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Feministische Kunstgeschichte

Versuch einer Überprüfung einiger Positionen

Titel: Feministische Kunstgeschichte

Diplomarbeit , 2008 , 139 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Nina Pichler (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Laufe der postmodernen Frauenbewegung wurden (auch) im Wissenschaftsbetrieb feministische Werke publiziert. In den Geisteswissenschaften wurden historische und gesellschaftliche Ereignisse aus feministischer Perspektive interpretiert und dementsprechend verzerrt. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der kritischen Betrachtung ausgewählter feministischer Positionen in der Kunstgeschichte.
Es wird besonders auf die feministische Auseinandersetzung über „weibliche“ Ästhetik, auf Äußerungen über berühmte Künstlerinnen der Vergangenheit und Interpretationen von Frauen-Darstellungen eingegangen. Die feministischen Wissenschafterinnen stellten fest, dass die gesellschaftlichen Erwartungen das Leben der Frauen eng schnürte und schlussfolgerten daraus, dass Frauen von Männern durch ein „patriarchales System“ unterdrückt wurden.
Dabei wurde vergessen, dass man heutige soziale Strukturen nicht mit damaligen vergleichen kann. Weiters werden die sozialen Umstände der Männer übersehen, die genauso an gesellschaftliche Konventionen gebunden waren, denen sie sich nicht ohne weiteres entziehen konnten. Bei der Überprüfung der Frauen-Bilder und der Künstlerinnen-Biografien wird die tatsächliche Stellung der Frau in der Vergangenheit offenkundig. Oftmals ist die Macht der Frau auf vielen Gemälden unübersehbar.
Die feministischen Interpretationen bezogen sich auf die weibliche Sexualität, die in vielen Bildern von Frauen vorhanden ist. Über „Weiblichkeit“ vertreten feministische Wissenschafterinnen verschiedene Meinungen. Einerseits wird auf das Weibliche wert gelegt, dessen „Nicht-Vorhanden-Sein“ in der Geschichte als fehlender Teil gesehen wird. Durch „Frauenforschung“ wird versucht die Geschichte um ihren weiblichen Anteil zu erweitern und zu vervollständigen. Gleichheitsfeministinnen jedoch sehen „Weiblichkeit“ als ein soziales Konstrukt, welches aufgelöst werden kann um Unterschiede zwischen Männern und Frauen aufzuheben.

Die feministische Bewegung hat es nicht geschafft, einen aliquoten Anteil von Frauen in Kunst und Kunstgeschichte zu etablieren, obwohl gravierende gesellschaftliche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten stattfanden, die die Frauen in die Öffentlichkeit und in die Arbeitswelt drängten. Die grundsätzliche Relation zwischen den Geschlechtern in den kulturproduzierenden Bereichen dürfte auch in Zukunft als eine zu beachtende Konstante auftreten.

Leseprobe


Inhalt

1. Vorwort

2. Feminismus

2.1. Feminismus und Wissenschaft

2.2. Feminismus und Kunstgeschichte

3. Das „Weibliche“ in der Kunst

3.1. „Weibliche“ Ästhetik

3.2. „Weiblichkeit“ in der Kunstrezeption

4. Das Leben der Künstlerin im „patriarchalen System“

4.1. „Künstlerinnen wurden aus dem Kanon ausgeschlossen“

4.2. „Frauen durften nicht an die Akademie“

4.3. „Die Kaufkraft ist männlich“

4.4. Mäzeninnen

5. Feministische Äußerungen über ausgewählte Künstlerinnen

5.1. Sofonisba Anguissola

5.2. Artemisia Gentileschi

5.3. Berthe Morisot

5.4. Rosa Bonheur

6. Feministische Interpretationen über die Frau im Bild

6.1. Frauen-Bilder in Ehe und Sexualität

6.2. Der weibliche Akt

7. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht kritisch die Einflüsse feministischer Theorien in der kunsthistorischen Forschung, mit dem Ziel, die methodische Validität und Vollständigkeit dieser Positionen zu hinterfragen und im Kontext der tatsächlichen Lebensbedingungen von Künstlerinnen zu verorten.

  • Analyse feministischer Grundkonzepte wie „Patriarchat“ und „Weiblichkeit“ in der Kunsttheorie.
  • Kritische Überprüfung des kunsthistorischen Kanons und der Marginalisierung von Künstlerinnen.
  • Untersuchung der Rolle von Mäzeninnen und weiblicher Handlungsfähigkeit.
  • Vergleich kunsthistorischer feministischer Interpretationen mit biografischen Daten ausgewählter Künstlerinnen.
  • Reflektion über die Konstruktion von Geschlecht („gender“) versus biologische Realitäten.

