.2. Die rheinischen Städte

7.2.1. Trier

7.2.2. Speyer

7.2.3. Worms

7.2.4. Mainz

7.2.5. Köln

7.2.6. Weitere Städte

7.3 Übereinstimmende Handlungsabläufe in den von Judenverfolgungen heimgesuchten Städten

7.4 Gründe für das Handeln der Pilger sowie Zwischenfazit

8. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem dritten Kreuzzug

8.1. Deutschland/Rheinland

8.2. England

9. Der Verlauf des dritten Kreuzzugs

10. Judenverfolgungen im Kontext des dritten Kreuzzugs

10.1. Verfolgungen und Pogrome in England

10.1.1. York

10.1.2. Weitere englische Städte

10.1.3. Weitere Städte außerhalb Englands

10.1.4. Übereinstimmende Handlungsabläufe in den von Judenverfolgungen heimgesuchten Städten

10.1.5. Gründe für das Handeln der Pilger sowie Zwischenfazit

11. Ausblick

12. Juden und Christen?

Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Judenverfolgungen und Pogrome während der ersten drei Kreuzzüge, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der Rollen von Bischöfen und weltlichen Herrschern sowie den Beweggründen der Kreuzfahrer liegt. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie diese Machthaber auf die Gewalt reagierten und inwieweit religiöse oder ökonomische Faktoren die Pogrome antrieben.

  • Historischer Kontext der ersten drei Kreuzzüge und jüdischer Lebenswelten.
  • Analyse der Judenverfolgungen im Rheinland (1. und 2. Kreuzzug) und in England (3. Kreuzzug).
  • Untersuchung der Rolle kirchlicher und weltlicher Führungskräfte beim Schutz oder der Verfolgung jüdischer Gemeinden.
  • Hinterfragung der Motive der Kreuzfahrer (religiöser Eifer vs. ökonomische Interessen/Schuldenerlass).
  • Überprüfung der Thesen zu jüdisch-christlichen Beziehungen jenseits des reinen Antijudaismus.

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Mainz

Die Anzahl der Opfer in Mainz übertraf die in den bisher genannten Städten bei weitem. Bereits vor dem Eintreffen des Grafen Emicho, eines aus jüdischer Sicht größten Verbrechers im Rahmen der Verfolgungen des „execrabilem Iudeorum“ - des verdammenswerten Volkes der Juden, wie er es nannte - im Kontext des ersten Kreuzzugs, der die Hauptschuld an den Verfolgungen in Mainz trug, gingen Judenverfolgungen von den bereits anwesenden Kreuzfahrern aus. Diese anfänglichen Ausschreitungen konnten jedoch zunächst abgewehrt werden, da einige angesehene Bürger den Angreifern entgegentraten und sie daran hinderten, den Juden Schaden zuzufügen. Als im Zuge dieser Abwehrhandlungen jedoch ein Kreuzfahrer ums Leben kam, wurde der Judenhass weiter gesteigert und hierdurch gleichzeitig auch die Angst unter der jüdischen Glaubensgemeinschaft in der Stadt, so dass sich die Juden oft nicht mehr trauten, ihre Häuser zu verlassen - selbst nicht, um die Synagoge zu besuchen, welche ein Jude später selbst in Brand stecken sollte, um sie „vor weiterer Entweihung zu schützen“.

Wie in den bisher geschilderten Fällen wandten sich die Juden in Mainz ebenfalls hilfesuchend an den zuständigen Bischof Ruthard II., da sie von den Fällen in Worms und Speyer gehört hatten. Hier verhielt es sich jedoch anders, da von einer Bezahlung von 300 Silberstücken (etwa 19.000 Goldmark) an Ruthard durch die Juden berichtet wird. Als Gegenleistung wollte sich dieser seinerseits bereit erklären, eine zuvor geplante Reise abzusagen und gab den Juden zudem das Versprechen, diese unter Einsatz seines eigenen Lebens zu beschützen und bei sich aufzunehmen, woraufhin sich der Burggraf seinem Versprechen anschloss. Während wie oben berichtet am 25. Mai die verbliebenen Juden in Worms den Tod fanden, traf Graf Emicho mit seinen Mannen in Mainz ein und bezog vor den Toren der Stadt ein Zeltlager, da ihm der Zugang zur Stadt zwei Tage lang verwehrt blieb.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit setzt sich mit der Dynamik von Judenverfolgungen während der drei Kreuzzüge auseinander und definiert den Fokus auf die Rollen der kirchlichen und weltlichen Machthaber.

1. Quellenlage: Vorstellung der hebräischen und christlichen Berichte, die als Grundlage für die Untersuchung der antijüdischen Ausschreitungen dienen.

2. Das Konzil von Clermont und der Beginn der Kreuzzüge: Analyse des Aufrufs zum ersten Kreuzzug durch Papst Urban II. und die Entstehung der Kreuzzugsidee.

3. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem ersten Kreuzzug: Untersuchung der rechtlichen und sozialen Stellung jüdischer Gemeinden in den rheinischen Städten vor den Pogromen.

4. Judenverfolgungen im Kontext des ersten Kreuzzugs: Detaillierte Darstellung der Pogrome in den Städten Speyer, Worms, Mainz und Köln sowie der Motive der Angreifer.

5. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem zweiten Kreuzzug: Analyse des Wiederaufbaus und der rechtlichen Lage der Juden zwischen dem ersten und zweiten Kreuzzug.

6. Der Verlauf des zweiten Kreuzzugs: Einordnung der militärischen Ereignisse des zweiten Kreuzzugs nach dem Fall von Edessa.

7. Judenverfolgungen im Kontext des zweiten Kreuzzugs: Untersuchung der Auswirkungen der Predigten von Radulf und des vermittelnden Eingreifens von Bernhard von Clairvaux.

8. Situation der jüdischen Gemeinden vor dem dritten Kreuzzug: Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Rolle des Kaisers als Schutzherr im 12. Jahrhundert.

9. Der Verlauf des dritten Kreuzzugs: Historischer Überblick über die militärischen Anstrengungen zur Rückgewinnung Jerusalems unter Richard Löwenherz und Friedrich Barbarossa.

10. Judenverfolgungen im Kontext des dritten Kreuzzugs: Analyse der Pogrome in England, mit besonderem Fokus auf das Massaker von York und die ökonomischen Hintergründe.

11. Ausblick: Zusammenfassung der weiteren historischen Entwicklung von Judenverfolgungen bis in die spätere Zeit.

12. Juden und Christen?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Bild einseitig feindlicher Beziehungen und Darstellung interreligiöser Austauschbeziehungen.

Abschlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse über die Rolle der Judenschutzgewalten und die Motive der Verfolger über die gesamte Epoche hinweg.

Schlüsselwörter

Kreuzzüge, Judenpogrome, Antijudaismus, Rheinland, England, Schutzprivilegien, Bischöfe, Bernhard von Clairvaux, Ritualmordbeschuldigungen, Wirtschaftsgeschichte, Geldhandel, Märtyrertod, Kiddush ha-Schem, Schuldenproblematik, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Judenverfolgungen und Pogrome, die im Kontext der ersten drei Kreuzzüge in Europa stattfanden, und untersucht dabei insbesondere das Verhalten kirchlicher und weltlicher Machthaber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Juden und Christen im Mittelalter, die rechtliche und ökonomische Situation der Juden, die Rolle der Kirche und der herrschenden Elite bei der Verfolgung sowie die Motivationen der Kreuzfahrer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, unter welchen Umständen Pogrome stattfanden, welche Rolle Bischöfe und Könige beim Schutz (oder der Unterlassung desselben) spielten und ob ökonomische Interessen oder religiöser Eifer die treibenden Kräfte hinter den Verfolgungen waren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer hebräischer und christlicher Quellen, ergänzt durch moderne historische Forschungsliteratur zur Kreuzzugsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch nach den drei Kreuzzügen, wobei jeweils die rechtliche Ausgangssituation, der Verlauf der Pogrome in den betroffenen Städten und die Ursachen für das Handeln der Pilger detailliert dargestellt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Antijudaismus, Ritualmordbeschuldigungen, Schuldenerlass, Schutzherrschaft des Kaisers und der wirtschaftliche Wandel der jüdischen Gemeinden von Waren- zu Geldhändlern stehen im Fokus.

Inwiefern unterschied sich die Situation im dritten Kreuzzug von den vorangegangenen?

Während beim ersten und zweiten Kreuzzug das Rheinland im Fokus stand, konzentrierten sich die Pogrome des dritten Kreuzzugs primär auf England, wobei hier ökonomische Motive wie die Vernichtung von Schuldscheinen eine deutlichere Rolle spielten.

Welche Rolle spielte Bernhard von Clairvaux?

Bernhard von Clairvaux wird als ein wesentlicher Akteur des zweiten Kreuzzugs dargestellt, der durch seine Autorität und seine Predigten gegen das unkontrollierte Töten von Juden erfolgreich versuchte, die Gewalteskalation in Deutschland zu begrenzen.

Final del extracto de 86 páginas  - subir

Detalles

Título
Bischöfe und Judenpogrome im Kontext der ersten drei Kreuzzüge
Universidad
University of Cologne  (Philosophische Fakultät)
Calificación
1,6
Autor
Stefan Langenbach (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
86
No. de catálogo
V174018
ISBN (Ebook)
9783640943791
ISBN (Libro)
9783640943555
Idioma
Alemán
Etiqueta
Jude Pogrom Bischof Bischöfe Juden Kreuzzug Kreuzzüge Erster Zweiter Dritter Clermont Konzil England Rheinland Worms Speyer Mainz Köln Mittelalter jüdische Gemeinden SItuation Massaker
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Langenbach (Autor), 2011, Bischöfe und Judenpogrome im Kontext der ersten drei Kreuzzüge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174018
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