Auszug aus dem Buch

4.1. „Künstlerinnen wurden aus dem kunsthistorischen Kanon ausgeschlossen“

Salomon schrieb über die Entstehung der Kunstgeschichtsschreibung anno 1550 durch Giorgio Vasaris Vite und dessen Auswirkungen auf die Künstlerinnen. Für sie ist Vasaris Kunstgeschichtsschreibung und die erste europäische Akademiegründung die Wurzel der Unterdrückung der Frau als Künstlerin:

Betrachtet man die Kanonbildungen der akademischen Disziplinen, so gehört der kunsthistorische Kanon zu den mächtigsten, den männlichsten und letztendlich auch zu den anfechtbarsten. Schon die einfache Analyse der Auswahl von Werken, die zur „besten“ westeuropäischen Kunst gehören, zeigt sofort, wie ideologisch motiviert die Konstituierung dieser Auswahl ist. Das Auslassen ganzer Kategorien von Kunst und Künstlern hat zu einer nicht repräsentativen und verzerrenden Vorstellung davon geführt, wer zu den >>universellen<< Ideen beigetragen habe, die sich in Kreativität und ästhetischer Leistung ausdrücken. […] Dem Kunsthistoriker wird die Autorität zugesprochen, zu entscheiden was Qualität hat und wertvoll ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin legt ihre Motivation dar, feministische Einflüsse in der kunsthistorischen Literatur kritisch auf ihre Vollständigkeit und methodische Basis zu prüfen.

2. Feminismus: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Feminismus, insbesondere der Positionen des „Gleichheitsfeminismus“ und der „Patriarchats“-Theorien, sowie deren Übertragung auf die Geschlechtsidentität.

3. Das „Weibliche“ in der Kunst: Dieses Kapitel behandelt die Definitionsschwierigkeiten einer „weiblichen“ Ästhetik und untersucht Unterschiede in der Kunstrezeption zwischen Männern und Frauen.

4. Das Leben der Künstlerin im „patriarchalen System“: Hier werden die Ursachen für die vermeintlich niedrige Anzahl bedeutender Künstlerinnen analysiert, darunter Bildungszugang, Kanonbildung, männliche Kaufkraft und Mäzenatentum.

5. Feministische Äußerungen über ausgewählte Künstlerinnen: Anhand von Fallbeispielen wie Sofonisba Anguissola und Artemisia Gentileschi wird hinterfragt, inwiefern feministische Deutungen den historischen Fakten standhalten.

6. Feministische Interpretationen über die Frau im Bild: Das Kapitel kritisiert feministische Ansätze zur Interpretation von Frauenbildern, insbesondere in Bezug auf Sexualität, Ehe und den Akt als Sujet.

7. Schlusswort: Die Autorin resümiert die Widersprüchlichkeit feministischer Debatten und fordert eine differenziertere, nicht ideologisch verengte Betrachtung der Kunstgeschichte.

Schlüsselwörter

Feminismus, Kunstgeschichte, Weiblichkeit, Patriarchat, Kunsttheorie, Künstlerinnen, Kanonbildung, Geschlechterkonstruktion, Kunstrezeption, Mäzenatentum, Aktmalerei, Gender Studies, Motivationsforschung, Identität, Kunstmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit hinterfragt die methodische Herangehensweise der feministischen Kunstgeschichte und prüft, ob die dort postulierten Thesen zur Unterdrückung der Frau durch ein patriarchales System historisch belegbar sind.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Feminismus, die Frage nach einer „weiblichen Ästhetik“, die Karrierebedingungen von Künstlerinnen sowie die feministische Interpretation von Kunstwerken und deren Wirkung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist eine kritische Überprüfung feministischer Positionen, um eine objektivere Perspektive auf die Rolle und den Erfolg von Künstlerinnen in der Geschichte zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den Vergleich zwischen feministischen Theorieansätzen und historischen Fakten, inklusive konkreter Künstlerbiografien und Bildanalysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung theoretischer Begrifflichkeiten, die historische Analyse von Künstlerinnenkarrieren sowie die feministische Deutung von Frauenbildern in der Kunstgeschichte.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind Feminismus, Kunstgeschichte, Patriarchat, Gender, Kanonbildung, weibliche Identität und Kunstrezeption.

Wie bewertet die Autorin die „Patriarchats“-Theorien?

Die Autorin betrachtet viele dieser Theorien als stark ideologisch geprägt und kritisiert, dass sie soziale Umstände vereinfachen und biologische Faktoren oft vernachlässigen.

Welches Fazit zieht die Autorin zu Künstlerinnen im Kanon?

Sie schlussfolgert, dass der Erfolg von Künstlerinnen eher von Talent, familiären Förderstrukturen und Beziehungen abhing als von einer systematischen Unterdrückung durch ein rein männliches System.

Wie werden die „Judith und Holofernes“-Bilder interpretiert?

Die Autorin stellt feministischen Interpretationen, die darin den Ausdruck weiblicher Rache oder Unterdrückung sehen, eine Lesart entgegen, die die individuelle professionelle Entscheidung der Künstlerin in den Vordergrund stellt.

Ende der Leseprobe aus 139 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Feministische Kunstgeschichte
Untertitel
Versuch einer Überprüfung einiger Positionen
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Kunstgeschichte)
Note
Sehr gut
Autor
Nina Pichler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
139
Katalognummer
V174046
ISBN (eBook)
9783640944170
ISBN (Buch)
9783640944330
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen Kunstgeschichte Feminismus Kritik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Pichler (Autor:in), 2008, Feministische Kunstgeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174046
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Leseprobe aus  139  Seiten
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